Infrarotsrahlen und Glasscheiben / Fenster

Hallo,

da ich sowohl Kachelofen als auch Infrarotheizkörper verwende, würde mich interessieren, ob Wärmestrahlung die Isolierglasfenster durchdringt, sprich Heizleistung durch die Fenster verloren geht und falls ja, in welchem Ausmaß?

Andererseits: wird die Strahlung von normalen Spiegeln reflektiert, so dass man damit „um die Ecke“ heizen kann?

Gruß,
Paran

Hallo,
Fensterglas lässt nahes Infrarot sehr gut durch und blockiert fernes Infrarot sehr stark.
Gehen wir von von Oberflächentemperaturen von 400K (ca. 130°C) maximal aus, dann ergibt sich aus dem Planckschem Strahlungsspektrum ein Bereich ab ca. 2µm Wellenlänge mit einem Maximum bei ca. 5µm.

Google findet viele komplett unterschiedliche Transmissionskurven für „Fensterglas“, bei sehr vielen sieht man, dass in diesem Wellenlängebereich die Strahlung fast vollständig absorbiert wird. Einige Glassorten lassen da aber auch sehr viel durch - komplett uneinheitlich.

Jedenfalls ist der Strahlungsanteil bei Infrarotheizkörpern mit Oberflächentemperaturen um die 100°C sowieso gegenüber der Konvektionswärme niedrig (das Stefan-Boltzmann-Gesetz wird von den Anbietern nicht beachtet).
Die Anbieter sind da auch widersprüchlich bei den Angaben. Einige preisen den Vorteil an, dass durch den Strahlungsanteil die Außenwände erwärmt werden, was feuchten Außenwänden und Schimmel entgegen wirken würde - andere stellen klar, dass Außenwände auf keinen Fall „bestrahlt“ werden sollen, da dann gerade die Bauteile mit den höchsten Wärmeverlusten am wärmsten wären.

Richtig eindeutig wird es, wenn man echte Infrarotstrahler betrachtet. Diese werden einige hundert Grad Celsius heiß, teilweise bleiben sie knapp unter der Rotglut, teilweise leuchten sie deutlich orange-rot. Dieses nahe Infrarot wird durch Spiegel reflektiert und geht durch Fensterscheiben.

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Hallo,

vielen Dank.
Dann muss ich mich wohl draußen um Temperaturmessung bemühen um schlau zu werden, zumal ich teils unterschiedliche Fenster habe.

Gruß,
Paran

Die wird dir exakt gar nichts nützen.

Was willst du denn damit messen? Die Außentemperatur? Die dir dann was sagt?

Oder willst du mit einer Infrarotkamera hübsche Bilder erzeugen? Bei denen aber die absoluten Temperaturwerte der aufgenommenen Objekte gar nicht messbar sind, sondern nur die relative Wärmeabstrahlung in Abhängigkeit der jeweiligen Oberflächenbeschaffenheiten? Damit kennen sich nicht mal die meisten selbsternannten Energieberater (das ist kein geschützter Begriff, jeder darf sich so nennen) aus.

Fenster sind dazu gedacht, Licht herein zu lassen und den Blick nach draußen zu ermöglichen. Gleichzeitig soll die Temperatur drinnen unabhängig von der Temporatur draußen sein. Und den Wind soll es auch draußen halten.
Das Problem: einzelne Aufgaben beeinflussen sich gegenseitig. Man kann die Isolierung verbessern (z.B. Bedampfen mit Gold ooder Alu), aber das geht zu Lasten der Durchsichtigkeit. Jeder sucht da seinen eigenen optimalen Mittelwert. Von daher kann es keine generelle Aussage über Fenster geben.

Aber eins ist sicher: wenn du einen Spiegel draufklebst, kannst du sie besser gleich zumauern. Denn dann isolieren sie schlechter als eine Wand, lassen aber trotzdem kein Licht mehr durch. Es kommt hinzu, dass deine Infrarotheizung genauso wenig wie dein Kachelofen Wärme in Richtung Fenster abstrahlen. Die Wärmeabstrahlung beider ist diffus, also in alle Richtungen. Ein Spiegel ist da sinnlos.

