Ich bin am Ende meiner Kräfte!

Hallo zusammen,

ich suche verzweifelt Rat wegen meines kleinen Sohnes (10 Monate). Er ist ein süßer freundlicher Kerl, der gerne lacht und den wir alle (Papa, Mama und große Schwester (5))über alles lieben. Doch seit etwa vier Monaten hängen dunkle Gewitterwolken über unserer Familienidylle. Von heute auf morgen, ist der kleine Mann zum Terrorkrümel mutiert. Brav ist er eigentlich nur, wenn man ihn herum trägt oder neben ihm sitzt und ständig wechselndes Spielzeug reicht. Im Laufstall oder auf dem Boden hocken, geht maximal 15 Minuten gut und dann auch nur so lange er mich sieht. Verlasse ich den Raum, dreht er total durch und beruhigt sich auch nicht, wenn ich wieder komme und mit ihm rede, sondern erst wenn ich ihn nehme. An Krabbeln denkt er nicht im Traum, schreit auch hier wie am Spiess, wenn man ihn auf den Bauch legt. Ich könnte eine endlose Liste an solchen Beispielen aufführen, bringt uns aber auch nicht weiter. Meinen Haushalt kann ich nur noch spät abends führen, wenn er im Bett liegt (was keineswegs unproblematisch abläuft, da er sich meist nur von mir hinlegen lässt, und auch hier oft nur unter lautstarkem Protest). Während der Nacht schreit er oft urplötzlich auf, ohne richtig wach zu werden. Da ich einen total leichten Schlaf habe, wache ich dann jedesmal auch sofort auf und kann lange nicht mehr einschlafen. Am Tag nehme ich ihn mittlerweile mit ihn jedes Zimmer (auch auf die Toilette) und hoffe, dass er ein paar Minuten brav ist, damit ich z.B. den Frühstückstisch in der Küche abräumen kann. Wenn ich telefoniere habe ich ihn entweder auf dem Arm oder bei wichtigen Gesprächen setze ich ihn halt doch in den Laufstall oder Hochstuhl. Dann schreit er so laut und hysterisch, dass ich nichts verstehe. Wenn ich den Raum dann verlasse dreht er so durch, dass ihm schon Äderchen in den Augen geplatzt sind vor lauter Geschrei. Ich weiss einfach nicht mehr weiter, ich kann nicht mehr. Ausserdem tut mir meine Tochter leid. Sie kommt oft zu kurz wegen ihres kleinen Bruders!
Wichtig: Organisch ist alles in bester Ordnung - unsere Kinderärztin hat auch keine Erklärung für sein Verhalten.

Hallo,

auch hier alles normal, wie beim Poster drunter. :wink:

Brav ist
er eigentlich nur…

und hoffe, dass er ein paar
Minuten brav ist,…

Überleg mal, ein „braves“ Kind (welch schrecklicher Ausdruck!) in Deinem Sinne, also ein Kind, das sich im Laufstall für ÜBER 15 Min. ablegen läßt, Dich in aller Ruhe telefonieren läßt, Deinen Haushalt in Ruhe machen läßt etc. wäre ein krankes Kind. Zumindest entspräche so ein Verhalten nicht einem 10 Monate altem Kind, in der Regel.

An Krabbeln denkt er nicht im Traum…

Muß er ja auch nicht. Es gibt kein Gesetz nachdem die Kinder krabbeln müssen, zumindest nicht im ersten Lebensjahr.

Wichtig: Organisch ist alles in bester Ordnung - unsere
Kinderärztin hat auch keine Erklärung für sein Verhalten.

Ich vermute mal, sie hat keine Kinder. :wink:

Halte durch, viel Kraft. Es wird besser werden. Und nicht Deine beiden Kinder immer vergleichen, so nach dem Motto „meine Tochter war doch viel pflegeleichter in dem Alter“. Kinder sind halt verschieden.

Gruß,
Christiane

Hi,

der Kleine ist clever und erzieht, sofern wirklich nichts Besonderes vorliegt, gerade seine Familie. Bei ein zwei Beispielen von dir sind mir die Nackenhaare förmlich aufgestiegen und glaube was dir fehlt ist etwas Beharrlichkeit.

