Nun mal langsam…
Hallo Sputki,
2 Babys sterben wegen Vit.B2 mangel, HUMANA gibt versäumnisse
zu.dpa
Ja, das ist wieder einmal eine Art der Berichterstattung, die ich ansonsten von der BLÖD-Zeitung bzw. vom Kölner Express kenne…
Primo: es war nicht Vitamin B2 sondern Vitamin B1 und ein einziges Produkt (speziell für den israelischen Markt hergestellte koschere Babynahrung aus Sojamilch).
Secundo: es ist bisher nicht erwiesen, daß die Babys aufgrund des Vitamin-Mangels gestorben sind - die Staatsanwaltschaft ermittelt eifrig. Humana hat zwar Mängel bei der Qualitätskontrolle eingestanden, aber ob diese Mängel kausal für den Tod der Säuglinge verantwortlich sind, bleibt abzuwarten. Es kann schließlich auch andere Ursachen geben; da es um Babynahrung für Kinder bis zu einem Jahr geht, kommt auch plötzlicher Kindstod in Betracht…
Tertio: Ein Thiaminmangel hat Symptome (bis ins kleinste Detail nachzulesen unter: http://www.cis.tugraz.at/ilct/virtual_teaching/vitam…)! Man möge mir doch bitte - und zwar plausibel - erklären, warum Eltern, die merken, daß mit ihrem Kind etwas nicht stimmt, nicht zum Kinderarzt marschieren.
Hier die diesbezügliche Pressemitteilung von Humana:
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_Die Humana GmbH hat heute die Ergebnisse der Untersuchung von unabhängigen Spezialinstituten zum Vitamingehalt B1 in der sojahaltigen Säuglingsnahrung Remedia Super Soya 1 veröffentlicht. In den Rückstellungen des Produktes wurden zwischen 29 und 37 Mikrogramm B1 pro 100g Fertignahrung festgestellt. Diese Werte liegen deutlich unter dem deklarierten Wert des Produktes von 385 Mikrogramm B1 pro 100 g Fertignahrung.
Sie unterschreiten darüber hinaus den EU-Richtwert von 120 Mikrogramm B1 pro 100 g Nahrung.
Im Rahmen der betriebsinternen Untersuchungen wurde folgendes festgestellt:
Im Frühjahr 2003 wurden die Rezepturen der beiden Vorgängerprodukte Soya 1 (0 bis 6 Monate) und Soya 2 (6 bis 12 Monate) als Grundlage genommen, um das Produkt Remedia Super Soya 1 für das erste Lebensjahr gemeinsam mit Remedia zu entwickeln. Dabei sind die Analysedaten der vorhergehenden Rezepturen falsch interpretiert worden. Diese fehlerhafte Berechnung führte zu der Auffassung, dass der natürliche B1-Gehalt den gewünschten Wert erreicht und daher eine zusätzliche B1-Supplementierung nicht notwendig sei, da es sonst zu einer Überdosierung von Vitamin B1 gekommen wäre. Mit einer richtigen Berechnungsformel wären Vitamin B1-Werte in Höhe des Deklarationswertes zu erwarten gewesen.
Von der abgefüllten ersten Produktionscharge wurde am 21. März unverzüglich eine Probe entnommen, um umfassende Untersuchungen durchzuführen. Die Untersuchung des Gehaltes an Vitamin B1 hätte den vorhergehenden Berechnungsfehler aufzeigen können. Aufgrund eines Versäumnisses in der Prozesskontrolle ist die extern beauftragte Untersuchung nicht vollständig durchgeführt worden. Es ist unterblieben, die Vitaminanalyse erneut anzufordern.
„Wir stehen hier vor einer einmaligen Verkettung unglücklicher Umstände und betonen ausdrücklich, dass es sich dabei um einen Einzelfall handelt, der keines unserer anderen Produkte betrifft,“ erklärt Albert Große Frie, Sprecher des Vorstands der Humana Milchunion Unternehmensgruppe. „Wir haben heute die Behörden und die israelische Delegation bereits umfassend informiert, um die Klärung weiter voranzutreiben. Wir stehen in Verbindung mit der Staatsanwaltschaft und Behörden, um den Sachverhalt weiter aufzuklären und werden organisatorische und personelle Konsequenzen ergreifen.“
Bei Rückfragen: (0 52 21) 1 81-4 54_
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Und hier noch zwei Artikel, die sich auf sachlicher Ebene mit dem Thema auseinandersetzen:
http://www.faz.net/s/Rub02DBAA63F9EB43CEB421272A670A…
http://www.reuters.de/news_article.jhtml?type=topnew…
Fazit: erst informieren - dann verurteilen.
Objektive Grüße
Renee