Ich bin am Ende meiner Kräfte!

Hallo Melanie,

vielleicht beruhigt es dich, zu hören, dass mein Sohn (auch 10 Monate) sich praktisch genauso wie deiner verhält. Naja, wir haben keinen Laufstall, aber kurz mal absetzen geht praktisch nur, wenn ich mich dazu setze. 15 Minuten sind da überhaupt nicht drin.
Dass die Situation bei euch zur Zeit so extrem und immer schwieriger wird, liegt vielleicht auch an deiner zunehmenden nervlichen Belastung. Das schreibst du ja im Grunde selbst. Kinder reagieren doch schließlich auch auf die Gefühlslage ihrer Eltern.

Was meine Nerven zusammen hält ist die Elternzeit meines Mannes. Ich kann eben kurz telefonieren, mich ausruhen, auf Toilette gehen, Haushaltsdinge machen, gerade weil mein Mann da ist, um in dieser Zeit das Kind zu nehmen. Mein Mann hat 9 Monate Elternzeit genommen, daher bin ich ziemlich entlastet, aber am Ende der ersten 5 Monate, die ich Elternzeit hatte, war ich genauso ein nervliches Wrack wie du jetzt. (Ehrlich, ich habe praktisch jeden Tag geweint.)

Also, zusammenfassend denke ich, dass das Verhalten deines Sohnes ursprünglich halt anstrengend, aber durchaus normal war, sich im Laufe der Zeit aber doch negativ („unnormal“) entwickelt hat. Nicht krankhaft, aber eben schwierig.
Möglicherweise hat es dich aber krank gemacht, wie sehr, will ich nicht beurteilen. Aber vielleicht wäre ein Arztbesuch (deinetwegen!) angebracht, und anschließend evtl. tatsächlich eine Mutter-Kind-Kur von nöten. Ich denke, dass du dringend Entlastung brauchst. (Denkst du sicherlich auch :wink: )

Ganz liebe Grüße,
Larymin

P:S:: Ganz banaler Tipp: Versuch doch mal einen Tragesack. Die gibt es auch für ältere und schwerere Kinder. Falls er darin sitzt und zufrieden ist, schaffst du wenigstens den Haushalt und das Telefonieren. Hilft aber natürlich nicht beim Ausgangsproblem.

Das Kind ist 10 Monate alt und verhält sich völlig normal,
gesund und altersgerecht.

Hallo Simone,

ich glaube nicht das es altersgerecht ist wie du es nennst wenn die Mutter nicht mal eben schnell…… bestimmte Dinge erledigen kann und als einzige Bezugsperson von dem Kind akzeptiert wird. Falls dem so sein sollte würden meine Kinder nicht normal aufgewachsen sein.

Man muss ein Kind auch ein Stückweit an bestimmte Abläufe gewöhnen und dazu gehört auch das der Vater das Kind zu Bett bringt, etc, etc.

Mütter die meinen es geht nur um Sie und ihren Arm – das Kind könnte ohne ja nicht überleben, würde gequält etc, schreiben Jahre später hier im Forum unter der Überschrift „Was hab ich bloß falsch gemacht“.

Ohne jetzt nur schwarz oder weiß zu akzeptieren, sicherlich ist der Mix wichtig aber so ganz unkommentiert wollte ich deine Sicht der Übermutter nicht stehen lassen :wink:

Viele Grüße
Me

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Moin!

wie viele Kinder hast Du groß gezogen?

Was tut das zur Sache?

äähm.

mit fünf kindern hier und einer reihe von kinderlosen jahren davor wage ich zu behaupten: es tut eine ganze menge zur sache.

so viel, dass man diese frage kaum hier beantworten kann…

tilli

Jeder macht sich so seine Gedanken
Hallo,

natürlich haben wir uns auch schon den Kopf darüber zerbrochen, welche Ursachen dieses Verhalten haben könnte. Aber ehrlich gesagt, wird man dabei nicht mehr fertig.

Mein Sohn schläft von Anfang an in seinem eigenen Zimmer in seinem eigenem Bett. Das hat auch über ein halbes Jahr problemlos geklappt. Seit er acht Wochen alt ist, schläft er durch. Die Tür bleibt immer einen großen Spalt breit geöffnet.
Wir haben ein festes Abendritual: Zuerst ist er bei uns in der Küche, kaut ein bißchen Brot oder Zwieback bei uns am Tisch, dann wird er für´s Bett fertig gemacht, dann gibt´s die Flasche und danach eine runde Schmusen mit Gutenachtlied und dann wird er ins Bett gelegt.

