Bei unserem Sohn wird ein ADSH vermutet. Ich habe die privatärztliche Rechnung an die Beihilfestelle meines Mannes gesendet mit der Bitte um Übernahme der Kosten für die Videodiagnostik. Ich bekam eine Absage mit der Begründung , dass ADSH nicht wissenschaftlich anerkannt sei und keine anerkannten Studien dazu vorlägen. Ist das so richtig? ADSH ist doch auch klassifiziert und das Medikament Ritalin wird gezahlt. Wer weiß es genau? Vielen Dank für gute Antworten!!
Nur ein kleiner Tipp:
Ich würde die Finger von Ritalin und von den Medikamenten dieser Klasse lassen. Ich weiß, Sie wollen Ihrem Sohn das Beste, aber das „Medikament“ empfehle ich bei bestem Willen nicht.
Es macht eher mehr kaputt als zu helfen.
Hallo,
Richtig! 
Zudem es mittlweile vermehrt Hinweise darauf gibt, dass Ritalin Alzheimer verursacht.
Anja
ein paar Zahlen, Daten, Fakten
Hallo zusammen!
ADHS ist wissenschaftlich anerkannt, und lange bewiesen.
http://www.zentrales-adhs-netz.de/i/forschung_erw.ph…;
http://psychiatrie.charite.de/index.php?id=23029
Wenn sich eine Krankenkasse weigert die Diagnostik dafür zu zahlen, dann würde ich mir das nicht bieten lassen!
Wobei der Einsatz von Videodiagnostik meines Wissens zumindest von den gesetzl. Krankenkassen nicht gezahlt wird.
SO, und nun zu den MEdikamenten.
Ich bin selbst ADS-lerin, habe ein ADS-Kind großgezogen, und Ihr könnt mir glauben dass ich weiß, wovon ich spreche.
Zunächst allerdings hätte ich gern Quellen für die Aussage, dass Methylphenidat Alzheimer verursacht.
Und nein, es verursacht auch keinen Parkison
http://www.adhs-deutschland.de/pdf/pdf0018.pdf
Wie man letztendlich ein ADS behandelt, liegt auch an den Begleitumständen.
Mittlerweile gilt eine multimodale Behandlung als state of the art.
Das heißt Medikamente PLUS weitere Therapien.
Ich selbst nehme bei Bedarf Methylphenidat, und das sporadisch seit etlichen Jahren.
Es handelt sich unbestritten um ein hochwirksames Medikament, das man gewiss nicht mit der Gießkanne verteilen sollte, daher wehre ich mich gegen unqualifizierte Äußerungen auf Bild-Zeitungs-Niveau.
Angelika
Hallo,
Diese Studie kenne ich. Ist leider nicht so gut zu gebrauchen, da ein Test über 14 Monate nicht wirklich als Langzeitstudie gewertet werden kann. Wenn man als Kind Ritalin eingenommen hat, ist man 30 Jahre später so um die gute 40 Jahre alt. Um aber wirklich einen Einfluß auf die Alzheimer Erkrankung sehen zu könne, braucht man in diesem Fall 50 Jahre nach der Einnahme.
Leider gibt es doch Hinweise, dass ein Alzheimer möglich ist.
Wir warten einfach ab, und wenn du nach 20 Jahren keine Demenz hast, hast du Recht gehabt.
So ich gehe dann wieder meine Bildzeitung lesen 
Liebe Grüsse
Anja
P.s. Quelle: „Risk factors for dementia“ http://www.uptodate.com
ADHS ist wissenschaftlich anerkannt, und lange bewiesen.
Nein, ist es nicht. Auch deine Links beweisen nichts.
Wenn sich eine Krankenkasse weigert die Diagnostik dafür zu
zahlen, dann würde ich mir das nicht bieten lassen!
Es geht nicht um die Krankenkasse, sondern, wie die TE schrieb, um die Beihilfe. Man könnte auch sagen, um deine Steuergelder. Die Beamten in der Beihilfestelle sollte man für ihre klaren Worte loben.
weitere Zahlen, Daten, Fakten
Hallo!
