Ist eine Weltanschauung wichtig?

Hallo Wissensgemeinde!

Von Freunden werde ich gefragt ob es denn wichtig sei, eine Weltanschauung zu haben. Sie führe doch nur zu nie endenden Streit und mitunter zu härtesten Auseinandersetzungen.

Was ist eure Meinung dazu.

Meine Antwort hierzu ist eindeutig: Ja! Man sollte versuchen die Teile des großen, schwierigen mehrdimensionalen Puzzle zusammenzusetzen.

Maßgebend dabei ist natürlich der freie Wille und die Lust am Zusammensetzen, die Ausdauer und die Freude am Finden. Dabei sollte aber immer der Weg wichtiger sein als das Ziel. Die „Freiheit des anders Denkenden“ ist diesmal durchaus mit Höflichkeit und Toleranz zu empfehlen. Eitelkeit, Hochmut und Rechthaberei behindern auf den Weg zur Wahrheit.

Schon die Einzelteile sind interrasant und das Kumulative wirkt Erkenntnis erweiternd.

Es gibt einfarbige und bunte, mit selten geformten Kanten und sehr regelmäßige, gerade und verworrene, fast identische Formen und farbengleiche, einfache und schwer durchschaubare,
verlorengegangene und wiedergefundene, usw.

Auch wenn letztlich das Bild nicht vollständig, uns wichtig erscheinende Segmente fehlen und dadurch Personen fehlen, Namen nicht lesbar, Gesetze undeutlich und Epochen fehlen, - erkennt man das Gesamtwerk inhaltlich, räumlich in den Hauptstrukturen und auch die Grundgedanken, was das Bild darstellt, was es ausdrücken will, welche Botschaft es enthält.

Die Erkenntnis wächst mit jedem Baustein, es werden immer mehr Aspekte sichtbar wie: materielles und geistiges, wissenschaftliches und mystisches, eindeutiges und auslegbares, freiheitliches und gesetzliches, abstoßendes und verführerreiches, liebevolles und hasserfülltes, usw.
Ein zwar unvollkommenes, fast Ganzes, erkennbar, durchschaubares Bild einer Weltanschauung.

Aber jeder schafft nun eine andere Vollständigkeit durch diese Ursache, damit sind unterschiedliche Interpretationen - die Wirkung. Je vollständiger das Bild, desto treffender ist die Auslegung, je überzeugender die Erkenntnis und letztlich die Wahrheit.

Ist nicht Wahrheit letztlich die Proposition und kumulative Erfahrung ALLER?

Nicht gegeneinander löst man die schwierigen Probleme dieser Welt, nur gemeinsam, mit oben genannten ethischen Regeln.

Ich bin sehr gespannt was Ihr dazu meint.

Rai-Fa

Hallo Wissensgemeinde!

Hallo Rai-Fa!

Von Freunden werde ich gefragt ob es denn wichtig sei, eine
Weltanschauung zu haben. Sie führe doch nur zu nie endenden
Streit und mitunter zu härtesten Auseinandersetzungen.

Kann man denn keine Weltanschauung haben?

Was ist eure Meinung dazu.

Meine Antwort hierzu ist eindeutig: Ja! Man sollte versuchen
die Teile des großen, schwierigen mehrdimensionalen Puzzle
zusammenzusetzen.

Oder sich seiner Unwichtigkeit bewußt werden, merken, daß man um die Wahrheit zu erfahren zu klein und unwichtig ist.

Maßgebend dabei ist natürlich der freie Wille und die Lust am
Zusammensetzen, die Ausdauer und die Freude am Finden. Dabei
sollte aber immer der Weg wichtiger sein als das Ziel.

Entschuldige bitte, aber das halte ich für Blödsinn einen Irrtum. Wenn ich nach der Wahrheit suche, dann ist nur das Finden, nicht aber das Suchen danach das Ziel.

Die
„Freiheit des anders Denkenden“ ist diesmal durchaus mit
Höflichkeit und Toleranz zu empfehlen. Eitelkeit, Hochmut und
Rechthaberei behindern auf den Weg zur Wahrheit.