Sicherlich würde es nichts bringen wenn du dich jetzt um 180 Grad drehst und alles komplett anders machst aber Stück für Stück solltest du ihn daran gewöhnen, dass es noch etwas anderes gibt als deinen Arm und nur dich.

Mag sein das es sehr stressig ist ihn mal schreien zu lassen aber er muss lernen, dass du dich nicht 7 Tage die Woche 24 Stunden am Tag um ihn „ausschließlich“ kümmern kannst und das Tischdecken, Telefonieren, etc. für ihn nichts schlimmes ist weil du ja dennoch für ihn da bist. OK, wenn du ein längeres Telefonat führst solltest du zwischendurch vielleicht mal kurz nachgucke – nachfragen ob alles in Ordnung ist aber generell solltest es möglich sein ihn daran zu gewöhnen auch ohne das er auf deinen Arm ist.

Gleiches gilt auch für das ins Bett Bringen. Wenn er dich als Lieblingsperson auserkoren hat ist das die eine Sache, anders herum sollte der Vater es sich nicht nehmen lassen ein gleichwertiger Ansprechpartner bzw. Insbettbringer zu sein und wenn er dann meckert muss er halt auch nachschauen, trösten etc.

Wie gesagt nicht alles auf einmal komplett anders machen aber in vielen kleinen Schritten müsst ihr ihn daran gewöhnen das sich nicht alles nur um ihn dreht.

Ich wünsche dir starke Nerven

Viele Grüße
Me

Hallo Melanie,

„Terroristen“ werden ebenso wenig geboren wie „Paschas“ - man erzieht sie quasi dazu bzw. sie ihre Umwelt.

Sofern medizinische Ursachen untersucht sind und ausgeschlossen werden können, musst Du jetzt mal ganz stark sein und den kleinen Mann auch Mal „leiden“ lassen; Das gehört zur „Mensch-werdung“ dazu. Früher oder später wird er lernen und einen Umgang damit finden müssen, dass nicht alle Wünsche immer sofort vollends in Erfüllung gehen. Und Du musst lernen, auszuhalten, dass er davon nicht begeistert ist und auf seine Art protestiert.

Hallo?!
Moin!

der Kleine ist clever und erzieht, sofern wirklich nichts
Besonderes vorliegt, gerade seine Familie. Bei ein zwei
Beispielen von dir sind mir die Nackenhaare förmlich
aufgestiegen

Mir stellen sich auch grad die Nackenhaare auf.
Das Kind ist 10 Monate alt!

Hier zwei ganz einfache Texte zum Lesen:
http://www.babycenter.at/baby/entwicklung/meilentren…
http://www.rund-ums-baby.de/fremdeln.htm

und glaube was dir fehlt ist etwas
Beharrlichkeit.

Genau, der einzig richtige Satz in deinem Posting.
Beharrlich das Kind mit sich rumschleppen und das Gefühl der Sicherheit vermitteln. Umso schneller ist diese Phase der Entwicklung vorbei.

Mit Grüßen
Simone

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Hallo,

auch hier alles normal, wie beim Poster drunter. :wink:

Es ist also normal, wenn eine Mutter jeden Tag näher an den Nervenzusammenbruch rutscht, chronischen Schlafmangel hat und in vier Wochen acht Kilo abgenommen hat, weil sie oftmals nicht mal zum essen kommt.Wenn eine fünfjährige sagt, dass sie jetzt in ihr Zimmer geht und nicht mehr heraus kommt, weil sie das Geschreie nicht mehr ertragen kann.

Überleg mal, ein „braves“ Kind (welch schrecklicher Ausdruck!)
in Deinem Sinne, also ein Kind, das sich im Laufstall für ÜBER
15 Min. ablegen läßt, Dich in aller Ruhe telefonieren läßt,
Deinen Haushalt in Ruhe machen läßt etc. wäre ein krankes
Kind. Zumindest entspräche so ein Verhalten nicht einem 10
Monate altem Kind, in der Regel.

Ein schrecklicher Ausdruck? Sagen Sie mir einen besseren!
Alle Kinder sind brav, mal mehr mal weniger. Mein Sohn im Moment eher weniger.

