Ist Bürgergeld eine Lösung?

Hi Thea,

Ich weiß nicht, wie es meistens gehandhabt wird, aber man
liest oder hört ja öfters von Fällen, wo die Leute immer noch
zu diesen absolut nutzlosen Bewerbungstrainings o.ä. gehen
sollen, und das manchmal, obwohl sie gerade dabei sind, sich
etwas aufzubauen, oder einen 400-Euro-Job haben, den sie dann
aufgeben sollen, oder sich jedenfalls intensiv damit
auseinandersetzen müssen, ob sie ihren Job jetzt weitermachen
können oder nicht, anstatt etwas Sinnvolleres zu tun.

dazu habe ich eine Story. :smile: Ich bin nach meinen eigenen Berechnugnen knapp über der Grenze, bis zu der es staatliche Zuschüsse gibt. Meine Frau moche mir nicht glauben und hat es für eine gute Idee gehalten Anträge auf Wohngeld und Heizkostenzuschuss zu stellen.
Nachdem sie vier Stunden !!! gewartet hat, wurde der Antrag nicht berarbeitet, weil eine Angabe gefehlt hat, bei der wirklich nicht zu erraten war, was der Designer des Formulars da wissen wollte. Das ging ein paar mal so, bis der antarg scheinbar fehlerfrei war, denn dann aht sich niemand mehr über Mängel beklagt. Einen Bescheid haben wir aber trotzdem auch auf mehrmalige Anfrage nicht bekommen. :smile: Es ist unb bleibt so, auf dem Sozialamt ist ein Antragsteller ein Bettler ohne Rechte. Auch wenn es anders ist, der Eindruck wird vermittelt. Das scheint die vordringliche Aufgabe der Sachberarbeiter zu sein.

Aber es geht beim Bürgergeld nicht nur um die ALG-2-Empfänger.
Es geht um alle Leute, und insbesondere um die Leute aus den
unteren Lohngruppen, die sich oft nicht so besonders motiviert
fühlen, weil sie sich manchmal mit Hartz 4 oder Sozialhilfe
besser stünden.

Ja, das weiß Christian auch, aber er gibt es nicht zu, weil es nicht in sein Konzept passt. Natürlich geht es darum!

Gruß, Rainer

Widersprüche

und daraus ergibt sich dann, daß die Motivation zu arbeiten
wegfällt?

ja !!! Wenn der ALGII-Empfänger 10 Euro verdienen muß, um
brutto einen verdient zu haben, dann fällt die Motivation zur
Arbet weg! Verdient er noch ein paar Cent mehr, sinkt das
Einkommen sogar!
Ich verstehe nicht, wieso Du den Zusammenhang zwischen der
Leistung nach Bedürftigkeit im Falle der
Arbeitslosigkeit und potentieller Unlust zur Arbeit nicht
erkennen willst!

Ich erkenne, worauf Du hinaus willst, aber ich sehe das ein bißchen anders. Der ehemals Arbeitslose hat von seinem Verdienst in diesem Beispiel insgesamt prozentual mehr übrig als ein Gutteil der „normalen“ Arbeitnehmer.

Zweitens übersiehst Du, daß der ehemals Arbeitslose trotz Verdienst noch ca. 700 Euro vom Staat geschenkt bekommt. Das sollte in die Motivation auch mit einfließen, zumal Du immer betonst, daß die meisten Arbeitslosen viel lieber arbeiten als zuhause rumsitzen würden. Da kann doch wohl der Umstand, daß ihnen nur ein kleiner Teil des Einkommens verbleibt, keine Rolle spielen. Ich meine: Geld verdienen UND auch noch dem dem Staat weniger auf der Tasche liegen. Was kann es für Dein Idealbild des Arbeitslosen schöneres geben?

Gruß,
Christian

Hi,

Aber es geht beim Bürgergeld nicht nur um die ALG-2-Empfänger.
Es geht um alle Leute, und insbesondere um die Leute aus den
unteren Lohngruppen, die sich oft nicht so besonders motiviert
fühlen, weil sie sich manchmal mit Hartz 4 oder Sozialhilfe
besser stünden.

je leichter es ist, eine kostenlose Leistung in Anspruch zu nehmen, desto häufiger wird sie auch in Anspruch genommen. Das ist ein Naturgesetz.

Bürgergeld in nennenswerter Höhe führt nur dazu, daß noch weniger Menschen für noch mehr Menschen arbeiten müssen.

Gruß,
Christian

Es ging um die generelle Fähigkeit, arbeiten zu können. Du
mußt Deine eigene Argumentationskette schon ein bißchen im
Auge behalte.

Mir nicht, sondern um die generelle Fähigkeit, arbeiten gehen
zu können. Und dafür braucht man auch entsprechende
Arbeitsstellen.

