Immer 100% geben?

Sollte man z.B. beim Joggen immer volle 100% Leistung bringen, d.h. dass man so läuft (längere Strecke oder einfach nur schneller), dass man hinterher keinen Meter mehr weiter hätte laufen können…?
Oder ist das irgendwie schädlich?
Man ist ja zumindest immer einer hohen Belastung ausgesetzt.
Aber andererseits möchte man natürlich auch, dass das Ganze was bringt und man sich sportlich steigern kann…
Also: Ist es sinnvoll sich immer voll auszupowern?


Sport soll Spaß machen und nicht einen Menschen kaputt machen. Du musst selber sehen wie weit du gehen kannst.

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Sport soll Spaß machen und nicht einen Menschen kaputt machen.
Du musst selber sehen wie weit du gehen kannst.

Es macht mir trotzdem Spaß… und genau dann macht es besonders Spaß, wenn ich sehe, dass ich z.B. eine bestimmte Strecke in einer schnelleren Zeit als beim letzten Mal gelaufen bin.
Ich wollte nur wissen, ob es evtl. nen Punkt gibt, wo man unbedingt aufhören muss.
Na ja, vielleicht hört sich das auch zu extrem an, was ich mache. Das ist es nämlich nicht. Ich hatte noch nie danach Muskelkater oder Atemprobleme oder sowas…

Moin,

Sollte man z.B. beim Joggen immer volle 100% Leistung bringen,
d.h. dass man so läuft (längere Strecke oder einfach nur
schneller), dass man hinterher keinen Meter mehr weiter hätte
laufen können…?

Nein

Oder ist das irgendwie schädlich?

Irgendwann passiert das, was man Übertrainingssyndrom nennt:

http://gin.uibk.ac.at/thema/sportundernaehrung/ueber…

Man ist ja zumindest immer einer hohen Belastung ausgesetzt.

Hohe Belastung ist nicht unbedingt gute Belastung.

Aber andererseits möchte man natürlich auch, dass das Ganze
was bringt und man sich sportlich steigern kann…

Wenn man sich steigern will, ist ein Wechsel zwischen Belastung und Erholung nötig, deswegen laufen auch Spitzenathleten nicht mehr als 15-20% im hohen Intensitätsbereich.
Der Rest ist Grundlagen-,Regenerations- und Kompensationstraining.

Also: Ist es sinnvoll sich immer voll auszupowern?

Nein

Alte Trainerweisheit: Wer viel schnell läuft, läuft schnell langsam:wink:

CU

Axel

Also: Ist es sinnvoll sich immer voll auszupowern?

Auch von mir ein klares ‚Nein‘.

Wenn du dich sportlich steigern willst, variiere die Geschwindigkeit.
(Fahrtspiel, Tempowechsellauf, intensiver/extensiver Dauerlauf,
Regenerationslauf, gar kein Lauf)
Dabei immer die von Axel angesprochene richtige Relation von
Belastung und Erholung im Auge behalten.

Aber, im Grunde genommen, jeder wie er will und es fuer sich
und seinen Koerper verantworten kann.
Bedenke, du hast nur einen Koerper. Herz und Bewegungsapparat
werden es dir danken, wenn du mal einen Gang zurueckschaltest. :smile:

Gruss, Patrick

Hi,

aus Erfahrung: nein. Habe Anfang des Jahres einige Zeit mit dem Sport übertrieben und mir dann durch eine blöde Bewegung ein Sesambein im Fuß gebrochen, lt. Doc ein klarer Ermüdungsbruch an dem man aber leider außer viel Geduld nichts machen kann.

So langsam kann ich wieder schmerzfrei barfuß laufen, ganz wie vorher wird es aber nie wieder.

Zukünftig werde ich darauf achten es mit dem Sport nicht mehr zu übertreiben, nicht mehr 5 x Woche Training…

Gruss,
Julia

Zukünftig werde ich darauf achten es mit dem Sport nicht mehr
zu übertreiben, nicht mehr 5 x Woche Training…

Auf 5x die Woche komme ich auch gar nicht.
Ich denke, ich werde es allgemein nicht übertreiben. Und außerdem glaube ich meinen Körper so gut zu kennen, dass ich weiß, was für noch gut ist und was zu viel ist.
Vielen Dank nochmal für all Eure Antworten !

Hi!
Habe mich durch Trainerausbildung ein wenig mit Sporttheorie beschäftigt, deswegen von mir folgender Rat: Lege dir eine Pulsuhr zu. Die kann dir gerade fürs Jogging am Besten Tempo und Intensität vorgeben. Folgende Faustregel ist für Amateure ausreichend:

  1. Bestimme deinen Maximalherzfrequenz (MHF), d.h. ziehe von 220 dein Lebensalter ab.
  2. Kontrolliere deinen Puls regelmäßig vor, während und nach dem Laufen.
  3. Halte während des Laufens deine „Wunsch-Zone“ ein.

Es gibt je nach angestrebtem sportlichen Ziel verschiedene Zonen, in denen sich deine Pulsfrequenz (also Schläge pro Minute) bewegen sollte:
50-60% der MHF = Training zur Stabilisierung der Gesundheit / Regeneration
60-70% der MHF = Fettstoffwechseltraining -> Bereich der optimalen Fettverbrennung
70-80% der MHF = aerobes Training -> Bereich der optimalen Leistungssteigerung
über 85% der MHF = anaerobes Training -> schnelle Ermüdung, große Regenerationspausen nötig, sinnvoller Einsatz nur dem Leistungssport vorbehalten

Also: Ist es sinnvoll sich immer voll auszupowern?

