Hyperaktiver Hund?

Hallo,
wir haben einen 5monatigen Mischlingswelpen aus Spanien über die Tierschutzhilfe, habe ich schon einmal berichtet.
Er ist ssuuppeerr-aktiv, läuft unendlich, ist NIE müde zu bekommen und gehorcht zu 50 %…
Wenn wir ihn ohne Leine laufen lassen -auf irgendwelchen freien Feldwegen, wo das geht- kommt er nicht immer zuverlässig auf HIER zurück.
Wenn wir mit ihm -heute versucht- in die Stadt gehen, zieht er OHNE Ende an der Leine, bis er fast keine Luft mehr bekommen und ist nicht davon zu überzeugen „bei Fuß“ zu gehen, nicht mit Lob, nicht mit Leckerchen, nicht mit Lockrufen mit rein gar nichts, ER ZIEHT und zieht.
Heute haben uns schon Leute angesprochen in der Stadt WARUM der Hund so ziehen würde ob er nicht erzogen sei…
Wir gehen jede Woche je eine ganze Stunde zur Welpen-Spielstunden und zur EINZEL-Erziehung -also nur wir und die Hundetrainerin- auch dort ist sie sehr quirlig und in der Welpengruppe bei weitem die aktivste von allen.
Die Mutter ist Windhundmischling - Vater unbekannt. Sie wurde in Spanien im Tierheim (was man da so nennt…) geboren und sehr jung mit der Mutter zusammen nach hier auf eine Pflegestelle gebracht.
Wir waren mit ihr am Freitag in der Tierklinik - sie ist o. k. der Tierarzt meinte sie sei eben so quirlig.
WIE können wir sie davon überzeugen „bei Fuß“ an der Leine zu gehen oder auch sonst irgendwie ruhiger zu bekommen?
Ansonsten ist sie super lieb, sehr auf Kontakt aus und anhänglich.
DANKE vorab
Mariele

WIE können wir sie davon überzeugen „bei Fuß“ an der Leine zu
gehen oder auch sonst irgendwie ruhiger zu bekommen?
Ansonsten ist sie super lieb, sehr auf Kontakt aus und
anhänglich.
DANKE vorab
Mariele

Hallo Mariele,

wir haben uns aus einem Wurf Airedaleterrier die wildeste Hündin ausgesucht (selbst schuld; deine Beschreibung kannst du nahtlos übertragen) und uns auch schon mal gefragt, ob sie irgendwann mal ruhig(er) wird. Erste Anzeichen sind erkennbar - sie ist jetzt etwas über 2 Jahre. Also Geduld, Geduld usw. und melde dich mal in 2-3 Jahren wieder.

Gruss Reinhard

Hallo,

dies ist keine Fachantwort vom Experten, kann also auf deinen Hund evtl. gar nicht zutreffen.

Er ist ssuuppeerr-aktiv, läuft unendlich, ist NIE müde zu
bekommen und gehorcht zu 50 %…

Wenn wir ihn ohne Leine laufen lassen -auf irgendwelchen
freien Feldwegen, wo das geht- kommt er nicht immer
zuverlässig auf HIER zurück.

Wenn er noch nicht zu 100% gehorcht, kannst du ihn noch nicht frei laufen lassen, nicht nur wegen der Möglichkeit in unabsehbare gefährliche Situationen zu geraten, sondern auch auch weil ER deine Sicherheit noch braucht!

Wenn wir mit ihm -heute versucht- in die Stadt gehen, zieht er
OHNE Ende an der Leine, bis er fast keine Luft mehr bekommen
und ist nicht davon zu überzeugen „bei Fuß“ zu gehen, nicht
mit Lob, nicht mit Leckerchen, nicht mit Lockrufen mit rein
gar nichts, ER ZIEHT und zieht.

Er kann dann auch noch gar nicht reagieren, er ist auf der Flucht! Er muss zunächst ein Vertrauen zu euch aufbauen, und jederzeit wissen: geht Frauchen/Herrchen mit mir hierher, ist alles in Ordnung, ich muss keine Angst haben!