Lies es bitte selber nach, mir wird es zu blöd, Dir Deine eigenen Gedankengänge zu erklären.

Tatsächlich? Das habe ich noch nie gelesen.

Das wird natürlich nicht in die Stellenanzeige
hineingeschrieben. Das ist aber sogar bei fast allen Stellen
so. Eine einigermaßen qualifizierte Stelle wird bestimmt nicht
an Lanzeitarbeitslose vergeben. Ich denke, da gibt es nur
Chancen bei Putzjobs oder Zeitungaustragen.

Und die Sachen sind…? Unwürdig?

Es ging um Studentenrabatte. Da wird Dir doch was einfallen,
wenn Du darauf beharrst, daß Studenten soviel billiger leben
als andere Menschen.

Das wird mir langsam zu mühsam. Es ist doch wohl klar, dass
ich das nicht nachweisen kann.

Dann solltest Du die Behauptungen lassen. Ein Studentenhaushalt lebt als Einpersonenhaushalt üblicherweise teurer als ein Familienhaushalt (Packungsgrößen). Die tollen Rabatte, die immer wieder zusammenfabuliert werden, gibt es im wesentlichen auf Eintrittspreise und anderes Zeug, das bei den gewöhnlichen Lebenshaltungskosten keine Rolle spielt, oder meinst, bei Kaisers oder Karstadt gibts an der Kasse mit einem Studentenausweis 5% Rabatt?

Tja, ich kenne das nur so, daß Medikamente sogar
dann verschrieben werden, wenn der Patient das eigentlich gar
nicht will. /
Tatsächlich
ist es so, daß mehr verschrieben wird, als gebraucht oder
gewünscht wird. Eines der vielen Probleme unseres
Gesundheitssystems.

Das kenne ich auch so, das hat aber seit der Gesundheitsreform
stark nachgelassen, finde ich. Das heißt aber noch lange
nicht, dass man das bekommt, was man braucht.

Was der Patient natürlich am besten weiß. Du willst mir also damit sagen, daß Patienten notwendige aber nicht verschreibungspflichtige Medikamente heute nicht mehr bekommen und sie sich diese auf eigene Rechnung in der Apotheke beschaffen müssen, was die Haushaltskasse schwer mitnimmt.

Das hört sich irgendwie ganz schön albern an.

Kindergeld wird auf jeden Fall verrechnet, das gibt es nicht
zusätzlich. Das weiß ich aber genau.

Meines Wissens gibt es da verschiedene Auslegungen, weswegen
die Sache auch vor dem Bundesgerichtshof hängt.

Da weiß ich nichts von, im Moment wird es auf jeden Fall noch
verrechnet.

http://www.lebenshilfe-oberhausen.de/Kindergeld_darf…

Mit anderen Worten: ein Scheinargument. Es gibt immer eine
Cliquenbildung. Daran gestorben ist noch niemand.

Wieso ein Scheinargument? Wofür habe ich denn argumentiert?
Klar gibt es eine Cliquenbildung, und ich finde es auch nicht
nötig, immer und alles zu haben, was die Tonangeber in der
Klasse haben. Aber niemals diese Sachen zu haben ist einfach
nicht schön.

Zwischen nicht schön und lebensnotwendig ist ein Unterschied. Man könnte es auch anders sehen: Das Kind lern frühzeitig, daß das verfügbare Einkommen das relevante Kriterium ist und nicht, was man gerne haben möchte. Da sich das später im Leben normalerweise auch nicht ändert, kann das auch gleich eine prima Lektion fürs Leben sein.

Und dann möchte ich nochmal meine Frage wiederholen:
Findest du dass für ein Kind ausreichend gesorgt ist, wenn es
nicht stirbt?

Die Frage ist und bleibt eine Unverschämtheit.

Muss es damit zufrieden sein?

Niemand muß zufrieden sein.

Ich gehe davon aus, daß die Quote bei ca. 50 % liegt und ja,
ich bin dafür, daß denen dann die Sozialleistungen gekürzt
werden.

Und wie willst du das feststellen?

Das ist meine Einschätzung.

Ich meinte damit: Wie soll der Staat das feststellen?

Wie bisher auch schon: Durch Kontrollen und Leistungsanreize, die möglicherweise von den Betroffenen allerdings nicht mehr als Anreiz verstanden werden.

Das ist ein leicht lösbares, praktisches Problem. Zukünftig
werden an Zigarettenautomaten nur noch Kippen an Menschen
ausgegeben, die eine Geld- oder Maestrokarte haben, die sie
als volljährig ausweist. Dies ließe sich leicht adaptieren.

Gehst du davon aus, dass ALG 2 Empfänger grundsätzlich keine
Geld- oder Maestrokarte haben? Da irrst du dich aber.

Bitte meinen Text noch einmal richtig lesen. Ich hab mit einer Markierung ein wenig nachgeholfen.