Das Problem ist nur, daß sich viele schon am Ziel glauben und deshalb mit Hochmut und Rechthaberei argumentieren.

Schon die Einzelteile sind interrasant und das Kumulative
wirkt Erkenntnis erweiternd.

Eine Annäherung an die Wahrheit vermittelt aber noch nicht die Wahrheit, nicht einmal eine hohe Wahrscheinlichkeit.

Auch wenn letztlich das Bild nicht vollständig, uns wichtig
erscheinende Segmente fehlen und dadurch Personen fehlen,
Namen nicht lesbar, Gesetze undeutlich und Epochen fehlen, -
erkennt man das Gesamtwerk inhaltlich, räumlich in den
Hauptstrukturen und auch die Grundgedanken, was das Bild
darstellt, was es ausdrücken will, welche Botschaft es
enthält.

Eben nicht, vielleicht ist Gott längst tot oder der Teufel und Gott sind eins, niemand weiß das, viele glauben dies und das und viele glauben, weil sie der Wahrheit schon ein Stück näher seien (nicht: sind), haben sie das Recht über andere, die ihrer Meinung nach der Wahrheit noch nicht so nahe sind, bestimmen zu können, ihnen vorschreiben zu können, wie sie zu leben haben.

Die Erkenntnis wächst mit jedem Baustein, es werden immer mehr
Aspekte sichtbar wie: materielles und geistiges,
wissenschaftliches und mystisches, eindeutiges und
auslegbares, freiheitliches und gesetzliches, abstoßendes und
verführerreiches, liebevolles und hasserfülltes, usw.
Ein zwar unvollkommenes, fast Ganzes, erkennbar,
durchschaubares Bild einer Weltanschauung.

Durchschaubar? Oh nein, wir sind Staubkörner und halten uns für zu wichtig. Sieh in den Nachthimmel, jeder Stern ist (war) eine Sonne, vielleicht sogar ein Sonnensystem, was glaubst Du, geht dem Universum ab, wenn unser Sonnensystem nicht mehr existiert?
Jeder sollte sich seiner Minderwertigkeit bewußt sein und sich nicht für den Inhaber der Wahrheit halten.
Vielleicht ist ein Huhn oder eine Grille der Wahrheit näher als wir.

Ist nicht Wahrheit letztlich die Proposition und kumulative
Erfahrung ALLER?

Aller Menschen? Aller Wesen? Aller Materie? Alles transzendentem?

Nicht gegeneinander löst man die schwierigen Probleme dieser
Welt, nur gemeinsam, mit oben genannten ethischen Regeln.

Klar.

Ich bin sehr gespannt was Ihr dazu meint.

Das waren meine 2 cents.

Gollum

Hi,

Von Freunden werde ich gefragt ob es denn wichtig sei, eine
Weltanschauung zu haben.

Es ist kaum möglich, keine zu haben.

Meine Antwort hierzu ist eindeutig: Ja! Man sollte versuchen
die Teile des großen, schwierigen mehrdimensionalen Puzzle
zusammenzusetzen.

Allein dieses „sollte“ ist schon Weltanschauung.
Du merkst also, daß Du diese Frage aus Deiner eigenen Weltanschauung heraus (und nicht nur das, sondern sogar aufgrund von ihr!) versuchst zu beantworten. Ob das so gut geht?

Maßgebend dabei ist natürlich der freie Wille und die Lust am
Zusammensetzen, die Ausdauer und die Freude am Finden. Dabei
sollte aber immer der Weg wichtiger sein als das Ziel. Die
„Freiheit des anders Denkenden“ ist diesmal durchaus mit
Höflichkeit und Toleranz zu empfehlen. Eitelkeit, Hochmut und
Rechthaberei behindern auf den Weg zur Wahrheit.

Behauptung. Ich behaupte das Gegenteil. Und nun?

erkennt man das Gesamtwerk inhaltlich, räumlich in den
Hauptstrukturen und auch die Grundgedanken, was das Bild
darstellt, was es ausdrücken will, welche Botschaft es
enthält.