Ich war mit ihm beim Babyschimmen mit anschließender Babymassage, was ihm sehr gut getan hat. Die Massagen habe ich zuhause immer weiter geführt, mit gutem Öl und entspannender Musik. Nur wir beide. Ich singe viel und lese ihm auch vor und unterhalte mich fast ständig mit ihm, damit er weiss, dass er nicht alleine ist.

Als wir neulich auf einem Familienfest waren, hat er mit jedem gelacht, viele Verwandte hatten ihn auf dem Arm und er fand es toll. Jeder war begeistert von unserem „braven“ Kind. Er hat nicht im entferntesten gefremdelt oder dergleichen.

Natürlich, fallen jedem der meine Geschichte liest irgendwas auf, was er kritisieren kann (eigenes Zimmer, die Tochter war im Gehfrei, ich trage ihn ständig herum, damit er das Schreien aufhört u.s.w.), aber die tatsächliche Ursache, kann mir keiner sagen, wie auch!
Ich hatte schon viele Stunden in denen ich ihn auf dem Arm hatte Zeit darüber nachzudenken, was los ist. Ich komme nicht dahinter.
Ich wünsche mir nur einen guten Rat, vielleicht ein bißchen Verständnis. Vorwürfe sind im Moment schwer zu ertragen.
Wenn mir jemand sagen würde, das hört auf, wenn er läuft, dann werde ich ihn halt so lange noch rumschleppen, aber eine Freundin hat mir neulich erzählt, dass das bei Ihrer Tochter erst aufhörte, als sie in den Kindergarten kam. Also mit drei!

So was macht mir Angst.

Gruß
Melanie

Hallo Melanie,

wende Dich doch dringend an eine Familienberatungsstelle, bevor Du mit Deinen Kräften ganz am Ende bist, hier kann Dir wirklich geholfen werden:

http://www.bke.de/virtual/ratsuchende/beratungsstell…

Gruß Motorradmieze

Ich bin hier über einige Beiträge doch sehr verwundert. Das, was hier als Verhalten beschrieben wird, halte ich nicht „normal“ für ein 10 Monate altes Kind. (Den Begriff „normal“ mit allem Vorbehalt benutzt!). Eine Mutter eines 10-Monate alten Kindes muss sehr wohl in der Lage sein können:

  • den Frühstückstisch abzuräumen, ohne, dass der Spross (der sich im gleichen Raum befindet, also die Mutter sehen kann!) den Punk macht
  • zu telefonieren, ohne den Jungen auf dem Arm zu haben
  • sich mal eine Weile mit der Tochter zu beschäftigen (denn Hallo! hier gilt es 2 Kindern gerecht zu werden!)
  • einfach auch mal eine kurze Auszeit nehmen zu können!

Ich bin jedenfalls von der Beschreibung sehr erschrocken, weil in meinen Augen da schon einiges ziemlich in die falsche Richtung gegangen ist. Und ich bin sehr wohl der Auffassung, dass ein 10-Monate altes Kind sehr wohl schon „reif“ genug ist zu begreifen, was es heißt im Mittelpunkt zu stehen, dass das toll ist und dass es natürlich erstrebenswert ist, diesen Zustand dauerhaft zu haben - dass man ihm aber sehr wohl auch beibringen kann, dass es noch andere Dinge und vor allem Menschen zwischen Himmel und Erde gibt.

Was ich in dem Fall empfehlen würde: Erst einmal ein deutlicher Schnitt. So wie ich das der Beschreibung sehe, kriechst du, Melanie, schon derart auf dem Zahnfleisch, dass dein Zustand nicht nur für dich, sondern damit auch für das Kind schädlich wird (wenn nicht sogar schon ist!). Fahr mal ein Wochenende weg. Irgendwohin, wo du Kraft tanken kannst und Ruhe hast. Vielleicht mit deiner Tochter. Und dein Mann muss dann halt noch ein Mal die Zähne zusammen beißen. Und wenn dir ein ganzes WE zu viel ist, dann wenigstens mal ein Tag. Vielleicht gibt es auch eine Freundin, Oma, was auch immer, der mal den Blitzableiter so lange spielen kann. Das würde ich vielleicht schon aus dem Grund mal ausprobieren, um zu gucken, ob sich der Terrorkrümel auch so verhält, wenn die ganze Familie wirklich weg ist… (ich würde fast darauf wetten, dass spätestens nach 1 Stunde das Theater vorbei ist…)

