offensichtlich liest du genau das, was dir grad am besten in den kram passt. war ja zu erwarten, der stammtisch ist ja nicht weit, hm?
NIRGENDWO habe ich auch nur ähnliches geschrieben wie das was du mir unterstellst. lies nochmal nach. und schalte diesmal nicht das gehirn aus dabei. für deine pawlowschen reflexe kann ich nichts. ein stichwort und schon rattert es bei dir los.
blödsinn.
ein dieb schafft doch auch nicht das rechtssystem ab.
blödsinn. das kannst du vermutlich nur deshalb behaupten, weil du noch nie eine hausdurchsuchung erlebt hast. schon gar nicht kannst du dir auch nur entfernt vorstellen, was das für jemanden bedeutet, der aus einem nicht-rechtsstaat kommt. was glaubst du wohl, wie sowas in algerien, syrien oder afghanistan abläuft? was meinst du wohl, was für ängste auch unschuldige asylanten bei sich gut und wohlwollend verhaltenden polizisten auszustehen haben?
du machst dir das hübsch einfach in deiner einbetonierten heilen welt…
Eine Hausdurchsuchung erfolgt auf richterlichen Beschluss welcher die Voraussetzungen prüft. Die passiert nicht mal eben so „nebenbei“. Und weil ich ich mich bisher nie im strafrechtlich relevanten Rahmen bewegte hatte ich auch noch nie eine. Korrekt.
Das ist mir ehrlich gesagt völlig wurscht. Die Person ist nun in D und hier gelten unsere Gesetze. Nur weil in seinem Heimatland Hausdurchsuchunguen ganz schlimm sind sollen wir hier drauf verzichten? Skurriler geht`s nicht oder?
Auch das ist mir ziemlich egal. Da hat der Cop der mich mal mit Hand an der Waffe in den USA angehalten hat auch keine Rücksicht drauf genommen. Oder die rotzfreche Beamtin die mich in Kanada bei der Einreise regelrecht verhört hat weil im PC ein „den, rausziehen!“ aufploppte (eine Zufallsfunktion wie ich später erfuhr, hatte null mit mir als Person zu tun). Das Leben ist eben kein Ponyhof, noch nie gewesen.
Du bist noch nicht viel in der Welt unterwegs gewesen oder? Überall ist es normal dass du hörst „If you don`t like it here, then go back to your home country“. Überall gelten keine Sonderregeln für dich nur weil du Ausländer bist (in einigen Staaten schon, aber nur weil du auch Kohle hast). Noch NIE ist es mir passiert dass jemand Rücksicht auf meine Befindlichkeiten genommen hat weil deren Gesetze ja so anders sind. Wenn du in Thailand ein Bild des Königs anspuckst bist du dran, auch wenn es bei uns keinen König gibt und es bei uns folgenslos wäre (und somit eine Bestrafung in Thailand für uns ja grausam wäre). Ist denen egal. Gefällt dir nicht dass es so ist? Dann geh wieder wirst du aus der Bevölkerung hören. Völlig normal. Nur wir Deutschen sind ja ach so weltoffen dass wir es am liebsten jedem Recht machen wollen um ja seine Gefühle nicht zu verletzen.
Also, spar dir mir gegenüber Bemerkungen von einer „einbetonierten Welt“. Das Spiel „Stempel in Reisepässen bis heute“ wirst du höchstwahrscheinlich verlieren.
Weil ich trotz des „Das SEK hatte sich schlicht und einfach in der Haustür geirrt.“ noch daran glaube dass nicht willkürlich Hausdurchsuchungen gemacht werden um Bürger zu drangsalieren?
„Trotz der Erfolge ereignen sich aber immer wieder Pannen. „Wenn der Job
zur Routine wird, können sich Fehler einschleichen“, konstatiert
Bernhard Witthaut, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft der
Polizei, „mal Leichtsinn, mal Oberflächlichkeit, mal hört einer nicht
richtig zu, oder es wird falsch ermittelt.““
Und das passiert nur Polizisten? Kassierer, Taxifahrer, Ärzte, jeder von uns macht keine Fehler? Niemals?
"270 000 Polizisten sorgen in Deutschland für Recht und Ordnung. Sie mussten vergangenes Jahr 6,3 Millionen Fälle bearbeiten, "
Ist ein Weltbild in dem man glaubt dass bei 270.000 Mitarbeitern die jährlich 6,3 Mio Fälle bearbeiten nicht ein einziger Fehler passieren darf nicht viel eingeschränkter um nicht zu sagen „naiv“?
[quote=„Kasi, post:15, topic:9375421“]
Wer nichts zu verbergen hat muss auch nichts fürchten.
Das ist - ich glaube wortwörtlich - aus Max Frisch’ „Andorra“ zitiert. Erschreckend sowohl in der Bedeutung dieses Zitats in diesem Stück als auch in Hinblick auf die Begriffe „Justizirrtum“ und auch, äh, „Rufmord“, die beide nicht ohne Grund ihren Weg in den Wortschatz gefunden haben.
