Leute wie ich, die nicht an einen Gott glauben bzw. einer Religion zugehören, werden allgemein „Ungläubige“ oder „Atheisten“ genannt. Eine solche Bezeichnung suggeriert allerdings das Fehlen von etwas. Es ist ja nicht so, daß ich ein Mensch bin, dem der Glaube „fehlen“ würde oder „abhanden gekommen“ wäre. Ich bin auch nicht „vom Glauben abgefallen“, als ob „Glaube“ etwas Höheres sei und man von jener Höhe nur „abfallen“ könne.
Gibt es Worte, die das Phänomen positiv auszudrücken imstande wären?
„Atheist“ ist doch da genau das richtige. Menschen die eben nicht an Gott glauben. Ob diese an irgendwas anderes glauben, wird damit gar nicht in Frage gestellt. Aber der Glaube speziell an (einen) Gott fehlt hier ja durchaus.
Aber der Glaube speziell an (einen) Gott fehlt hier ja durchaus.
Nein eben nicht. Du hast es offenbar nicht begriffen. Es FEHLT ja eben NICHTS! Ich könnte mit dem gleichen Recht, mit dem Du behauptest, es fehle etwas, behaupten, den „Gläubigen“ fehle was, z. B. Vernunft, Einsicht, Verstand. ok?
Aber der Glaube speziell an (einen) Gott fehlt hier ja durchaus.
Nein eben nicht. Du hast es offenbar nicht begriffen. Es FEHLT
ja eben NICHTS!
Äh … natürlich. Wenn der Glaube an Gott nicht vorhanden ist, so fehlt er. Das muss ja nicht wertend gemeint sein. Ersetze „fehlt“ durch „nicht vorhanden“. Wenn Du kein Auto besitzt, weil Du keins brauchst, so ist eben ein Auto nicht vorhanden. Ebenso der Glaube.
Ich könnte mit dem gleichen Recht, mit dem Du
behauptest, es fehle etwas, behaupten, den „Gläubigen“ fehle
was, z. B. Vernunft, Einsicht, Verstand. ok?
Falsch. Denn die Existenz eines Glaubens an Gott steht ja nicht in kausalem Zusammenhang mit der Nicht-Existenz von Vernunft o.ä. Nur weil jemand ein Auto besitzt, besitzt er nicht zwingend kein Fahrrad, oder?
Mit Raucher - Nichtraucher verhält es sich genauso. Aufgrund der Formulierungen könnte man davon ausgehen, dass rauchen der Normalzustand ist, nicht rauchen dagegen die Ausnahme. Ich glaube, man muss sich einfach damit abfinden. Die Substantive sind aus den Verben gebildet worden und die bezeichnen ja fast außschließlich Tätigkeiten. Also ist es sprachlich logisch die Personen , die ein gewisse Sache machen, auch so zu bezeichnen (also rauchen - Raucher, glauben - gläubig sein - Gläubige). Wenn man aber zur Gruppe der Untätigen zählt, wird es durch die Negation des Wortes widergespiegelt. Das es real schlecht ist, wird dadurch jedoch nicht ausgedrückt. Ich würde ein solches Wort einfach nicht benutzen, man betont ja auch nicht, dass man ein Nichtvegetarier oder ein Nichtmörder ist.
Leute wie ich, die nicht an einen Gott glauben bzw. einer
Religion zugehören, werden allgemein „Ungläubige“ oder
„Atheisten“ genannt. Eine solche Bezeichnung suggeriert
allerdings das Fehlen von etwas.
Wieso? Atheist heißt doch nicht mehr und nicht weniger, als dass du nicht an Gott glaubst. Ich weiß nicht ganz genau, aber „a“ steht doch für nicht/kein, und theist von theo = „gott“ oder so…
wie Dir ist es schon vielen gegangen, die dann den Begriff Agnostiker dafür gewählt haben. Atheist sein heißt, eine Gottfigur zu verneinen. Agnostizismus heißt, sich Gottesseins oder -nichtseins nicht sicher zu sein und daher eine Position abseits jeglicher Gottvorstellung, also auch der Leugnung einer Gottfigur zu beziehen. Zumindest wurde uns das in der Literaturwissenschaft mal so beigebogen. Ansonsten finde ich den „Freigeist“ von Fritz einen sehr schönen Begriff, zumal er keine Wertung in irgendeiner Hinsicht trägt.
Wieso? Atheist heißt doch nicht mehr und nicht weniger, als
dass du nicht an Gott glaubst. Ich weiß nicht ganz genau, aber
„a“ steht doch für nicht/kein, und theist von theo = „gott“
oder so…
na eben… Es ist negativistisch, es verneint etwas.
Ja, das hatte ich auch schon gedacht, nebst „Rationalist“, letzteres ist aber etwas irreführend, da dieser Begriff m. E. eine Pejoration durchmachen mußte. Leider.
Äh … natürlich. Wenn der Glaube an Gott nicht vorhanden ist,
so fehlt er. Das muss ja nicht wertend gemeint sein. Ersetze
„fehlt“ durch „nicht vorhanden“. Wenn Du kein Auto besitzt,
weil Du keins brauchst, so ist eben ein Auto nicht vorhanden.
Ebenso der Glaube.
Das magst Du so sehen. Ich wollte aber eben DArauf hinaus, einen Begriff zu finden, der das Phänomen positiv, nicht negierend erfaßt. Aber ich glaube, Du hast mich schon längst verstanden, oder?
Ich könnte mit dem gleichen Recht, mit dem Du
behauptest, es fehle etwas, behaupten, den „Gläubigen“ fehle
was, z. B. Vernunft, Einsicht, Verstand. ok?
Falsch. Denn die Existenz eines Glaubens an Gott steht ja
nicht in kausalem Zusammenhang mit der Nicht-Existenz von
Vernunft o.ä. Nur weil jemand ein Auto besitzt, besitzt er
nicht zwingend kein Fahrrad, oder?