Ich behaupte, der Schein, den Du siehst, trügt. Und nun?

Je vollständiger das Bild, desto treffender ist die
Auslegung, je überzeugender die Erkenntnis und letztlich die
Wahrheit.

…oder desto vollständiger die Irrfahrt. Who knows?

Ist nicht Wahrheit letztlich die Proposition und kumulative
Erfahrung ALLER?

Nein. Deine Erfahrung interessiert mich erstmal nicht im Zusammenhang mit „Wahrheit“.

Nicht gegeneinander löst man die schwierigen Probleme dieser
Welt, nur gemeinsam, mit oben genannten ethischen Regeln.

Behauptung.

Ich bin sehr gespannt was Ihr dazu meint.

Ich meine, ohne Dir zu nahe treten zu wollen, daß Deine Ausführungen maximal beliebig und sehr „parteiisch“ sind. Dadurch eignen sie sich nicht so wirklich gut, um über die Eingangsfrage zu diskutieren. Anstatt (wenigstens versuchsweise) bei „Null“ anzufangen, postulierst Du schon weitreichende Grundregeln… Hm, nö.

Ich meine, man mag zwar das vordergründig so benannte „Ego“ überwinden, landet aber letztlich, wie in einem Labyrinth, doch immer wieder bei ganz eigenen Bedürfnissen. Diese mögen sich jedoch wandeln.

Gruß,

Malte.

Jeder hat eine Weltanschauung
Hallo,

Von Freunden werde ich gefragt ob es denn wichtig sei, eine
Weltanschauung zu haben.

Die Frage kann ich beim besten Willen nicht so ganz kapieren…
Jeder Mensch hat eine Weltanschauung. Man hat doch selbst eine gewisse Vorstellung davon, wie für einen selbst eine „perfekte“ Welt aussehen müsste, was einem wichtig ist, ob es einen Gott gibt und wie die Dinge funktionieren (Regen, Erdbeben etc). Und das ist ja nunmal das, was Weltanschauung ist.
Ich behaupte mal, dass es praktisch unmöglich ist, dass jemand für diese Dinge nicht zumindest irgendeine Antwort hat.

Sie führe doch nur zu nie endenden
Streit und mitunter zu härtesten Auseinandersetzungen.

Nun, die Weltansschauung eines jeden Menschen differiert nunmal. Der eine ist ein Rassist, für den bestimmte Menschen weniger wert sind, der andere ist keiner. Natürlich führt das zu Konfliktstoff, aber die Weltanschauung ist eben von Person zu Person verschieden. Daran lässt sich aber nichts ändern. Konflikte entstehen eben dann, wenn sehr unterschiedliche Weltanschauungen aufeinandertreffen, wie z.B. die Arabische und die Westliche.

Deine Freunde haben doch sicher eine Vorstellung davon, ob z.B. Rassismus gut ist oder nicht. Wenn sie mit Ja antworten, dann ist es Teil ihrer Weltanschauung, dass alle Menschen gleich sind. Wenn sie mit Nein antworten, dann ist das Gegenteil eben in ihrer Weltanschauung verankert. Aber in beiden Fällen haben sie gewisse Wertevorstellungen, die eben Teil ihrer Weltanschauung sind. Wenn das nicht wichtig ist, was bitte dann??

mfg
deconstruct

Von Freunden werde ich gefragt ob es denn wichtig sei, eine Weltanschauung zu haben.

Die Frage kann ich beim besten Willen nicht so ganz kapieren…

So würde ich das auch sehen.
Selbst ein kleines Kind hat schon eine Weltanschauung, ähnlich wie deconstruct es erklärt hat. Man nimmt seine Umwelt wahr und interpretiert sie durch seine Weltanschauung. Wer seine Umwelt nicht interpretiert, der kann doch eigentlich garnicht denken, denn genau das ist ja Denken: Information aufnehmen und verarbeiten.
Aber das wird philosophisch.