Heute haben uns schon Leute angesprochen in der Stadt WARUM
der Hund so ziehen würde ob er nicht erzogen sei…

Egal. Was kümmern dich die immer besserwissenden Leute …

Wir gehen jede Woche je eine ganze Stunde zur
Welpen-Spielstunden und zur EINZEL-Erziehung -also nur wir und
die Hundetrainerin- auch dort ist sie sehr quirlig und in der
Welpengruppe bei weitem die aktivste von allen.
Die Mutter ist Windhundmischling - Vater unbekannt. Sie wurde
in Spanien im Tierheim (was man da so nennt…) geboren und
sehr jung mit der Mutter zusammen nach hier auf eine
Pflegestelle gebracht.

Er wird wohl noch unter Angst/Reizüberflutung leiden. Ich würde zunächst Bindungsspiele empfehlen, im Idealfall „fragt“ er euch dann nach einer gewissen Zeit mittels Blickkontakt was zu tun ist und ob überhaupt eine Gefahr besteht.

Wir waren mit ihr am Freitag in der Tierklinik - sie ist o. k.
der Tierarzt meinte sie sei eben so quirlig.
WIE können wir sie davon überzeugen „bei Fuß“ an der Leine zu
gehen oder auch sonst irgendwie ruhiger zu bekommen?
Ansonsten ist sie super lieb, sehr auf Kontakt aus und
anhänglich.

Ich denke, das hängt alles noch mit Unsicherheit zusammen. Ihr seid viellcht unsicher, weil ihr befürchtet: gleich zieht der Hund wie verrückt. Das spürt der Hund. Der Hund ist aber zeitgleich auch unsicher weil er z.B. eine Reizüberschreitung hat. Und ihr stachelt euch gegenseitig hoch. Dazu die Passanten: ach was hat der arme denn, womöglich im besorgten Tonfall: Hund ist bestätigt: ich bin in Gefahr.

Aus eigener Erfahrung kann ich nur empfehlen: Bindung, Bindung, Bindung. Vertrauen schaffen. Damit kommt die Sicherheit. Das wird ein paar Wochen dauern, von heute auf morgen geht es nicht. Der Hund braucht zunächst Sicherheit, und eine schrittweise Vergrößerung der Reize.

Anhänglichkeit und ein Grundgehorsam haben jedoch m.E. nichts mit dem wirklichen Vertrauensverhältnis zu tun. Der Hund kann dir auch gehorchen und zum Knuddeln kommen, OHNE dir BLIND zu vertrauen!

Wie reagiert ihr denn genau wenn der Hund nicht hört? Oder wenn er sich fast selber stranguliert beim ziehen?
Liebe Grüße
Sabine

[MOD: überflüssiges Vollzitat entfernt]

Hallo Sabine,
zunächst DANKE für die Antwort.
Z. B. was Du sagst:
„Und ihr stachelt euch gegenseitig hoch. Dazu die Passanten: ach was hat der arme denn, womöglich im besorgten Tonfall: Hund ist bestätigt: ich bin in Gefahr.“
trifft genau zu. Wir werden immer nervöser weil er nicht gehorcht und dann noch die Passanten, ach der arme Hund… man wird immer hektischer.
Frei laufen lassen tun wir ihn auf Anraten der Hundeschule die sagt, dass er im „freien Feld“ - also wo NICHTS zu befürchten ist auch mal frei laufen könne. Er kommt ja auch eigentlich zuverlässig wieder zurück am meisten wenn wir rufen: TSCHÜß…
Wenn er sich selber fast stranguliert haben wir schon die ganze Palette ausprobiert, vom zurückziehen der Leine auf „bei Fuß“, über Leckerchen, über „am Nacken etwas schütteln (wie die Hundemütter…)“ oder auch böse schimpfen und vor allem mit Loben Loben Loben wenn auch nur in etwa bei Fuß läuft.
Ich hoffe, das bessert sich mit zunehmendem Alter!
Grüße
Mariele

[MOD: überflüssiges Vollzitat entfernt]

