Hotels Elsass/Bretagne/Normandie

Hallo,

wir wollen im Juni eine Frankreich-Rundreise mit dem Pkw (Elsass/Bretagne/Normandie) machen. Wir möchten uns etliche Highlights der jeweiligen Region ansehen und auf gut Glück uns eine Übernachtung suchen (kein Camping), 2-3 Tage bleiben wo es schön ist und dann weiter.

Hat jemand Erfahrungen, ob das so ohne weiteres möglich ist eine Übernachtung zu finden ohne vorab zu buchen? Sollte man bestimmte Hotels meiden? Vielleicht gibt es einen guten Link zu einer Hotelkette, die empfehlenswert ist?

Welche Highlights sollte man unbedingt besuchen?

Vielen Dank für Eure Antworten, bin für jeden Tipp dankbar.

Gruß

EisIQ

Hallo EisIQ,

Als ich vor 6 Jahren mit einem Kumpel eine Rundreise durch die Bretagne/Normandie gemacht habe, haben wir in Formule1 Hotels übernachtet. Ist nicht Jedermann’s Sache, aber günstig.

Zu den Sehenswürdigkeiten, die du unbedingt sehen solltest sind
Saint Malo (quadratisch-praktisch-gut)und der Mont-Saint-Michel.
Je nachdem, woher du vom Elsaß rüber fährst, lohnt sich ein Umweg über Rouen, die Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern ist wunderbar.
Am „Zipfel“ der Normandie, ca 20-30 Km von Cherbourg (die Ost-Ecke des Zipfels) ist es auch schön.
Von Le Havre war ich entäuscht, an einem Samstag abend hatten nur eine Kneipe und ein Puff geöffnet. Dann kamen wir an den Strand, dort war ein Strandfest. Bis wir jedoch dort waren, gab’s nix mehr zu Essen, weil die Polizei den Abend beendete, da ein paar Jugendliche beim Kiffen erwischt wurden. Somit mußten wir mit leerem Bauch ins Bett.
Wenn du dann schon in der Nähe von Le Havre bist, lohnt sich auf jeden Fall ein Abstecher nach Etretat, mit seinen berühmten Felsen. Dort solltest du aber festes Schuhwerk anziehen, damit es dir nicht so geht, wie der Oma, die vor uns von der Leiter gerutscht ist. (Über eine Leiter und eine Höhle kommt man von einem Strand zum anderen.)
Und wenn du schonmal soweit gekommen bist, solltest du unbedingt noch einen Abstecher nach Boulogne-sur-Mer(Pas de Calais) machen. Das dortige Meeresmuseum (Nausica) ist durch nichts mehr zu toppen.

Im Elsaß kann ich außer Strasbourg und dem Automuseum von Mulhouse nur noch die Stadt empfehlen, die durch ihr Kristall-Glas bekannt ist. Der Name fällt mir momentan leider nicht mehr ein, ist schon etliche Jahre her.

Gruß
Sticky

Gruß
Sticky

Servus,

Formule 1 sind ziemlich unschlagbar billig, aber eben Regale für Touris und Geschäftsreisende, die wenn nicht mitten auf der Autobahnbrezel, dann doch am Zubringer stehen. Man ist damit flott unterwegs, weil man immer in der Nähe der linken Spur schläft, und auch billig.

Wenn man im Elsass und im Süden unterwegs ist, verpasst man dabei aber meiner Meinung nach etwas vom Schönsten: Abendstimmung in einer Kleinstadt.

Ich würde zu diesem Zweck jede Art von Kette vermeiden, auch keine Reservierungssysteme oder sowas nutzen (zahlt man alles mit dem Zimmerpreis), sondern in der Nähe des meist stillgelegten Bahnhofes oder in der Nähe des Marktplatzes - jeweils mittelgroße oder kleine Städte -ein Hotel mit einem Stern NN oder ohne aufsuchen. Frei Schnauze und nach Gefühl: Für einen Aufzug oder einen Fernseher wird man nicht unbedingt einen Stern extra brauchen, und am Zustand der Gardinen sieht man sofort, obs bloß billig oder gut und billig ist. Beides kommt vor.

„Hôtel de la Gare“ oder „Terminus“ in Ortschaften, die schon lang von der Schiene abgeschnitten sind, ist oft etwas rechtes, auch was die Küche betrifft.

