Hallo Reny,
es spricht sehr für Dich, dass Du mir noch mal geantwortet hast.
Ich muss nicht unbedingt das letzte Wort haben, aber es fällt mir auch schwer etwas unausgesprochen zu lassen (naja, das wird man hier an der ein oder anderen Stelle schon gemerkt haben).
Du liest Vorwürfe wo keine sind und reagierst gereizt, wenn
man bei einem Punkt nachhakt.
Das kann schon sein, ich habe auch schon mehrmals zugegeben, dass ich im Moment sehr sensibel reagiere. Aber dennoch sollte man sich halt auch mal fragen, wie etwas auf den anderen wirkt. Um dir das zu verdeutlichen, das Beispiel mit Staatsanwalt und Angeklagtem. Mag sein, dass dir das fern liegt, aber so kommt es eben bei mir an.
Du hast wenige Situationen so genau beschrieben wie diesen
Spaziergang und da auch mehr deine Empfindungen.
Natürlich meine. Die meines Sohnes wusste ich ja in dem Moment nicht zu deuten. Er hat halt nur gebrüllt, und sorry, ich bleibe dabei, wer erst nach einer halben Stunde im Kiwa das nörgeln und dann das brüllen anfängt, und dann wie auf Knopfdruck innerhalb von Sekunden auf Sonnenschein umschaltet, ohne nochmal zu schluchzen oder wimmern oder sonstiges, dem kann vorher nicht wirklich was gefehlt haben.
Mein erstes Kind - meine Tochter - war ein Schreikind und ich
weiß wie schwer es oft ist
zu unterscheiden, ob es einen besonderen Grund für das
Gebrülle gibt. Ich kann mich an einiges schlechtes Gewissen
erinnern, wenn ich dachte jetzt geht das schon wieder los –
satt
ist sie, gewickelt ist sie, Durst hat sie nicht – und dann ein
Rülpser, oder gar ein Erbrechen kam und dann war sie ruhig.
Naja, dann hattest Du ja den Grund.
Im Moment ist mein Sohn krank, viraler Infekt, genauso wie die Große. Die Nase läuft, die Augen tränen, die Backen knallerot: Ein Bild des Bedauerns. Ich trage ihn in dieser Bauchtrage durch die Gegend lasse mir das T-Shirt vollrotzen, weil er sich jetzt so gut die Nase daran abreiben kann, breche mir fast das Kreuz damit, aber weisst Du was, es ist mir egal. Er ist krank und braucht mich. Dafür bin ich seine Mutter.
Als das mit der Brüllerei vor ca. vier Monaten los ging. Waren wir in heller Aufruhr. Mein Mann rief abends um elf den diensthabenden Arzt an und wollte, dass der kommt. Aber der kam nicht. Mein Mann ist schier ausgerastet. Aber ich wusste warum er nicht kam. Aus dem selben Grund, warum auch ich noch nicht mal den Arzt gerufen hätte: Ein Kind das Schmerzen hat, schreit, das ist klar. Doch es wird nicht mit der Sekunde das Schreien unterlassen, nur weil es auf den Arm genommen wird. Die Nähe der Eltern mögen es beruhigen und die Schmerzen sogar lindern, aber nicht auf Knopfdruck. Auch hier war meine Kinderärztin, die ich mehrmals konsultiert dieser Meinung.
Meine Tochter schrie 1-2 Stunden am Tag, dein Sohn rund um die
Uhr, also muss es für dich noch schwerer sein zu erkennen ob
er jetzt schreit weil ihm was fehlt.
Nein, nein. Er schreit nicht rund um die Uhr. Die Nächte sind echt okay, das will ich hier nicht dramatisieren.
Die Tage sind das schlimme. Aber ich traue mich echt zu behaupten, dass ich schon merke, ob meinem Kind etwas fehlt, oder ob es einfach nur seinen Kopf durchsetzen will. Du darfst nicht vergessen, ich lebe ja mit ihm, sehe seine Mimik, seine Reaktionen, sein Verhalten den ganzen Tag. Und: Ich bin eben seine Mama.
Aber ich kann erkennen, wie sehr dich
die Ratschläge „lasse ihn schreien“
schon beeinflusst haben.
Meinst Du allen Ernstes, dass ich darüber nachdenke, das so umzusetzen? Da hast du aber echt ein gründlich falsches Bild von mir.
Das wird einer der Ratschläge sein, die ich sicher nicht befolgen werde. Aber: Natürlich musste ich ihn schon schreien lassen. Das Nudelwasser ist übergekocht, das Telefon hat geklingelt, meine Tochter hat ihr Bett voll gebrochen und musste selbst auch geduscht werden, ich musste mich halt auch mal duschen
und dachte er schläft noch ein paar Minuten, ach die Liste ist endlos. Und in all diesen Situationen war es dem kleinen Mann nicht recht etwa 40 cm von mir entfernt zu sitzen und abzuwarten, bis Mama ihm wieder ihre ungeteilte Aufmerksamkeit schenkt. Das kann es doch nicht sein, Mensch!