Hallo Reinhard,
das ist ja sehr tröstlich…
Geduld werden wir wohl haben müssen, aber der Arme tut mir auch leid, weil er so an der Leine zieht, aber man kann ihn ja auch nicht ohne Leine in der Stadt laufen lassen.
Es freut mich natürlich, dass Eure Hündin nach solcher Zeit schon erste Anzeichen zeigt.
Was habt Ihr denn mit ihr gemacht, dass es soviel besser geworden ist?
Wie gesagt, Hundeschule hilft auch nur sehr bedingt.
DANKE für Deine Rückantwort.
Grüße
Mariele

Hallo,

Z. B. was Du sagst:
„Und ihr stachelt euch gegenseitig hoch. Dazu die Passanten:
ach was hat der arme denn, womöglich im besorgten Tonfall:
Hund ist bestätigt: ich bin in Gefahr.“
trifft genau zu. Wir werden immer nervöser weil er nicht
gehorcht und dann noch die Passanten, ach der arme Hund… man
wird immer hektischer.

Ja das merkt der Hund sofort. Deswegen ja auch meine Idee das er zunächst sicherer werden muss. Wie soll er auch souverän mit der Situation umgehen, wenn er merkt: selbst Frauchen/Herrchen sind unsicher!

Frei laufen lassen tun wir ihn auf Anraten der Hundeschule die
sagt, dass er im „freien Feld“ - also wo NICHTS zu befürchten
ist auch mal frei laufen könne. Er kommt ja auch eigentlich
zuverlässig wieder zurück am meisten wenn wir rufen: TSCHÜß…

Kennt er denn Tschüss als Anweisung für ihn? Oder erkennt er es aus dem Tonfall heraus? Oder weil ihr euch umdreht und geht? Was macht ihr wenn er dann kommt? Wird er belohnt?

Wenn er sich selber fast stranguliert haben wir schon die
ganze Palette ausprobiert, vom zurückziehen der Leine auf „bei
Fuß“, über Leckerchen, über „am Nacken etwas schütteln (wie
die Hundemütter…)“ oder auch böse schimpfen und vor allem
mit Loben Loben Loben wenn auch nur in etwa bei Fuß läuft.

Muss er denn an der Leine bei Fuss laufen, oder kommt es nur darauf an, dass er nicht zieht?
Ich würde es langsam angehen lassen, an alle Reize bei denen er so regaiert Schritt für Schritt heranführen.
Absitzen lassen bei ziehen, oder die Richtung ändern! Aber nicht per Leinenruck, denn dann KÖNNTE er „Gewalt“ an der Leine als Kommunikations-Mittel begreifen, weil ihr es ihm ja vormacht. Nicht schimpfen - das verunsichert noch mehr, er hat Schiss, ist Unsicher, und wird dann ausgeschimpft oder gestraft - geht gar nicht!
Kann gar nicht gehen!
Aber auch nicht trösten oder gut zureden.
Bei meinem Hund wirkte es jeden Tag etwas weiter in solche Situationen zu gehen.
Zog sie, blieb ich stehen und ließ sie absitzen. Mir ins Gesicht gucken (das habe ich ihr durch die Bindungsspiele beigebracht, mir ins Gesicht zu gucken). Wortlos. Dann ein schlichtes „Fein, oder so ists gut“ und weiter gings.
Belohnung nur bei richtigem Verhalten. Sie hat auch gemerkt, je stärker ich ziehe, desto weniger gehts vorwärts.

Und sich nicht beirren lassen! KEINE Unsicherheit mehr zeigen! Und wenn ihr merkt die Reizschwelle für heute ist überschritten, abbrechen und ihn aus der Situation nehmen … am nächsten Tage gehts wieder ein Stückchen weiter. Er darf es nicht als „Mißerfolg“ erleben.
Von Strafen halte ich gar nichts - es bringt nicht wirklich was, wenn der Hund aus Angst vor euch gehorcht/nicht zieht. Das hilft ihm nicht seiner Umwelt souverän zu begegnen… es führt m.E. eher zu Verhaltensstörungen.