Wer redet denn von ablegen? Ich habe Arthrose in beiden Handgelenken, ihn herumzutragen bereitet mir Schmerzen. Er bleibt auch nicht in der Wippe, dem Stubenwagen, der Hängematte oder sonstiges! Ich telefoniere auch nicht mit meinen Freundinnen um den neusten Klatsch durchzubringen. Es gibt Telefonate mit Ärzten, Kindergarten oder Behörden, die einfach nicht warten können.

An Krabbeln denkt er nicht im Traum…

Muß er ja auch nicht. Es gibt kein Gesetz nachdem die Kinder
krabbeln müssen, zumindest nicht im ersten Lebensjahr.

Ich habe auch nicht gesagt, dass er das muss. Meine Tochter ist überhaupt nicht gekrabbelt. Sie war dann halt ein paar Wochen im Gehfrei bevor sie gelaufen ist. Es ist nur ein Umstand von vielen…

Wichtig: Organisch ist alles in bester Ordnung - unsere
Kinderärztin hat auch keine Erklärung für sein Verhalten.

Ich vermute mal, sie hat keine Kinder. :wink:

Sie hat drei!

Halte durch, viel Kraft. Es wird besser werden. Und nicht
Deine beiden Kinder immer vergleichen, so nach dem Motto
„meine Tochter war doch viel pflegeleichter in dem Alter“.
Kinder sind halt verschieden.

Für diese Erkenntnis hätte ich mich hier nicht so outen müssen!
Lesen Sie doch noch mal meine Überschrift und denken sie mal darüber nach. Wäre alles normal, wäre ich nicht da wo ich gerde bin.
Ich bin kein naives dummes Kind. Ich bin eine Frau mit 35 Jahren, die sich gut überlegt hat, welche Veränderungen ein zweites Kind mit sich bringt. Ich bin froh und dankbar, dass mein Junge gesund ist, aber ich wüsste auch keinen Grund, warum ich mir meine Kraft und Energie von ihm aussaugen lassen sollte, wie von einem kleinen Vampir (oh, welch schrecklicher Vergleich!) Auch seine große Schwester hat das nicht verdient. Sie liebt ihn bedingungslos, aber immer öfter leidet auch sie.

Gruß

Melanie

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Tach Simone,

Beharrlich das Kind mit sich rumschleppen und das Gefühl der
Sicherheit vermitteln. Umso schneller ist diese Phase der
Entwicklung vorbei.

wie viele Kinder hast Du groß gezogen?

Ich derer zwei und ich kann Deinem Vorschreiber eigentlich nur zustimmen.

Familientyrannen werden nicht geboren, sondern erzogen. Sobald der Kleine merkt, daß alle springen, wenn er nur lange genug quäkt und schreit, wird er einen Scheißdreck tun und sich ändern.

Gandalf

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Hallo Tom,

ich habe es schon versucht, wenn er unbedingt genommen werden wollte, dass ich mich einfach vor ihn hingesetzt habe, und mit ihm gesungen oder erzählt habe. Ganz ruhig, damit er spürt, dass ich da bin, auch wenn ich ihn nicht nehme. Aber ganz ehrlich: Es hat überhaupt nichts gebracht. Er dreht immer mehr durch, wird richtig zornig, schreit, wenn es sein muss 30 Minuten am Stück. Ich nehme ihn, und es ist, als wäre er abgeschaltet. Er lacht und ist fröhlich. Aber das Schreien halte ich nicht mehr aus. Manchmal höre ich ihn, obwohl er gar nicht schreit. Meinem Mann geht es schon genau so.

Gruß Melanie

Hallo Melanie,
erstmal wünsche ich Dir weiterhin starke Nerven, denn die wirst Du auch in Zukunft bei 2 Kindern immer brauchen.
Da Du schreibst, dass die Kinderärztin eine organische Ursache ausgeschlossen hat, vermute ich mal als Mutter (ebenfalls 2 Kinder) dass der liebe Kleine gerade versucht, die Grenzen auszuloten und zu seinen Gunsten zu verschieben. Die Kleinen machen das unbewußt und meinen es wirklich nicht böse, aber sei mal ehrlich: Wenn er merkt, dass er mit seinem Gebrüll permanent Erfolg hat, warum sollte er sich dann anders artikulieren?