Wenn die Frage ist, ob man eine Religion braucht, unter meiner Definition („ein individuelles oder korporatives System von Prinzipien und Vorstellungen, nach denen man sein Tun und Denken richtet“) wäre die Antwort ebenfalls ja.
Das hängt mit Descarte’s „Cogito ergo sum (ich denke also bin ich)“ zusammen, ich denke kein Mensch der rational agiert basiert sein Handeln nicht auf irgendwelchen Maßstäben.
Übrigens würde ich damit sogar soweit gehen, figurativ zur Erklärung zu sagen, daß das BIOS eines PC dessen „Religion“ ist - und ein PC kann auch ohne BIOS nicht sonderlich viel tun.

Gruß,
Mike

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Jeder Mensch hat eine Weltanschauung.

ja, aber nicht jeder hat eine durchdachtes weltbild, also eine persönliche philosophische sicht der welt und nicht nur eine aneinanderreihung ausgesuchter meinungsfragmente, die sich oft auch noch widersprechen. das war wohl gemeint. und ich denke, der poster ist hier im falschen brett. in „philosophie“ wäre er besser aufgehoben.

nein, ein mensch braucht kein durchdachtes weltbild. die meisten kommen gut ohne aus.

gruß
datafox

Von Freunden werde ich gefragt ob es denn wichtig sei, eine
Weltanschauung zu haben.

wie du siehst erzeugst du begriffsverwirrungen, weil keiner versteht, was du mit weltanschauung meinst. ich rate mal, was du meinen könntest. bitte korrigiere mich.

mit „weltanschauung“ wird meistens eine allgemein gehaltene meinung über elementare dinge des lebens bezeichnet. das kann religion, politik oder philosophie bedeuten. alle menschen haben diese elementaren meinungen - frage sie einfach danach. zum beispiel: „ist es ungerecht, wenn einer arm geboren wird und der andere reich und wenn ja, soll man das ausgleichen?“ und schon wirst du den politischen aspekt einer weltanschauung zu hören bekommen. oder: „gibt es dinge, die wir nicht wahrnehmen können?“ dann wirst du philosophische antworten bekommen, oder (meistens) religiöse oder antireligiöse.

Man sollte versuchen
die Teile des großen, schwierigen mehrdimensionalen Puzzle
zusammenzusetzen.

das ist dann aber bereits ein größerer schritt. du sprichst von einer kompletten persönlichen philosophie, also einem durchdachten widerspruchsfreien weltbild. die wenigsten menschen empfinden das bedürfnis, ihr eigenes weltbild in worte fassen zu können und exakt angeben zu können, wo sie sich im gewirr der verschiedenen lehrmeinungen positionieren. dazu müssen grundlegende fragen gestellt und (vielleicht) beantwortet werden, von „was existiert“ über „was nehmen wir wahr“, „was ist realität“, „was kann man wissen“ bis „gibt es einen sinn jenseits des biologischen lebens“, „gibt es einen geist“ usw usf. die fragen nach gerechtigkeit und politik sind dann die letzten auf dieser pyramide. und: es darf keinen widerspruch geben. wenn zb. jemand der meinung ist, daß es keinen freien willen gibt, dann darf er später nicht von ungerechten handlungen sprechen.

Maßgebend dabei ist natürlich der freie Wille und die Lust am
Zusammensetzen, die Ausdauer und die Freude am Finden. Dabei
sollte aber immer der Weg wichtiger sein als das Ziel.

das ganze ist eine schulung des geistes.

Ist nicht Wahrheit letztlich die Proposition und kumulative
Erfahrung ALLER?

nein. die wenigsten menschen halten sich mit solchem „dummfug“ auf. es ist für das praktische leben nicht notwendig, sich über diese dinge gedanken zu machen. manche machen es trotzdem. ich denke das sind spezielle charaktere, die gerne nachsinnen und oft über die absurdität des ganzen welttheaters stolpern. man nenn das philosoph. deswegen guck doch man in ein anderes brett weiter oben - philosophie. ethik und religion sind dann die weiter oben angesiedelten bausteine dieser weltbildpyramide :smile:

gruß
datafox

Hübsch auseinandergedröselt, Datafox.

es ist für das praktische leben nicht notwendig, sich
über diese dinge gedanken [selbst] zu machen. manche machen es
trotzdem. Einfügung von mir, Eckard

… und wieder andere, die meisten, nehmen sich ihre Weltanschauung „von der Stange“, wie sie wohlfeil von allen möglichen Religionen, Sekten, Parteien, und anderen „Wissenden“, „Gurus“, „Führern“ und Rattenfängern angeboten werden.