C.

Hallo Christian,

Zweitens übersiehst Du, daß der ehemals Arbeitslose trotz
Verdienst noch ca. 700 Euro vom Staat geschenkt bekommt.

wie das? Wenn er nicht mehr arbeitslos ist, gibt’s auch nichts mehr von Staat. Oder bin ich da fasch informiert? Da gab es doch neulich eine Diskussion über einen Mindestlohn? €7,50 sind zu viel? Dann rechne doch mal mit €7,50 bei einer 40-Stunden Woche … €1260,- Brutto. Rentenversicherung, Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung kannst Du selbst abziehen, Steuern wohl nicht. Dafür gibt’s dann keinen Cent vom Staat. Das findet die Bundesregierung scheinbar noch zu viel, sie hat diesen Mindestlohn ja abgelehnt. Das bedeutet, daß in den Fällen das Einkommen mit Arbeit geringer ist, als ohne Arbeit. Ein Manager, der zwischen zwei Varianten wählen kann und sich für die unwirtschaftlichere entscheidet macht einen Fehler und wird u.U. entlassen. Wieso erwartest Du von Arbeitnehmern, daß sie sich selbst schaden?

Gruß, Rainer

Hallöchen,

Zweitens übersiehst Du, daß der ehemals Arbeitslose trotz
Verdienst noch ca. 700 Euro vom Staat geschenkt bekommt.

wie das? Wenn er nicht mehr arbeitslos ist, gibt’s auch nichts
mehr von Staat.

wer ALG 2 bezieht und hinzuverdient, bekommt trotzdem weiterhiin die 345 Euro zzgl. Miete.

Gruß,
Christian

Hallo Christian,

wer ALG 2 bezieht und hinzuverdient, bekommt trotzdem
weiterhiin die 345 Euro zzgl. Miete.

dann ist er immer noch Arbeitslos und kein ‚ehemals Arbeitsloser‘. Nur Arbeitslose bekommen ALGII.

Gruß, Rainer

wer ALG 2 bezieht und hinzuverdient, bekommt trotzdem
weiterhiin die 345 Euro zzgl. Miete.

dann ist er immer noch Arbeitslos und kein ‚ehemals
Arbeitsloser‘. Nur Arbeitslose bekommen ALGII.

Es dürfte klargewesen sein, auf was ich mich bezog, denn darum drehten sich die letzten 10 Artikel: Auf Menschen, die Grundsicherung erhalten und sich etwas dazuverdienen. Daß ich durch Arbeit sich etwas dazuverdienende Menschen als „ehemals arbeitslos“ bezeichnet habe, möge man mir verzeihen, aber der Begriff arbeitslos drängt sich mir bei Menschen, die 800 Euro im Monat verdienen nicht unbedingt auf.

Gruß,
Christian

Hallo

Es ging um die generelle Fähigkeit, arbeiten zu können. Du
mußt Deine eigene Argumentationskette schon ein bißchen im
Auge behalte.

Mir nicht, sondern um die generelle Fähigkeit, arbeiten gehen
zu können. Und dafür braucht man auch entsprechende
Arbeitsstellen.

Lies es bitte selber nach, mir wird es zu blöd, Dir Deine
eigenen Gedankengänge zu erklären.

Danke, das brauchst du nicht. Hier ist der Absatz, wo ich diese Sache zum ersten Mal erwähnt habe:
„Und im übrigens sind Alter, Krankheit und Kinder häufige Gründe, weswegen Leute keine Arbeitsstelle mehr haben und auf ALG2 angewiesen sind, …“
Von totaler Arbeitsunfähigkeit war hier nicht die Rede.

Ich denke, da gibt es nur
Chancen bei Putzjobs oder Zeitungaustragen.

Und die Sachen sind…? Unwürdig?

Zeitungsaustragen ist ein Job, der Fitness und einen Pkw erfordert, wenn es sich um eine richtige Tageszeitung handelt. Mit Zeitungsaustragen von solchen kostenlosen Stadtteilzeitungen kann man sich höchstens ein Taschengeld verdienen.

Putzen ist normalerweise auch ein Job, der Fitness erfordert. Und unwürdig, das kommt ein bisschen drauf an. Wie die meisten Putzfrauen behandelt werden, finde ich wirklich ziemlich unwürdig. - Dann fände ich es z. B. auch ziemlich unwürdig, wenn eine ältere Dame für ein paar junge Leute, die sich für was Besseres halten, das Klo putzt. Das finde ich in der Tat sehr unwürdig.

Das heißt aber noch lange
nicht, dass man das bekommt, was man braucht.

Was der Patient natürlich am besten weiß. Du willst mir also
damit sagen, daß Patienten notwendige aber nicht
verschreibungspflichtige Medikamente heute nicht mehr bekommen
und sie sich diese auf eigene Rechnung in der Apotheke
beschaffen müssen, was die Haushaltskasse schwer mitnimmt.

