Hi Marion,
Mit der Gründung des Staates Israels ging eine massive
Vertreibung und Enteignung der bis dato auf dem Land lebenden
Bevölkerung einher.
Das finde ich zwar nicht konventionell falsch, aber es fehlt die Hälfte und zwar die, die blosses Unrecht zu Tragik werden lässt. Das, was fehlt, ist natürlich das von Hicham Bekouri so schön poetisch als „Widersetzungskrieg“ bezeichnete Vorgehen von Haschemiten, Syrern, Ägyptischen Ex-Kolonialmilitärs und lokalen Palästinensern, sich dem Entscheid der UNO zu widersetzen, und zu versuchen, die Juden ins Meer zu treiben. Das haben sie 1. nicht zu wege gekriegt und 2. als Projekt eines generellen arabischen Aktivistentums aber auch nie aufgegeben, sondern stets mehr oder weniger qualifiziert, aber immer jedenfalls blutig verfolgt. Was wiederum Israel die Möglichkeit gab, seinen Bestand militärisch komfortabeler zu befestigen als politisch wagen zu müssen, ihn rechtlich-verbindlich zu definieren. Wenn Israel endlos bedroht ist, dann kann man nicht erwarten, dass es seine Grenzen endlich definiert. Für jüdische Fundis natürlich geradezu ein Mekka, was ihnen da die arabischen Strategen bescheren.
Tragisch ist das insofern für die Palästinenser, als das Land, was zur Aufteilung zwischen ihnen und den Juden vorgesehen war, hierfür jedoch von arabischer Seite nicht in Betracht gezogen wurde, sondern vielmehr nur als Aufführungsstätte einer von zwei Möglichkeiten zugelassen wurde: Nähmlich als entweder ein killing-field für die Juden, oder als eine Wagenburg für die Juden. Nach vier vergeigten Kriegen war und ist das betreffende Gebiet halt bis heute eine Wagenburg für die Juden. Wäre es das nicht, dann gäbe es keine Juden mehr. Das die arabischen Strategen seit Jahrzehnten von mehr reden als sie können, heißt nicht, dass man glauben muss, sie würden es bestimmt nicht tun, wenn sie es mal könnten. Ich fühle mich da manchmal ein wenig genötigt, anzunehmen dass dieses Leute schlicht verrückt sind, aber, mit Verlaub: in eine Zwangsjacke stecken müssen die Araber dann diese Leute schon selbst. Und auch ein noch so weit erhärteter Verdacht, dass die arabichen Führer, die gegen Israel das grosse Wort führen, schlicht einen Kanll haben könnten, kann es mir den Israelis nicht verübeln, wenn sie sich einmauern. Dafür, dass sie sich möglichst verlustarm verteidigen möchten, habe ich (inzwischen) ein gewisses Verständnis.
Das ist tragisch für die Leute, die damit um die Möglichkeit gebracht wurden, sich mit den Juden Palästina aufzuteilen; und das ist nicht einfach dasselbe, wie „nur“ „eine massive Vertreibung und Enteignung“. Letztere ist es auch, aber nicht nur. Wenn jemand vier Kriege verloren hat, dann kann dieser Jenige die Überlebenden seiner verfehlten Kriegsziele irgendwann nicht mehr so richtig legitim als „Landräuber“, etc. anklagen, sondern muss irgendwann mal einsehen, dass seine Verhandlungschancen nicht von den Zionisten, sonstwem Schlimmen geraubt worden sind, sondern von den Strategen in Damaskus und Kairo verpulvert worden sind. „Vermasselt“ müsste man wohl sagen.
Wenn du dir die Weltgeschichte anschaust, dann gibt es nur
drei Szenarien, die langfristig zu einem friedlichen Ende
solcher aggressiven Landgewinne führt:a) Die bis dato in dem Land lebende Bevölkerung wird komplett
oder nahezu ausgerottet, kümmerliche Reste werden assimiliert.
Beispiele: Nordamerika, Australien etc.
Na ja, immerhin durften noch ca. 10.000 Navajos den USA helfen, den 2. Weltkrieg zu gewinnen (als Funkverschlüsseler per Indianersprache) und einige Reservate und autonome Gebiete dürfen immer wieder mal noch durch Verstöße gegen internationales Recht aufallen (Überziehung von Fischereiquoten, Illegale Gladiatorenspiele, etc.) aber ingesamt heisst, sich nicht zu assimilieren, z.B. Alkohol zu trinken ohne ihn zu vertragen, durchaus zu sterben, auszusterben. Assimilieren würde heissen, entwedern nicht triniken, oder das Trinken zu vertragen. Es gäbe zu diesem Thema noch endlos viele Fußnoten zu machen, ohne dass es erfreulicher würde; aber das Verdikt mit dem „ausrotten“ bekäme schon ein paar Kratzer ab. Wie „ausrotten“ wirklich geht, wissen wir ja eigentlich in Deutschland recht genau; das man auch noch auf andere Art aussterben kann, sollte daher damit nicht so einfach in Eins gesetzt werden.
b) Die bis dato in dem Land lebende Bevölkkerung erhält die
Autonomie und das Recht dort zu leben zurück, zum Teil auf
Kosten der Privilegien der eingewanderten Bevölkerung.