Ich hoffe, das bessert sich mit zunehmendem Alter!

Es wird sich genau dann bessern, wenn er Sicherheit lernt! Wenn er gelernt hat mit den Eindrücken umzugehen.

Deswegen sage ich nochmal: macht Bindungsspiele. Gebt ihm Sicherheit, Erfolgserlebnisse. Zeigt ihm: die Welt macht Spass!

Zu dem körperlichen Austoben, was er als solches Energiebündel ja braucht, solltet ihr vllcht auch Denksport mit ihm machen. Das lastet auch aus, und ist einigermaßen anstrengend für den Hund. Irgendwelchen Schickschnack beibringen, Tricks, oder Namen Gegenständen zuordnen, Suchspiele, Futterflaschen die er trickreich leeren muss um zu fressen usw. Da gibt es allerlei was dem Hund Spass Macht, ihm Erfolgserlebnisse bereitet und ihn auch geistig fordert. Auch so einfache Dinge, wenn er in keiner Reizlage ist und nicht zieht: zb am Strassenrand absitzen lassen, und ihm beibringen: schau rechts schau links. All solche Dinge fordern den Hund und lasten ihn aus…

Aber wie gesagt, das ist eine Laienmeinung, ich bin kein Hundetrainer.
Ich habe nur vor Jahren eine Hündin übernommen, die genau solche Verhaltensweisen hatte … dies sind nur meine Erfahrungen.

Ich drücke euch die Daumen und wünsche euch an Übermaß an Geduld, ihr werdet es brauchen :smile:))

Liebe Grüße
Sabine

An der Leine laufen
Hallo Marie,

besorge für das Leinentraining ein anderes Halsband.
Also z.B. für normale Spaziergänge ein Brustgeschirr, für Training ein Halsband. Oder umgekehrt.

Trainiere jeden Tag ca. 10-15 Minuten. Natürlich geht auch täglich zweimal. Nimm den Hund ans Trainingshalsband und geh mit ihm raus. Wenn er zieht, bleibst du sofort stehen. Was du erreichen willst, ist, dass die Leine durchhängt. Erst dann gehst du weiter. Der Hund wird sofort wieder ziehen: Du bleibst sofort wieder stehen.

Du merkst jetzt, warum du zwei deutlich unterschiedene Halsbänder brauchst. Der Hund muss wissen, wann geübt wird. Denn du wirst beim Training in den ersten Tagen, vielleicht Wochen, weit mehr stehen als gehen (Geduld ist gefragt, denn für dich ist das brechend langweilig, so viel rumzustehen.) Da der Hund aber auch Auslauf braucht, kannst du (noch) nicht beim Spazierengehen üben. Wenn du immer das gleiche Halsband verwendest, versteht er nicht, warum du mal stehen bleibst und mal dich ziehen lässt.

Versetze dich in den Hund: Er tut das, was ihm Erfolg verspricht. Was will er? Er will vorwärts! Wenn du dich nun ziehen lässt - was lernt er? Er will vorwärts, und vorwärts geht es! Wenn das kein Erfolg ist!

Ach ja und Clickertraining ist generell auch zu empfehlen.

Viel Glück und viel Geduld wünsche ich dir!

Julia

Was habt Ihr denn mit ihr gemacht, dass es soviel besser
geworden ist?
Wie gesagt, Hundeschule hilft auch nur sehr bedingt.
DANKE für Deine Rückantwort.
Grüße
Mariele

Hallo Mariele,

„soviel“ ist auch schon wieder übertrieben. Ich will mich auch garnicht als der grosse Hundeversteher darstellen, ganz abgesehen davon, dass ich auch schon z.B. im Fernsehen prominente Fachleute teilweise ziemlichen Mist habe reden hören, und sowieso von jedem was Anderes.