Dass der Filus nicht krabbeln will, ist nicht weiter tragisch. Wie bereits geschrieben: Jedes Kind ist anders. Meine zweite Tochter wollte einfach nicht sitzen, krabbeln fand sie toll, laufen dagegen doof, das kam mit 1 1/4 Jahr, während ihre große Schwester mit 1 Jahr 1 Woche Wettlaufen veranstaltet hat. Junior wird krabbeln und laufen, sobald er körperlich dazu in der Lage ist und es sich selbst zutraut.

Versuche mal, in den Tagesablauf eine ganz klare Struktur mit wiederkehrendem Ablauf zu bringen. Er bekommt Zeitabschnitte, in denen er im Mittelpunkt steht, Zeitabschnitte, in denen er dabei sein darf (leg ihn auf eine Decke, so dass Du ihn/er Dich im Blick hast/hat) und Zeitabschnitte, in denen er mal keine Rolle spielt, wenn Du Dich z. B. mit Deiner Tochter beschäftigst (wie alt ist diese?. Natürlich muß man das langsam aufbauen, aber irgend wann weiß er, jetzt bin ich dran, und jetzt nützt es überhaupt nichts, sich die Kehle wundzubrüllen. Wenn er dann die ersten Fortschritte bezüglich weniger/nicht Brüllen macht, dann natürlich ausgiebig loben.
Die kleinen Wonneproppen können anhand der Stimme genau einordnen, ob sich Mami/Papi freuen.

Beim Zubettgehen ebenfalls ganz feste Rituale: Abendessen, vielleicht noch ein Buch anschauen, eine Geschichte vorlesen, vielleicht ein kleines Schlaflied durch die Spieluhr, und dann ist Nachtruhe. Der Kleine wird nicht sofort davon begeistert sein, aber wenn er auch hier merkt, dass läuft jetzt immer so, dann stellt der Bursche sich darauf ein. Sollte er sich in Extase brüllen, dann ohne Licht einfach nur reingehen, beruhigend auf ihn einreden und dabei über die Nase streicheln (vom Nasenrücken zur Nasenspitze). Das hat zumindest bei meinen Wunder bewirkt.

Wichtig ist die Konsequenz beider Elternteile, damit er Schritt für Schritt erkennt, wer die Regeln bestimmt. Es klingt vielleicht jetzt etwas hart, aber auch bzw. gerade die Kleinen brauchen feste Regeln.

Bis dahin wünsche ich Euch alles, alles Gute und viel Geduld. MfG BM

Hallo

Du musst natürlich nicht alles machen, was dein Sohn will. Aber im Laufstall oder im Hochstuhl abgestellt werden, das braucht er nicht. Lass das am besten ganz weg. Ein Laufstall ist ein kleiner Kinderkäfig, und ein Hochstuhl ist ein sehr kleiner Kinderkäfig.

Einen Laufstall kann man gut dafür gebrauchen, z. B. um zerbrechliche Gegenstände darin abzustellen, die er nicht kaputtmachen soll. Den Hochstuhl braucht man nur zum Essen, wenn man gemeinsam am Tisch sitzt.

Kleine Kinder brauchen ständig jemanden - am besten die Mama - in ihrer Nähe, das ist halt so. Das ist ziemlich anstrengend, aber das Selbstbewusstsein und auch viele andere Dinge und Fähigkeiten entwickeln sich wesentlich besser, wenn man sich dieser Mühe unterzieht. Man kann so ein kleines Kind auch sehr wirkungsvoll fördern, da hat es sein ganzes Leben lang etwas davon.

Das ist doch auch der Grund, weshalb man zu Hause bleibt, wenn man ein kleines Kind hat. Sonst könnte man doch genausogut arbeiten gehen. Man bleibt doch wohl nicht zu Hause, um den Haushalt zu machen.

Den Haushalt kann man auch hinterher gemeinsam mit dem Mann machen. Die Zeiten sind vorbei, wo Frauen niemals Feierabend hatten, und die Männer ab 17:00 Uhr nur noch Bier trinken und Fußball gucken mussten.

Viele Grüße

Gehfrei
Hallo

Sie war dann halt ein paar Wochen im Gehfrei bevor sie gelaufen ist.

Vom Gehfrei wird schon lange sehr dringend abgeraten, von Kinderärzten. Googel mal nach Gehfrei, dann findest du direkt Warnhinweise von Kinderärzten.

Ich hab die Überschrift auch noch mal gelesen und deine Antworten. Es scheint dann also nicht ganz normal zu sein.