Auf dem Land dem Schild „chambres/table d’hote“ folgen. Immer für erfreuliche Überraschungen gut.

Im Elsaß: Oft gut und billig sind „Arbre Vert/Grüner Baum“, „Ange/Engel“; „Cheval Blanc/Weißes Ross“ schon eher gehoben.

Wenn man die Hauptachsen verlässt, gibt es oft auch an den heute nicht mehr dicht befahrenen alten Landstraßen frühere Weghäuser, die nach Ausbau und Verlegung der Nationale ruhig und oft recht nett sind.

Schöne Grüße

MM

Hallo EislQ,

wir wollen im Juni eine Frankreich-Rundreise mit dem Pkw
(Elsass/Bretagne/Normandie) machen. Wir möchten uns etliche
Highlights der jeweiligen Region ansehen und auf gut Glück uns
eine Übernachtung suchen (kein Camping), 2-3 Tage bleiben wo
es schön ist und dann weiter.

da habt ihr euch aber schöne Ecken für den Urlaub ausgesucht.

Hat jemand Erfahrungen, ob das so ohne weiteres möglich ist
eine Übernachtung zu finden ohne vorab zu buchen? Sollte man
bestimmte Hotels meiden? Vielleicht gibt es einen guten Link
zu einer Hotelkette, die empfehlenswert ist?

Im Juni sollte immer wieder was Freies zu finden sein. Als Camperin kann ich zwar aber leider keine Hotels empfehlen.

Welche Highlights sollte man unbedingt besuchen?

Mir hat im Elsaß Turkheim sehr gut gefallen. Diese Stadt eignet sich auch gut als Standplatz für Ausflüge in die Vogesen, falls euch so etwas interessiert.

In der Bretange Sehenswürdigkeiten aufzählen zu wollen, (was man da alles gesehen haben sollte, liest man doch besser in einem Reiseführer) na gut:

Der Forêt de Broceliande (bei Paimpol) ist was für Sagen-Freaks (wie z.B. mich), da kann man locker einen Tag zubringen. Und auf der Seeterasse in Paimpol kann man wunderbar sitzen, seinem Essen auf dem Grill beim Entstehen zuschauen und einen hoffentlich lauen Abend genießen. Hotels gibt es in diesem Städtchein einige, ich habe letztes Jahr aber nur den Camping Municipal kennengelernt (siehe oben).

Die „Hinkelsteinfelder“ vom Carnac sind angeblich ein muss, wobei ich die Luftaufnahmen beeindruckender gefunden habe. Ja, und an der Nordküste zwischen Cancale und St. Malo soll es die „Sculptures Rochers“ oder so ähnlich, Priatengesichter in den Küstenfels gehauen, geben, da war ich letztes Jahr zu faul hinzuradeln. Obwohl es mir schon auf der Heimfahrt im Zug leid getan hat.

Im übrigen hat mir in allen diesen Gegenden am besten gefallen, mit dem Rad durch die Landschaft zu rollen und die Atmosphäre in mich aufzunehmen. Aber ob das auf einzelnen Etappen statt mit dem Auto auch so wirkt, weiß ich nicht.

Viele Grüße,

Karin

Hallo,

mit dem PKW dürfte das kein Problem sein, denn man kann ja im Zweifel ein paar Kilometer weiter fahren, um zum nächsten Hotel zu kommen.

Wir sind vor Jahren mit dem Fahrrad zu zweit von Quimper südlich und dann die Küste langgefahren, ab Brest dann schräg hoch über die umfriedeten Pfarrbezirke weiter. Wir hatten keine Probleme zu übernachten mit einer Ausnahme: in Landeviseau zwei Stationen nach Brest gab es nur ein einziges offenes Hotel (und das hatte für uns zum Glück zufällig noch ein (!) Zimmer frei). Alle anderen Hotels in Landeviseau waren geschlossen, weil keine Hauptsaison war. Für euch ist das unproblematisch, weil ihr ja mit dem Auto unterwegs seid.

Wir hatten damals einen Plan der „Logie de France“, die man in jedem Office du Tourisme erhalten dürfte.

Neben dem Mont St. Michel, der sehr abgelegen liegt und auch touristisch überlaufen ist (freilich schon unverzichtbar als Highlight) würde ich den Pointe du Raz als unverzichtbar ansehen und St. Malo.