Wichtig ist: nicht nachgeben, wenn unterschiedliche Meinungen aufeinanderprallen - wir gehen da spazieren, wo ich entschieden habe. Und wenn der Hund zu stark zieht, ziehe ich ihn an der Leine ein Stück zurück und bleibe einen Moment stehen, damit er merkt, dass das Ziehen nicht zum gewünschten Erfolg führt. Das hilft, zumindest für die nächsten 30-60 Sekunden. Abgesehen davon gibt sich das mit dem Ziehen so nach dem ersten km, und auch ganz allgemein, wenn man sehr viel spazieren geht.

Gruss Reinhard

Grrrrrrrrrr. schon wieder ein Spanier aus Tierliebe hier in Deutschland gelandet.

Hyperaktiv wär ein EBulldog der es schafft täglich 20 Stunden fit zu sein.
Aber Leuts da stehen drei Infos die alle Aussagen torpedieren!

  1. Windhundmix(Sichtjäger der höchsten Güteklasse)
  2. Spanien
  3. mit 5 Monaten (oder ist er nicht evtl. schon 7-8Monate alt) bekommen.

Ohne den Teufel an die Wand mahlen zu wollen.
Wenn er aus Spanien stammt…

  1. von Natur aus großer Jagdtrieb da sonst überleben nicht möglich
  2. erlerntes Angstverhalten vor Stadtbetrieb und Mensch
  3. evtl. Angst durch Aufenthalt in „Tierschützer“ Hand

Also schick mir mal ein Foto von dem Zwerg
Wenn mich nicht alles täuscht ist es eine Podenco-Mischung

Das würde bedeuten… Ewiges Training, kaum Freilauf in den kommenden Wochen und Monaten. Warum? Weil Podencos Sichtjäger sind.
Ihre Fähigkeiten sind in diesem genannten Alter ausprägen.

Daher ist eine Hilfe hier super schwierig. Auch speziell da ich nicht weis was die Trainerin macht, wie eure Teamarbeit mit ihm zum Training von Vertrauensaufbau aussieht, noch weis ich wie ihr Ahnung von Hunden habt und was euch alles erzählt wurde und evtl. unsauber umgesetzt wurde(keine Unterstellung nur die übliche Erfahrung meiner Tätigkeit)

Und das ziehen und sich nicht ablenken lassen deutet auf Jagdhund hin welcher genau dazu erzogen wurde von Natur aus. Beute ist Nahrung und der Mensch verhindert immer daß man diese bekommen darf. Was der Mensch tut ist egal denn in den ersten Monaten hat er mir nix gebracht außer Ärger.

Daher… Lies alle Fachliteratur durch, und du erhälst die Antworten aller hier. Aber bringen wirds vermutlich wenig.

Den einzigen Tipp den ich geben kann ohne mit euch zu trainieren…
20m Leine dran, „durchsetzen dessen was ich will“ Training.

Grzuß Steffen

Hi Steffen!

Du sprichst mir aus dem Herz… Sternchen dafür.

Hoffen wir dennoch, dass die Besitzer des Hundes einen Weg finden um mit ihm zurechtzukommen - ohne den Hund allzu stark einschränken zu müssen.

Gruss,

Semiramis

Hallo,

was Du beschreibst ist nicht besonders ungewöhnlich. Der Hund ist alters- und rassebedingt lebhaft und aufgrund seiner Vergangenheit vermutlich mit den vielen Reizen hier (vor allem in der Stadt) stark überfordert. Dazu kommt, dass Herrchen/Frauchen unerfahren ist und nicht genug Sicherheit vermittelt.

Wenn Euer Einzeltrainer Euch in dieser Richtung keine gute Hilfestellung gibt, dann sucht Euch jemand anderen. „Bei Fuß“ gehen ist jetzt fast nebensächlich, beginnt damit, eine stabile Bindung zum Hund zu erzeugen und dem Hund Sicherheit zu geben. Er muss sich darauf verlassen können, dass Herrchen/Frauchen wissen, wo es lang geht und er sicher ist. Ich würde die Innenstadt auch meiden, er muss natürlich viele Dinge kennenlernen, aber vielleicht nicht alle auf einmal.