Beispiele: Südafrika, Namibia, Simbabwe, Mittel- und
Südamerika, andere ehemalige Kolonien
Stimmt. Kam vor. Allerdings war ein Mandela kein Arafat und Angola war nicht Syrien, etc. Die Schülerdemos von Soweto waren keine Selbmordsattentatsorgie und hatten auch keine Panzerarmeen in der Hinterhand. Dass man als ehemals privilegierte Einwanderungsbevölkerung gleichwohl reinfallen konnte, zeigt die Entwicklung in Simbabwe.
Zum Abschluss eines Friedens in diesem Sinne ist kein arabischer Mandela in Sicht, deswegen dürfte es damit wohl auch so schnell nichts werden.
c) Die bis dato in dem Land lebende Bevölkerung erhält
ausreichend Kompensation und Unterstützung in anderen Ländern
Fuß zu fassen, dass eine Rückkehr (selbst wenn möglich)
unattraktiv wird. Beispiele: Sudetendeutsche
Wobei sooo anders die „anderen Länder“ auch nicht sind und nicht sein müssen. Ein Österreichischer Stratege hat mir die Möglichkeit einer Jugend an den Wirkungsstätten meiner Oma vermasselt. Nach einem längeren Umweg, der bedingt war durch die zeitweiligen Einflüsse amerikanischer unsd sowjetischer Strategen in Europa, habe ich allerdings schon seit ca. 15 Jahren die Möglichkeit, mich dort niederzulassen. Ich würde weniger verdienen und es wäre alles etwas katholischer, aber dafür würden die Leute wenigstens eine ordentliche Sprache sprechen, und nicht „Wasserpolnisch“ wie meine Oma. Pragmatisch ziehe ich es vor, hier zu leben; aber gleichwohl blicke ich als Europäer nicht ohne eine gewisse Genugtuung auf die MÖGLICHKEIT, auch dort zu leben, wo meine Sippschaft herstammt. Auf die Idee, dort aber auch dann leben zu wollen, wenn ich dort Bomben einschmuggeln wollte und dem Rest der Welt etwas vorzunölen, wenn ich das dann verboten kriegte, komme ich jedoch irgendwie nicht und ich vermisse eine solche Idee im Haushalt meines Verlangens auch irgendwie keineswegs.
Nicht wirklich funktioniert hat bislang eine
Zwei-Staaten-Regelung. Beispiel: Indien-Pakistan,
Jetzt würde ich aber mal die Gotteshäuser in den Dörfern lassen; noch sind die beiden ja auch nicht völlig miteinander gescheitert. Immerhin gelang es den beiden, ihre Kriege jeweils einigermassen ordentlich zu beenden und ihren Dauerkonfklikt regional eingegrenzt zu halten. Und das gelingt in Nahost ja gerade nicht. Ein Dauer - „Widersetzungskrieg“
wird da am köcheln gehalten und das zugrunde liegende Elend wird mit Geldzuwendungen gepflegt, von denen die meisten Länder Afrikas nur träumen können.
ehemaligesJugoslawien etc. da dies häufig mit ethnischen Säuberungen
einhergeht
Und bei „ethnischen Säuberungen“ würde es ja wohl nach Lage der Dinge nicht bleiben, sondern die Aufgabe des Anspruchs, Isreal im Wege einer „zu vollendenden Befreiung“ auszulöschen, wäre der springende Punkt. Zahlreich genug sind die Araber, um dem großmäuligen Schwachsinn, den ihre Führer diesbezüglich bisher verkündet haben, doch eine gewisse Bedeutung beilegen zu müssen und unfähig genug waren sie, um den Palästinensern von Krieg zu Krieg die Verhalndlungschancen immer weiter zu verhagenln.
So schlimm ist es wiederum in Ex-Jugoslawien nicht.
und die neuen Staaten sich extrem feindlich
gegenüber stehen.
Und zwar die vielen Großen im obigen Sinne und der eine Kleine halt notgedrungen, aber dafür erfolgreicher. Die Tragik der Lage (für die Palästinenser) gründet hier in der Absurdität der Haltung von arabischen Führungen und Öffenlichkeitsteilen, wobei hieran natürlich auch genügend Palästinenser mitwirken.
Da für Israel/Palästina keine der unter a) bis c) aufgeführten
Möglichkeiten in Betracht kommt, wird diese Region auch auf
lange Sicht von gewalttätigen Auseinandersetzungen geprägt
sein.
Das sehe ich auch so. Nur eben unter Hinzufügung des vorher gesagten zum Ausgangspunkt des „Landraubes“. Das Land ist requiriert geblieben, damit es nicht zum killing field als Konsequenz eines ebenso trotzigen wie ohnmächtigen Ehrenstandpunktesn werden konnte, der dem kleinen David dadurch beizukommen sucht, dass man ihm eine häßliche Notwehrdauerpose aufnötigt. Das können die Araber und mehr aber nicht.
Irgendwie ein Scheiß-Spiel.
Anständige Araber sollten eigentlich kein Problem damit haben, einzusehen, dass ihr Problem unmöglich die Juden sein können, sondern nur ein dumm-stolzer Ehrentrotzstandpunkt eines Teils ihrer Führungen und ihrer Öffentlichkeit sein kann.
Immerhin erfährt man aus diese ganzen Misere zumindest, auf was man als Europäer eigentlich stolz sein könnte; also mir geht’s jedenfalls so.
Gruß,
Thomas