ADS ist grob gesagt eine Stoffwechselstörung im Gehirn. Aber da wir hier ja einen Neurobiologen haben, wird der das gewiss besser erklären können als ich.
Hier eine recht einfache, aber verständliche Erläuterung dazu:
http://www.kinderaerzte-im-netz.de/bvkj/krankheit/sh…
Und wer sich wirklich in die Thematik einlesen möchte, dem kann ich diese Seiten empfehlen:
Methylphenidat gibt es seit rundherum 60 Jahren, es ist also durchaus schon lange „in Benutzung“ - übrigens nicht nur bei ADS, sondern z.B. auch bei anderen Erkrankungen.
Durch Verbandsarbeit und auch im privaten Bereich kenne ich reichlich Leute, die bereits als Kinder, also vor gut 40 Jahren, MPH bekamen.
Woher also kommt die BEhauptung, MPH würde ALzheimer erzeugen?? Ich wäre wirklich für eine seriöse Quelle dankbar.
Was mir überhaupt nicht gefällt sind Aussagen von Leuten, die nicht selbst betroffen sind, sondern von irgendwem irgendwas gehört haben. Da kommen die abenteuerlichsten Geschichten an Tageslicht.
Verschwiegen wird leider, dass nicht die äußere Unruhe bzw. Lahmheit die wahre Erkrankung ist, sondern die ganzen Komorbiditäten, die am ADS dranhängen.
Wie z.B. Suchterkrankungen, Essstörungen, Depressionen, etc. etc. dazu hat Prof. Helga Simchen u.a. dieses Buch herausgegeben, das man online lesen kann, also wer mag:
http://books.google.de/books?id=8qJSb_GlNU0C&pg=PA75…
Und um auf die Steuergelder zu sprechen zu kommen:
Könnte man alle Betroffen *adäquat* behandeln (und das heißt für mich ausdrücklich NICHT, dass jeder medikamentös eingestellt werden muss) würde das viel Geld sparen, was jetzt z.B. in die Unterstützung von chronisch Kranken (ja, es gibt viele ADS-ler, die zu 100% durch ihre Aufmerksamkeits- und Impulskontrollstörung schwerbehindert sind) investiert werden muss.
Angelika
Also über ADHS gibt es Ansätze, wie diese „Krankheit“, wenn man es so nennen will, entstanden sein könnte.
Man nimmt (zumindest jetzt) an, dass ein falscher Filterungsprozess in den inneren Kerngebieten des Gehirns als Ursache dafür steht. Genauer gesagt, die Filterungschleife des Striatums, die bestimmte Inhalte immer wiedergibt und durch dieses ständige wiedergeben bestimmte Reize als sehr empfindlich eingestuft werden, wo viele andere Reize durch dieses Überforderung der Filterfunktion nicht akzeptiert werden.
Das ist einmal der theoretische Hintergrund.
Die Forschung bezüglich ADHS steht noch immer in Kinderschuhen.
hallo ptca,
also in den kinderschuhen steckt es schon lange nicht mehr!
seit 1918 wurden schon erste untersuchen geführt!
seit 1954 gibt es das metikament um schnell und wirksam zu helfen um schlimme schäden zu verhintern!
in den usa giebt es unzählige stutien und nicht nur über kurzen zeitraum.
das sind mal kurze anhaltspunkte zu meinem wissen und weis dazu schon so einiges.
gruß
weiter geht´s mit ZDF, Fotos etc.
Auch ohne Gruß!
Wie ich nun sehe, hast Du Dich also nicht wirklich mit der ADS-Thematik beschäftigt. Schade.
Von Kinderschuhen zu sprechen ist fachlich falsch, aber ich stimme grundsätzlich zu, dass immer wieder Neues gefunden wird.
Wie übrigens bei nahezu allen anderen Erkrankungen auch!
