Huhu Melanie,
überleg mal was Du gerade macht? 
Das ist so als wenn Du hier postest, hab ne Plastiktasche für
500 Euro gekauft, findet ihr das teuer? Und es kommt ne
Antwort wie „selbst schuld, so’n Ding ist nur 10 Euro wert“
und Du regst Dich beim nächsten Post auf und schreibst, „biste
blöd? 500 Euro für ne Plastiktasche mit nem Rohdiamanten drin
ist doch ein Schnäppchen!“…
Ich habe geschrieben: Ich bin am Ende meiner Kräfte.
Jemand der das schreibt, ist verzweifelt, braucht einen Rat, sucht Verständnis (im besten Fall, auch ohne, dass er jedes Detail im vorneherein geklärt hat. Vieles ergibt sich ja auch aus dem Gespräch.)Glauben Sie, dass Sie mir davon irgendetwas gegeben haben?
Sie haben mir ja auch erst im zweiten Anlauf davon erzählt, dass es Ihnen wohl ähnlich ging.
Ehrlich gesagt habe ich bei der Art, wie Sie die Sache sehen, vielmehr geglaubt, dass Sie keine Ahnung haben, wovon ich eigenlich rede.
Und 15 Minuten im Laufstall ohne zu
murren find ich, wenn Du es erlaubst schon ne ziemlich lange
Zeit für ein so kleines Kind.
Der Laufstall ist ein Beispiel, ich setze ihn bei mir auf´s Bett, setze ihn im Stubenwagen bei mir in die Küche oder in die Wippe, Hängematte oder auf die Krabbeldecke auf den Boden. Mitunter schreit er auch im Kinderwagen beim Spazierengehen (z.B. einmal so sehr, dass er sich ständig übergeben musste, so dass ich meinen Mann angerufen haben, dass er ihn mit dem Auto abholt. Sobald er im Maxi Cosi saß, hat er frech gegrinst und keine Träne mehr vergossen, bis er zuhause war. Dass er mir aus dem Auto nicht noch den Stinkefinger gezeigt hat, war eins gewesen…)
Von Deiner Gewichtsabnahme und Deinem Nervenzusammenbruch war
nirgends die Rede im UP. Chronischer Schlafmangel, ja, das
kenn ich. Ich fürchte, das ist auch „normal“.:
Nochmal: Ich bin am Ende meiner Kräfte sagt doch einiges aus, oder?
Hier im Forum duzt man sich.
Ist das wesentlich?
Der Ausdruck „brav“ erscheint mir mehr als antiquiert. Ein
braves Kind war früher ein Kind, das die Erwachsenen so wenig
wie möglich belästigt hat. Sprich man konnte den Haushalt
nebenher machen, ruhige Telefonate führen etc. Und ja, der
Ausdruck pflegeleicht ist auch unpassend, hätte ihn in
Anführungszeichen schreiben sollen. 
Okay, wie sagt man dann dazu?
Wer redet denn von ablegen? Ich habe Arthrose in beiden
Handgelenken, ihn herumzutragen bereitet mir Schmerzen. Er
bleibt auch nicht in der Wippe, dem Stubenwagen, der
Hängematte oder sonstiges! Ich telefoniere auch nicht mit
meinen Freundinnen um den neusten Klatsch durchzubringen. Es
gibt Telefonate mit Ärzten, Kindergarten oder Behörden, die
einfach nicht warten können.
Das stand nicht im UP und gehört m. E. auch nicht hierher. Zu
der Arthrose können Fachleute im Medizinbrett bestimmt mehr zu
sagen.
Was soll ich dazu sagen? Die Arthrose ist nicht mein Problem, damit habe ich gelernt zu leben. Ein fast 10 Kilo schweres Kleinkind, dass am liebsten zwölf Stunden am Tage getragen werden würde, das ist mein Problem. Hilfe, nein, nicht das Kind. Das Tragen!
Übrigens rate ich
gerade wenn die Nerven am zerreißen sind zu Telefonaten mit
Freundinnen meinetwegen auch um den neuesten Klatsch zu
besprechen. Das tut manchmal gut und führt ein bißchen in eine
andere Welt. 
Wie ich ja bereits beschrieben habe, werde ich aus dieser Welt ganz schnell zurück geholt, denn mit Babygeschreie im Hintergrund telefoniert sich´s nun mal nicht gut, egal mit wem.
Einmal die Woche habe ich mich mit anderen Müttern früh zum Kaffee getroffen. Das habe ich jetzt eingestellt. Mein Sohn mag es nicht, wenn ich mich hinsetze und mit anderen rede, ohne ihn auf dem Arm zu tragen. Sein Geschrei hat nur zu oft die anderen Kinder angesteckt.
Jede Mama hat ihn dann mal genommen, damit ich meinen Kaffee trinken kann. Aber das war mir echt arg. Die anderen Babies waren doch auch am spielen oder waren einfach so mit am Tisch gesessen. Soviel zum Thema „normal“.
Gehfrei? Oh je…
((
War das nötig? Was hat das gebracht?
Von einer Kinderärztin erwarte ich daß sie die Mutter
beruhigt, wenn organisch alles in Ordnung ist, in der
Hinsicht, daß sie der Mutter klar macht, daß alles was Du
geschildert hast bei einem 10 Monate altem Kind völlig normal
ist und daß im allg. nach einer anstrengenden Phase auch
wieder eine weniger anstrengende Phase kommen wird. (Deshalb
meine zugegeben etwas polemische Frage nach den Kinder)
Wieso soll sie sagen, dass es normal ist, wenn sie es genauso wie ich und viele andere auch nicht normal findet.
Im Ursprungsposting war nichts von einem Outing zu lesen,
lediglich die Schilderung von einem völlig normalen 10 Mon.
altem Kind. Und wenn ich jemanden etwas Gutes wünsche, dann
passiert das freiwillig, die Wünsche muß niemand annehmen. 
Wo genau wünschen Sie mir etwas Gutes. Tut mir leid, wenn ich etwas übersensibel reagiere, aber aus Ihrem Schreiben lese ich nur heraus: Das geht Millionen anderen genauso. Also stell Dich nicht so an.
Sicher geht es anderen auch so, mit Sicherheit noch viel schlimmer. Aber hier wende ich mich ja mit m e i n e m Problem an alle die sich dafür interessieren und mir vielleicht sogar helfen können.
Mag sein, dass andere in meiner Situation viel cooler reagieren würden, aber ich bin halt echt überfordert. Gerechtfertigt oder nicht, es geht mir nicht gut und deshalb suche ich Hilfe in alle Richtungen.
Genau deswegen hab ich geantwortet. Ich hab an mich selbst in
der Phase gedacht. Bei mir kam einfach alles zusammen und ich
hatte keinerlei Unterstützung.
Dann wissen Sie doch, dass ein „da musst Du durch“ keine wirkliche Hilfe ist.
Ich bin froh und dankbar, dass
mein Junge gesund ist, aber ich wüsste auch keinen Grund,
warum ich mir meine Kraft und Energie von ihm aussaugen lassen
sollte, wie von einem kleinen Vampir (oh, welch schrecklicher
Vergleich!) Auch seine große Schwester hat das nicht verdient.
Sie liebt ihn bedingungslos, aber immer öfter leidet auch sie.
Auch wenn man gerade auf 180 ist muß man hier nicht so
schnippisch sein. Wenn ich von mir selbst ausginge, dann müßt
ich hier manchmal ständig um mich schlagen… Nur, was können
die anderen dafür?
Was um Himmels Willen ist denn daran schnippisch???
Gruß,
Melanie