In meiner Nachbarschaft habe ich einen ähnlichen Fall. Dort wurde unter anderem der Fehler gemacht, mit dem (Pointer)Mix anfänglich immer woanders spazieren zu gehen. Man wollte dem Hund ja etwas bieten. In diesem Falle war das total kontraproduktiv, der Hund war mit den ganzen Eindrücken überfordert und total hektisch.

Vermittle ihm Ruhe und Routine. Entwickelt einen geregelten Tagesablauf. Geht am Anfang ruhig immer dieselbe Strecke Gassi. Neue Eindrücke dosiert und kontrolliert angehen.

Gruß,

Myriam

…ganze Palette ausprobiert, vom zurückziehen der Leine auf „bei
Fuß“, über Leckerchen, über „am Nacken etwas schütteln (wie
die Hundemütter…)“ :

Du hast schon sehr viele gute Antworten bekommen, daher möchte ich jetzt nur mehr auf diese eine Aussage eingehen:

„Hundemütter“ schütteln ihre Welpen nicht am Nacken, um diese zu bestrafen. Auch Wölfe tun das nicht. Leider ist dies ein nach wie vor weit verbreitetes Ammenmärchen, welches selbst der Großteil der sog. Hundetrainer glauben und glaubhaft an unwissende Hundebesitzer weitergeben - zum Leid ihrer Hunde.
Das am Nacken packen und/oder schütteln ist eine Verhaltensweise, die man bei jungen Welpen und auch Wolfswelpen beobachten kann, während des Spiels miteinander. Welpen ahmen im Spiel später für sie wichtige Verhaltensweisen nach und lernen so. Dazu zählt zum großen Teil auch das Nachahmen der Jagd, das beinhaltet das Anschleichen, Jagen, Hetzen und schließlich das Töten - all das üben Welpen im Spiel, wobei einmal der die Beute spielt und dann wieder ein anderer . Das im Nacken packen sieht man hier sehr oft, es gehört aber zum Jagdverhalten und hat nichts mit Korrektur oder „Bestrafung“ des Gegenüber zu tun! Den Nackenbiss verwenden ausgewachsenen Wölfe um ihre Beute festzuhalten um sie anschließend töten zu können - wenn du also deinen Hund am Nacken packst, signalisierst du ihm genau dasselbe - kein Wunder wenn er da Panik kriegt und immer mehr zieht!

Also bitte, streiche den Nackengriff aus deinem Repertoire an Erziehungsmethoden - egal was dein Hundetrainer oder sonstige Leute dir sagen - ansonsten wirst du das ohnehin nicht sehr große Vertrauen deines Hundes zu dir empfindlich stören, wenn nicht auf Dauer ganz zerstören!

Wenn du deinen Hund „hundetypisch“ korrigieren - so wie es die Hundemütter machen - dann wende den Schnauzengriff an. Dieser fügt dem Hund weder körperliche Schmerzen zu noch glaubt er, dass du ihn gleich fressen willst - das ist eine Korrektur, die der Hund auch versteht!
(Wäre bei diesem Problem, also dem an der Leine ziehen, aber völlig unangebracht…)
Ich kann dir den Schnauzengriff gerne noch genauer erklären, falls er dir bisher noch kein Begriff war - aber bitte lass im wahrsten Sinne des Wortes die Hände vom Nacken schütteln!

Sandra

2 „Gefällt mir“

[MOD: überflüssiges Vollzitat entfernt]

Hallo Myriam,
zunächst vielen Dank für Deine Antwort.
Wir hatten vorher schon einen Hund Mischling Dackel/Pinscher, haben diese ohne Hundeschule erzogen und der gehorchte IMMER und sofort, war ansonsten auch sehr lieb. Ich habe manchmal den Eindruck, dass wir OHNE Hundeschule vielleicht besser klar kämen - vielleicht ist es von dem Hund zu viel auf einmal verlangt… Immerhin kommt er ja bereits aus Spanien, zwar aus einem von Deutschen geführten Tierheim aber trotzdem, er ist auch schon 3.000 km im Transportkäfig (mit Mutter und Geschwistern) von Spanien nach hier im Transporter gefahren.
Ich denke, Du hast recht wir sollten immer die gleiche Strecke mit ihm gehen.
Ansonsten haben wir einen sehr großen, komplett eingezäunten Garten mit mehreren Hecken drauf wo er sich nach Herzenslust austoben kann. Wir spielen auch viel mit ihm.
Schau’n wir mal was draus wird.
DANKE nochmals und
liebe Grüße
Mariele

