Intuition

Hallo Viktor

eigentlich dürftest Du hier gar keine Meinungen einholen
(mehr ist nicht drin) wenn Du Deinen schlauen Spruch in
Deiner „Vita“ ernst nehemen würdest.Aber man muß ja nicht
alles ernst nehmen.

Wieso das denn?

Gandhis Spruch, dem ich folge, besagt doch, dass ich die Meinungen Anderer nicht ungeprüft in mein Gedankengut übernehme, es besteht vielmehr die Bereicherung genau darin, sich diese anzuhören , sich inspirieren lassen, nachzudenken, und seine vorherige Meinung bestätigen oder wieder eine neue Variante zu bilden oder sie gar umzustoßen oder gegen eine andere zu ersetzen.

M
M

Lieber Herr Meyer!

Wenn sie für Dich hilfreich ist, dann bist Du aufwändig genug
konstruiert, folgen zu können, ansonsten stelle doch einfach
Fragen, um mir Gelegenheit zur Erfüllung Deiner Bitte zu
gewähren. Mir ist das Thema nämlich selbst lange nicht so
einsichtig, wie es scheinen mag, und vielleicht gelingt es uns
ja zu zweit, die Zusammenhänge einfacher zu formulieren.

Hallo Wolf, ich versuchs.

_Hei Herr Meyer!

Wenn es nun - wie Du voraussetzt - keinen eindeutigen Hinweis gibt, dann gibt es demzufolge auch keinerlei Möglichkeit, es zu beurteilen, ob uns von einem „mitgegebenen Muster“ ein Streich gespielt wird, oder nicht. Das scheint mir unhaltbar, ergo muß es eindeutige Hinweise geben, die eben aus der sog. Intuition entstammen. Für deren Erörterung stellen sich dann meines Erachtens zwei Schweierigkeiten:

>> Die erste ist per def. unüberwindlich, da unsere Ratio (die operiert, indem Widersprüche zwischen wenigstens 2 kausal verknüpften Annahmen erspürt und ausgemerzt werden, die Verküpfung „logisch“ machend) m.A.n. außerstande ist, die ihrem Wesen nach hiervon völlig verschiedene Denkungsart der Intuition zu erfassen, bzw. in sie hineinzusehen. Intuition ist ‚fensterlos‘. Sie denkt zwar auch, aber nicht rational - die Ratio ist „frei“ von der Intuition, kann stets wählen zwischen wenigstens 2 Alternativen und demzufolge auch irren, das göttlich-immanente Denken hingegen kann dies nicht…

>> Die zweite Schwierigkeit beruht auf dem Umstand, dass unser „Gefühl“ erkrankt ist, so kommen hier die von Dir genannten „Alarmglocken“ ins Spiel, „die geeignet sind, die Intuition zu übertönen.“ Diese Schwierigkeitsart ist überwindlich, weil Krankheiten Abweichungen vom Naturzustand sind und die bestimmte Ursachen haben, die als solche vom rational-/kausalen Denken erfasst bzw. diagnostiziert und demnach auch therapiert werden können. Als Ursachen kämen die „mitgebenen“ Muster in Frage, diese muß man jedoch von den „angeborenen“ Mustern der Intuition: die sog. „Instinkte“, unterscheiden. „Mitgegeben“, könnte dann z.B. mit „anerzogen“ übersetzt werden, und müssen dann in diesem Fall die Erziehungsinhalte als Intuitions-feindlich definiert werden, weil sonst würden die Alarmglocken unsere innere Stimme ergänzen und verstärken, anstatt sie zu übertönen oder gar verstummen zu lassen (Verdrängung ins Unbewusste)…
Im Grunde aber wird das Gefühl, das weiß, was gut
für einen ist, die Oberhand gewinnen und weiterhin
meistenteils innehaben.

Bezogen auf die Gesamtheit der heute lebenden Menschen kann von einem „meistenteils“ leider nicht die Rede sein, das ist erst so bei sehr wenigen Außnahmemenschen, deren Gefühle hinreichend genug gesund blieben, das falsche Alarmgebimmel nach und nach gänzlich abzuschalten. Um den ‚Kopf‘ abzuschalten, muß er erstmal richtig zum Laufen gebracht werden; alle anderen Auskünfte sind ungefähr ebenso sinnreich, wie das ‚Alles ist 1‘ als Lösung aller Probleme…

Für Deine interessante Anregung dankend!