Und dann würde ich ganz konsequent sein. Das hier schon angesprochene Gerüst, die Routinen helfen dabei: Nach dem Frühstück setzt du den Jungen auf den Küchenboden und räumst ab. Und tackerst dir innerlich das Wort NEIN auf die Stirn. Und dann soll er brüllen. Keine Zuwendung in der Zeit. Kein Unterbrechen der Arbeit. Kurz rumdrehen, deutlich „Nein“ sagen und weitermachen! Wenn du fertig bist, dann gibt es Aufmerksamkeit. Möglichst erst dann, wenn er sich beruhigt hat (irgendwann muss auch ein Schreihals mal Luft holen :wink:). Die Ruhephase wird dann „belohnt“ durch besondere Aufmerksamkeit.

Das ganze Spiel wiederholst du über den Tag mit anderen Situationen. Wobei du die Nummer mit Hochstuhl und Laufstall vielleicht mal weglässt, weil das im Zweifel schon negativ besetzt ist. Die erste Stufe ist, dich innerhalb eines Raumes von ihm zu distanzieren. Kopfhörer ist vielleicht wirklich eine gute Idee. Du kannst sie aufsetzen, hörst ihn nicht mehr so laut, kannst aber im Raum bleiben und er sieht dich. Die nächst Stufe ist dann, den Raum zu verlassen.

Und das wirklich mit aller Konsequenz aller Familienmitglieder durchgezogen.

Wobei all diese Vorschläge natürlich darauf basieren, dass die organische Seite wirklich geklärt ist.

LG Petra

Huhu Melanie,

überleg mal was Du gerade macht? :wink:

Das ist so als wenn Du hier postest, hab ne Plastiktasche für
500 Euro gekauft, findet ihr das teuer? Und es kommt ne
Antwort wie „selbst schuld, so’n Ding ist nur 10 Euro wert“
und Du regst Dich beim nächsten Post auf und schreibst, „biste
blöd? 500 Euro für ne Plastiktasche mit nem Rohdiamanten drin
ist doch ein Schnäppchen!“…

Ich habe geschrieben: Ich bin am Ende meiner Kräfte.

Jemand der das schreibt, ist verzweifelt, braucht einen Rat, sucht Verständnis (im besten Fall, auch ohne, dass er jedes Detail im vorneherein geklärt hat. Vieles ergibt sich ja auch aus dem Gespräch.)Glauben Sie, dass Sie mir davon irgendetwas gegeben haben?

Sie haben mir ja auch erst im zweiten Anlauf davon erzählt, dass es Ihnen wohl ähnlich ging.
Ehrlich gesagt habe ich bei der Art, wie Sie die Sache sehen, vielmehr geglaubt, dass Sie keine Ahnung haben, wovon ich eigenlich rede.

Und 15 Minuten im Laufstall ohne zu
murren find ich, wenn Du es erlaubst schon ne ziemlich lange
Zeit für ein so kleines Kind.

Der Laufstall ist ein Beispiel, ich setze ihn bei mir auf´s Bett, setze ihn im Stubenwagen bei mir in die Küche oder in die Wippe, Hängematte oder auf die Krabbeldecke auf den Boden. Mitunter schreit er auch im Kinderwagen beim Spazierengehen (z.B. einmal so sehr, dass er sich ständig übergeben musste, so dass ich meinen Mann angerufen haben, dass er ihn mit dem Auto abholt. Sobald er im Maxi Cosi saß, hat er frech gegrinst und keine Träne mehr vergossen, bis er zuhause war. Dass er mir aus dem Auto nicht noch den Stinkefinger gezeigt hat, war eins gewesen…)

Von Deiner Gewichtsabnahme und Deinem Nervenzusammenbruch war
nirgends die Rede im UP. Chronischer Schlafmangel, ja, das
kenn ich. Ich fürchte, das ist auch „normal“.:

Nochmal: Ich bin am Ende meiner Kräfte sagt doch einiges aus, oder?

Hier im Forum duzt man sich.