Kann es denn sein, dass dein Sohn vor irgendwas Angst hat? Wurde er schon mal für längere Zeit (länger als eine Minute) in ein Zimmer gesperrt, oder hat er ein eigenes Zimmer, in dem er alleine schlafen muss? - Mir kommt es nämlich vor, als habe er einfach Panik, alleine gelassen zu werden, sobald er keinen Körperkontakt mehr zu dir hat.

Könnte das sein?

Viele Grüße

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buchtip
hallo!

bei „unerklärlichen“ wesensänderungen im kleinkind hilft das buch: oje, ich wachse.

http://www.amazon.de/Oje-ich-wachse-Spr%C3%BCngen-En…

das erklärt wunderbar die entwicklungsschritte und WARUM aus dem zuckerkind ein jammerlappen o.ä. wird.

war uns eine große hilfe

tilli

Hallo Melanie,
Christiane hat ihre Sicht der Dinge geschrieben, wollte Dir aber bestimmt nicht zu nahe treten.

Es ist also normal, wenn eine Mutter jeden Tag näher an den
Nervenzusammenbruch rutscht, chronischen Schlafmangel hat und
in vier Wochen acht Kilo abgenommen hat, weil sie oftmals
nicht mal zum essen kommt.Wenn eine fünfjährige sagt, dass sie
jetzt in ihr Zimmer geht und nicht mehr heraus kommt, weil sie
das Geschreie nicht mehr ertragen kann.

Nein, das ist nicht normal.

Ein schrecklicher Ausdruck? Sagen Sie mir einen besseren!
Alle Kinder sind brav, mal mehr mal weniger. Mein Sohn im
Moment eher weniger.

Ich habe das bei meinen beiden immer anders gesehen: Wenn die beiden richtig Radau machten und ich sie hören konnte, war alles in Ordnung. Erst wenn beide ganz leise waren, dann wurde es richtig problematisch. Und wenn nur eins still war, dann war es krank.

Wer redet denn von ablegen? Ich habe Arthrose in beiden
Handgelenken, ihn herumzutragen bereitet mir Schmerzen. Er
bleibt auch nicht in der Wippe, dem Stubenwagen, der
Hängematte oder sonstiges! Ich telefoniere auch nicht mit
meinen Freundinnen um den neusten Klatsch durchzubringen. Es
gibt Telefonate mit Ärzten, Kindergarten oder Behörden, die
einfach nicht warten können.

Von der Arthose konnte keiner etwas wissen, und die Telefonate, die Du führst, mußt Du keinem begründen.

Muß er ja auch nicht. Es gibt kein Gesetz nachdem die Kinder
krabbeln müssen, zumindest nicht im ersten Lebensjahr.

Völlig richtig.

Sie hat drei!

Wieviele oder ob die Kinderärztin eigenen Nachwuchs hat, ist völlig unerheblich. Ihr Job war als erstes festzustellen, ob es organische Ursachen für das Brüllen gibt, dann müßte der Junge medizinisch versorgt werden. Da er körperlich gesund ist (man derzeit nichts feststellen konnte), muß man prüfen, welche weiteren Möglichkeiten für sein Verhalten bestehen.

Für diese Erkenntnis hätte ich mich hier nicht so outen
müssen!

Wenn man Hilfe sucht, muß man sich offenbaren, dass ist richtig und nicht einfach. Aber gerade die unterschiedlichen Sichtweisen der Antwortgeber können zu neuen Lösungsansätzen führen.

Ich bin kein naives dummes Kind.

Das hat keiner behauptet, und ich vermute einfach mal, dass Du aufgrund der extremen Überbeanspruchung derzeit sehr dünnhäutig bist, was nur allzu verständlich ist.

wie von einem kleinen Vampir (oh, welch schrecklicher
Vergleich!) Auch seine große Schwester hat das nicht verdient.
Sie liebt ihn bedingungslos, aber immer öfter leidet auch sie.

Der Vergleich ist schon angezeigt, nach dem was Du schreibst. Und da Du auch schreibst, dass Du Deine Kinder liebst, ist das für mich der Versuch, einen seelischen Notstand in Worte zu fassen, was immer äußerst schwierig ist.
Du hast Recht, dass Du Dir Sorgen wegen Deiner 5jährigen Tochter machst. Denn der Schritt vom liebevollen Schwesterchen zum Trotzkopf, weil auch sie mit der Situation völlig überfordert ist und sich darüber hinaus in dem Alter auch noch nicht richtig artikulieren kann, ist naheliegend.

