Isotonisch?

Was steckt hinter dem Wort?

Folgendes sagt mein Wörterbuch:
isotonisch «Adj.» (Chemie): (von Lösungen) gleichen osmotischen Druck habend

Doch irgendwie bringe ich das Wort in Verbindung mit Mineralstoffen und Spurenelementen.

Bedeutet isotonisches Getränk nur, daß die Flüssigkeit den „Körpersäften“ vom Druck genau entspricht?

MfG
Gregor

Hallo Gregor,

auf die NaCl-Konzentration im menschl. Blut bezogen, liegen in einem „isotonischen“ Getränk gleiche osmot. Druckverhältnisse vor.

Das Blut kann als 0,9%ige Kochsalzlösung bezeichnet werden. Diese Konzentration nennt man auch physiologisch(e NaCl), also den körperlichen Notwendigkeiten entsprechend.

Wenn nun ein Getränk z.B. ebenfalls so hergestellt wird, dass es 0,9% NaCl (9 g Salz pro 1 Liter) u.a. enthält, dann ist das Getränk isotonisch.

Bei Profi-Sportarten, die ein extremes Schwitzen (mehrere Liter Schweiß am Tag - Tour de France, etc.) mit sich bringen, genügt der viertelstündliche Schluck Wasser aus der Flasche nicht mehr. Wer extrem viel Flüssigkeit verliert, verliert auch sehr viel Salz, daher soll in diesen selten extremen Fällen das isotonische Getränk dafür sorgen, dass der Kreislauf stabil bleibt, wobei neben NaCl auch andere Salze eine wichtige Rolle spielen.
Hypotnisch ist das Getränk, wenn es weniger als 0,9% NaCl enthält, usw.

Die Getränkeindustrie liefert gerne isotonische Getränke, die ungefähr den Salzgehalt des Blutes haben sollen. Das Versprechen der Hersteller, dass diese Getränke am schnellsten vom Körper aufgenommen werden, ist allerdings - wegen der nicht genutzten Osmose - eher im Bereich der Werbemärchen anzusiedeln.
Nicht besonders sportlerfreundlich ist auch der Zuckergehalt solcher Getränke.

Tatsächlich sind hypotonische Getränke für den Sportler
geeigneter, um den Flüssigkeitsverlust schneller auszugleichen.

Gruß, Renate

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Danke

Fast…
…richtig, Renate (ein Feehler, hehe, und das bei Dir, hihi, da muß ich gleich mal auf Dir rumhacken).

Hallo Gregor,

auf die NaCl-Konzentration im menschl. Blut bezogen, liegen in
einem „isotonischen“ Getränk gleiche osmot. Druckverhältnisse
vor.

Nicht auf die NaCl-Verhältnisse, sondern auf die Gesamtionenkonzentration, der Mensch hat mehr als Natrium und Chlorid im Blut.

Das Blut kann als 0,9%ige Kochsalzlösung bezeichnet werden.
Diese Konzentration nennt man auch physiologisch(e NaCl), also
den körperlichen Notwendigkeiten entsprechend.

Glucose? Kalium? Kalzium?

Wenn nun ein Getränk z.B. ebenfalls so hergestellt wird, dass
es 0,9% NaCl (9 g Salz pro 1 Liter) u.a. enthält, dann ist das
Getränk isotonisch.

Auch nicht ganz richtig: Die Getränke sind so hergestellt, daß es der Plasmaosmolarität entspricht, und die ist 290-300 mosm pro Liter.
D.h. nur, daß pro Liter Flüssigkeit grob geschätzt 2*10 hoch 23 gelöste Teilchen drin sind, und da nehmen die leider nicht nur Na und Cl sondern sehr gern auch C6H12O6.