[MOD: überflüssiges Vollzitat entfernt]

Hallo Steffen,
wir sind an den Hund über die eine Tierärztin gekommen die diesen im Rahmen der Tierhilfe in der Pflegestelle betreute.
Sie ist wie gesagt den Angaben nach ein Windhund-Mix, für Podenca ist sie -meiner Meinung nach- zu klein. Sie ist jetzt 5 Monate und als wir sie bekamen war sie 8 Wochen und noch SEHR klein. Das diese Angaben stimmen sollten, entnehme ich

  1. dem Europäischen Haustierpaß
  2. der Tatsache, dass sie augenblicklich mitten im Zahnwechsel ist
  3. den Wachstumsschüben die sie so macht
  4. den Aussagen der Tierschützer und
  5. den Aussagen von mehreren Tierärzten u. a. Tierklinik.
    ALLE bestätigen übereinstimmen das ALTER von 5 Monaten.

Wir hatten zuvor schon einen Hund Mischung aus Dackel und Pinscher, also da Dackel auch ein „Jagdhund-Instinkt“ hat sind wir nicht sssooo ganz unerfahren.
Wir haben auch die Variante mit der 5m-Schleppleine probiert.
Wie gesagt auch schon in mehreren Varianten mit ihr Training gemacht.
Wo wir jetzt sind die Hundeschule lehrt nach Uli Klöppel, hier ein Link:
http://www.uli-koeppel.de/
Hört sich sehr gut an, aber leider sind wir ja erst am Anfang des Trainings und können noch nicht so viel sagen. Zuvor hatten wir eine -fanden wir- ziemlich brutale Hundeschule.
Ein Bild kann ich Dir gerne mal zusenden, ich habe auch eines von ihrer Mutter, die wie gesagt Straßenhund war und ca. 2 Jahre alt ist.
Es würde mich freuen, danach nochmals Deine Meinung zu hören, da es uns auch interessiert was für eine Art Mischung unsere Kleine sein könnte.
DANKE und liebe Grüße
Marielte

[MOD: überflüssiges Vollzitat entfernt]

Hallo Semiramis,
ich habe Steffen soeben geantwortet, evtl. kannst Du mal da reinschauen.
Wir hoffen, dass wir den Hund einigermaßen erzogen bekommen. Er braucht für uns ja keine „Kunststückchen“ zu können.
Nur „Hier“, „Sitz“ und Leinenführigkeit sollte er beherrschen.
Mal sehen.
Liebe Grüße
Mariele

[MOD: überflüssiges Vollzitat entfernt]

Hallo Julia,
zunächst ganz lieben Dank für die Antwort. Tolle Vorschläge, werde ich ganz sicher ausprobieren, besonders mit den zwei verschiedenen Halsbändern, warum sagt einem das eigentlich keiner in der Hundeschule, dafür zahlen wir ja schließlich auch.
Unsere jetzige Hundetrainerin arbeitet so in etwa nach Deinem vorgeschlagenen Thema. Sie meint, wenn die Leine stramm sei -so wie Du auch schreibst- hat der Hund den Gedanken: Das habe ich ja klasse gemacht, weiter so…
Ich hoffe, wir werden gut mit ihm arbeiten können…
DANKE nochmals und liebe Grüße
Marita

[MOD: überflüssiges Vollzitat entfernt]

