Hallo Gerhard,
Denn das Grundgesetz und viele
Moslemische Vorschriften wiedersprechen sich nun mal.
Nochmal: welche islamischen Vorschriften sind das genau? Das
Kopftuchverbot verstösse wenn überhaupt gegen das deutsche GG.
Das Kopftuchverbot ist nur Ausgesprochen worden, weil es ein
politisches Zeichen für radikale Gruppen angesehen wird.Da
haben sich viele Gläubige ein Eigentor geschossen.
Gläubige haben nichts damit zu tun gehabt. Die Rezeption einiger Empfänger wurde in die Richtung gelenkt, dass das Kopftuch böse ist. Dazu beigetragen haben unverantwortliche Medienspieler. Muslime an sich haben nichts mit der Darstellung ihrer selbst in den westlichen Augen zu tun… Ich kann dir viele Beispiele nennen, in denen Dinge mit dem Kopftuch verbunden wurden, die eigentlich nichts damit zu tun haben. Das Kopftuch wurde verboten, da einige nicht damit leben können, dass andere anders leben („ich will ihr Haar sehen…“). An dieser Diskriminierung haben weder Muslime noch das Kopftuch schuld!
Aber zum Grundgesetz: Nur ein Beispiel: wenn du den Artikel
mit der Religionsfreiheit liest, steht da nicht nur Religion
sondern auch Herkunft und Geschlecht.Auch wenn die Moslemische
Frau es selber durch ihre Erziehung es nicht so sieht, wird
sie im Islam doch diskreminiert. Sie ist keinesfalls
gleichgestellt.Damit wiederspricht der Islam dem Grundgesetz.
Schon wenn ich das höre: Sie weiss es nicht, aber sie wird diskriminiert; wir müssen sie befreien, sie will es aber nicht! Aber du weichst aus: Wir können gemeinsam gegen Geschlechterbenachteiligung kämpfen, wenn wir eine gemeinsame Grundlage haben; aber für mich ist dieser Artikel sowieso jetzt relativ zu sehen, da die Religionsfreiheit auch nicht so eng genommen wird…
[andere Integrationsprobleme]
Natürlich nicht, das ist auch ein ganz anderes Problem und
nicht Sinn meiner Frage. Wir können schon selbst denken und
nehmen nicht nur das auf was gerade in der Presse vorgegeben
wird.
Das was du und tausende andere integrationsmäßig Machen ist
gut und richtig,wir fragen uns nur ob ein Islam ohne
Anpassungen Integrationstauglich ist.Oder will man nur in
einer Paralellwelt in Ruhe gelassen werden
In Ruhe (Frieden) gelassen werden wollen wir alle (denke ich). Was das mit Parallelwelten zu tun hat, weiss ich auch nicht. Ein gewisses Zusammengehörigkeitsgefühl werden Muslime immer haben, denn es verbindet sie etwas, was sie mit anderen nicht verbindet… Aber genauso gibt es auch Parallelwelten von Studenten, Russen, Bauarbeitern, Bayern usw… Wer glaubt, dass Deutschland ein homogenes Gebilde ist, der irrt sich. Was es aber aus islamischer Sicht nicht geben muss und darf, sind Aufstachelungen (oder Hetze) gegen eine Gruppe, die einem nichts getan hat. Einfach ausgedrückt: Muslime dürfen ihres Glaubens wegen keinen Streit vom Zaun brechen (das ist auch Bestandteil der Scharia!). Das muss aber auf beiden Seiten gelten: Hetzprediger und Boulevardpresse, die u.a. Muslime und den Islam in den Dreck ziehen und damit ein obskures Bild von deinen Nachbarn zeichnen sollte Einhalt geboten werden.
Also nochmal in Kürze (damit man nicht von mir behauptet, ich beantworte keine direkten Fragen): Ja, Muslime und selbst der Islam sind integrationsfähig, man kann aber nicht erwarten, dass sie sich assimilieren lassen.
Es ist falsch anzunehmen, dass Leute, die sich streng auf den
Koran beziehen, intollerant wären oder dass Leute, die sich
liberal mit dem Koran auseinandersetzen tolerant wären.
Natürlich ist das falsch, ist es aber nicht so, das man
automatisch Intollerant ist, wenn man den Koran streng
auslegt??
Ich möchte lernen, nicht kritisieren.
Das finde ich schön!
Nein! man wird nicht intolleranter, wenn man den Koran streng nimmt. Im islamischen Reich hat sich denke ich erwiesen, dass diejenigen Herrscher, die den Koran beim Wort nahmen, die tollerantesten waren, während diejenigen, die sich von ihm abwandten, Christen und Juden mit Intolleranz begegnet sind. Als Beispiel dafür will ich hier die Ausnahme, die vor den Kreuzzügen die angebliche Regel für die europäischen Christen bestätigt hat, vorbringen: Es wird berichtet, dass im Jahr 1009n.Chr. der damalige Herrscher „Al-Hakim“ zum ersten Mal in der islamischen Geschichte eine Kirche abreissen liess. Dies wurde später als Vorwand genommen, um die Kreuzzüge anzustacheln, obwohl die Kirche von seinem Nachfolger wiedererbaut wurde. Soweit die Geschichte, wie sie Europäern wenn überhaupt genannt wird. Ich habe Al-Hakim nachgeschlagen in einem islamischen historischen Buch („Albidaya wa’nnihaya“ oder „Der Beginn und das Ende“). Offensichtlich hat er auch Muslime davon abgehalten, in Richtung Mekka zu beten und hat gefordert, dass man sich ihm unterwirft. Seine Geschichte wird auf drei Seiten (das Ganze ist eine Zusammenfassung) erzählt und wird mit einem Bittgebet, dass er für seine Taten bestraft werden solle beendet.
Unter allen anderen Herrschern - die meisten haben den Koran sehr ernst genommen - galt eine Tolleranz gegenüber andersgläubigen, die so noch nicht einmal in Deutschland zu finden ist: Sie durften explizit Parallelgesellschaften aufbauen. Soll heissen: Wenn sich vermehrt Christen irgendwo ansiedelten, dann durften sie ihre eigene Gerichtsbarkeit aufbauen und durften sich entscheiden, ob sie in christlichen Schiedgerichten oder in islamischen klagen wollten, es sei denn, die beiden Parteien einer Klage waren aus zwei unterschiedlichen Religionen.
Die Seite, die ich dir genannt habe (islamonline.net) veröffentlicht Aussagen von islamischen Gelehrten, die sich ganz klar auf den Koran stützen. Trotzdem kann man sie nicht gerade als intollerant bezeichnen.
Gruss, Omar Abo-Namous