Lieber Herr Meyer!
Wenn sie für Dich hilfreich ist, dann bist Du aufwändig genug
konstruiert, folgen zu können, ansonsten stelle doch einfach
Fragen, um mir Gelegenheit zur Erfüllung Deiner Bitte zu
gewähren. Mir ist das Thema nämlich selbst lange nicht so
einsichtig, wie es scheinen mag, und vielleicht gelingt es uns
ja zu zweit, die Zusammenhänge einfacher zu formulieren.
Hallo Wolf, ich versuchs.
_Hei Herr Meyer!
Wenn es nun - wie Du voraussetzt - keinen eindeutigen Hinweis gibt, dann gibt es demzufolge auch keinerlei Möglichkeit, es zu beurteilen, ob uns von einem „mitgegebenen Muster“ ein Streich gespielt wird, oder nicht. Das scheint mir unhaltbar, ergo muß es eindeutige Hinweise geben, die eben aus der sog. Intuition entstammen. Für deren Erörterung stellen sich dann meines Erachtens zwei Schweierigkeiten:
>> Die erste ist per def. unüberwindlich, da unsere Ratio (die operiert, indem Widersprüche zwischen wenigstens 2 kausal verknüpften Annahmen erspürt und ausgemerzt werden, die Verküpfung „logisch“ machend) m.A.n. außerstande ist, die ihrem Wesen nach hiervon völlig verschiedene Denkungsart der Intuition zu erfassen, bzw. in sie hineinzusehen. Intuition ist ‚fensterlos‘. Sie denkt zwar auch, aber nicht rational - die Ratio ist „frei“ von der Intuition, kann stets wählen zwischen wenigstens 2 Alternativen und demzufolge auch irren, das göttlich-immanente Denken hingegen kann dies nicht…
>> Die zweite Schwierigkeit beruht auf dem Umstand, dass unser „Gefühl“ erkrankt ist, so kommen hier die von Dir genannten „Alarmglocken“ ins Spiel, „die geeignet sind, die Intuition zu übertönen.“ Diese Schwierigkeitsart ist überwindlich, weil Krankheiten Abweichungen vom Naturzustand sind und die bestimmte Ursachen haben, die als solche vom rational-/kausalen Denken erfasst bzw. diagnostiziert und demnach auch therapiert werden können. Als Ursachen kämen die „mitgebenen“ Muster in Frage, diese muß man jedoch von den „angeborenen“ Mustern der Intuition: die sog. „Instinkte“, unterscheiden. „Mitgegeben“, könnte dann z.B. mit „anerzogen“ übersetzt werden, und müssen dann in diesem Fall die Erziehungsinhalte als Intuitions-feindlich definiert werden, weil sonst würden die Alarmglocken unsere innere Stimme ergänzen und verstärken, anstatt sie zu übertönen oder gar verstummen zu lassen (Verdrängung ins Unbewusste)…
Im Grunde aber wird das Gefühl, das weiß, was gut
für einen ist, die Oberhand gewinnen und weiterhin
meistenteils innehaben.
Bezogen auf die Gesamtheit der heute lebenden Menschen kann von einem „meistenteils“ leider nicht die Rede sein, das ist erst so bei sehr wenigen Außnahmemenschen, deren Gefühle hinreichend genug gesund blieben, das falsche Alarmgebimmel nach und nach gänzlich abzuschalten. Um den ‚Kopf‘ abzuschalten, muß er erstmal richtig zum Laufen gebracht werden; alle anderen Auskünfte sind ungefähr ebenso sinnreich, wie das ‚Alles ist 1‘ als Lösung aller Probleme…
Für Deine interessante Anregung dankend!
Wolf_
Die Übersetzung in´s Vulgärdeutsche lautet:
Die erste Schwierigkeit, die das Erkennen von Störfaktoren für die eigene Eingebung beherrscht, scheint unüberwindlich:
Der Kopf kann den Bauch nicht verstehen, da sein Denken anders funktioniert. Das Denken des Kopfes ist klar strukturiert und logisch, der Bauch hingegen orientiert sich an den Gefühlen.
Nimmt man es als Gegenbild ein Restaurants, den ein Wirtschaftler (Ratio) und ein Koch (Gefühl)gemeinsam führen.
Das Ganze geht nur solange gut, wie der Koch sich nicht um die Finanzen kümmert und der Wirtschaftler nicht mit Pfannen und Töpfen scheppert. Dennoch müssen sie zusammenarbeiten und im Zweifel hat der Koch recht, denn er weiß, was den Kunden schmeckt.
Die wichtigsten Entscheidungen treffen beide zusammen.
Die zweite Schwierigkeit beruht darauf, dass in der heutigen Zeit unsere Gefühle teils oder irre geleitet sind.
Etwa durch falsch anerzogenes Denken oder Verhalten, welches den angeborenenen Instinkt überlagert oder mit ihm kämpft. Das müsste im Zweifel, wenn es Not bringt, therapiert werden.
Im Grunde sind fast alle Menschen in unserer weit entwickelten Gesellschaft in irgendeinem Bereich davon betroffen
Bitte berichtige mich bei etwaigen Fehlinterpretationen.
M