Der Reflex einer Mutter ist eher Kind
hoch wenn es erbricht.
Du hackst aber auch auf dieser Geschichte herum. Ich hatte seinen Kiwa in Sitzposition gebracht, erhat mehr gespuckt als gebrochen, vor lauter Schreierei (ja ich weiss, ich habe von gebrochen geschrieben, mein Fehler)
Das war doch nicht der einzige Ausflug im Kiwa wo er so ausgerastet ist, auch wenn er meistens brav ist dort, aber das hat er doch schon mehrmals gebracht, ich habe nur diese Geschichte erwähnt, weil ich damals so verzweifelt war, dass ich eben meinen Mann angerufen habe und ihm sagte er solle ihn abholen, es würde nicht mehr gehen.
Nach dem was ich von dir gelesen habe ist deine
Grundeinstellung auch gewesen: Kind schreit – Kind wird
beachtet und hochgenommen. (ich meine damit jetzt nicht bei
jedem Pupser)
Er wird auch beachtet wenn er nicht schreit, und ehrlich gesagt, dann noch viel lieber.
Und jetzt in deiner Verzweiflung das:
Nein ich habe ihn nicht heraus genommen. Es war sehr kalt an diesem Tag und er war in :seinem Wagen in einen warmen Fusssack gepackt. Ich habe versucht ihn mit Spielsachen und :gutem Zureden zu beruhigen. Das hat streckenweise auch geklappt, aber halt nur :streckenweise.
Vielleicht hat ihn doch etwas gedrückt?
Vielleicht hatte er aber auch nur eine Scheiß-Laune (sorry, aber es ist doch echt so)
Wenn er geschrieen und sich übergeben hat weil er raus und
getragen werden wollte, dann
hätte er zu schreien aufgehört wenn du ihn raus nimmst. Wenn
er weiter geschrieen und erbrochen hätte, dann müsste es einen
anderen Grund gegeben haben. Darum meine Frage.
Der fährt sicher gerne Auto. 
Ja, das tut er. Aber meistens auch gerne Kinderwagen. Oftmals schläft er dort auch ein.
Das würde auch dafür sprechen, dass er nicht nur getragen
werden wollte, sondern ihm was anderes fehlte.
Finde ich nicht.
Aber vom Kinderwagen bis zum Maxi Cosi wurde er hochgenommen?
Na logisch, wie hätte er sonst in den Maxi Cosi kommen sollen. Das war eine Sekundenaktion, wie gesagt es war kalt.
Aber sein Zustand hat sich dadurch so weit verbessert, dass
er – obwohl er nicht gerne liegt – nicht mehr geschrieen hat?
Von einer Sekunde auf die nächste? Ich weiss nicht, ich weiss nicht.
Wer sagt denn, dass er nicht gerne liegt?
Das ist ein Kreislauf, meist ohne bewussten Anfang.
Da wirst Du wohl Recht haben.
Den Anfang wirst du schwer finden, aber den Kreislauf
unterbrechen ist deine Aufgabe.
Daran arbeiten wir gerade.
Das möchtest du ja auch, das sieht man an diesem Thread.
Jo!
weil ich ja so eine schlechte Mutter bin.
Ich habe nicht gesagt, dass du eine schlechte Mutter bist. Ich
bin auch nicht dieser Meinung.
Das wäre auch nicht gerechtfertigt.
Ich habe geschrieben:
aber zu einer guten Mutter gehört auch sich so rechtzeitig helfen zu lassen,
Ich habe das Wörtchen „auch“ jetzt fett gemacht, vielleicht
liest es sich für dich jetzt anders.
Liest sich nicht besser und macht auch nicht mehr Sinn, Du siehst ja, dass ich Hilfe in alle Richtungen suche. Heute habe ich mich nach Osteopathen umgehorcht, weil ich diesen Tipp auch mehrmals erhalten habe. Morgen ist der Kinderarzttermin und eine Schreiambulanz (blödes Wort, aber ich hab´s mir nicht ausgedacht) habe ich auch schon kontaktiert. Ich habe eine neue Matratze für´s Babybett gekauft und zerbreche mir zusammen mit meinem Mann eigentlich rund um die Uhr den Kopf, was man machen kann.
Dir ist sein Bedürfnis nach Nähe zu viel und ihm wird es nur nach anstrengender Brüllerei
gewährt.
Das ist eine pure Unterstellung und Frechheit dazu.
Dabei bleibe ich. Da behauptest du etwas, was so hier nicht von mir geschrieben wurde.
Warum brüllt er dann so viel? Du hast geschrieben du hältst
sein Gebrülle nicht mehr aus, also ist die logische Folge
davon, dass er nicht ständig getragen wird, oder erst dann
wenn es dir zu viel wird.