Bei Profi-Sportarten, die ein extremes Schwitzen (mehrere
Liter Schweiß am Tag - Tour de France, etc.) mit sich bringen,
genügt der viertelstündliche Schluck Wasser aus der Flasche
nicht mehr. Wer extrem viel Flüssigkeit verliert, verliert
auch sehr viel Salz, daher soll in diesen selten extremen
Fällen das isotonische Getränk dafür sorgen, dass der
Kreislauf stabil bleibt, wobei neben NaCl auch andere Salze
eine wichtige Rolle spielen.
Hypotnisch ist das Getränk, wenn es weniger als 0,9% NaCl
enthält, usw.

Die Getränkeindustrie liefert gerne isotonische Getränke, die
ungefähr den Salzgehalt des…

Plasmas

…haben sollen.

Das Versprechen der Hersteller, dass diese Getränke am schnellsten
vom Körper aufgenommen werden, ist allerdings - wegen der
nicht genutzten Osmose - eher im Bereich der Werbemärchen
anzusiedeln.
Nicht besonders sportlerfreundlich ist auch der Zuckergehalt
solcher Getränke.

Voll korrekt

Tatsächlich sind hypotonische Getränke für den Sportler
geeigneter, um den Flüssigkeitsverlust schneller
auszugleichen.

Tschuldigung, aber die Verlockung war einfach zu groß.

Und jetzt bitte Applaus, :wink:

C++

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Hi Gregor!

Du weißt jetzt zwar schon alles, aber wo ich grad über das Thema stolpere:

http://www.baywasch.de/fit4more/fit4more_fastdrink_…

hat eine befreundete www-lerin frisch geb®aut.

Stay tuned, C:smile:ra

Hi,m hier der Applaus für dich,
in meinem Blut is manchmal überwiegend Alkohol.
Tschüß

Hi,m hier der Applaus für dich,
in meinem Blut is manchmal überwiegend Alkohol.
Tschüß

…dankedanke, ich bin ja so eine bescheidene Natur.
Alk verändert aber die Osmolarität des Blutes nicht (höchstens durch den Verdünnungseffekt…)

c+

…richtig, Renate (ein Feehler, hehe, und das bei Dir, hihi,

: da muß ich gleich mal auf Dir rumhacken).

ich mach’ schon wieder Überstunden *g*

ja Chris, ich habe ich mich schon reichlich ungeschickt ausgedrückt, indem ich nur die NaCl-Konzentration
herausgepickt hatte und dies zwar etwas weiter unten mit „u.a. unter anderem“ gekennzeichnet hatte. Ich
kann eine isotonische NaCl-Lösung (z.B. per infusionem) nicht direkt mit den Drinks vergleichen und will
das ja auch gar nicht…

Was nun die isoton. Getränke angeht, so wird die Isotonie eines Getränks durch Mineralstoff- und / oder
Zuckerzusatz erreicht. Bei manchen Getränken bezieht sich das Wort „isoton“ nur auf den Vitamin- und
Mineralstoffgehalt. Die Gesamtteilchenzahl eines Getränks ist dann zwar mit den Blutplasmawerten isoton,
aber die einzelnen / absoluten Konzentrationen müssen noch lange nicht mit dem jeweiligen Blutplasma-Wert (Ca, Mg, Na,…) überein stimmen.

::
:: auf die NaCl-Konzentration im menschl. Blut bezogen, liegen in
:: einem „isotonischen“ Getränk gleiche osmot. Druckverhältnisse
:: vor.
:
: Nicht auf die NaCl-Verhältnisse, sondern auf die
: Gesamtionenkonzentration, der Mensch hat mehr als Natrium und
: Chlorid im Blut.

Daran gibt’s nichts zu rütteln :smile:
Nur die Zusammensetzung dieser Getränke ist nicht in allen Fällen so transparent.

