Hallo Steffi!
Der Text ist gespickt mit Halbwahrheiten und Teile grenzen an
Lügen, die uninformierte Leser verwirren SOLLEN.
Was zu beweisen wäre.
Ich kann sicher hunderte wissenschaftliche Veröffentlichungen dazu auflisten. Da schlag ich nur mein Lehrbuch auf und schreib die wichtigsten Leitartikel raus. Mit den Artikeln, die sich auf diese Basisarbeiten beziehen lassen sich Regale füllen.
Lege Beweise vor,
daß die Impfung gegen alle 13 Stämme wirkt oder
das bei der Vernichtung von 4 Stämmen sichergestellt ist, daß
keine anderen gefährlicheren den Platz belegen oder
daß definitiv in den Prüfgruppen bereits Krebs vorgekommen
ist.
Aber das geht hier schon wieder viel zu weit.
Das kann ich nicht. Zu Forderung 1 bis 3 weiß ich nichts. Darauf habe ich mich auch nicht bezogen. Forderung 4 zeigt, dass Du von Onkologie entweder keine Ahnung hast oder mich für dämlich hältst.
Halten wir uns
daran, daß jeder aus seiner Richtung seine Meinung sagen darf
und damit gut.
Das hat nichts mit Meinung zu tun. 35 Jahre Forschung unter den Tisch zu kehren und dann Ergebnisse auf absurde Weise zu interpretieren, ist einfach Veräppelung von gutgläubigen Lesern.
Ich hab jetzt mal ein paar komische Sachen aufgelistet:
„ein eindeutiger Beweis dafür liegt noch nicht vor“
Das stimmt. Aber EINDEUTIG kann man etwas in der Biologie nicht beweisen. Das ist nicht Mathematik. Diese Forderung ist daher nie erfüllbar und damit irrelevant.
Aber was man für die potentiall als gefährlich angenommenen HPV-Stämme extrem gut beschreiben kann:
Ihr Genom kodiert für Proteine, die die beiden als wichtigste Zellzyklusblocker/Krebsverhinderer (Tumorsupressorgene)angenommen Proteine p53 und pRB in ihrer Wirkung blockieren können. Mutationen der Gene für p53 und pRB führen zu schwersten Veranlagungen, Tumore zu entwickeln. Auch lässt sich auf verschiedene Weise zeigen, dass in Cervixneoplasien diese gefährlichen Proteine E6 und E7 auch synthetisiert werden. Derartig charakterisierte Zellen ähneln denen von Tumoren dann biochmisch/zellbiologisch schon sehr in der Änderung ihrer intrazellulären Signalwege. Es lässt sich hierdurch eine Krebsentwicklung recht sicher annehmen. Auch epidemiologische Studien stützen diese biochemischen Annahmen eines Zusammenhangs.
Wie könnte denn bitte ein Beweis erbracht werden? Was soll noch gezeigt werden? Wann wird ein solcher Beweis akzeptiert?
„Schaut man sich diese Auszüge näher an, stößt man auf weitere Merkwürdigkeiten: eine Gruppe von Testpersonen wurde mit Gardasil geimpft, eine zweite erhielt zur Kontrolle ein Placebo-Mittel.“
Das ist in Zulassungsstudien normale Praxis. So zu tun, als wäre das nicht der Fall, ist, den Leser für dumm zu verkaufen.
„Zwar bildeten sich nach der Impfung bei der Gardasilgruppe deutlich weniger Warzen als in der Placebogruppe. An Krebs erkrankte allerdings bisher keine einzige Testperson, egal in welcher Gruppe. Man kann also zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, ob diese Impfung schützen kann.“
Das hat aucj kaum jemand erwartet. Tumorentstehung ist nach der momentanen Lehrmeinung ein multi-step-process. Aber vor einem malignen Tumor existieren Epithelneoplasien, die sich morphologisch und biochemisch von normalem Epithel unterscheiden. Diese Tumorprogression ist am besten für das Kolorektalkarzinom beschrieben. Man kann genau schauen, welche Schutzmechanismen in den Zellen schon kaputt sind. Auch kann man solche Tumorprogressionen an transgenen Mausmodellen überprüfen und sie zeigen fast genau das, was man für den Menschen annimmt. Wär ich ne Frau und mir sagt mein Arzt, sorry Sie hätten ne Neoplasie und es wird E6 und E7 expremiert… Ich fänd das nicht gerade schön und würde es nicht einfach ignorieren sondern etwas Schiss haben.
„Möglicherweise bildet sie sogar ein Einfallstor für folgenschwere Entwicklungen.“
Ähh, Moment. Es gibt ja einen Unterschied zwischen der Impfgruppe und der Placebogruppe, der durchaus folgenschwer sein kann. Die eine Gruppe zeigt viel mehr Neoplasien. Da braucht man nicht erst nach möglichen Entwicklungen suchen, die unbekannt sind und für die es keine Hinweise durch die Zulassungsstudie gibt. Die Unterschiede bezüglich folgenschwerer Entwicklungen sind bereits da!
Natürlich kann man Bedenken haben. Dagegen habe ich nichts. Bedenken sind gut. Ob berechtigte Bedenken in dem Text genannt werden oder ob es eventuell weitere gibt, dazu fehlt mir die Fachkenntnis zu HPV. Aber doch bitte die Leute nicht belügen und so tun, als hätte die Impfung keinen beobachtbaren Effekt auf Cervixkarzinomrisiken.
Viele Grüße, Stefan