Wolf_

Die Übersetzung in´s Vulgärdeutsche lautet:

Die erste Schwierigkeit, die das Erkennen von Störfaktoren für die eigene Eingebung beherrscht, scheint unüberwindlich:

Der Kopf kann den Bauch nicht verstehen, da sein Denken anders funktioniert. Das Denken des Kopfes ist klar strukturiert und logisch, der Bauch hingegen orientiert sich an den Gefühlen.

Nimmt man es als Gegenbild ein Restaurants, den ein Wirtschaftler (Ratio) und ein Koch (Gefühl)gemeinsam führen.

Das Ganze geht nur solange gut, wie der Koch sich nicht um die Finanzen kümmert und der Wirtschaftler nicht mit Pfannen und Töpfen scheppert. Dennoch müssen sie zusammenarbeiten und im Zweifel hat der Koch recht, denn er weiß, was den Kunden schmeckt.

Die wichtigsten Entscheidungen treffen beide zusammen.

Die zweite Schwierigkeit beruht darauf, dass in der heutigen Zeit unsere Gefühle teils oder irre geleitet sind.
Etwa durch falsch anerzogenes Denken oder Verhalten, welches den angeborenenen Instinkt überlagert oder mit ihm kämpft. Das müsste im Zweifel, wenn es Not bringt, therapiert werden.

Im Grunde sind fast alle Menschen in unserer weit entwickelten Gesellschaft in irgendeinem Bereich davon betroffen

Bitte berichtige mich bei etwaigen Fehlinterpretationen.

M

Die Übersetzung finde ich auch darum sehr anschaulich, weil der Ernährungstrieb derjenige von allen ist, der am wenigsten erzieherisch manipuliert, bekämpft, verdrängt wird. Falls doch pädagogisch bedingte Geschmacksverirrungen vorliegen sollten (- letzlich bemerkbar werdend an Skurbut oder sonstigen von Unwohlsein begleiteten Mangelerscheinungen), müßte also die Ernährungsnaturwissenschaft einspringen um dem das Bauchgefühl stellvertretenden Koch Gesundheits-fördernde Kochrezepturen zu entwickeln, oder?

Aber ich will nicht vorgreifen; sag besser Du, wie Du ausgehend von Deiner Übersetzung weiter überlegen würdest.

Hallo Viktor,

Diese Aussage:

Aber eines ist sicher: Intuitionen kommen nicht „aus dem
Bauch“.

ist falsch!

Sie sind das Ergebnis „abgelegter Erfahrungen“ welche momentan
das Bewußtsein so nicht erreichen.

Das sind keine Intuitionen!
Intuition ist,
wenn ich z.B. beim Trampen (ist 20 Jahre her…:smile:) spüre, in das Auto sollte ich nicht einsteigen,
wenn ich, die ich nie nachts Angst auf den Straßen habe, fühle, dass ich heute diesen Weg nicht gehen sollte,
wenn ich spüre, heute platzt der Reifen vom Auto,
wenn ich den ganzen Tag an jemanden denken muss, den ich schon Jahre nicht gesehen habe und der läuft mir dann über den Weg und der musste ebenfalls an mich denken,
… kurzum, wenn ich Dinge wahrnehme, die ich nicht wissen kann und die auch nichts mit Vorerfahrungen zu tun haben.

Früher hatte ich noch viel mehr Intuitionen, irgendwann wurden sie mir unheimlich und ich ignorierte sie. Da sich meine Intuitionen im Nachhinein als richtig bestätigten und ich bereute, nicht auf mein Bauchgefühl gehört zu haben, lasse ich heute meine Intuitionen wieder zu und lebe bestens mit ihnen!

Grüße,
jeanne

Hallo jeanne

Diese Aussage:

Aber eines ist sicher: Intuitionen kommen nicht „aus dem
Bauch“.

ist falsch!

sie ist schon richtig.