Ist ja viel einfacher, als selbst nachzudenken. Und so praktisch: man kann hinterher sagen: „Naja, ich hab halt dran geglaubt/ ich habe nur Befehlen gehorcht.“

Grüße
Eckard

Hi,

Ich verstehe unter Weltanschauung ganz allgemein eine gesammelte Sichtweise aller möglichen Dinge.
Diese ergibt sich ganz zwangsläufig aufgrund der Rollen, die ein Mensch während seines Lebens einnimmt.
Ich persönlich kann auf „Weltanschauung“, wie es gemeinhin verstanden wird, gut verzichten, also z.B, ob es Götter gibt, deren Rollen, der Sinn des Lebens, usw.
Gruss,

Hallo datafox,

Jeder Mensch hat eine Weltanschauung.

ja, aber nicht jeder hat eine durchdachtes weltbild, also eine
persönliche philosophische sicht der welt

Da stimme ich dir zu, aber auch ein schlecht durchdachtes Weltbild ist ein Weltbild :wink: Die meisten Menschen haben sich IMO auch nie die Zeit genommen, genauer über „ihr“ Weltbild nachzudenken. Aber man hat einfach auch so bestimmte Vorstellungen, auch wenn man nicht wirklich bewußt darüber nachgedacht hat, finde ich.

in „philosophie“ wäre
er besser aufgehoben.

Das auf jeden Fall :wink:

nein, ein mensch braucht kein durchdachtes weltbild. die
meisten kommen gut ohne aus.

Klar, aber IMO auch nur, weil es in jeder Kultur eine Art „Standard-Weltbild“ gibt. Also bei uns z.B. eben Demokratie, Freiheit, die Menschenrechte usw, eben das, was in irgendeiner Form vom Staat, der Religion und der Naturwissenschaft postuliert wird. In anderen Kulturen sind das eben andere Werte. Auf jeden Fall lässt sich mit solch einem Weltbild auch ohne groß darüber nachzudenken gut leben.

mfg
deconstruct

Hallo,

So würde ich das auch sehen.
Selbst ein kleines Kind hat schon eine Weltanschauung, ähnlich
wie deconstruct es erklärt hat. Man nimmt seine Umwelt wahr
und interpretiert sie durch seine Weltanschauung. Wer seine
Umwelt nicht interpretiert, der kann doch eigentlich garnicht
denken, denn genau das ist ja Denken: Information aufnehmen
und verarbeiten.

Da finde ich deine Erklärung fast besser, muss ich sagen. Man kann eben ohne eine Weltanschauung (sprich ein Wertesystem, Maßstäbe, usw) überhaupt nichts reflektieren oder verarbeiten, von daher ist IMO ein Weltbild obligatorisch um überhaupt „Mensch“ zu sein.
Man muß sich aber sicher nicht im klaren darüber sein, wie das eigene Weltbild genau aussieht, denn das Weltbild baut man einfach durch seine Lebenserfahrung von klein an auf, es steckt irgendwo in einem drin. Aber auch wenn man sich über das eigene Weltbild nicht im klaren ist, so ändert das meiner Meinung nach nichts daran, dass man trotzdem eins hat :wink:

Aber das wird philosophisch.

Gehört halt auch irgendwie eher zur Philosophie das ganze :wink:

mfg
deconstruct

Hallo,

Ich persönlich kann auf „Weltanschauung“, wie es gemeinhin
verstanden wird, gut verzichten, also z.B, ob es Götter gibt,
deren Rollen, der Sinn des Lebens, usw.