Diese Frage sollte damit geklärt sein.
Ich gehe absolut mit, dass Abwechslung der Intensität enorm wichtig ist, vor allem durch variables Tempo, kleinere Sprints zwischendurch, Treppen- oder Hügelläufe (sehr gut gegen den inneren Schweinehund *g*), aber auch kurzes Gehen ab und zu.
Wenn du das Erfolgsgefühl brauchst, hinterher richtig groggy zu sein (ich gestehe ja, das tut mir auch am Besten!), dann lauf lieber langsamer, aber eine halbe Stunde länger.

Hoffe, geholfen zu haben!

the_digger

Hi!
Habe mich durch Trainerausbildung ein wenig mit Sporttheorie
beschäftigt, deswegen von mir folgender Rat: Lege dir eine
Pulsuhr zu. Die kann dir gerade fürs Jogging am Besten Tempo
und Intensität vorgeben. Folgende Faustregel ist für Amateure
ausreichend:

  1. Bestimme deinen Maximalherzfrequenz (MHF), d.h. ziehe von
    220 dein Lebensalter ab.
  2. Kontrolliere deinen Puls regelmäßig vor, während und nach
    dem Laufen.
  3. Halte während des Laufens deine „Wunsch-Zone“ ein.

Hi digger,
vielen Dank für die gute Antwort!
Endlich sagt mal einer was Sache ist! :smile:
Ok, also für mich käme dann eindeutig die 70 - 80% der MHF in Frage (zur Leistungssteigerung).
Aber heißt das, dass man am besten nie über 85% gehen sollte?

über 85% der MHF = anaerobes Training -> schnelle Ermüdung,
große Regenerationspausen nötig, sinnvoller Einsatz nur dem
Leistungssport vorbehalten

Vielen Dank nochmal!
Gruß
Der Geißbock aus Kölle :smile:

Hi!
Schön, dass ich dir weiterhelfen konnte :smile:
Zu deiner Frage

Aber heißt das, dass man am besten nie über 85% gehen sollte?

Probier einfach mal mit deiner neuen Pulsuhr aus, was es heißt, dauerhaft über 85% zu liegen. Dann wirst du mir sicher rechtgeben, wenn ich behaupte, dass es weder Sinn noch Spaß macht. Das ist nämlich für die meisten mit einem ordentlichen Sprint vergleichbar. Und um damit langfristig gute Trainingseffekte erzielen zu wollen, muss man einen guten Fitnessplan und viel Ahnung haben, ansonsten besteht die Gefahr zur Übermüdung (siehe oben), akute Verletzungsgefahr und eher Muskelab- als aufbau. Das liegt aber auch nicht nur an der Pulsfrequenz sondern hat genauso mit der unterschiedlichen Struktur&Aufbau der Muskeln, Regenerationspausen usw. zu tun.
Für jene, die an populärwissenschaftlichen Fitness-Theorien interessiert sind, kann ich übrigens das FighterFitness-Programm empfehlen, weil da neben vielen abwechslungsreichen Übungen auch einige Tips zu Ernährung, Trainingsabläufen, Jogging etc. enthalten sind.

Also bis denn,

the_digger

Also, wenn du schneller werden willst kommt es auf die richtige Abwechslung von Intensität, sprich Tempo und Ausdauer an. Den Hauptteil bei einem gängigen Trainingsplan machen die langen, langsamen Läufe bei 70% Max HF aus. Hier trainierst du deine Grundlagenausdauer, sie sind unerlässlich. Wenn du 10km in 40 min oder schneller laufen willst muss du in der Vorbereitung 20km Läufe haben. Gerade jetzt im Winter, wenn du die Grundlage für das nächste Jahr schaffen willst sind die langen Läufe das Wesentliche. Darauf kann man dann das Tempotraining vor einem Wettkampf sehr gut aufbauen. Gängige Wochentrainingspläne sehen in der Regel so aus: Dienstags Intervalltraining 400-2000m (hängt davon ab auf was du trainierst 10km, Halbmarathon, Marathon und natürlich was du schaffst) bei 85-90% Max HF mit Geh- oder Joggingpausen dazwischen mit 3-4 (2000m), 6-8 (400m) Wiederholungen (lansam steigern). Donnerstag Tempolauf 5-8km bei maximal 85% MaxHF. Beides sind die intensiven Tempoeinheiten, die den Bewegungsapparat sehr beanspruchen aber auch kräftigen und an das höhere Tempo gewöhnen. Es sollten nie zwei Tempoeinheiten an Tagen direkt hintereinander gemacht werden, da der Körper mehr Zeit zum regenerieren hierfür braucht, auch sollten die Einheiten von langsamen ca 1-2 km Ein- und Auslaufen eingebettet sein. Samstag ca 10 km bei 75% und am Sonntag dann 20km bei 70% ( wenn du allerdings noch nie 20km gelaufen bist dann solltest du dich da erstmal langsam rantasten). Auch ist es sinnvoll immer mal wieder Erholungswochen einzubinden, das heisst kein Tempotraining. Weniger ist manchmal mehr insbesonder im Hinblck auf Verletzungen oder Übertrainieren denn dann geht gar nichts mehr und du musst wieder fast bei null anfangen.

Viel Spass und Dehnen nicht vergessen,

Lutz

Lutz

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