Ist das wesentlich?

Der Ausdruck „brav“ erscheint mir mehr als antiquiert. Ein
braves Kind war früher ein Kind, das die Erwachsenen so wenig
wie möglich belästigt hat. Sprich man konnte den Haushalt
nebenher machen, ruhige Telefonate führen etc. Und ja, der
Ausdruck pflegeleicht ist auch unpassend, hätte ihn in
Anführungszeichen schreiben sollen. :wink:

Okay, wie sagt man dann dazu?

Wer redet denn von ablegen? Ich habe Arthrose in beiden
Handgelenken, ihn herumzutragen bereitet mir Schmerzen. Er
bleibt auch nicht in der Wippe, dem Stubenwagen, der
Hängematte oder sonstiges! Ich telefoniere auch nicht mit
meinen Freundinnen um den neusten Klatsch durchzubringen. Es
gibt Telefonate mit Ärzten, Kindergarten oder Behörden, die
einfach nicht warten können.

Das stand nicht im UP und gehört m. E. auch nicht hierher. Zu
der Arthrose können Fachleute im Medizinbrett bestimmt mehr zu
sagen.

Was soll ich dazu sagen? Die Arthrose ist nicht mein Problem, damit habe ich gelernt zu leben. Ein fast 10 Kilo schweres Kleinkind, dass am liebsten zwölf Stunden am Tage getragen werden würde, das ist mein Problem. Hilfe, nein, nicht das Kind. Das Tragen!

Übrigens rate ich
gerade wenn die Nerven am zerreißen sind zu Telefonaten mit
Freundinnen meinetwegen auch um den neuesten Klatsch zu
besprechen. Das tut manchmal gut und führt ein bißchen in eine
andere Welt. :wink:

Wie ich ja bereits beschrieben habe, werde ich aus dieser Welt ganz schnell zurück geholt, denn mit Babygeschreie im Hintergrund telefoniert sich´s nun mal nicht gut, egal mit wem.

Einmal die Woche habe ich mich mit anderen Müttern früh zum Kaffee getroffen. Das habe ich jetzt eingestellt. Mein Sohn mag es nicht, wenn ich mich hinsetze und mit anderen rede, ohne ihn auf dem Arm zu tragen. Sein Geschrei hat nur zu oft die anderen Kinder angesteckt.
Jede Mama hat ihn dann mal genommen, damit ich meinen Kaffee trinken kann. Aber das war mir echt arg. Die anderen Babies waren doch auch am spielen oder waren einfach so mit am Tisch gesessen. Soviel zum Thema „normal“.

Gehfrei? Oh je… :frowning:((

War das nötig? Was hat das gebracht?

Von einer Kinderärztin erwarte ich daß sie die Mutter
beruhigt, wenn organisch alles in Ordnung ist, in der
Hinsicht, daß sie der Mutter klar macht, daß alles was Du
geschildert hast bei einem 10 Monate altem Kind völlig normal
ist und daß im allg. nach einer anstrengenden Phase auch
wieder eine weniger anstrengende Phase kommen wird. (Deshalb
meine zugegeben etwas polemische Frage nach den Kinder)

Wieso soll sie sagen, dass es normal ist, wenn sie es genauso wie ich und viele andere auch nicht normal findet.

Im Ursprungsposting war nichts von einem Outing zu lesen,
lediglich die Schilderung von einem völlig normalen 10 Mon.
altem Kind. Und wenn ich jemanden etwas Gutes wünsche, dann
passiert das freiwillig, die Wünsche muß niemand annehmen. :wink:

Wo genau wünschen Sie mir etwas Gutes. Tut mir leid, wenn ich etwas übersensibel reagiere, aber aus Ihrem Schreiben lese ich nur heraus: Das geht Millionen anderen genauso. Also stell Dich nicht so an.
Sicher geht es anderen auch so, mit Sicherheit noch viel schlimmer. Aber hier wende ich mich ja mit m e i n e m Problem an alle die sich dafür interessieren und mir vielleicht sogar helfen können.
Mag sein, dass andere in meiner Situation viel cooler reagieren würden, aber ich bin halt echt überfordert. Gerechtfertigt oder nicht, es geht mir nicht gut und deshalb suche ich Hilfe in alle Richtungen.