Das hört sich irgendwie ganz schön albern an.

Ich hab dir doch zwei Zitate aus einschlägigen Seiten reinkopiert. Wieso hast du sie denn einfach gelöscht, offensichtlich ohne sie zu lesen. Da steht doch drin, was ich hier die ganze Zeit erzähle.

Was das Kindergeld betrifft:

http://www.lebenshilfe-oberhausen.de/Kindergeld_darf…

Ich glaube, da geht es um Kindergeld, das erwachsenen Kindern angerechnet wurde, obwohl sie es garnicht erhielten, sondern ihre Eltern.

Hier wird ein wenig genauer darauf eingegangen:
http://www.sozialprofi.net/sozialinfos/Sozialinfo%20…

Aber niemals diese Sachen zu haben ist einfach nicht schön.

Zwischen nicht schön und lebensnotwendig ist ein Unterschied.

Und dann möchte ich nochmal meine Frage wiederholen:
Findest du dass für ein Kind ausreichend gesorgt ist, wenn es
nicht stirbt?

Die Frage ist und bleibt eine Unverschämtheit.

Wieso denn? Du redest doch die ganze Zeit davon, was alles nicht lebensnotwendig ist. Mit dieser Frage will ich nur erfahren, ob du es so meinst, wie du es sagst.

Wie bisher auch schon: Durch Kontrollen und Leistungsanreize,
die möglicherweise von den Betroffenen allerdings nicht mehr
als Anreiz verstanden werden.

So wie bisher? Ich hatte den Eindruck, du seist mit dem gegenwärtigen Zustand nicht zufrieden.

Zukünftig
werden an Zigarettenautomaten nur noch Kippen an Menschen
ausgegeben, die eine Geld- oder Maestrokarte haben, die sie
als volljährig ausweist. Dies ließe sich leicht adaptieren.

Wie, du willst extra Geldkarten für ALG-2-Empänger anfertigen lassen?

Shocking.

werden an Zigarettenautomaten nur noch Kippen an Menschen
ausgegeben, die eine Geld- oder Maestrokarte haben, die sie
als volljährig ausweist. Dies ließe sich leicht adaptieren.

Wie, du willst extra Geldkarten für ALG-2-Empänger anfertigen
lassen?

Es ist zu erwarten, daß Zigaretten - wie in anderen Ländern bereits üblich - in absehbarer Zeit nur noch in speziellen Läden zu bekommen sein werden. Da ließen sich Zugangsbeschränkungen relativ leicht realisieren.

Gruß,
Christian

Hallo Christian,

gerade habe ich bei GMX dazu etwas entdeckt:

Die steigenden Kosten für Hartz IV sind nach Ansicht des Chefs des Hamburger Instituts HWWI, Thomas Straubhaar, „die späte Strafe für eine Arbeitsmarktpolitik, die eine schlechte alte Regulierung durch eine neue ersetzt, die aber auch wieder nur neue Probleme schafft“. Wer weniger Probleme wolle, müsse weniger Regulierung wagen, sagte Straubhaar der Zeitung. „Die sozial ungewollten Folgen eines Wegfalls der Regulierungen des Arbeitsmarktes müssten durch das Modell einer Grundsicherung für alle aufgehoben werden.“

So ganz abwegig scheint der Gedanke wohl doch nicht zu sein.

Gruß, Rainer

Hallo Christian,

gerade habe ich bei GMX dazu etwas entdeckt:

Die steigenden Kosten für Hartz IV sind nach Ansicht des
Chefs des Hamburger Instituts HWWI, Thomas Straubhaar, „die
späte Strafe für eine Arbeitsmarktpolitik, die eine schlechte
alte Regulierung durch eine neue ersetzt, die aber auch wieder
nur neue Probleme schafft“. Wer weniger Probleme wolle, müsse
weniger Regulierung wagen, sagte Straubhaar der Zeitung. „Die
sozial ungewollten Folgen eines Wegfalls der Regulierungen des
Arbeitsmarktes müssten durch das Modell einer Grundsicherung
für alle aufgehoben werden.“

So ganz abwegig scheint der Gedanke wohl doch nicht zu sein.

Welcher Gedanke? Ich kann keinen Bezug zu den vorherigen Artikeln erkennen.

Gruß,
Christian

Hallo Christian.

Welcher Gedanke? Ich kann keinen Bezug zu den vorherigen
Artikeln erkennen.

findest Du den Zusammenhang zum Tread?

Ist Bürgergeld eine Lösung?

Ich dachte, darüber reden wir hier. Ob da nun Grundsicherung für alle oder Bürgergeld dran steht, ist ja wohl unwichtig.

Gruß, Rainer