Zum Thema Debeka, GOÄ etc. aus eigener Erfahrung
Hallo,
mal eine Meinung (ganz persönlich) von mir als Debeka-Versicherter, vielleicht hilft’s ja jemandem bei der Entscheidungsfindung.
Ich bin seit vielen Jahren bei der Debeka privat versichert.
Bislang bin ich sehr zufrieden mit der Versicherung.
Es wurde stets sauber abgerechnet und alles geleistet, ohne Ärger oder größere Streitereien.
Übrigens erstattete die Debeka auch Auslandsbehandlungen in Übersee - ich weiß nicht, ob das bei PKVen die Regel ist, aber ich brauchte daher keine Auslands-/Reise-KV und war auch sehr zufrieden darüber.
Es gibt aber aus meiner Sicht zwei Einschränkungen mit denen man leben muss:
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Nährmittel wie Calcium-Tabletten, Magnesium-Pülverchen etc. werden nicht bezahlt, wenn sie nicht gesundheitlich zwingend erforderlich sind.
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Es wird nach GOÄ gezahlt. D.h. bis zum 3,5-fachen Steigerungssatz.
Zu Punkt 1:
Finde ich kein Problem. Eher im Gegenteil, wenn die Versicherung alles mögliche zusätzlich zahlen würde, was ja wohl fast jeder mehr oder weniger aus Privatvergnügen einnimmt (wenn die Nährmittel zwingend erforderlich sind, um gesundheitliche Schäden zu vermeiden, dann zahlt die Debeka!), dann wird das für die Gemeinschaft der Versicherten sicherlich schnell ziemlich teuer.
Zu Punkt 2:
Hier ist es mir bisher zweimal vorgekommen, dass ein Arzt - aufgrund einer Honorarvereinbarung - über den 3,5-f. Satz herausgegangen ist. Die Debeka hat in beiden Fällen die jeweiligen Positionen der Arzt-Rechnung anteilig nach dem 3,5-f. Satz erstattet. Was der Arzt an Zusatzgeld verlangt hat, habe ich aus eigener Tasche dazu bezahlt.
Das finde ich eine faire Vorgehensweise.
Natürlich muss man sich überlegen, ob man das möchte.
Ist sicher auch eine Frage, wie oft das vorkommt. Ich habe leider in einigen Bereichen eine lange Krankheitsgeschichte (und kenne darüber natürlich logischerweise auch „Leidensgenossen“) und bei allen Chefarztbehandlungen bis auf diese beiden Male wurde immer(!) im Rahmen der GOÄ bis zum 3,5-f. Satz abgerechnet.
Die GOÄ wurde ja gerade für die privatärztlichen Behandlungen konzipiert. Und wenn ich mir einige OP-Rechnungen so anschaue, dann ist auch damit für die Ärzte sehr ordentlich was zu verdienen.
Vielleicht noch einen dritten Punkt, den Thorulf weiter unten im Forum schon mal angesprochen hat: Hilfsmittel. Hier hat die Debeka wohl keinen „offenen“ Katalog, sondern eine Aufzählung, was versichert ist. Die Auzfählung ist recht beachtlich, mir als Laie fällt natürlich nicht auf, was da fehlen mag. Leider gibt es da wohl keine „Vergleichslisten“, was noch enthalten sein sollte. Interessant ist die Formulierung „Sachaufwendungen medizinisch-technischer Art (z.B. Herzschrittmacher, künstliche Niere)“, die ja wiederum „offen“ ist und nicht abschließt, was alles gemeint ist.
Aber das ist eine Diskussion für die Experten.
Ich wollte hier nur kurz meine persönliche Erfahrung mit der Debeka einbringen.
Viele Grüße,
Mark