Gruß

Bona

  • alldieweil offenbar Interesse da ist (schönen Dank für die Blumen!), noch ein paar Präzisionen:

Die Ausnahme zur Regel ist ein Reservierungssystem, welches nur sekundär dem schnöden Mammon verpflichtet ist und halbstaatlich organisiert die vorhandenen Strukturen Office de Tourisme etc. nutzt, um private Unterkünfte im ländlichen Raum zu organisieren und zu vermitteln. Bei Gîtes de France gibt es nicht bloß Ferienwohnungen, sondern auch Zimmer für einzelne Übernachtungen, in der Regel auf dem Land, und teilweise mit angegliederter Restauration nach Hausfrauen- bzw. Bäuerinnenart „Table d’Hôtes“.

Per Internet ist diese Quelle, bei der ich schon viele schöne Ferienunterkünfte gefunden habe (u.a. den wie in F üblich mit 45 pensionierten Stabsarzt, der mit seiner Frau zusammen einen Landherrensitz nebst Wingert im Lubéron bezogen und renoviert hat und bald maßgeblich an der „Bio“-Konzeption der Coopérative von Grambois beteiligt war; oder das alte Bauernehepaar, deren Häuslein winzig klein in vier riesigen blühenden Linden verschwindet - der Alte erzählte, wie er 1940 im Elsass versuchen sollte, die Wehrmacht aufzuhalten, und glaubte, die Gegenoffensive wäre schon im Rollen, weil die Kuhställe so sauber waren, wie er sie sich bloß in Deutschland vorstellen konnte…), zugänglich unter

http://www.gites-de-france.fr

Und wenn man lieber mit Papier arbeitet (wie ich) gibts das komplette Adressverzeichnis der Chambres d’Hôtes auch als Broschur mit ungefähr 1400 Seiten, keine Fotos mit oder ohne Hochglanz, sondern schlicht die Adressen und Telefonnummern, Preise, vereinheitlichte Beschreibungen und eine vor Ort von den Offices de Tourisme kontrollierte Klassifizierung: Guide National des Chambres et Tables d’Hôtes, jährlich aktualisiert, in D in guten Buchhandlungen, Bezugsadresse auch auf der genannten HP; oder gleich am Anfang der Tour in Strasbourg in der Großbuchhandlung FNAC holen.

Das grün-gelbe Symbol der Gîtes de France wird Euch an der Straße auch in anderer Form begegnen, nämlich mit einem stilisierten gelben Kaminfeuer in der Mitte für „Logis de France“. Die Hotels, die dieses Label tragen, sind nicht von der untersten Preisklasse, aber praktisch alle besuchenswert: Es handelt sich um Familienbetriebe, in der Regel in Traditionshäusern, die verbilligte Kredite zur Renovierung bekommen haben und sich im Gegenzug verpflichtet haben, bestimmte Standards betreffend familäres Ambiente, mindestens ein regionaltypisches Gericht auf der Karte, Berücksichtigung von Belangen des Denkmalschutzes bei älteren Gebäuden einzuhalten.

Nicht so sehr als Quartier, sondern zum preiswerten bodenständigen Essen unterwegs ist noch bemerkenswert die blau/rote runde Plakette „Les Routiers“ (= die Fernfahrer) bei Restaus an den Landstraßen: Die ist eine ebensogute Empfehlung wie ein paar parkende Vierzigtonner vor der Wirtschaft - da isst man reell und wird nicht arm dabei.

Außerdem kann man noch achten auf kleinere Plaketten an der Tür: In Frankreich gilt „Lonely Planet Rulez“ noch nicht. Dort sind Zimmerwirte und Gastwirte unterhalb der Luxusklasse ziemlich froh, wenn sie bei den Testern von „Le Bottin Gourmand“ (Küche) und „Le Routard“ (Küche und Quartier) Gnade finden. Beide Empfehlungen gelten als kaum käuflich und ziemlich seriös, wenn man keinen Luxus erwartet, sondern einfach etwas Ordentliches. Die Herausgeber kommen ursprünglich aus der „Szene“, wo es keine Schande war, eben auch auf den Preis zu schauen - aber nicht nur! Wer eine von diesen Empfehlungen hat, wird sie gerne unübersehbar am Eingang aufhängen, auch wenn sie schon paar Jahre alt sind.