Version a): Heizen mit Strom.
Man hat dich reingelegt. Du heizt mit Strom, also mit der teuersten Energie, die du finden kannst. Die Dinger sind nichts anderes als Heizlüfter ohne Propeller. Sogar jeder Nachtspeicherofen spart schon erhebliche Kosten, weil er billigeren Nachtstrom verwendet. Du solltest aber sowas von dringend umsteigen…
Version B) Heizen mit irgendwas, Spezialheizkörper.
Man hat dich reingelegt. Es gibt keine Heizungsanlage, deren Vorlauftemperatur so hoch sein kann, dass man mit infrarotstrahlung heizen könnte. Es wird Luft erwärmt, wie mit jedem normalen Heizkörper auch. vermutlich ist aber für eine wenigstens halbwegs funktionierende Anlage die Vorlauftemperatur viel zu hoch eingestellt und die Verluste in der Heizung (viel zu hohe Abgastemperaturen) und in den Leitungen zum Heizkörper jenseits allen Sinns. Überleg dir DRINGEND, auf normale Konvektionsheizkörper umzusteigen, die mit viel niedrigeren Vorlauftemperaturen eine Brennwertheizung ermöglichen.

Moin,
welches Temperaturmessverfahren willst du denn verwenden?
Nimmst du zb. eine Infrarotkamera siehst du nichts außer deinem Spiegelbild nichts. Die meiste Wärme geht ohnehin durch defekte Dichtungen und Laibungen flöten…das sieht man dann allerdings sehr gut mit einer Infrarot-Kamera.
Ansonsten kann(muss) ich mich @sporadisch inhaltlich prinzipiell anschließen.
Gruß

Hallo,

die Infrarotheizung nutze ich nur fürs Gästezimmer wenige Tage im Jahr, da ist der Strompreis wurscht. Sonst habe ich Holzheizung und im Bad Heizlüfter.
Infrarot hat mir auch keiner aufgeschwatzt, ich wollts einfach ausprobieren, weil ein Ölradiator halt auch nicht besser ist und im Weg rumsteht.
Die Infrarotheizung ließ sich zumindest platzsparend an der Wand anbringen, den Heizeffekt muss ich noch testen, bislang war kein Bedarf.
Habe aber eine für Fussbodenheizung gedachte Infrarotheizfolie besorgt um den Hühnern im Winter ein wenig gut verteilte Wärme zukommen zu lasse. Diese Folie wird tatsächlich selbst nicht warm, sondern strahlt nur ab. Ob sie reicht, muss man abwarten, um das zu beurteilen ist es noch zu warm.

Die Strahlung vom Kachelofen war mir wichtiger, das hat mich schon länger beschäftigt, weil der wie üblich den Fenstern gegenüber steht und ein Hauptheizelement der Wohnung ist.

Ich will auch nicht grad die Fenster verspiegeln, hat mich nur interessiert, da damit ja auch Wände hinter Spiegeln ev. kalt bleiben oder man um die Ecke heizen könnte etc.
Ist ja sinnig zu wissen, wenn man solche Heizelemente hat.

Gruß,
Paran

Oh! Zauberei!

Eigentlich schade, dass die Physik derartigen Humbug verbietet.

Abgase bei Infrarotheizung? Oder gehts um den Kachelofen? Der ist alt, da sind keine Abgastemperaturen einstellbar.
Kurz: ich weiß grad nicht, was Du meinst.

Gruß,
Paran

Joo, wie Abgase bei Elektroheizung.

Gruß,
Paran

Hallo,

ich stell mich vors Fenster, leck den Finger ab und halte ihn vor die Scheibe:innocent:

Gruß,
Paran

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Wenn ein Heizkörper durch Abstrahlung Wärme abgeben soll, muss er ausreichend heiß sein. Das bedeutet, dass das Wasser entsprechend erhitzt werden muss. Das wiederum bedeutet, dass die Abgase aus der Heizung nicht zur Erwärmung des Wassers abgekühlt werden kann, sondern als Verlustwärme durch den Schornstein verschwindet.

Brennwertkessel lieben niedrige Vorlauftemperaturen.

Lies mal nach. Du vermengst grad zwei Antworten, so wird das nichts.

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Wie soll das funktionieren?