Natürlich setze ich ihn zwischendurch mal ab, weil ich muss, oder weil ich nicht mehr kann (ich erwähnte auch schon die Arthrose in den Handgelenken, und selbst wenn ich sie nicht hätte). Man kann einfach nicht erwarten, dass ein Kind mehrere Stunden ab Stück getragen wird, nur weil es das gerne so hätte. Du weisst, dass ich auch noch andere Verpflichtungen habe, ja und auch wenn´s nicht so wäre, es kann einfach nicht angehen und ist auch nicht normal, wie ich ja nun auch schon oft genug bestätigt bekommen habe.
Ich habe es schon etwas seltsam gefunden, da du doch einige
Ratschläge in Richtung „lass in doch mal brüllen“ bekommen
hast. Du hast geschrieben, er brüllt so bis auch manchmal
Äderchen in seinen Augen platzen, oder dass du und dein Mann
noch Gebrüll hören auch wenn er gerade nicht schreit. Oder wie
in diesem Teilstück, wo er deiner Meinung nach von dem Gebrüll
sogar erbricht.
Und da gibt es tatsächlich Antworten die dir raten ihn mehr
brüllen zu lassen.
Wie gesagt, das steht nicht zur Debatte.
Hättest Du diesen Thread genau verfolgt, wüsstest Du, dass es ihm wohl überhaupt nicht um :Nähe geht, denn es reicht ihm nicht, auf meinem Schoss zu sitzen oder neben mir im Arm auf dem Sofa oder so.
Gut, dann sagen wir getragene Nähe. Ich habe den Thread
abgespeichert und mehrmals gelesen. Ich wollte irgendeinen
Anhaltspunkt finden um dir helfen zu können. Ein Schreikind
ist dein Sohn meiner Meinung nach nicht, es muss was anderes
sein.
Also bist du doch auch der Meinung, dass es nicht normal ist.
Nein, nicht nach meinen Massstäben. Nach den Bedürfnissen, die eine ganze Familie hat.
Na ja, einige Empfindlichkeiten sind schon deine, das mit der
Bügelfrau z.B. 
Jeder hat so seine Schwachpunkte.
Er ist nicht der einzige der mich braucht. Ich habe auch noch ein Tochter. Wo bleibt Zeit für sie? Nach ihr und ihren Bedürfnissen fragst du nicht.
Ich habe mich nur auf den Teil mit der Ausfahrt bezogen. Deine
Gesamtsituation ist mir schon klar, aber ich habe einen
anstrengenden Job und diese Woche Betriebsratssitzung und
Vorstandssitzung und eine Menge Unterlagen vorzubereiten, dann
zweimal die Woche meinen Enkel über Nacht zu betreuen und
einen Haushalt. Ich denke mehr an dich, als mir gut tut. 
Das ehrt mich sehr. Ich will aber nicht auch noch das Leben anderer durcheinander bringen, es reicht, wenn bei uns das Chaos herrscht.
Falls es Dich noch interessieren sollte, unter Neuigkeiten habe ich :noch wichtige Informationen hinzugefügt.
Habe ich nicht gefunden, sie hätten mich sehr interessiert. Hängen die noch irgendwo?
Ich habe es gelesen und hoffe es ist für dich eine Lösung in
Sicht.
Du sollst aber nicht nur auf den Kinderarzt hoffen, sondern
auch gleich jetzt Anfangen und die Ratschläge derer befolgen,
die dir geraten haben für dich mehr zu tun.
Da seid ihr ja alle mit meinem Mann einer Meinung. Aber es erfüllt mich durchaus, „Familienmangerin“ zu sein, ab und zu ein Kaffee mit den Freundinnen und ein bisschen shoppen oder einfach ein gutes Buch lesen. Meine Familie und diese Dinge reichen mir echt zum glücklich sein. Bis vor vier Monaten war das auch so. Das Leben ist nun mal nicht zuckersüß, Probleme gibt es immer wieder, und schlimmere wie das was ich hier habe auf jeden Fall. Dessen bin ich mir durchaus bewusst, aber es gibt doch auch so viele Dinge, die man nicht ändern kann, so dass es gilt, das was sich ändern lässt, auch anzugehen. Ich finde das tue ich.
Überwinde dich auch wenn du müde bist, so oft als möglich raus
aus dem Haus.
Bist Du ein Kumpel meines Mannes? 
Ich habe viel über das was Du mir hier an den Kopf wirfst nachgedacht, vielleicht magst Du :ja über das was ich geschrieben habe, auch noch mal nachdenken.
Mache ich und wenn mir noch was Gescheites einfällt was dir
nicht schon geschrieben wurde, dann melde ich mich noch mal
bei dir.
Darüber würde ich mich freuen. Danke!
Gruß Melanie