Eines fällt mir noch spontan ein: Gehst Du mit ihm in eine Mutter-Kind-Gruppe? Auch das wäre einen Versuch wert.

Wie bereits geschrieben, alles Gute wünscht BM

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Hallo,

Kann es denn sein, dass dein Sohn vor irgendwas Angst hat?
Wurde er schon mal für längere Zeit (länger als eine Minute)
in ein Zimmer gesperrt, oder hat er ein eigenes Zimmer, in dem
er alleine schlafen muss? - Mir kommt es nämlich vor, als habe
er einfach Panik, alleine gelassen zu werden, sobald er keinen
Körperkontakt mehr zu dir hat.

Danke, dass du im Vergleich zu einigen anderen Postern (nicht allen!) etwas weiter denkst als nur „hier wird ein Tyrann herangezogen“.
Nein, diese Schreierei ist wohl nicht normal - aber es klingt wie mehr als nur Kopfdurchsetzenwollen.
Das Alter von 10 Monaten ließ mich auf übersteigerte Fremdelphase tippen, aber die UP schreibt „seit etwas vier Monaten“.

Aus verschiedenen Gründen hatten meine Söhne ähnliche Phasen.
Bei Sohn Nr. 2 fiel ein Krankenhausbesuch von einer Woche (bei der er sehr selten allein war, weil ich mehr oder weniger im Krankenhaus einzog - nur mehr oder weniger, weil es da kein „rooming in“ gab) mit der Fremdelphase zusammen. Das war einfach ungünstig und deshalb wohl hatte er viel länger an diesem Erlebnis zu kauen.

Geholfen hat bei mir die Zeit, Geduld und viel Körperkontakt. Und ein Babytragesystem, das mir erlaubte das Kind auf dem Rücken zu tragen und vorne die Hände frei zu haben. Der jüngere der beiden brauchte ja „nur“ Körperkontakt, so konnte ich dem älteren Aufmerksamkeit widmen.

Gruß
Elke

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Mir ist gerade noch ein spontaner Einfall gekommen:
Gerade wenn Du als Mutter so erschöpft bist, käme vielleicht eine Mutter-Kind-Kur genau richtig:
Mutter könnte sich mal erholen, Tochter kann mit anderen Kindern neue Kraft tanken und sich entspannen, und vielleicht wirkt ja bei dem Kleinen ein Ortswechsel Wunder. Zumindest könnten die deutlichen Symptome der Erschöpfung behandelt werden.

MfG BM

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Huhu Melanie,

überleg mal was Du gerade macht? :wink:

Das ist so als wenn Du hier postest, hab ne Plastiktasche für 500 Euro gekauft, findet ihr das teuer? Und es kommt ne Antwort wie „selbst schuld, so’n Ding ist nur 10 Euro wert“ und Du regst Dich beim nächsten Post auf und schreibst, „biste blöd? 500 Euro für ne Plastiktasche mit nem Rohdiamanten drin ist doch ein Schnäppchen!“…

Es ist also normal, wenn eine Mutter jeden Tag näher an den
Nervenzusammenbruch rutscht, chronischen Schlafmangel hat und
in vier Wochen acht Kilo abgenommen hat, weil sie oftmals
nicht mal zum essen kommt.Wenn eine fünfjährige sagt, dass sie
jetzt in ihr Zimmer geht und nicht mehr heraus kommt, weil sie
das Geschreie nicht mehr ertragen kann.

Siehe mein Beispiel oben! Ich hab nicht nur wie bommelmops meinte meine Sicht der Dinge geschrieben (der Titel hätte von mir sein können als meine Tochter 10 Monate war), sondern auf die Beschreibung Deines Kindes reagiert, was mir im Verhalten absolut normal vorkommt. Und 15 Minuten im Laufstall ohne zu murren find ich, wenn Du es erlaubst schon ne ziemlich lange Zeit für ein so kleines Kind.

