Ist Kloning ethisch vertretbar?

Hallo liebe Forumsteilnehmer,

auch ich möchte mal wieder eine ethische Diskussion entfachen. Das Thema ist Kloning, d.h. die künstliche Erzeugung eines Zwillings.

In den letzten Wochen konnte man nach der angeblichen Geburt eines Klons von verschiedenen Seiten, z.B. Kirchen und Politikern, hören, dass sowas ethisch nicht vertretbar ist und keinesfalls erlaubt werden darf.

Was ich bisher vermisste waren Argumente, die erklärten warum.

Eurer Antworten harrend.

Carlos

In den letzten Wochen konnte man nach der angeblichen Geburt
eines Klons von verschiedenen Seiten, z.B. Kirchen und
Politikern, hören, dass sowas ethisch nicht vertretbar ist und
keinesfalls erlaubt werden darf.

Was ich bisher vermisste waren Argumente, die erklärten warum.

hi carlos,

ich kann dir nicht viel bieten, ausser einen spontanen gedanken:

wäre ich christ, müßte ich die herstellung geklonten lebens
zulassen, da gott uns die möglichkeiten dafür gibt.
wie dürfte ich da widersprechen, außer es wäre wieder eine
dieser fallen, in die ein schlichtes gemüt hineintappt, um
danach wirklich böse (FSK 18) bestraft zu werden.

da ich kein christ bin, behalte ich mir meine meinung erstmal
vor, da ich mir noch keine gebildet habe.

was die klon-geschichte dieser weltraum-sekte betrifft:
da jede wissenschaftliche untersuchung abgelehnt wird, scheint
es sich um ein medienwirksames fake zu handeln.

gruß,
frank

auch ich möchte mal wieder eine ethische Diskussion entfachen.

gute Idee, mal wieder zur Abwechslung :smile:

Das Thema ist Kloning, d.h. die künstliche Erzeugung eines
Zwillings.

In den letzten Wochen konnte man nach der angeblichen Geburt
eines Klons von verschiedenen Seiten, z.B. Kirchen und
Politikern, hören, dass sowas ethisch nicht vertretbar ist und
keinesfalls erlaubt werden darf.

Was ich bisher vermisste waren Argumente, die erklärten warum.

da sind wir bereits mitten im Thema - was ist ein Argument, was bedeutet „ethisch vertretbar“?

Für Kirchenvertreter ist beispielsweise die Heiligkeit und Unverfügbarkeit des gottgeschenkten Lebens ein Argument, das Praktiken wie das Klonen - aber auch eine ganze Reihe weiterer Praktiken, die gesellschaftlich legitimiert sind, wie Abtreibung und Pränatale bzw. Präimplantationsdiagnistik - verbietet.

Für andere ist die Rede von der „Heiligkeit und Unverfügbarkeit des gottgeschenkten Lebens“ einfach ein Mumpitz. Sie argumtenieren aber, dass mit der bewussten Manipulation des menschlichen Erbguts der Mensch zu einer Sache gemacht werde. Einige könnten noch weiter gehen und die Vorstellung als Argument gebrauchen, dass eine Person (ein Klon), der nach dem Willen einer anderen Person technisch hergestellt sei, von dieser in seiner Freiheit beeinträchtigt würde.

Eine dritte Gruppe könnte schließlich sagen, geklont oder nicht - die Existenz von genetisch identischen Menschen stellt an sich kein Problem dar. Schließlich gibt es ja auch eineiigen Zwillinge, die sich exakt so zueinander verhalten wie ein Klon und dessen Urbild - nur ohne die zeitliche Verzögerung, die das Klonen erlaubt. Was wir aber ablehnen, ist der Weg dorhin, der über verbrauchende Embryonenforschung und eine vermutlich sehr hohe Zahl an misslingenden Experimenten geht. Das Klonen von Säugetieren bringt immer eine sehr hohe Anzahl von Fehlgeburten und Missbildungen mit sich, „fehlerfreie“ Klone liegen bestenfalls im Prozentbereich. Diese vorhersehbare Massenproduktion von „Auschussware“ können wir weder den Klonen, noch den Müttern dieser Klone zumuten.