Hier also ein kurzer Abriss, wie anhand der PET die Botenstoff-Störung bei ADS dargestellt wurde:
http://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de/npin…
http://books.google.de/books?id=zZEjgS0hi-YC&pg=PA28…
http://www.onmeda.de/krankheiten/adhs-ursachen-1742-…
Angelika
Hallo…ich finde es sehr interessant, welche Diskussionen meine Frage auslöst. Ich kann zur Medikamentengabe nur so viel sagen: wenn ich meinen Kindern mit Ritalin ein einigermaßen normales Leben und die damit verbundenen Sozialkontakte ermöglichen kann so ist es meine Pflicht, dieses zu tun. Könnt Ihr euch vorstellen, wie es Kindern mit Adhs unter Umständen geht? Immer anecken, immer Frust, immer gefangen sein, in seinem Körper, seinen Emotionen? Fast jeden Abend ein trauriges Kind im Bett sitzen zu haben, dass häufig äußert: „Ich kann einfach nicht lieb sein Mama…auch wenn ich es will!“
Meines Erachtens nach haben wir mit dem Medikament die Möglichkeit einen „Zustand“ zu schaffen, den gesunde Kinder ohnehin haben.
N´abend
Meines bescheidenen Wissens ist Alzheimer eine Infektion mit Prionen. Daher schon mal das falsche Argument.
Demenz kann viele Ursachen haben. Monokausales Denken verhindert die richtige Diagnose.
„Wissenschaftlich“ ist so eine Sache, siehe Wissenschaftstheorie. Wird hier zu komplex.
Anerkannt ist eher ein Verwaltungsbegriff und hat juristische Konsequenzen. Das muss keinen Zusammenhang mit Wissenschaft haben.
Es gibt psychotherapeutische Verfahren, die seit 60, 70 Jahren kritisiert werden und anerkannt sind. Andere sind gut dokumentiert und nicht anerkannt. Es gibt keinen Zusammenhang mit Wissenschaft. Höchstens mit Lobby.
Die These das Ritalin hilft ist eine Wahrheitsvermutung Nach dieser Vermutung kommt die Erkenntnis, gewonnen durch Beobachtung. Das könnte vielleicht falsifiziert werden. Siehe z.B. die Contergan Affäre. Heute wieder erlaubt, wenn man nicht schwanger ist.
Wenn also Ritalin schaden sollte, würde mich zuerst die Methode der Erkenntnisgewinnung interessieren. Bisher ist keine valide Studie mir bekannt.
Bleibt unterm Strich nur Angelikas Appell, bei mir ebenfalls durch Erfahrung gestützt, das ein multimodaler Ansatz state of the Art ist.
Hallo,
Woher also kommt die BEhauptung, MPH würde ALzheimer
erzeugen?? Ich wäre wirklich für eine seriöse Quelle dankbar.
Also Uptodate.com ist meines Erachtens mehr als seriös.
Mein Hintergrund ist aktuell ein Studie, sobald sie veröffentlicht ist, kann ich dir gerne die Quelle geben. Autor Nr. 4 bin ich 
Liebe Grüsse
Anja
Prionen, da verwechselst du vermutlich die Creutzfelf-Jakob-Krankheit.
Über Alzheimer weiß man noch immer nicht, wie die Krankheit entstammt.
Mal vermutet man APP-Plaques, jetzt glaubt man an entzündliche Prozesse, da antirheumatische Medikamente gegen die Krankheit Wirkung zeigen.
Wegen Ritalin, also das Medikament „hilft“ vielleicht primär, im Nachhinein gibt es derbe Nebenwirkungen und das Absetzen wird auch nciht gerade angenehm.
Es ist jedem seine Sache, welches Medikament er zu sich nimmt, was er vom Arzt bekommen hat. Ich persönlich halte von Methylphenidat (also Ritalin) nicht sonderlich viel.
musste einfach mal raus
das schlimmste daran ist, dass das „kind“ immer erst in den brunnen fallen muss um behandelt zu werden. vorbeugend ist es schwer was zu bekommen, weil ad(h)s noch immer ausserhalb der norm liegt.
schnell ist man mutter oder vater ohne erfüllten erziehungsauftrag und die kinder, wenn nicht gar die ganze familie aussenseiter, zumal meist nicht nur ein familienmitglied betroffen ist.