Sie sind das Ergebnis „abgelegter Erfahrungen“ welche momentan
das Bewußtsein so nicht erreichen.

Das sind keine Intuitionen!
Intuition ist,
wenn ich z.B. beim Trampen (ist 20 Jahre her…:smile:) spüre, in
das Auto sollte ich nicht einsteigen …

usw.
Das sind „Vorahnungen“ welche Möglichkeiten forcieren und
wie bei jeder Wahrscheinlichkeit dann auch Treffer erzielen.
Die vielen „Vorahnungen“ welche keine Treffer haben werden nicht
registriert.Vor allem wenn ja/nein Entscheidungen anstehen ist
die Trefferquote statistisch 50%.

… kurzum, wenn ich Dinge wahrnehme, die ich nicht wissen
kann und die auch nichts mit Vorerfahrungen zu tun haben.

Wie ich schon sagte weißt Du garnicht um die vielen „Erfahrungen“
welche Deine Entscheidung beinflussen, und „Hellseherei“ hat mit
Intuition vorerst mal nichts zu tun.
Schau auch mal nach bei
http://de.wikipedia.org/wiki/Intuition
Gruß VIKTOR

Grüße,
jeanne

Hallo,

eigentlich dürftest Du hier gar keine Meinungen einholen
(mehr ist nicht drin) wenn Du Deinen schlauen Spruch in
Deiner „Vita“ ernst nehemen würdest.Aber man muß ja nicht
alles ernst nehmen.

Wieso das denn?
Gandhis Spruch, dem ich folge, besagt doch, dass ich die
Meinungen Anderer nicht ungeprüft in mein Gedankengut
übernehme…

Der Spruch sagt aber (ohne Deine Erklärung)etwas anderes aus,
etwa in dem Sinne:„Wer viel fragt geht viel irre“.
D.h. - nicht wer sich informiert - sondern wer sich Wertungen
(Meinungen) anderer einholt um sich eine Meinung zu bilden, so
oder so.
Gruß VIKTOR

Der Spruch sagt aber (ohne Deine Erklärung)etwas anderes aus,
etwa in dem Sinne:„Wer viel fragt geht viel irre“.

Ich denke, wir dürfen dem lieben Mahatma postum soviel Schläue zumuten, dass er wusste, was er da sagt.

D.h. - nicht wer sich informiert - sondern wer sich Wertungen
(Meinungen) anderer einholt um sich eine Meinung zu bilden, so
oder so.

Kein Mensch kommt als fertig kontourierte Persönlichkeit auf die Welt gepurzelt.

Meine Meinung über irgendetwas bilde ich mir immer aus der Summe, oder der Differenz verschiedener Betrachtungen, oder Zuarbeiten und Vorlagen anderer.
Und ich leiste mir auch, zu einem Thema mal keine Meinung zu haben.

Und ich muss nicht erklären, warum ich z.B. Franz Josef Strauß´ Politik gut fand und wie ich zu dieser Meinung kam, oder dass, um mal in Indien zu bleiben, ich die Meinung nicht teilen kann, sich darüber aufzuregen, dass die Regierung ehrgeizige Weltraumprojekte hat, und gleichzeitig die Bauern nichts zu fressen haben.

Die Weltraumprojekte sind eine Investition in die Zukunft des Landes. An dem Armutsproblem würde sich langfristig nichts ändern, wenn man den Leuten für das Geld Reis kaufen würde.

Weil es ganz andere Ursachen hat.

Aber ich bin ganz abgeschwiffen.

Ich kann meine Meinung ändern, wenn ich erkenne, dass sie „falsch“ war, dass andere Menschen mir Impulse bringen. Falsch wäre nur, sie, wie oben schon geschrieben, sie alle ungeprüft in mich aufzunehmen.

M (M beinhaltet bereits die Grußformel)

Gruß VIKTOR

Sie sind das Ergebnis „abgelegter Erfahrungen“ welche momentan
das Bewußtsein so nicht erreichen.

Hallo Jeanne!

Das sind keine Intuitionen!

Das sollte man vielleicht nicht so knallhart trennen.