Wieder andere könnten sagen: wir müssen aus der geschichte lernen, dass wir für eine so große Verantwortung, wie das Klonen mit sich bringt, als Gesellschaft nicht reif sind. Immer wenn Menschen begonnen haben, über das Lebensrecht anderer Menschen zu entscheiden, hat das in die Katastrophe geführt. Wenn wir die Praktiken wie Präimplantationsdiagnostik und Selektion, die mit dem Klonen verbunden sind, gesellschaftlich legitimieren, befinden wir uns auf einer schiefen Ebene, auf der wir dann keine Grenze mehr ziehen können zur Zwangseuthanasie, zur Sterilisierung „unwerten Lebens“ und so weiter. Deswegen dürfen wir uns auf dieses Spiel gar nicht einlassen.

Und das ist erst die eine Partei in diesem Streit …

BTW: was die Raelianer als Ziel angeben, nämlich Erlangung der Unsterblichkeit durch Bewusstseinsübertragung auf einen Klon, hat mit dieser - sehr ernsten - Debatte nichts zu tun, sondern ist pure, unwissenschaftliche Science-Fiction.

Gruss
Täubchen

Hallo Carlos,

aus jüdischer Sicht besteht gegenüber dem Klonen erst einmal kein Problem, was auch unter anderem daran liegt, dass noch völlig unklar ist, welche Verfahren angewandt werden (können) und welche Folgen sich daraus ergeben.

Das Klonen selbst ist nach jüdischer Auffassung keine Schöpfung weswegen es auch keine ethischen Probleme gegen das Klonen selbst gibt. Einzig durch die Methoden und die Folgen können sich ethische Probleme ergeben, beispielsweise bei der Klärung von Familienverhältnissen etc.

Zum jetztigen Zeitpunkt kann man aber aus meiner Sicht noch keine ethische Diskussion über das Klonen sondern alleine über die Zulassung diesbezüglicher Forschung. Und hier sehe ich erstrecht keine Probleme.

Schalom, schönes Wochenende, git schabbes,
Eli

Hallo Carlos,

zum einen sind ja auch gefährliche Menschenversuche verboten:smile:. Und nichts anderes kann das Klonen erstmal sein. Ein Punkt dabei ist, dass die Risiken des Klonens für den Menschen [den zu erzeugenden Klon] nicht vertretbar sind. Die Gefahr, eine Kopie zu bekommen, die nicht lebensfähig ist, bzw. die fehlerhaft [sprich behindert ist, vielleicht leiden muss] ist, ist sehr groß. Was machst du dann? Schlimmstenfalls: Wegwerfen? Ein anderes Argument, dass ich gehört habe, ist der momentane „Verwendungszweck“, der von Seiten der Wissenschaft auch genannt wurde, polemisch gesagt: Dein Kind klonen, um ein Ersatzteillager für dein krebskrankes Kind zu haben? Oder gar für dich?

Die Kirchen sind z.B. auch gegen Präimplantationsdiagnostik. Warum? z.Zt (Argument von Lehmann)heißt PID Selektion, nix anderes.

Ich denke, die Klonsache wird aus ähnlichen Gründen abgelehnt.

Ich hatte mich mal mit einem Biologen darüber unterhalten. Sehr wahrscheinlich ist das Klonen nicht. Allerdings: Kommt drauf an, was du darunter verstehst. Eine befruchtete Eizelle oder von mir aus eine spezalisierte Hautzelle an der Nase:smile:. Zweiteres scheint wirklich zur Zeit noch Science Fiction zu sein - ethisch problematisch sind dann vor allem die Fehlversuche bis zum ersten gelungenen Klonkind…

beste GRüße,

barbara

Hallo Barbara.

zum einen sind ja auch gefährliche Menschenversuche
verboten:smile:. Und nichts anderes kann das Klonen erstmal sein.

Das würde auch auf zahlreiche andere Forschungsbereiche der Medizin zutrefen, z. B. künstliche Befruchtung.

Ein Punkt dabei ist, dass die Risiken des Klonens für den
Menschen [den zu erzeugenden Klon] nicht vertretbar sind.

Soweit ist die Wissenschaft doch noch garnicht und kein seriöser Wissenschaftler in diesem Bereich will jetzt Menschen klonen.