liegt das kind im brunnen, dann werden auch oft die symptome bekämpft und selten die ursache, weil es auf einmal unheimlich viel auf einmal werden kann. die begleiterkrankungen können horrend sein. guter schutz ist m.e. nur aufklärung und vorbeugung - manchmal geht das halt nur mit medikamenteneinsatz. dann ein dringend benötigtes medikament zu verweigern halte ich schon für unterlassene hilfeleistung. wer so ein häufchen elend gesehen hat, der weiss wovon ich rede.
das problem ist wohl u.a. das zumindest einige der studien aus den usa nicht unbedingt übertragbar sind oder sein dürfen. gerade bei medikamenten ist es wohl heute noch immer so, dass tests ggf. wiederholt werden müssen. dazu kommt, dass einige der tests nicht rein sind - frei nach traue keiner statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. wobei sich die befürworter und gegner (aus welchen gründen auch immer diese standpunkte bestehen) sich auch da gerne noch widersprechen.
für alle, die gerne draufhauen:
ihr bemägelt die medikamentengabe, zweifelt die diagnose oder gar die erkrankung an. allerdings seid gerade ihr gerne die ersten, die auf die „unerzogenen“ kinder und die „assozialen“ eltern schimpfen und zeigen. ihr behauptet gerne, dass die gesellschaft und das umfeld an den auffälligkeiten schuld seien, aber verständnis für ein auffälliges kind und die betroffene familie bringt ihr leider auch viel zu selten auf. bei hilfeanfragen gehen auch gerne mal die türen zu.
bedenkt mal, wie sehr das ewige rechtfertigen, das schief ansehen, die vorwürfe und die ausgrenzung sich schon auf kleine kinder und deren familien auswirken. das soziale netz verzeiht selten ein „fehlverhalten“. einmal durchgefallen, wird man schwer wieder einen fuss auf den boden bekommen. und wie schlimm ist es wenn man merkt, man kann einfach nicht, egal wie sehr man möchte?
wir leben in einer zeit in der es als kompliment gilt, wenn jemand zu einem elternteil eines ad(h)s-kindes sagt: dein kind ist so gut erzogen, das hat vielleicht viel, aber sicherlich kein ad(h)s!
- irgendwie sind wir halt alle umfeld, daran sollte man immer mal denken! also tut uns allen einen gefallen und hört einfach mal die not und das elend, überlegt und haltet es bitte notfalls mit nuhr.
zu deiner frage:
m.e. ist es anerkannt als krankheit - zumindest bei kindern und jugendlichen (also unter 18 jahren). die regulären untersuchungen zu ad(h)s werden zumindest von der kasse übernommen. videodiagnostik ist mir allerdings neu. beihilfe kenn ich da leider nicht.
wenn das absetzten probleme macht, dann könnte es durchaus sein, dass die diagnose ad(h)s nicht stimmt. „echte“ (auch erwachsene) ad(h)sler vergessen durchaus ihr medikament zu nehmen, vielleicht kommt daher der verdacht der vergesslichkeit/demenz/alzheimer?
und was sind das für nebenwirkungen die es im nachhinein gibt? hast du konkrete beispiele?
Da Ritalin zu den amphitaminähnlichen Stoffen gehört, wird man Entzugserscheinungen bekommen.
Magendarmbeschwerden, Neurologische Störungen, Wachstumsstörungen, Herz- Kreislaufstörungen,…
Es gibt eine ganze Reihe von Nebenwirkungen, und diese Nebenwirkungen treten nicht selten auf.
Es hilft zwar primär symptomatisch, aber helfen wird einem das Medikament nicht. Ich habe keinen ADHS-Patienten in meinem Bekanntenkreis, deswegen weiß ich nicht von eigener Erfahrung her, wie es ist jemanden zu haben. Ich weiß aber aus rein wissenschaftlicher Sichtweise, dass das „Medikament“, wenn man es so nennen will, keine sinnvolle Innovation ist.
ja, gut, das erklärt einiges, was ich mir schon dachte.
ich kann ausdrücklich versichern, dass es nicht abhängig macht / keine entzugserscheinungen gibt beim absetzen (trotz des aufbaus) wenn man ad(h)s hat. ich kenne wirklich keinen ad(h)sler, der auf mph süchtig ist. allerdings kenne ich viele, die unbehandelt und / oder ohne medikamente zu drogen griffen.