Genau deswegen hab ich geantwortet. Ich hab an mich selbst in
der Phase gedacht. Bei mir kam einfach alles zusammen und ich
hatte keinerlei Unterstützung.

Dann wissen Sie doch, dass ein „da musst Du durch“ keine wirkliche Hilfe ist.

Ich bin froh und dankbar, dass
mein Junge gesund ist, aber ich wüsste auch keinen Grund,
warum ich mir meine Kraft und Energie von ihm aussaugen lassen
sollte, wie von einem kleinen Vampir (oh, welch schrecklicher
Vergleich!) Auch seine große Schwester hat das nicht verdient.
Sie liebt ihn bedingungslos, aber immer öfter leidet auch sie.

Auch wenn man gerade auf 180 ist muß man hier nicht so
schnippisch sein. Wenn ich von mir selbst ausginge, dann müßt
ich hier manchmal ständig um mich schlagen… Nur, was können
die anderen dafür?

Was um Himmels Willen ist denn daran schnippisch???

Gruß,

Melanie

Liebe Petra,

ich danke Dir tausend mal für diese tolle Antwort, Dein Verständnis und die Tipps.

Tatsächlich werde ich Anfang April mit meiner Tochter drei Tage weg fahren, damit ich mal wieder richtig viel Zeit mit ihr alleine verbringen kann. Mein Mann wird sich um unseren Sohn kümmern.

Ich hatte deswegen schon ein schlechtes Gewissen, aber viele nahestehende haben mir zu diesem Schritt geraten. Ich finde es einfach toll, das nun auch ein aussenstehender diesen Plan befürwortet.

Danke, Danke, Danke!

Gruß Melanie

Hallo,

vielen Dank für den Tipp!

Gruß Melanie

Hallo,

das mit dem Trageteil habe ich mir auch schon überlegt. Hatte das allerdings schon mal bei meiner Tochter ausprobiert (einfach nur weil ich dachte, es wäre gut für sie), bin aber leider nicht damit zurecht gekommen. Irgendwie waren meine Arme zu kurz, oder so.

Ausserdem finde ich Deine Definition sehr schön, wohl normal, aber schwierig. Das trifft es sehr gut.

Ich wünsche auch Dir viel Kraft und danke Dir für Deine Antwort.

Gruß
Melanie

hi melanie,

Ich hatte deswegen schon ein schlechtes Gewissen, aber viele
nahestehende haben mir zu diesem Schritt geraten. Ich finde es
einfach toll, das nun auch ein aussenstehender diesen Plan
befürwortet.

ich denke, es ist immer gut, wenn die mutter auch mal an sich denkt, frau und freundin ist und einfach mal allein.
das gibt kraft für den wahnsinn familie.

lg
tilli

Hi Melanie,

dass Du sein Geschrei nicht aushältst, kalkuliert der kleine „Terrorist“ eiskalt und zeigt dabei natürlich Durchhaltevermögen, was ja bisher auch stets zum gewünschten Erfolg geführt hat (Du trainierst ihn quasi und schenkst ihm Erfolgserlebnisse: Wenn ich lange genug schreie, kriege ich was ich will - das mache ich jetzt immer so!).

Ihr habt Rollentausch: Der kleine Mann erzieht Euch, aber es sollte umgekehrt sein.

Wenn Ihr es in der Wohnung nicht aushaltet, macht einen Spaziergang, ggf. einen langen. Letztlich müsst Ihr Euch vor dem kleinen Kerl „schützen“, denn sonst kommt Ihr ganz schnell ans Gängelband des Tyrannen und (glaube mir) der nutzt das erbarmungslos aus, auch wenn Du dabei auf dem Zahnfleisch gehst . . .

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Schreibaby
Google das mal rum.

LG

Gitta

Hallo Melanie,

ich fand die Rückentrage bzw. ein Tuch (Dydimos o.ä.), um den Kleinen auf den Rücken zu tragen, eine gute Idee von eclastic. Dann hättest du die Hände frei und die Arme entlastet - und könntest deinen Haushalt machen und den Kleinen rumschleppen ohne die Gelenke all zu sehr zu belasten. Es gibt da auch Wickeltuchberaterinnen, die dir zeigen können, wie man das Tuch optimal bindet.