Von Deiner Gewichtsabnahme und Deinem Nervenzusammenbruch war nirgends die Rede im UP. Chronischer Schlafmangel, ja, das kenn ich. Ich fürchte, das ist auch „normal“.:

Ein schrecklicher Ausdruck? Sagen Sie mir einen besseren!
Alle Kinder sind brav, mal mehr mal weniger. Mein Sohn im
Moment eher weniger.

Hier im Forum duzt man sich.

Der Ausdruck „brav“ erscheint mir mehr als antiquiert. Ein braves Kind war früher ein Kind, das die Erwachsenen so wenig wie möglich belästigt hat. Sprich man konnte den Haushalt nebenher machen, ruhige Telefonate führen etc. Und ja, der Ausdruck pflegeleicht ist auch unpassend, hätte ihn in Anführungszeichen schreiben sollen. :wink:

Wer redet denn von ablegen? Ich habe Arthrose in beiden
Handgelenken, ihn herumzutragen bereitet mir Schmerzen. Er
bleibt auch nicht in der Wippe, dem Stubenwagen, der
Hängematte oder sonstiges! Ich telefoniere auch nicht mit
meinen Freundinnen um den neusten Klatsch durchzubringen. Es
gibt Telefonate mit Ärzten, Kindergarten oder Behörden, die
einfach nicht warten können.

Das stand nicht im UP und gehört m. E. auch nicht hierher. Zu der Arthrose können Fachleute im Medizinbrett bestimmt mehr zu sagen. Und ob ein Kind „brav“ ist beim Telefonieren oder nicht hab garantiert nichts damit zu tun mit wem man telefoniert und ob das Gespräch wichtig ist oder nicht. Übrigens rate ich gerade wenn die Nerven am zerreißen sind zu Telefonaten mit Freundinnen meinetwegen auch um den neuesten Klatsch zu besprechen. Das tut manchmal gut und führt ein bißchen in eine andere Welt. :wink:

Sie war dann halt ein paar
Wochen im Gehfrei …

Gehfrei? Oh je… :frowning:((

Ich vermute mal, sie hat keine Kinder. :wink:

Sie hat drei!

Von einer Kinderärztin erwarte ich daß sie die Mutter beruhigt, wenn organisch alles in Ordnung ist, in der Hinsicht, daß sie der Mutter klar macht, daß alles was Du geschildert hast bei einem 10 Monate altem Kind völlig normal ist und daß im allg. nach einer anstrengenden Phase auch wieder eine weniger anstrengende Phase kommen wird. (Deshalb meine zugegeben etwas polemische Frage nach den Kinder)

Für diese Erkenntnis hätte ich mich hier nicht so outen
müssen!

Im Ursprungsposting war nichts von einem Outing zu lesen, lediglich die Schilderung von einem völlig normalen 10 Mon. altem Kind. Und wenn ich jemanden etwas Gutes wünsche, dann passiert das freiwillig, die Wünsche muß niemand annehmen. :wink:

Lesen Sie doch noch mal meine Überschrift

Genau deswegen hab ich geantwortet. Ich hab an mich selbst in der Phase gedacht. Bei mir kam einfach alles zusammen und ich hatte keinerlei Unterstützung.

Ich bin kein naives dummes Kind. Ich bin eine Frau mit 35
Jahren, die sich gut überlegt hat, welche Veränderungen ein
zweites Kind mit sich bringt.

Darum ging es nicht im UP.

Ich bin froh und dankbar, dass
mein Junge gesund ist, aber ich wüsste auch keinen Grund,
warum ich mir meine Kraft und Energie von ihm aussaugen lassen
sollte, wie von einem kleinen Vampir (oh, welch schrecklicher
Vergleich!) Auch seine große Schwester hat das nicht verdient.
Sie liebt ihn bedingungslos, aber immer öfter leidet auch sie.

Auch wenn man gerade auf 180 ist muß man hier nicht so schnippisch sein. Wenn ich von mir selbst ausginge, dann müßt ich hier manchmal ständig um mich schlagen… Nur, was können die anderen dafür?

Gruß,
Christiane

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Hallo,

Es ist also normal, wenn eine Mutter jeden Tag näher an den
Nervenzusammenbruch rutscht, chronischen Schlafmangel hat und
in vier Wochen acht Kilo abgenommen hat, weil sie oftmals
nicht mal zum essen kommt.