:: Das Blut kann als 0,9%ige Kochsalzlösung bezeichnet werden.
:: Diese Konzentration nennt man auch physiologisch(e NaCl), also
:: den körperlichen Notwendigkeiten entsprechend.
:
: Glucose? Kalium? Kalzium?
Klar, auch die, und Mg und …
:
:: Wenn nun ein Getränk z.B. ebenfalls so hergestellt wird, dass
:: es 0,9% NaCl (9 g Salz pro 1 Liter) u.a. enthält, dann ist das
:: Getränk isotonisch.
:
: Auch nicht ganz richtig: Die Getränke sind so hergestellt, daß
: es der Plasmaosmolarität entspricht, und die ist 290-300 mosm
: pro Liter.
Im Durchschnitt kann sogar davon ausgegangen werden, dass die
Osmolarität von Schweiß ca. die Hälfte der Plasmaosmolarität beträgt. Ein aus dieser Sicht ideales
Getränk als Ersatz für den Wasser- und Elektrolytverlust wäre daher ebenfalls ein vergleichbar hypotones
Getränk.

: D.h. nur, daß pro Liter Flüssigkeit grob geschätzt 2*10 hoch
: 23 gelöste Teilchen drin sind, und da nehmen die leider nicht
: nur Na und Cl sondern sehr gern auch C6H12O6.

Na ja, wenn man bedenkt, dass diese Getränke speziell bei „Ausdauersportarten“ und hohen
Schweißverlusten empfehlenswert sind, dann wird die Glukose vom Körper gebraucht, sie unterstützt sogar
eine schnellere Aufnahme der Flüssigkeit im Dünndarm.
Ein Fruchtsaftgetränk das u.U. kaum Mineralstoffe, wie Mg oder Ca enthält und aufgrund hoher
Glukosekonzentration hyperton ist, wird viel langsamer resorbiert.
::
:: Bei Profi-Sportarten, die ein extremes Schwitzen (mehrere
:: Liter Schweiß am Tag - Tour de France, etc.) mit sich bringen,
:: genügt der viertelstündliche Schluck Wasser aus der Flasche
:: nicht mehr. Wer extrem viel Flüssigkeit verliert, verliert
:: auch sehr viel Salz, daher soll in diesen selten extremen
:: Fällen das isotonische Getränk dafür sorgen, dass der
:: Kreislauf stabil bleibt, wobei neben NaCl auch andere Salze
:: eine wichtige Rolle spielen.
:: Hypotnisch ist das Getränk, wenn es weniger als 0,9% NaCl
:: enthält, usw.
::
:: Die Getränkeindustrie liefert gerne isotonische Getränke, die
:: ungefähr den Salzgehalt des…
:
: Plasmas
:
:: …haben sollen.
:
:
:: Das Versprechen der Hersteller, dass diese Getränke am schnellsten
:: vom Körper aufgenommen werden, ist allerdings - wegen der
:: nicht genutzten Osmose - eher im Bereich der Werbemärchen
:: anzusiedeln.
:: Nicht besonders sportlerfreundlich ist auch der Zuckergehalt
:: solcher Getränke.
::
:
: Voll korrekt
:
:: Tatsächlich sind hypotonische Getränke für den Sportler
:: geeigneter, um den Flüssigkeitsverlust schneller
:: auszugleichen.
::
:
: Tschuldigung, aber die Verlockung war einfach zu groß.
:
: Und jetzt bitte Applaus, :wink:

den hast du dir jetzt reichlich verdient! *g*

: C++

Renate

(die isotonische Getränke Leuten wie Lance Armstrong überlässt und sich bei lääängeren Radtouren lieber
mit Mineralwasser und Co. zufrieden gibt, weil sich bei ihr sonst „alles“ garantiert sofort auf die C6H12O6
stürzen würde :o)

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Hallo Renate,

Nicht besonders sportlerfreundlich ist auch der Zuckergehalt
solcher Getränke.