Wenn du müde ist, leg dich hin, kuschel dich mit dem Lütten in euer Familienbett (das habe ich mit meiner Tochter ganz lange gemacht - gemeinsamen Mittagsschlaf:smile:)

Ich tippe auch eher auf Unsicherheit bei dem Kleinen, und nicht auf werdender Haustyrann:smile:. Und ich weiß, es ist total blöd zu sagen: „Du musst selbst wieder ruhiger und gelassener werden“ - wenn man schon so mit den Nerven am Ende ist.

Wenn gar nichts hilft: Es gibt in fast allen Städten Schreiambulanzen, lass dir von Leuten helfen, die Erfahrung haben! http://www.schreiambulanz.de/

Hast du gestillt? Stillst du? Hat er vielleicht angefangen zu schreien, als du ihn abgestillt hast? Wäre ja mal ne These…aber hättest du wahrscheinlich erwähnt…:?

Eine Auszeit ist auf jeden Fall genau das richtige! Du reagierst wahrscheinlich jetzt schon beim ersten lauten Piep ganz verzweifelt und genervt - und das merkt er und du wieder uswsuf…ein Teufelskreis und total blöd für euch beide - da ist drei Tage Ruhe klasse. Kraft tanken! Endlich Ruhe! und mach das ab jetzt mindestens einmal die Woche! Alleine - mit einer Freundin ins Kino gehen, ins Café, Abendshopping, Kosmetikerin…! Soll dein Mann sich mal dem Problem „Kinder ins Bett bringen“ stellen. Irgendwann machen das die Jungs (und das Mädchen) schon. Punkt. Er und deine Kinder brauchen eine fitte Mama, die glücklich ist.

Lass den doofen Haushalt - und wenn’s finanziell drin ist, besorg die ne Putzfrau, oder lass es halt mal unordentlich sein. Es gibt mittlerweile auch ganz genießbare Convenienceprodukte, wenn’s mal nicht klappt mit dem kochen…und dein Mann darf auch mal ran, ja? Wenn du den Lütten ins Bett bringst, kann er in der Zeit mal tun, was im Haushalt zu tun ist. Ich vermute mal (auch wieder nur eine These), dass du gerade an deinem eigenen Perfektionismus (tolle Mama für die Tochter, tolle Mama für das Babys, tolle Ehefrau, tolle Hausfrau…) zerbrichst. Du stehst am Rande eines Nervenzusammenbruchs und brauchst sofort eine Auszeit! Da ist auch gar nicht der Kleine „schuld“ - sondern die ganze Situation ist dir über den Kopf gewachsen…wer hilft dir? Könnte dir mehr helfen?

Liebe Grüße + viel Kraft,

Barbara

kirche im dorf

der kleine „Terrorist“ eiskalt und zeigt dabei natürlich
Durchhaltevermögen,

Erfolg geführt hat (Du trainierst ihn quasi und schenkst ihm
Erfolgserlebnisse: Wenn ich lange genug schreie, kriege ich
was ich will - das mache ich jetzt immer so!).

Der kleine Mann erzieht Euch, aber es
sollte umgekehrt sein.

dem kleinen Kerl „schützen“,

ans Gängelband des Tyrannen und (glaube mir)
der nutzt das erbarmungslos aus,

auch wenn Du dabei auf dem Zahnfleisch gehst . . .

hallo melanie.

ich lese hier schon eine weile mit und denke, es ist vielleicht von vorteil, profis aufzusuchen.

eine familie ist ein system, in dem sich die mitglieder aufeinander beziehen. ob sie wollen oder nicht.
oben zitierter beitrag zeigt, dass die debatte hier in die falsche richtung läuft.
das kind ist 10 monate alt und spiegelt eher, was im familiensystem nicht grade läuft. er tut das nicht bewußt. und ob DU auf dem zahnfleisch gehst, das kriegt auch der aufgeweckteste 10-monats-wonneproppen nicht mit.

es gibt z.b. systemische familienaufstellungen (nein, nicht unbedingt nach hellinger), die helfen können.

–> awo, diakonie, familienbildung etc.

und nochmals abchecken, ob organisch wirklich NICHTS ist. manchmal rennt man lange, lange, lange der richtigen diagnose nach…

lg tilli

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wellcome

Lass den doofen Haushalt - und wenn’s finanziell drin ist,
besorg die ne Putzfrau, oder lass es halt mal unordentlich
sein.