Prost,
Bombadil
P.S.: „Andorra“ sollte man wirklich mal gelesen haben - Buchempfehlung …
Das kann sein. Hatten wir in der Schule mal gelesen. Mein Kontext war aber: Wer nichts zu verbergen hat der muss auch keine anonyme Anzeige fürchten. Wenn ich illegale Einwanderer bei mir beherberge oder Schwarzarbeiter beschäftige darf ich aber nicht aus allen Wolken fallen wenn irgendwann die Behörden vor der Tür stehen weil irgendjemand denen einen Tip gegeben hat.
Dass das hier dann als Plädoyer für Rasterfahndungen und Totalüberwachung genutzt wurde liegt nicht an mir.
Dem Ehemann meiner Kollegin wurde die Nase gebrochen - danach stellten sich die LKA-Beamten dann auch vor.
Du wirst es nicht glauben, aber wir alle drei hatten uns auch nie im strafrechtlich relevanten Bereich bewegt und trotzdem eine …
Deine Schlussfolgerung „weil … hatte ich keine“ ist also ziemlicher Dummfug.
Klar kam damals nichts raus - bis auf meine Ehefrau, die anschließend psychologische Hilfe benötigte und einen Ehemann, dem die Nase operiert werden musste …
Auch weiter oben:
Ich darf am Mittwoch einen Tag Urlaub nehmen, weil ich als Beklagter zum Gericht muss.
Ich bin mir zu 95% (vor Gericht und auf hoher See …) sicher, dass ich da ohne Repressalien rauskommen werde, aber der Urlaubstag und viel wertvolle Lebenszeit sind weg.
Kasi, ich war in über 50 Ländern, rund um den Globus. Habe dort jeweils mehrere Wochen bis Monate gelebt und wirklich niemals einen solchen Satz gehört!
Wow… in „mehreren Wochen bis Monate“ kann man ja auch ganz tief in eine andere Kultur eintauchen. Ich habe einige Jahre ausserhalb der EU gelebt. Die ersten 2 Jahre waren so „aufregend“ dass ich alles nicht positive quasi gar nicht wahrgenommen habe. Alles so „exotisch“ und „so eine aufregende andere Kultur“. Aber dann habe ich halt auch die Dinge gesehen die Menschen wie du eben nicht sehen wenn sie nur kurze Zeit da sind, den ganzen Tag von den lokalen Kollegen betüddelt werden weil sie die Sprache ja nicht sprechen und froh sind alleine ein Bier bestellen zu können. Und ich habe diese Dinge hinterfragt, auch kritisch. Und oft kam dann eben der Satz „dann geh doch wenn es dir hier nicht gefällt“ weil man in vielen Kulturen einfach nicht an einer Diskussion über die eigene Kultur interessiert ist wenn sie kritisch ist, weil die Menschen das was wir als „Nationalisimus“ geisseln als das normalste der Welt ansehen.
Wie oft guckte ich in entsetzte Augen als ich sagte dass es schon ein „Geschmäckle“ hat wenn man im Vorgarten die deutsche Flagge hisst oder einfach mal sagt dass man stolz auf all das ist was Deutschland erreicht hat und dass man als Deutscher überall auf der Welt willkommen ist. Völliges Unverständnis („But you are such a strong nation! Why can`t you be proud of it?“), Und das habe ich bisher eben überall erlebt.
Aber ich merke schon, viele Jahre im Ausland machen irgendwie zynisch. Das ging bisher den meisten Expats so die ich irgendwo getroffen habe. Das verstehen aber sicher nicht diejeingen die mal 3 Wochen beruflich in New York oder 3 Monate in Sydney waren. Und daran scheitern ja auch so viele Auswanderer: Weils in den 2 Wochen Urlaub so toll war zieht man sofort dort hin und packt nach 4 Jahren ernüchtert wieder die Sachen weil eben nicht jeden Tag Sommer, Sonne, Samba ist wie in den 2 Wochen Urlaub.
Mit der Zeit bekommt man Routine darin, sich in fremden Kulturen zu bewegen. Da gibt es keinerlei „exotische“ Aspekte mehr, die man wahrnimmt (waren ja auch selten „Urlaubsorte“, wo ich arbeitete…). Kulturkreise sind auch nicht auf einzelne Länder beschränkt; siehe z. B. die Staaten „Holland, Belgien, Dänemark, Deutschland, Österrreich, Schweiz“; alles (fast) derselbe Kulturkreis. Genau wie Iran, Pakistan, Türkei (mehr oder weniger) und die post-sowietischen Staaten drumherum.
Die einzigen Länder, wo mir unterschwelliger „Rassismus“ (gegen meine Person) aufgefallen war, sind direkte Nachbarländer von uns (Holland, Frankreich…). Krasser Rassismus im Allgemeinen war mir in Kanada (gegen Indianer) und Südafrika (gegen Schwarze und Europäer; bei Europäern ist es Neid!) aufgefallen. Australier sind, so glaube ich, ähnlich unangenehm wie (weiße) Südafrikaner. Ich war nie dort, habe aber sie (und ihr Benehmen) in zig anderen Ländern erlebt.