Moin,
Was die Problematik „Integration von Ausländern“ in die
deutsche Gesellschaft angeht, entsteht der
vermeintliche Eindruck, es gäbe so eine Art
Mindestkonsens, wie Sprachkenntnisse und Anerkennung der
freiheitlich demokratischen Grundordnung.
Verstaendigung ist die Grundlage fuer Integration in eine
Gruppe, meinst du nicht? Und daher finde ich es unerlaesslich
wenn sich Einwanderer um Sprachkenntnisse bemuehen.
Sicher, Sprachkenntnisse sind immer was feines
Sie können auch vom Einzelnen, der gerne in eine Gruppe integriert werden möchte, als wichtiges Mittel genutzt werden. Dennoch sind sie nicht das Kriterium, dass viele (aus der Mehrheit) ihnen gerne zuweisen würden. Solange du z.B. „Schlitzaugen“ oder eine etwas dunklere Hautfarbe hast, nützen dir perfekte deutsche Sprachkenntnisse und die Tatsache, dass du in D geboren und aufgewachsen bist, vielfach überhaupt gar nichts. Du wirst dennoch der „Bimbo“ sein.
Dies ist IMHO jedoch
Augenwischerei. Ich kenne etliche Deutsche (insbesondere aus
dem Süden der Republik) bei denen ich kaum ein Wort verstehe,
wenn sie den Mund aufmachen
trotzdem ist es noch die deutsche Sprache. Und nur ein
Dialekt. Aber jeder Schwabe und Bayer vesteht hochdeutsch ganz
wunderbar und kann es in der Regel auch sprechen, lesen und
schreiben.
Ganz genau, du sagst es. Die Mehrheit der Gruppe hat beschlossen, dass beispielsweise ein bayrischer Dialekt ebenfalls zur Gruppe zugehörig angesehen wird, ein Wiener Dialekt oder ein türkischer Akzent (man beachte hier die unterschiedlichen Bezeichnungen) hingegen nicht, obwohl die Qualität mit der die jeweiligen Personen an das Hochdeutsch heranreichen, durchaus vergleichbar sein können.
Mal ein Vergleich zur Verdeutlichung.
Was meinst, wen wird die deutsche Gesellschaft eher als „einen der ihren“ anerkennen ?
Einen hinterbayrischen Alkoholiker und halben Analphabeten der nur seinen bayrischen Dialekt sprich, rechts-außen wählt und von der Sozialhilfe lebt, oder:
Einen ehemaligen Hochschulprofesser aus Togo, der aufgrund seines Eintretens für Dmokratie und Meinungsfreiheit flüchten musste, in D Aufnahme fand, recht gutes Deutsch , allerdings mit Akzent spricht und seine Familie durch einen Job als Hilfskraft in einer Großküche durchbringt ?
Na ?
Nicht nur wird der bayrische Sozialhilfeempfänger von der Gruppe als „zugehörig“ erkannt, er wird sich vermutlich selbst dem Togolesen auch noch als Teil der deutschen Leitkultur überlegen fühlen und rechts-außen wählen, weil der Togolese ihm den Job wegnimmt, den er eh nie im Leben antreten und durchhalten würde.
Andererseits werden Fußballspieler aus frag mich nicht wo von ihren Fans als „ihre Jungs“ begeistert gefeiert, obwohl sie teilweise keine 5 zusammenhängende Sätze auf Deutsch rausbringen.
Du siehst, Sprachkenntnisse und Demokratieverständnis sind zwar feine Worthülsen, haben aber mit Integration in der Realität wenig zutun. Hier greifen ganz andere Mechanismen.
In diesem Punkt erkenne ich null Augenwischerei.
Vielleicht ist es jetzt etwas deutlicher geworden.
und bei vielen anderen Deutschen
bin ich mir sicher, dass sie einen Sch*** auf die
freiheitlich-demokratische Grundordnung legen.
das ist wohl leider so. Ist aber eine eindeutige Minderheit.
Trotzdem sehe ich nicht wieso aus diesem Grund es nicht eine
Bedingung fuer Einwanderer sein sollte die fr.-dem.
Grundordung anzuerkennen und sich dementsprechend zu
verhalten.
Oh, versteh mich nicht falsch, ich halte es für unabdingbar, dass Einwanderer gute Kentnisse der Landessprache haben und im Fall Deutschlands die freiheitlich-demokratische Grundordnung anerkennen. Nur mit Integration hat das nichts zutun.
Gruss
Marion