–> gibt es bei euch das wellcome programm?

http://www.wellcome-online.de/cgi-bin/adframe/index_…

tilli

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Hallo

Doch seit etwa vier Monaten hängen dunkle
Gewitterwolken über unserer Familienidylle. Von heute auf
morgen, ist der kleine Mann zum Terrorkrümel mutiert. Brav ist
er eigentlich nur, wenn man ihn herum trägt oder neben ihm
sitzt und ständig wechselndes Spielzeug reicht. Im Laufstall
oder auf dem Boden hocken, geht maximal 15 Minuten gut und
dann auch nur so lange er mich sieht. Verlasse ich den Raum,
dreht er total durch und beruhigt sich auch nicht, wenn ich
wieder komme und mit ihm rede, sondern erst wenn ich ihn
nehme.

Ich habe mir fast alle Antworten durchgelesen und denke
auch, daß er nicht ohne Grund schreien wird. Vielleicht
hatte er mal in letzter Zeit verstörende Angstzustände
(von denen er sich nicht so leicht erholt) oder er ist
besonders hell und sensibel (empfindlich in der Wahrnehmung)
oder was auch immer. Auf jeden Fall wird er die Zuwendung,
die er verlangt, auch brauchen. Bekommt er sie nicht oder
nicht ausreichend (in der entscheidenden Phase), so wird
dieses „Nichterfülltbekommen“ halt ein grundlegende Teil
seiner „Weltsicht“. Das heisst, glaube ich, „Urvertrauen“
und kann nicht mehr gebildet werden, wenn eine bestimmte
Phase überschritten ist.

Ich meine, es ist ja keine Playstation oder gar ein
Fernseher, was er da verlangt. Nur simplen Körper-
oder Sichtkontakt.

Grüße

CMБ

Hallo Melanie,

kann es sein, dass du keinen Unterschied mehr siehst/spürst wenn
es deinem Sohn schlecht geht?

Mitunter schreit er auch im Kinderwagen beim Spazierengehen
(z.B. einmal so sehr, dass er sich ständig übergeben musste,
so dass ich meinen Mann angerufen haben, dass er ihn mit dem
Auto abholt. Sobald er im Maxi Cosi saß, hat er frech gegrinst
und keine Träne mehr vergossen, bis er zuhause war. Dass er
mir aus dem Auto nicht noch den Stinkefinger gezeigt hat, war
eins gewesen…)

Dein Baby ist nicht dein Feind! Ich habe zwei Kinder und ein Enkelkind, aber mit 10 Monaten grinste noch keines frech.
Ständig übergeben tun die Kleinen sich auch nicht aus Bosheit oder weil sie der Mutter eines auswischen wollen, sondern es drückt sie der Magen, sie vertragen das liegen und schaukeln nicht, es geht ihnen nicht gut!
Wenn er im Auto nicht mehr geweint hat, dann ging es im durch das aufsitzen besser, der Vater war ruhiger und dadurch das Kind auch, er ist aus einer verzweifelten Situation gekommen und hat sich beruhigt.

So fertig wie du bist überträgst du die Unruhe auf dein Kind…nur das kann deine Situation noch nicht verstehen, es reagiert auf dich mit Verunsicherung.
Du kannst mich ruhig angiften weil ich das jetzt schreibe, aber zu einer guten Mutter gehört auch sich so rechtzeitig helfen zu lassen, dass das Kind keinen Schaden nimmt und da ist bei dir schon höchste Zeit.
Also, lasse dir helfen und schau dass du Abstand bekommst.
Gruß
Reny

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Nein, gibt es leider nicht! Wäre was gewesen.

Melanie

Hallo,

dieses „Nichterfülltbekommen“ halt ein grundlegende Teil
seiner „Weltsicht“. Das heisst, glaube ich, „Urvertrauen“
und kann nicht mehr gebildet werden, wenn eine bestimmte
Phase überschritten ist.
Ich meine, es ist ja keine Playstation oder gar ein
Fernseher, was er da verlangt. Nur simplen Körper-
oder Sichtkontakt.

Über quasi 24 Stunden?
Sein Urvertrauen ist vorhanden, sobald ihn seine Mutter auf den Arm nimmt. Egal, wie seine Mutter sich fühlt.

Ihm fehlen m.E. einige „Urgrenzen“, die ihm seine Mutter vermitteln muss. Grenzen der Mutter.

Gruß
Der Franke

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