nebenwirkungen sind wirkungen, die während der einnahme des medikaments entstehen. nicht (jahre) danach. das wären m.e. folgewirkungen. die nebenwirkungen sind bekannt und ich kenne kein elternteil, das sich die gabe an die eigenen kinder leicht gemacht hat. (dann war die gabe an sich selbst schon einfacher, da die verzweiflung teilweise so gross war, das selbstmordabsichten bestanden! - die im übrigen unter medikamentengabe ganz schnell vergingen.)
ein grund für medikamente, wenn auch nicht der ausschliessliche:
im grunde stell dir ad(h)s vor wie ein dicker knoten im magen, der ständiger innerer anspannung geschuldet ist, vor. du wirst auch mal unruhig für einen moment gewesen sein. nun hast du das über jahre hinweg. dann nimmst du mph (nach diagnostik und verschreibung - experimente mein ich ausdrücklich nicht!) und hast das erste mal im innern ausgeglichenheit, ruhe und entspannung. - das ist ähnlich, als wenn du über jahre in einem lauten raum sitzt und dann ist auf einmal alles ruhig. - es hat was von erholung pur. (und nein, ruhe hat hier nichts mit ruhigstellen zu tun, das war die sache mit anderen medikamenten!)
um fragen vorzubeugen: nein, es hilft in 99% der fälle nicht, wenn man entspannungsübungen egal welcher art macht, weil man so angespannt ist, dass man sich gar nicht auf „normale“ art und weise entspannen kann.
die magen-darm-beschwerden können bei so ziemlich jedem medikament auftreten. neurologische störungen? ad(h)s ist eine! und ich kenne keinen der medikamente nahm und extrem klein oder gar kleinwüchsig war aufgrund des medikamentes. über herz- und kreislaufstörungen in geringem ausmass wird - verzeih mir bitte - jeder ausge-/erwachsene ad(h)sler mit komorbiditäten nur lachen.
gut, ausnahmen mag es immer geben, aber nun sein doch mal so gut und schau bei den handelsüblichen schmerzmitteln nach. angst bekommt man bei fast jedem beipackzettel und bei fast jedem medikament.
ich plädiere ausdrücklich nicht für eine vergabe mit dem salzstreuer, aber da wo es nötig ist, hat das durchaus gründe, die du vielleicht nicht wirklich (und das jetzt ehrlich ohne jeden bösen ton) nachvollziehen kannst. glaub mir, manche situationen muss man erlebt oder selbst gesehen haben um es zu verstehen oder zumindest im geringen maße nachvollziehen zu können.
ich bin auch nicht pro-medikamente, aber ich denke die abwägung trifft keiner wirklich leichtfertig (wir reden hier eindeutig nicht über smarties!) und von daher find ich es generell unglücklich jemanden mit: setz das zeug ab, nimm das nie, gib das deinem kind nie oder ähnlichem zu antworten. die entscheidungsabwägung und die leidenszeit vorher machen die sache schon schlimm genug, dann braucht man nicht noch mit schlagwörtern zu antworten. der rat: lies dir den beipackzettel aufmerksam durch und entscheide nach bestem wissen und gewissen im zusammenhang mit einer ausreichend fundierten diagnose ist dagegen völlig in ordung. - aber das tut in der regel jedes elternteil. für die meisten davon ist die gabe von medikamenten eine echte verzweiflungstat - es wurde vorher eine menge probiert und das kind liegt zumeist ganz tief im brunnen.
und so sehr du das bestreitest, es hilft, glaub mir. ich habe kinder und erwachsene weinen sehen, weil sie zum ersten mal in ihrem leben entspannung, ruhe und ausgeglichenheit spürten und sich auf sachen konzentrieren und diese sachen mit ausdauer verfolgen konnten. - aber das ist halt was, was man selbst in einer form erfahren haben muss.
Antwort zur Ursprungsfrage der Beihilfe
Hallo Melli,
genau aus diesem Grund versuche ich auch immer wieder, die Menschen, die AD(H)S nur aus der Ferne kennen, zu informieren.
