Hallo Eli,
irgendwie scheinen wir aneinander vorbei zur reden. Es muss in der Ethik doch erlaubt sein, Dinge von allen Seiten gedanklich zu beleuchten, auch wenn sie z.Zt. nur in Szenarien durchgespielt werden (können)?
Und ich finde es sehr wohl legitim, Argumente gegen das Klonen zu sammeln, auch wenn diese Argumente bei anderen Sachverhalten ( künstl. Befruchtung) auch greifen würden. Ich sehe nicht, wo das dazu führen muss, das ich automatisch nicht mehr „sauber am Thema“ diskutiere.
Wir haben noch keine Wissen über das Klonen von Menschen, aber
schon werden Folgen als Tatsachen in den Raum gestellt.
Naja, dass es ne Menge ziemlich kranke und missglückte Fehlversuche mit Schafen gab, bevor Dolly kam, wissen wir doch schon, oder nicht? [hab ich zumindest so in Erinnerung]
Ich kann schon verstehen, warum sie damit ein Problem haben,
aber weniger warum sie dann dieses Menschenbild einem Staat
aufdrücken wollen. Es muss sich ja kein Katholik klonen
lassen.
Wir leben doch schließlich im christlichen Abendland *grins* - versteh mich nicht falsch, aber unser christlich-humanistisches [Mendelsohn und Co soll dabei nicht vergessen sein!] Weltbild ist tief in unser Grundgesetz und unser Wertesystem eingeflossen. Die Diskussion, inwieweit die Menschenrechte eine westliche Erfindung und eben nicht universell sind, kann ich da in meinem Kopf gerade nicht wegassoziieren. Wie definieren wir für uns Mensch sein? Menschenwürde? Wie kann hier ein Konsens entstehen? Was ist, wenn es keinen Konsens geben kann? Du schneidest ein großes Thema an:smile:).
Ich wusste nicht, dass es hier um ethisch bedenkliche
Alleinstellungsmerkmale für das Klonen ging
. Das macht
andere Methoden ja nicht besser oder schlechter.
Nun gut, aber ich denke es ist sehr ungünstig in einer
Diskussion um das Klonen gleich noch alles andere
mitzudiskutieren. Ich fände es besser und angemessener wenn
man hier trennen würde.
Ich denke die Würde des Menschen kann ich nicht außen vor halten.
Jetzt sind wir bei der Diskussion gelandet, dass jede
wissenschaftliche Forschung oder Medizion auch für uns nicht
gewollte Zwecke eingesetzt werden kann. Gut, aber warum
spricht das ausgerechnet gegen das Klonen?
Nicht nur, aber eben auch.
Wie gesagt ich bin nicht soweit, dass ich annehmen könnte,
dass ein Mensch sich wie gewünscht klonen lässt.
Konsens.
Bisher
spricht eigentlich mehr dagegen. Somit ist die Diskussion über
das Klonen für mich auch mehr eine Diskussion, ob die
Forschung hier verhindert werden soll. Und da ist für mich der
Nutzen Erkenntnisgewinn.
Und wenn Klonforschung an Menschen Erkenntnisgewinn bringen sollte, dann muss für diesen Erkenntnisgewinn wie immer (try and error) eine Menge Error produziert werden, bevor es Erkenntnis gibt.
Dieser „Error“ allein ist nunmal in einem bestimmten Menschenbild als Angriff auf die Würde und das Leben des Menschen zu verstehen (irgendeine Art von Leben wird bei diesen Versuchen mal produziert…) Wer das natürlich nur als leblose Biomasse betrachtet, hat das ethische Problem nicht.
Ja und? Außerdem finde ich es sehr sehr wichtig, dass sich die
Ethik oder besser die ethische Diskussion den aktuellen Fragen
stellt, die die Gesellschaft hat, und nicht wartet, bis das
Kind in den Brunnen gefallen ist.
Aber die Frage stellt sich doch gar nicht, weil hierzulande
niemand(!) einen Menschen klonen will oder könnte.
Ja, und wenn in irgendeinem anderen Land Frauen ihre Geschlechtsorgane verstümmelt bekommen, will das hier vielleicht auch niemand nachmachen, aber deshalb kann ich es doch als ethisch verwerflich diskutieren? Muss für dich so eine Diskussion immer einem konkreten Handlungszwang vor Ort folgen?
Dann sollte man über die Ängste reden und nicht über
sachliche(!) Gründe gegen das Klonen. Sachlich spricht nämlich
vieles von dem was du benannt hast nicht gegen das Klonen.
Wenn beispielsweise es zu behinderten Kindern kommt, dann wird
sich niemand klonen lassen. Wie du schon fragest, was soll
dann der Nutzen sein?
Oh, ein Utilitarist!!!
)) Ich kann doch meine Werte und Normen hinterfragen, ohne dabei einen Nützlichkeitsaspekt miteinzubeziehen, wenn der Sachverhalt als solcher schon gegen meine fundamentalen Werte verstößt, oder?
Btw müsste der Fall: Es kommt zu behinderten Kindern ja erstmal getestet werden, ob das der Fall sein würde. Spätfolgen? Mich gruselt es da ganz gehörig, dich nicht?
beste GRüße,
barbara