Aber du hast doch selbst sicher eine Vorstellung, ob es einen Gott gibt oder nicht. Und damit hast du ja auch eine „Weltanschauung“, so wie du sie oben beschrieben hast, oder nicht?

mfg
deconstruct

denn das Weltbild baut man
einfach durch seine Lebenserfahrung von klein an auf, es
steckt irgendwo in einem drin.

ich würde da nochmal unterscheiden zwischen praktischen und theoretischen fragestellungen. politische (also praktische) weltanschauungen ergeben sich natürlich durch erfahrungen, durch die eigene soziale position usw. theoretische weltanschauungen zeichnen sich aber grade dadurch aus, daß sie NICHT auf erfahrungen beruhen sondern durch NACHDENKEN gewonnen werden. es kann also sein, daß jemand eine bestimmte ethische position in der theorie vertritt und diese dann aufgibt, wenn er eine bestimmte erfahrung macht, zb. „den glauben an die gerechtigkeit verlieren“. oder es kann sein, daß jemand durch nachdenken seine positionen ändert, da er draufkommt, daß sie widersprüchlich sind.

gruß
datafox

Hallo,

Nunja, also ich würde da gar nicht unterscheiden. Denn wenn du eine Erkenntnis nur durch Nachdenken erreichst, dann baut dein Denken usw ja auch schon auf einem Weltbild (und somit Erfahrungen) auf. Ich würde eher sagen, dass das eine indirekte Erfahrung ist. Du interpolierst einfach deine gewonnen Erfahrungen und bildest sie auf etwas ab, was du selbst persönlich noch nicht erfahren hast.

es kann also sein, daß jemand eine bestimmte
ethische position in der theorie vertritt und diese dann
aufgibt, wenn er eine bestimmte erfahrung macht, zb. „den
glauben an die gerechtigkeit verlieren“.

Das würde ich eher als Beispiel für praktische Erfahrung sehen. Weil die Theorie, die er sich aufgrund seiner früheren Erfahrungen zurecht gelegt hat, ist durch eine neue Erfahrung umgeworfen worden.

oder es kann sein,
daß jemand durch nachdenken seine positionen ändert, da er
draufkommt, daß sie widersprüchlich sind.

Nun, aber beim Nachdenken baut er ja auch auf Erfahrungen auf. Du kannst dir nichts aus den Fingern saugen. Im Prinzip reflektiert er nur seine bereits gemachten Erfahrungen.
Und das ist IMO auch der einzige Unterschied: Die einen Dinge gewinnt er durch direkte Erfahrung und die anderen durch Reflektion der direkten Erfahrung. Aber letztendlich beruht doch wieder alles auf Erfahrungen, die er gesammlt hat.

Vielleicht hast du ja auch sowas ähnliches gemeint und wir reden aneinander vorbei, aber so in etwa wäre meine Unterscheidung zwischen „Praxis“ und „Theorie“.

mfg
deconstruct

Hi Rai-Fa,

ich würde es nicht gleich Weltanschauung nennen.
Lebenseinstellung vielleicht?
Und die hat sicherlich jeder, egal wie religiös oder philosophisch er ist, oder eher weniger.

Und streiten braucht man darüber auch nicht, solange jeder diese kosmopolitische Formel der Toleranz beachtet. Oder?

Gruß
Helena

Hallo,

ich würde es nicht gleich Weltanschauung nennen.
Lebenseinstellung vielleicht?

Wie mans nennt ist ja eigentlich auch egal :wink: Gemeint ist ja wohl in beiden das gleiche, oder?

Und die hat sicherlich jeder, egal wie religiös oder
philosophisch er ist, oder eher weniger.

Da stimme ich voll und ganz zu.

Und streiten braucht man darüber auch nicht, solange jeder
diese kosmopolitische Formel der Toleranz beachtet. Oder?

