Oh, was für eine herrliche Diskussion das doch ausgelöst hat!
Die vergangenen beiden Wochen verbrachte ich in Ägypten und las nur Time-Magazine. Interessant, daß sogar in einem derartigen Blatt interessantere Themen behandelt werden, als in der FAZ für gewöhnlich…
Nun las ich gestern abend im Flieger die SZ und darin die verschiedenen Kommentare und Leserbriefe zu dem Thema und ich kann nur das eine Fazit daraus ziehen, daß Deutschland noch nichts, aber wirklich gar nichts gelernt hat!
Nach wie vor haben die ewigen Entschuldiger und Duckmäuser die Klappe offen bis zum Rand, wenn ein Herr Meier lediglich sagt, er sei froh darüber, hier zu leben. Man stellt in somit auf eine Art und Weise in die rechte Ecke, die ich persönlich an seiner Stelle nicht akzeptieren würde.
Selbst der eigentlich relativ lockeren Formulierung „Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein“ wird der Odor des Neonazitums aufgedrückt. Wie kann man denn nur auch stolz darauf sein, als unter 65-jähriger in einem Land zu leben, dessen seit 56 Jahren abgewähltes Regime (zweifellos schlimme) Verbrechen begangen hatte? Deutschland hat ja schließlich eine „bestimmte Geschichte“, der man „Rechnung tragen“ muß… Ist ja unanständig!
Und genau hier sind wir mal wieder beim Punkt. „Rechnung tragen“ müssen wir, d.h. bezahlen sollen wir. Und wenn jetzt hier ein neues Gefühl von Patriotismus und Stolz auf die gemeinsamen Leistungen der letzten 50 Jahre (denken die Franzosen, GBs, Israelis, Amis u.s.w. eigentlich bzgl. ihrer eigenen Geschichte weiter zurück? Gab es kein Dresden, kein Vietnam? Gibt es keinen Nahost-Konflikt?) aufkommt, drohen in der Konsequenz vielleicht die durch das ewig aufoktroyierte Schuldgefühl gespeisten Geldquellen an bestimmte Organisationen zu versiegen.
Und der deutsche Bundespräsident schlägt genau in dise Kerbe indem er im Fazit behauptet, er schäme sich seiner Nationalität.
Allein das ist doch schon absurd.
Ich als erklärter Demokrat und jemand, der Faschismus von rechts und von links kategorisch ablehnt sage es klar heraus: „Ich bin stolz und glücklich über meine Nationalität als Deutscher. Ich bin froh, nicht in Ecken dieser Welt aufwachsen zu müssen, wo Deutschland angeklagt wird für Verbrechen, die fast 60 Jahre her sind aber man selbst im zweiten Atemzug hier und heute in faschistischer Art und Weise andere, schwächere ethnische Gruppen verfolgt und ermordet. Ich bin froh, Deutscher zu sein und nicht etwa Israeli, US-Amerikaner oder Iraker.“
noch ein Repräsentant des deutschen Volkes?
Kann ein Politiker, der sich scheinbar schämt, ein Deutscher
zu sein, noch deren Repräsentant sein?
meine Meinung: nein!
Er sollte die Konsequenz daraus ziehen und zurücktreten!
Das würde wenig bringen, denn die Gruppe derer, die nach wie vor den Kopf senken vor Leuten, die heute keinen Deut besser sind als die Nationalsozialisten es vor 60 Jahren waren, ist sehr groß.
Da es zu allem Übel noch viele Leute aus dieser Gruppe sind, die uns regieren, wird natürlich auch kaum eine neue, mündigere Generation aus dem staatlichen Schulsystem erwachsen können.
Das System der erpressbaren Bezahler und feigen Ja-Sager ist leider noch zu stark etabliert.
Noch stolzer wäre ich auf mein Land, wenn man sich hier endlich mal in demokratischer Art und Weise gerade machen würde gegen weinerliche, devote, inhaltslose Politik und die oft kommunizierten Partnerschaften mit bestimmten anderen Staaten auch gleichberechtigt einfordern würde!
Grüße,
Mathias