Wie Du siehst gelingt das leider nur rudimentär.
Auch wenn jetzt ein Aufstöhnen durch´s Forum geht, ich nehme wieder den Vergleich mit der starken Kurzsichtigkeit.
Würde man einem Menschen da die passende Brille verweigern? Ohne eine Korrektur wäre er nicht in der Lage am normalen Leben teilzunehmen. Mit Brille hingegen schon!
Ebenso sehe ich es bei einem diagnostizierten ADS-ler, dem man durch die Verweigerung von Medikamenten evtl. das gesamte Leben ruiniert.
Und, wie gesagt, ich rede nicht von ein „bisschen Rumzappeln“, sondern von den ganz erheblichen Komorbiditäten!
Aber zu Deiner Ausgangsfrage habe ich in einem Forum diese Antworten erhalten, und Du kannst mich gern auch privat anmailen, falls Du noch Fragen hast.
1.Antwort:
In solchen Fällen geht es in erster Linie um die Frage, wie eine Behandlung in Rechnung gestellt wird.
In Deutschland rechnen Ärzte ihr Honorar nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab. Darin sind Leistungsziffern für nahezu ALLE denkbaren medizinischen Behandlungen enthalten. Allerdings macht ja die Medizin auch ständig Fortschritte; deshalb sieht die GOÄ auch Ausnahmen vor ( § 6 ).
Leider kommt es ab und zu auch vor, dass ein Arzt eine Leistung nicht nach GOÄ berechnet, sondern als „Abweichende Vereinbarung“ ( § 2 ). Hierfür sind Erstattungsstellen - wie Beihilfe und Privatversicherung - nicht zahlungspflichtig.
Es kommt also ganz wesentlich darauf an, wie die Leistung des Arztes berechnet wird. Das kann man nicht allgemein beantworten.
- Antwort, sie bezieht sich auf die Anwendung der verschiedenen Sätze:
Der Regelsatz für erstattungsfähige Kosten liegt zwischen dem einfachen (!) bis 2,3-fachen Satz der GOÄ. Das wird von Ärzten gern so interpretiert, dass der 2,3-fache Satz (da erlaubt) auch standardmässig berechenbar sei.
Die Berechnung über den 2,3-fachen Satz hinaus bedarf einer besonderen Begründung. Diese muss „patientenbezogen“ sein; also z.B. einfach nur das Stichwort „hoher Zeitaufwand“ allein reicht mit Sicherheit nicht aus, es muss erläutert sein, worin dieser Zeitaufwand begründet war. Bei einer ausreichenden Begründung ist eine Berechnung bis zum Höchstwert (3,5-fach) möglich; darüber hinaus ist Schluss. Noch höhere Berechnungen bedeuten bereits eine Honorarvereinbarung. - Und als Ergänzung: die genannten Sätze (2,3 / 3,5) gelten nur für die persönliche Tätigkeit des Arztes. Für eher technische Behandlungsformen wie z.B. Röntgen- oder Laboruntersuchungen gelten niedrigere Sätze; ebenso in dem Fall, falls man einen besonderen Versicherungstarif (sog. „Standardtarif“) gewählt hat.
Hallo!
Soso, nun erzähl mir doch mal bitte, was beim „Absetzen“ von Ritalin passiert?
Rein biologisch wird es nämlich binnen 3-4 Std. komplett verstoffwechselt , es wirkt also ähnlich wie eine Kopfschmerztablette!
Womit ich die Wirkweise nicht verharmlosen will, sondern nur einen pharmokologischen Vergleich ziehe.
Und von welchen Nebenwirkungen sprichst Du?
Appetitlosigkeit? Das ist bekannt!
Die optimale Dosierung herauszufinden ist zugegeben nicht so einfach, aber mit einem verständnisvollen Arzt und auch ebensolchen Lehrern geht das sehr gut.
Es verlangt Eltern eine Menge Disziplin ab, aber ich habe es selbst erlebt, wie ein Kind plötzlich aufblüht, wenn es sich endlich konzentrieren kann!
Angelika