  • Ein letztes noch: Wenn Ihr im Elsaß anfangen wollt, meidet in jedem Fall Haguenau. Dieser Ort ist an Fadess kaum überbietbar, irgendwie scheinen die Zuckerriegel von Mars eine Art kulturellen Einfluss zu haben…

  • Und ein allerletztes: Um gleich beim Eintritt ins Landl die „Umkehrung der kulturellen Schwerpunkte“ mitzumachen - die Möblierung der Zimmer ist nicht so wichtig, aber in der Küche muss auf jeden Fall ein Gelernter stehen: Fahrt doch von Woerth aus am nördlichen Ortsausgang Richtung Langensoultzbach. Noch fast an der Landstraße links ist das Hotel „Aux Sept Chênes“, wo man nach einer langen Autobahnstrecke trefflich ausspannen kann - es ist fast ein bissel unheimlich still nachts. Das Hotel war Bahnhofshotel an einer längst stillgelegten Nebenbahn, das zweite Standbein der Familie waren Vorspann- und Rückedienste: Wenn der Patron anfängt, von seinen Pferden zu erzählen, ist die Welt (für ihn) in Ordnung… Übrigens: Das leckere „rosbif“ auf der Karte ist comme il faut vom Ross.

Schöne Grüße

MM

Elsass
Hallo,

vergessen!

Sehr hübsch und gemütlich ist Colmar (Viertel: Klein Venedig, Kunst: Isenheimer Altar, Madonna im Rosenhag), interessant, aber schon eine Einzelreise wert ist natürlich Strasbourg (aber das gilt eigentlich auf für Colmar, finde ich).

Riqwihr (Reichsweiher) ist ein mittelalterliches Dorf, allerdings auch touristisch sehr überlaufen.

Achja, für die Westbretagne sind die großen Außenaltäre (Kalvarienberge) typisch, der sollte man unbedingt sehen, wenn man sich für die regionale Kunst interessiert, der schönste steht in Plougastel.

Gruß

Bona

Hallo,

habt vielen Dank für die vielen Tipps und ausführlichen Beschreibungen, ich das hilft uns sehr.

Gruß

EisIQ

Und wenn man lieber mit Papier arbeitet (wie ich) gibts das

komplette Adressverzeichnis der Chambres d’Hôtes auch als
Broschur mit ungefähr 1400 Seiten, keine Fotos mit oder ohne
Hochglanz, sondern schlicht die Adressen und Telefonnummern,
Preise, vereinheitlichte Beschreibungen und eine vor Ort von
den Offices de Tourisme kontrollierte Klassifizierung: Guide
National des Chambres et Tables d’Hôtes, jährlich
aktualisiert, in D in guten Buchhandlungen, Bezugsadresse auch
auf der genannten HP; oder gleich am Anfang der Tour in
Strasbourg in der Großbuchhandlung FNAC holen.

Hallo, Martin,
auf der Homepage bin ich leider nicht fündig geworden, was das Verzeichnis betrifft.
Hast Du evtl. nähere Angaben wie ISBN o. ä.
Deine Tipps finde ich ansonsten sehr gut.
Gruß Hägar

Hallo Hägar,

Hast Du evtl. nähere Angaben wie ISBN o. ä.

Für die Ausgabe 2005
ISBN:2913140645 Buch anschauen
auch hier
http://www.guidesulysse.com/cc/fc_1281.htm

Gruß, Hartmann.

Servus Hägar,

Du hast Recht, ich hatte nicht drauf geachtet: die Option „librairie en ligne“ und der mit von dort aus mit zwei weiteren Klicks erreichbare Online-Shop existiert bloß in der französischen Textversion der HP. Versendet wird aber weltweit.

Der Führer 2006 der Chambres et Tables d’hôte (unter „guides nationaux“) ist bereits verfügbar, kostet bei Direktversand per Online-Shop 22 € TTC plus Versand.

In D hab ich die verschiedenen Broschuren von Gîtes de France bisher bloß in Mainz (Gutenberg Dr. Kohl) im Buchhandel gesehen: Der Patron macht sich dort offenbar ein Vergnügen daraus, seine persönlichen Hobbies ziemlich ausführlich ins Sortiment zu nehmen - man findet dort „überdimensioniert“ viel zum Thema Frankreich (einschließlich Karten), Alpen, Oliven, Pasta und Wein. Wahrscheinlich auch eine Möglichkeit, trotz Amazon, Wohlthat und Hugendubel weiter existieren und sogar ordentlich ausgebildetes Personal beschäftigen zu können.

Schöne Grüße

MM