Hallo!
Hallo Iris,
die berühmten Sternchen lassen sich auf die Welt ausserhalb
des Forums - es gibt sie …
- übertragen. An ziemlich
verblasenen, eher mediokren Beiträgen aus meiner Werkstatt
kann ich eine wundersame Sternchenmehrung beobachten, einzelne
gute, aber wenig populäre bleiben ungerühmt.
Es liegt im Wesen jeder seriösen Religionsausübung, dass sie
ihrer Natur nach nicht demokratisch, liberal oder auf
Modedeutsch „konsensfähig“ oder (falsch verstanden) „tolerant“
sein kann. Sie ist regelmäßig begründet auf Sätze der Art „Ich
bin der Ich-bin-da“ oder „Ich bin der Weg, die Wahrheit und
das Leben“ oder „Es ist kein Gott ausser Gott“ - wenn ich mal
die drei im gemeinsamen Haus Mose wohnenden Religionen in
einem Atemzug zitieren darf. Darüber wird nicht abgestimmt, da
gibts keine Mehrheiten.
Mit allen Vor- und Nachteilen.
Ein Dazugekommener oder Nicht Angehöriger kann sich
tendenziell intensiver mit einer Religion beschäftigen und
entsprechend auch bessere Auskünfte geben, als wenn er
„zufällig“ glaubt. Ich, selber nicht gottesgläubig, bin
entsetzt, was von christlicher Seite über eine angebliche
Aufhebung oder „Verbesserung“ des Gesetzes Mose durch Jesus
Christus teilweise erzählt wird. Es fragt sich, ob man hier
der Mehrheit glauben will oder doch besser einfach mal das
Original - mehr oder weniger gut übersetzt - liest.
Also ich finde nicht, dass Jesus das mosaische Gesetz aufhebt, das sagt er
nämlich selbst: „Ihr sollt nicht meinen,dass ich gekommen bin, um das Gesetz
oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, um aufzulösen, sondern um
zu erfüllen.“ (Mt 5, 17 Lutherübersetzung)
Im griechischen Original steht „katalyo“-> losbinden, auflösen, vernichten,
zerstören, verderben und „plero-o“-> vollmachen, anfüllen, erfüllen,
vollbringen.
Außerdem wird es von einigen Exegeten so interpretiert, dass Jesus das Gesetz
nicht aufhebt, sondern verschärft bzw. radikalisiert. Z. B. begeht man schon
Ehebruch, wenn man eine Frau nur ansieht und sie begehrt. In dieser
Radikalisierung aber kann der „normale“ Mensch die Gebote nicht mehr erfüllen.
Das kann nur einer nämlich Jesus, der sie eben „erfüllt“, damit zur Vollendung
bringt und die MEnschheit erlöst und vom Zwang des GEsetzes befreit.
„Das Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht.“ (Röm 7,
18)
„Denn Christus ist das Ende des Gesetzes; wer an ihn galubt, der ist gerecht.“
(Röm 10, 4)
„Christus aber hat uns von dem Fluch des GEsetztes erlöst…“ (Gal 3, 13)
" Zur Freiheit hat uns Christus befreit!" (Gal 5, 1)
Lg, Elisabeth
Ich hatte das Glück, betreffend einige der angeblich erlaubten
Abweichungen des Christentums vom Gesetz der Väter
Erläuterungen von Pinchas Lapide zu hören. Eine reiche
Fundgrube!
Schöne Grüße
MM