Tja, es wäre so einfach… nur bring den Leuten erstmal Toleranz bei. Und oft ist es auch gar nicht so einfach, tolerant zu sein, zumindest sehe ich das mit Erschrecken oftmals an mir selbst…

mfg
deconstruct

Hallo Mike,

Wenn die Frage ist, ob man eine Religion braucht, unter meiner
Definition („ein individuelles oder korporatives System von
Prinzipien und Vorstellungen, nach denen man sein Tun und
Denken richtet“) wäre die Antwort ebenfalls ja.

???
Also das sind Religionen nicht. Ich bekomme es nicht so schön in einen Satz wie Du, aber ich frage mal Encarta. …

Religion (lateinisch relegere: dicht; religio: Gottesfurcht), Oberbegriff für verschiedene Arten transzendentaler Systeme, die sich durch ein philosophisch-mythologisches Denkgebäude (meist in so genannten heiligen Schriften niedergelegt), dessen institutionalisierte Vermittler (Priester, Religionsgründer etc.) und eine Schar von Anhängern (Gläubige) auszeichnen.
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Ahhh, schon besser. Schon im Wort ‚Religion‘ ist der Götterglaube enthalten und ohne den kommt man recht gut aus.

Gruß, Rainer

Guten Abend Gollum

Oder sich seiner Unwichtigkeit bewußt werden, merken, daß man
um die Wahrheit zu erfahren zu klein und unwichtig ist.

Steh bitte aufrech Mensch!

Dabei
sollte aber immer der Weg wichtiger sein als das Ziel.

Entschuldige bitte, aber das halte ich für
Blödsinn einen Irrtum. Wenn ich nach der
Wahrheit suche, dann ist nur das Finden, nicht aber das Suchen
danach das Ziel.

Die
„Freiheit des anders Denkenden“ ist diesmal durchaus mit
Höflichkeit und Toleranz zu empfehlen. Eitelkeit, Hochmut und
Rechthaberei behindern auf den Weg zur Wahrheit.

Das Problem ist nur, daß sich viele schon am Ziel glauben und
deshalb mit Hochmut und Rechthaberei argumentieren.

Genau deshalb sollte der Weg dahin wichtiger sein.

Schon die Einzelteile sind interrasant und das Kumulative
wirkt Erkenntnis erweiternd.

Eine Annäherung an die Wahrheit vermittelt aber noch nicht die
Wahrheit, nicht einmal eine hohe Wahrscheinlichkeit.

Ich wäre mit der Annäherung schon erfreut.

Eben nicht, vielleicht ist Gott längst tot oder der Teufel und
Gott sind eins, niemand weiß das, viele glauben dies und das
und viele glauben, weil sie der Wahrheit schon ein Stück näher
seien (nicht: sind), haben sie das Recht über andere, die
ihrer Meinung nach der Wahrheit noch nicht so nahe sind,
bestimmen zu können, ihnen vorschreiben zu können, wie sie zu
leben haben.

Wer ist denn so dreist und verbietet dir Mensch?
Wo kommt dein Haß her?

durchschaubares Bild einer Weltanschauung.

Durchschaubar? Oh nein, wir sind Staubkörner und halten uns
für zu wichtig. Sieh in den Nachthimmel, jeder Stern ist (war)
eine Sonne, vielleicht sogar ein Sonnensystem, was glaubst Du,
geht dem Universum ab, wenn unser Sonnensystem nicht mehr
existiert?
Jeder sollte sich seiner Minderwertigkeit bewußt sein und sich
nicht für den Inhaber der Wahrheit halten.
Vielleicht ist ein Huhn oder eine Grille der Wahrheit näher
als wir.
Du Mensch bist doch nicht Minderwertig!!!

Ist nicht Wahrheit letztlich die Proposition und kumulative
Erfahrung ALLER?

Aller Menschen? Aller Wesen? Aller Materie? Alles
transzendentem?

Und wieder sind Menschen gemeint.
Rai-Fa

Nun, aber beim Nachdenken baut er ja auch auf Erfahrungen auf.

nein, nicht wenn es um dinge geht, die vor der erfahrung liegen. zb. die frage „was können wir wahrnehmen“ und tausende andere fragen.

es wird jetzt aber offtopic. das hat mit religion und ethik nichts mehr zu tun.

gruß
datafox