Hallo Sandra,
tolle Erklärung finde ich. Hast Du SEHR klasse geschildert vor allem nachvollziehbar für mich.
Wenn Du mir bitte diesen Schnauzengriff nochmals genauer erklären könntest? Die erste Hundeschule wo wir waren, hat uns einen Griff beigebracht der wahrscheinlich so ähnlich ist, aber eine andere Wirkung hatte.
Man soll dem Hund mit der Hand quer über die obere Schnauze greifen, und dann SO feste die oberen Leftzen in Richtung Zähne pressen bis der Hund „quietscht“, dann hätte er kurz Schmerzen und sei somit bestraft. DAS wollten wir jedoch nicht so ganz machen, weil ich mir denke, DAS tut dem Hund schon sehr weh, jedenfalls hat er immer ganz laut gejammert wenn der Trainer das bei ihm probierte.
Daher wäre es super lieb von Dir mit diesen Schnauzengriff mal kurz zu erklären.

Danke und liebe Grüße
Mariele

[MOD: überflüssiges Vollzitat entfernt]

Hallo Reinhard,
war Du sagst haben wir ansatzweise auch schon probiert. Wie Du schon schreibst für die nächsten 30-60 Sekunden hilft es minimal.
Was manchmal von „Fachleuten“ im Fernsehen so erzählt wird, glaube ich aus eigener Erfahrung auch nicht immer, wir hatten ja vorher schonen einen Hund -Mischling Dackel/Pinscher- und haben diese ganz ohne Hundeschule erzogen.
Mit dem jetzigen Hund meinten wir es gut und sind deshalb zur Hundeschule gegangen, aber wie gesagt, manchmal denke ich mir, wir kämen evtl. alleine auch mal besser zurecht. So besteht immer dieses „Anforderungsdenken“ der Trainer…
Mal sehen wie es mit der Zeit so wird.
Ich werde mich bestimmt nochmals hier im Forum melden.
DANKE und liebe Grüße
Mariele

[MOD: überflüssiges Vollzitat entfernt]

Hallo Sabine,
nochmals DANKE für diese ausführlichen Beschreibungen.
Was genau meinst Du mit: Bindungsspiele?
Er kann z. B. ziemlich zuverlässig Drei verschiedene von seinen Spielzeugen holen wenn man es ihm sagt. Ich mache ihm immer eine leere Zewa-Papp-Rolle, vor der Nase, mit Leckerli voll und kneife diese dann leicht unten und oben zu. Dann raschel ich damit laut und gebe sie ihm, er schafft es eigentlich immer dieses zu knacken und frißt sehr genüßlich seine Leckerli.
Geduld werden wir ganz bestimmt eine Menge brauchen, haben wir ja eigentlich auch. Aber Deine Ausführungen haben mir doch auch Denkanstöße für mich gegeben mal was neues mit dem Hund auszuprobieren, eben das Absitzen wenn er an der Leine wieder mal zieht usw…
Nochmals DANKE und liebe Grüße
Mariele

Du merkst jetzt, warum du zwei deutlich unterschiedene
Halsbänder brauchst. Der Hund muss wissen, wann geübt wird.

Hallo Julia,

dem kann ich mich NICHT anschliessen - ich weiss nicht, ob das für alle Hunde gilt, aber unsere Hündin jedenfalls betrachtet das äusserst differenziert. Nicht nur, dass sie mit meiner Schwester ganz andere Wege spazierengeht als mit mir, was ich erst nach einer Weile gemerkt habe, meine Schwester behauptet auch, sie hätte sie soweit, dass sie Katzen garnicht mehr beachtet, was man, wenn ich mit ihr unterwegs bin, beim besten Willen nicht behaupten kann. Dafür kommt sie bei mir auf Kommando wieder an die Leine, bei meiner Schwester aber nicht. Für meine Mutter gibt es eine dritte unabhängige Version.

Ich bin daher überzeugt, wenn du mit ihr mit dem Übungshalsband etwas trainieren würdest, würde sie das bestimmt annehmen (natürlich unter der Berücksichtigung der Sturheit von Airedaleterriern im Allgemeinen), aber nur, solange sie das Übungshalsband trägt. Wenn nicht, denkt sie sich wohl, na prima, jetzt brauche ich den ganzen Mist nicht mehr. Das wäre nach all dem Aufwand wohl recht ärgerlich.

Gruss Reinhard