Hallo Lothar,
Dine Beispiele sind alle sehr plakativ, allerdings nicht wirklich beeindruckend, weil du keinerlei Quellen, oder Kontext angibst und man da alles mögliche reininterpretieren kann.
Was mir vor allem auffällt ist, dass deine Beispiele alle um den Anfang des 19Jh, also in der Anfangszeit der modernen Pocken-Impfung.
Es ist nicht ersichtlich, ob die „Moderne“ Methode mit dem Vaccinavirus durchgeführt wurde, oder ob die bis dahin verbreitete Methode (Pockenschorf in die Nase reiben, bzw. die Haut anritzen und das Virus hineinbringen) angewendet wurde. Ist zweiteres der Fall und würde es mich nicht weiter wundern, wenn die Leute davon erst so richtig krank wurden…
Zusätzlich ist bekannt, dass man nach einer Impfung „zumindest für die ersten drei Jahre - wirksam gegen Pocken geschützt ist“
http://www.wdr.de/themen/gesundheit/1/pocken/pocken_…
Nur mal so als Beispiel:
1865 Bericht der „Academie de Medicine“ der festtellt, dass in den 10
Departments, wo am wenigsten geimpft wurde, 16 Pockentote zu beklagen waren; in : den Departments mit der höchsten Impfrate jedoch 106 Tote.
Ich kann mir gut vorstellen, dass 1865 der Umstand nicht bekannt war, dass die Impfung nur 3 Jahre wirksam ist. Was also, wenn die Pockenerkrankung nach den 3 Jahren ausgebrochen ist und die geimpften einfach wesentlich unvorsichtiger (weil ja vermeintlich geschützt) mit den Kranken umgegangen sind? Dann wäre es logisch, dass die geimpften eine höhere Todesrate hatten… vor allem wenn man das noch weiterspinnt, das nicht geimpfte von Pockenerkrankten ferngehalten wurden…
Laut britischer Pockenstatistik von 1872 - 1962 sinkt das
Auftreten der Pocken mit dem Rückgang der Impfungen.
Ist das eine Aussage der Statistik, oder liest du das heraus? Ich vermute mal dass in der Statistik einfach nur absolute Zahlen stehen. Nämlich Jahre, Anzahl der Impfungen und Anzahl der Erkrankten.
Das kann ja auch einfach heißen, dass je länger der Zeitraum in dem geimpft wird, desto weniger Pockenerkrankungen treten auf, desto weniger Menschen lassen sich impfen, weil sie unvorsichtig werden. (Wie heutzutage bei Polio und Masern)
WHO 1977 Aussage des Generaldirektors des Exekutivkomitees zur
Pockenbekämpfung: „Es hat sich gezeigt, dass sich die Pocken
auch in vollkommen durchgeimpften Bevölkerungen ausbreiten
Können.“
Ich glaube nicht, dass diese Aussage so absolut gemacht wurde, dazu hätte er nämlich eine komplett abgeschirmte „Bevölkerung“ haben müssen, die komplett geimpft (innerhalb der 3 Jahresfrist) den Pockenviren ausgesetzt und dann beobachtet wurde.
Der Kontext dazu wäre interessant, ich hab diese Aussage leider nicht auf die schnelle gefunden, aber vielleicht hast du mir ja eine Quelle.
Aber die Aussage widerspricht in keinster Weise der Tatsache, dass die Pocken durch konsequentes Impfen ausgerottet wurden.
Impfen heißt, dass man den Körper mit dem Erreger in geschwächter Form bekannt macht. Der Körper bildet daraufhin Antikörper aus und wenn der tatsächliche Erreger jetzt daherkommt, ist er schon darauf vorbereitet.
Genau das passiert ja auch tagtäglich mit den „leichteren“ Viren die so in der Luft rumschwirren und wir gar nicht merken, dass unser Immunsystem „Krieg“ führt.
Eine Impfung bietet keinen 100%igen Schutz, sie bereitet den Körper auf mögliche Erreger vor, das heißt, wenn jemand richtig geschwächt ist, wird ihm auch die Imfpung nichts helfen (siehe AIDS-Erkrankte, die schon von dem kleinsten Grippevirus, schwerste Lungenentzündungen bekommen).
Aus diesem Grund muss auch um eine Krankheit auszurotten ohne Ausnahme und sehr langfristig geimpft werden.
Damit werden die potentiellen „Wirte“ immer weniger. Trifft der Erreger jetzt trotzdem auf einen Wirt, der trotz Impfung erkrankt, dann hat er zwar kurzfristig wieder eine Möglichkeit sich zu reproduzieren und andere zu infizieren, aber die potentiellen Wirte, werden immer weniger und irgendwann ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein infizierter Wirt auf einen anderen potentiellen Wirt (= trotz Impfung anfällig) trifft so gering, dass der Virus einfach (möglicherweise zusammen mit seinem Wirt) ausstirbt.
Warum einige Krankheiten „ausgerottet“ sind liegt sehr
wahrscheinlich daran, dass sich die hygienischen Bedingungn
drastisch verbessert haben
Am beispiel HIV sieht man, dass die beste Hygiene nicht hilft… Viren sind keine Bakterien 
Die hygienischen Bedingungen und Medikamente, haben vielleicht den Krankheitsverlauf verbessert und natürlich auch, dass Immunsystem der Menschen gestärkt, so dass sie sich besser gegen Viren wehren können, Antikörper bilden und sich damit selbst gesund halten (was im Prinzip ja auch eine Impfung ist),aber sie nehmen den Erregern nicht den Wirt.
Wie oben beschrieben, muss man zu erst alle potentiellen Wirte eliminieren um einen Erreger ausrotten zu können.
Allerdings kommen wir jetzt ganz schön vom Thema ab…
Jetzt gilt es abzuwägen, ob es wahrscheinlich ist o.g.
Krankheiten zu bekommen wenn man nicht geimpft ist, oder weil
man geimpft ist…
Und hast du Wahrscheinlichkeiten?
Dummerweise kann man nicht messen, wieviele Menschen NICHT aufgrund einer Impfung oder aufgrund keiner Impfung DOCH erkrankt sind.
Was man sieht, sind die sogenannten Impfschäden, wobei mir da eine Betrachtung fehlt, wie viele dieser „Schäden“ dadurch entstanden sind, dass unvorsichtige Ärzte einfach mal die Artzhelferin drauflos impfen haben lassen, ohne vorher abzuklären, ob der Patient auch wirklich nicht an einer Immunschwäche leidet.
Und es gibt auch gefährliche Impfungen wie Gelbfieber, von denen man auch genauso gut Krank werden kann, aber dieses Risiko kennt man vorher.
Ich für meinen Teil kenne niemanden mit Impfschäden, aber ganz viele geimpfte und ich hab ne Masernepidemie in der Schule ohne ein einziges Symptom überstanden… So viel zu meinen plakativen Beispielen…
Viele Grüße
/silvl