Intuition ist,
wenn ich z.B. beim Trampen (ist 20 Jahre her…:smile:) spüre, in
das Auto sollte ich nicht einsteigen,

Das Auto bietet ein gewisses Signal, unterbewusst erkennst daran etwas, ohne es beschreiben zu können. Ein mir bekannter Polizist, der nachts Streife fährt, erkennt auch seine Pappenheimer, bzw. wo etwas „faul“ ist, ohne erklären zu können, woran das erkannt wird. Beim Anhalten des Verkehrsteilnehmers bestätigt sich diese Vorahnung regelmäßig (Alkohol, Drogen, kein Führerschein, per Haftbefehl gesucht, Meyer am Steuer :wink: usw.usf.).

In meiner Tätigkeit muss ich auch eine wahr/falsch Erkennung durchführen und ich stelle auch immer fest, dass mein Vorgefühl nicht getrogen hat. Mit irgendwas verraten sich die Leute immer, sie senden unbewusst Signale aus, die ich genauso unbewusst registriere.

Über einen halbdurchlässigen Prismenspiegel, sicher eine kompliziert ersonnene Apparatur, wird die gewonnene Erkenntnis in das Entscheidungszentrum übertragen, nachdem sie im Unterbewusstsein mit abgespeicherten Erlebnissen und Mustern verglichen wurde. So stelle ich mir vor, dass es funktioniert.

wenn ich den ganzen Tag an jemanden denken muss, den ich schon
Jahre nicht gesehen habe und der läuft mir dann über den Weg
und der musste ebenfalls an mich denken,

Ähnliche Phänomene kenne ich auch.

… kurzum, wenn ich Dinge wahrnehme, die ich nicht wissen
kann und die auch nichts mit Vorerfahrungen zu tun haben.

Vielleicht weißt du die ja, und weißt das nur nicht.
Es passiert zu häufig, als dass es Zufälle sein könnten.
Eine Erklärung ist mit Sicherheit möglich. Hat aber vielleicht weniger
mit Intuition zu tun.

Früher hatte ich noch viel mehr Intuitionen, irgendwann wurden
sie mir unheimlich und ich ignorierte sie. Da sich meine
Intuitionen im Nachhinein als richtig bestätigten und ich
bereute, nicht auf mein Bauchgefühl gehört
zu haben, lasse ich heute meine Intuitionen wieder zu und lebe
bestens mit ihnen!

Das ist gut :smile:

Ich wollte für mich wissen, wann sind es Intuitionen und wann ist es Selbstgesponnenes, anwohand man das erkennen könne.

M

Hallo,

Der Spruch sagt aber (ohne Deine Erklärung)etwas anderes aus,
etwa in dem Sinne:„Wer viel fragt geht viel irre“.

Kein Mensch kommt als fertig kontourierte Persönlichkeit auf
die Welt gepurzelt.
Meine Meinung über irgendetwas bilde ich mir immer aus der
Summe, oder der Differenz verschiedener Betrachtungen, oder
Zuarbeiten und Vorlagen anderer.

ich denke, wir unterscheiden hier doch unter reinen Meinungen
(Statements !) und begründeter nachvollziehbarer Argumentation.
Auch wenn es da Zwischenstufen gibt, so ist Meinung eben erst einmal
nichts, was Erkenntnis stützen kann. Glauben kann dadurch
gestützt werden wenn ich der bezeugten Meinung vertrauen kann
aus Erfahrung oder wie auch immer.Oder meine Meinung (mein Irrtum !)
kann gestützt werden, oder es wird nach Meinungen anderer gesucht
welche meine Meinung zu stützen.(damit ich recht habe ?)
Ja -dies wird auch Dir bekannt sein- es wird als „Argument“ mißbraucht
der Vorhalt, "der und der, oder die Persönlichkeit hat auch diese
Meinung also muß Deine gegenteile Meinung fragwürdig (falsch) sein .
Ist übrigens eine beliebte Methode von einigen Schlaumeiern hier
im Forum um andere mundtot zu machen.
Der von mir zitierte Spruch müßte eigentlich genau lauten:
„Wer viel Meinung erfragt geht viel irre“ weil hier die
Kriterien der Erkenntnisfindung nicht erkannt sind.
Gruß VIKTOR