Hallo!
Es wurde schon viel geschrieben.
Was noch nicht geschrieben wurde:
Es gibt in vielen Städten eine therapeutische Beratungstelle, die von der Stadt oder einer der Kirchen getragen wird.
Die sind kostenlos und unverbindlich, d.h. deine Eltern erfahren nichts davon. Die schreiben keine Rechnungen. Du müsstest nur ihre Adresse im Internet oder mit dem Telefonbuch ausfindig machen.
Und eine Ausrede finden, warum du ab und an mal für eine Stunde verschwindest.
Auch wenn sie in kirchlicher Trägerschaft sind, verlangen sie nicht, das du dich zu einer Konfession bekennst, oder über deinen Glauben sprichst.
Da arbeiten meist sehr erfahrene gute Therapeuten.
Und, was auch ganz wichtig ist:
Therapeuten sind schwere Geschichten gewöhnt.
Es ist fast egal, was du zu erzählen hast, vermutlich haben sie schon schlimmeres gehört, und gehen darum sehr locker damit um.
Das heißt nicht, das du nicht ernstgenommen wirst, der Therapeut wird nur nicht in eine Schockstarre verfallen und den Krankenwagen rufen.
Wie laufen Therapien ab?
Das ist nicht so dramatisch wie man immer denkt.
Bei therapeutischen Beratungsstellen kriegt man meist ein Eingangsgespräch, dann wird entschieden zu welchem Therapeuten man kommt, oder ob man lieber in eine Gesprächsgruppe geht.
(Je nach Einrichtung kann das unterschiedlich sein.)
Dann erzählt man erstmal dem T., was einen beschäftigt, bzw. warum man da ist.
Nur soweit, wie man ihm vertraut.
Dann sagt er was dazu, bzw. fragt. Dann erzählt man weiter.
Meist geht es einem danach besser, wenn man dem Therapeuten vertraut und lang genug durchhält.
Und, um das mal zu sagen:
Suizidgedanken sind in der Pupertät sehr häufig. Ich will deine nicht kleinreden, und ich nehme das bestimmt sehr ernst, aber du bist nicht alleine mit dem Problem.
D.h. jemand, der häufiger mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, kennt das Problem, und weiss, wie er reagieren sollte.
Ich wünsche dir viel Kraft!
Ph.