Ja… und spätestens wenn sie aus dem Haus sind…hast du deine Ruhe und fragst dich…was du mit deiner Zeit anstellen sollst,…

Wenn eine fünfjährige sagt, dass sie
jetzt in ihr Zimmer geht und nicht mehr heraus kommt, weil sie
das Geschreie nicht mehr ertragen kann.

Wow… die hat dich aber auch schon im Griff… Mama mal eben schlechtes Gewissen einreden…

Ernsthaft…: Ich habs hinter mir… (im moment sitzt der kurze unten und schmollt, weil ich mir meine fünf minuten genehmige)… Aber du musst lernen… dich von deinen Kindern zu emanzipieren… Was nützt es ihnen, wenn du auf Brustwarzen rumkriechst…und zu nix mehr zu gebrauchen bist…

Tür auf, Kind ins Zimmer, Tür zu und Ohropax rein… Es ist hart…, aber auch du wirst irgendwann die Stille und die Liebe deines Kindes geniessen können…

das K

(zwei von der Sorte…, Mutterliebe verteilt bis zum Nervenzusammenbruch… und irgendwann doch erwachsen geworden)

Moin!

wie viele Kinder hast Du groß gezogen?

Was tut das zur Sache?

Familientyrannen werden nicht geboren, sondern erzogen. Sobald
der Kleine merkt, daß alle springen, wenn er nur lange genug
quäkt und schreit, wird er einen Scheißdreck tun und sich
ändern.

Das Kind ist 10 Monate alt und verhält sich völlig normal, gesund und altersgerecht. Was gibt es da bitte zu ändern?
Die Mutter hat ein (nachvollziehbares) Problem. Hilfe dafür:

  1. Entlastung
  2. Information/Wissen
  3. Geduld

Mit Grüßen
Simone

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2 Sichtweisen
Hallo!

Nummer 1: Das Kind schreit aus Berechnung, weil es möchte, dass seine Mutter es auf den Arm nimmt. Es erzieht seine Umgebung, wie Du sagst.

Nummer 2: Dem Kind fehlt das Vertrauen, dass seine Mutter wiederkommt. Es schreit aus Angst und weil es nicht allein sein will.

Wäre das Kind 6-8 Monate älter, würde ich zu 1. tendieren, ich glaube, das merkt man dann auch an der Art des Gebrülls. Einem Kind von 1 1/2 Jahren kann man auch mal was (sehr einfach) erklären oder ankündigen. „Ich muss mal ganz kurz weg, komme aber gleich wieder.“ Aber ein fast-noch-Säugling von 10 Monaten denkt meiner Ansicht nach nicht soweit voraus. Es möchte nur unmittelbar seine Bedürfnisse erfüllt haben, wie ich meine: In diesem Alter zu Recht. Später wird der Service abgebaut.

Da das Kind aber erst 10 Monate alt ist, würde ich Nummer 2 als zutreffend betrachten. Und da wäre es fatal, das Kind „mal schreien zu lassen“. Der Schuß ginge schlicht nach hinten los. Die Angst und der Vertrauensverlust würde wachsen, das Problem sich weiter vergrößern. Eine Hebamme sagte mal zu mir:„Ein Kind unter einem Jahr kann man nicht verwöhnen. Ab dem 1. Geburtstag fängt die Erziehung an.“ Als Anhaltspunkt finde ich das ganz brauchbar.

Noch ein Tipp für die Mutter: Strahle Sicherheit aus, in dem, was Du tust (leicht gesagt, gelle :smile: ) Das Kind merkt, wenn Du es sehr ängstlich in den Laufstall setzt und Dir unsicher dabei bist. Diese Unsicherheit vermittelt dem Kind: irgendwas ist nicht in Ordnung. Und es wird noch unzufriedener sein.

Und noch ein paar Monate Geduld und Schlepperei, zur Schonung aller Nerven.

Wenn die Fragestellerin mit den Nerven fertig ist, soll sie sich Hilfe holen, die das Kind mal betreut, damit sie mal rauskommt aus dem Trott und wieder Luft holen kann. Einmal die Woche Minimum.

Schöne Grüße
kernig

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Aber das Schreien
halte ich nicht mehr aus.

Hast du schon versucht, Schallschutzkopfhörer oder so zu verwenden? Das könnte es vielleicht erträglicher machen.
Schöne Grüße