könntest Du mir das bitte näher erläutern? Zu viel oder zu wenig?
Wenn zu wenig - das wäre mir verständlich.
Wenn zu viel - da wäre ich für genauere Erläuterungen dankbar. Ich bin ernährungsphysiologisch eher ein Laie, aber mein biochemisches Wissen legt bei großen Anstrengungen eher einen hohen Glucosebedarf nahe…

Viele Grüße

Stefan

…ihr scheint alle mich ernster zu nehmen als ich selber, *g*.

c

…ihr scheint alle mich ernster zu nehmen als ich selber, *g*.

c

das bist du uns doch wert!
Und jeder wird hier erst mal ernst genommen … :wink:

R

Hallo Stefan,

Nicht besonders sportlerfreundlich ist auch der Zuckergehalt
solcher Getränke.

könntest Du mir das bitte näher erläutern? Zu viel oder zu
wenig?
Wenn zu wenig - das wäre mir verständlich.
Wenn zu viel - da wäre ich für genauere Erläuterungen dankbar.
Ich bin ernährungsphysiologisch eher ein Laie, aber mein
biochemisches Wissen legt bei großen Anstrengungen eher einen
hohen Glucosebedarf nahe…

Wenn es um die Rehydration während des Sports geht, möchte man, dass der Körper die Flüssigkeit so schnell wie möglich aufnimmt. Das funktioniert aber nicht so schnell, wenn man hypertone Getränke zu sich nimmt (bezüglich Mineralstoffe und Glukose). Denn hypertone Getränke wie unverdünnte Säfte oder gar Limonadengetränke (Cola, Red Bull), sog. Isogetränke mit hohem Zuckeranteil, auch entsprechend mit viel Glukose angereicherte selbsthergestellte Getränke, versorgen den Körper nur verzögert mit Flüssigkeit!!!
Viel rascher werden isotonische bis schwach hypotone Getränke resorbiert!

Bei der Resorption eines hypertonen Getränks wird dem Körper zunächst einmal Wasser entzogen, um eine Angleichung an physiologische Verhältnisse zu schaffen, damit die Resoption stattfinden kann - das braucht etwas Zeit. Das bezieht sich gleichermaßen auf eine Überladung mit Zucker als auch mit Mineralstoffen.
Das erklärt auch, warum übersüßte Getränke weiteren Durst nach sich ziehen.

Der Zuckergehalt darf also nicht zu hoch (> 10 Prozent) sein, weil sonst die Magenpassagezeit erhöht wird.

Man kann ein Getränk danach auswählen, wenn es auf

  • hohe Energiezufuhr ankommt (Kohlenhydrat-Anteil in Getränken bis zu 15 Prozent) oder eher auf
  • schnellen Flüssigkeitsersatz (Kohlenhydrat-Anteil unter 10 Prozent).

Viele Grüße, Renate

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Hi,

Man kann ein Getränk danach auswählen, wenn es auf

  • hohe Energiezufuhr ankommt (Kohlenhydrat-Anteil in
    Getränken bis zu 15 Prozent) oder eher auf
  • schnellen Flüssigkeitsersatz (Kohlenhydrat-Anteil unter 10
    Prozent).

Das hätte gereicht…aber auch für den Rest: Vielen Dank

Gruß Stefan

Wenn das die Tour-de-Franc’ler wüßten…
Hi Renate!

Alles sehr schön wissenschaftlich beschrieben hier, aber warum lassen sich gerade diese Extremsportler vor dem Finale oft richtige Coca-Cola vom Teamfahrzeug übereichen?
Ich meine jetzt nicht die mit Werbeaufdruck versehenen Trinkflaschen, sondern die richtigen Einweg-Dosen.
Ich habe es selber so vom Trainer gelernt, daß Cola als kurzfristiger aber schneller(!) Energielieferant vor dem Finale durchaus Sinn macht.
Und da ich das auch schon bei (medizinisch schließlich erstklassig betreuten) Profis beobachtet habe, kann ich mich Deinen Ausführungen nicht so ganz anschließen.

Gruß

Markus