Die Gefahr, eine Kopie zu bekommen, die nicht lebensfähig ist,
bzw. die fehlerhaft [sprich behindert ist, vielleicht leiden
muss] ist, ist sehr groß. Was machst du dann?

Wie kannst Du das zum jetztigen Zeitpunkt wissen?

Schlimmstenfalls: Wegwerfen?

Nichts anderes passiert auch im Rahmen der künstlichen Befruchtung.

Ein anderes Argument, dass ich
gehört habe, ist der momentane „Verwendungszweck“, der von
Seiten der Wissenschaft auch genannt wurde, polemisch gesagt:
Dein Kind klonen, um ein Ersatzteillager für dein krebskrankes
Kind zu haben? Oder gar für dich?

Dieses wäre alles auch ohne Klonen möglich oder anders gesagt, genau diese Zwecke sind verboten und dieses macht auch Sinn. So könntest du auch ganz normal einen Menschen genau hierfür zeugen.

Aber was hat diese Motivation mit dem Klonen selber zu tun?

Die Kirchen sind z.B. auch gegen Präimplantationsdiagnostik.
Warum? z.Zt (Argument von Lehmann)heißt PID Selektion, nix
anderes.

Ach ja, die Weltbilder der Kirche sind manchmal sehr einfach. Da braucht man nur ein Wort zu benutzen, welches mit einem negativen Begriff verbunden ist und schon ist alles ganz schlimm. Aber was hat Klonen (darum ging es hier) mit Selektion zu tun? Wo wird unwertes Leben(!) ausgewählt?

Ich hatte mich mal mit einem Biologen darüber unterhalten.
Sehr wahrscheinlich ist das Klonen nicht. Allerdings: Kommt
drauf an, was du darunter verstehst. Eine befruchtete Eizelle
oder von mir aus eine spezalisierte Hautzelle an der Nase:smile:.
Zweiteres scheint wirklich zur Zeit noch Science Fiction zu
sein - ethisch problematisch sind dann vor allem die
Fehlversuche bis zum ersten gelungenen Klonkind…

Und solange sollte wir einmal abwarten, denn für diese Bereiche haben wir schon ganz normale Gesetze und dieser Punkt hat weniger mit dem Klonen im Besonderen als mit menschlichen Versuchtsobjekten im Allgemeinen zu tun.

Schalom,
Eli

Hallo Eli,

Das würde auch auf zahlreiche andere Forschungsbereiche der
Medizin zutrefen, z. B. künstliche Befruchtung.

Wer sagt, dass ich letzteres gutheiße:smile:?

Ein Punkt dabei ist, dass die Risiken des Klonens für den
Menschen [den zu erzeugenden Klon] nicht vertretbar sind.

Soweit ist die Wissenschaft doch noch garnicht und kein
seriöser Wissenschaftler in diesem Bereich will jetzt Menschen
klonen.

Es ging ja um Argumente, die heute schon in der Diskussion sind. So habe ich die Frage von Carlos zumindest verstanden.

Die Gefahr, eine Kopie zu bekommen, die nicht lebensfähig ist,
bzw. die fehlerhaft [sprich behindert ist, vielleicht leiden
muss] ist, ist sehr groß. Was machst du dann?

Wie kannst Du das zum jetztigen Zeitpunkt wissen?

Diese Frage verstehe ich nicht.

Schlimmstenfalls: Wegwerfen?

Nichts anderes passiert auch im Rahmen der künstlichen
Befruchtung.

Weshalb sie für einige Kirchen ebenfalls ethisch sehr bedenklich ist. Und meines Wissens in D. das problem besteht, was man mit bereits befruchteten Zellen macht. Wegwerfen ist bei uns nämlich nicht erlaubt! Menschliches Leben beginnt z.B. für die katholische Kirche mit der Befruchtung. Ich weiß, dass das im Judentum anders gesehen wird. Versuch dich einfach mal in jemand reinzuversetzen, der diese Menschenbild hat. Ich finde, dann wird sehr schnell deutlich, warum einige Kirchen ein Problem mit dem Klonen von Menschen haben - und mit der künstlichen Befruchtung.

Ein anderes Argument, dass ich
gehört habe, ist der momentane „Verwendungszweck“, der von
Seiten der Wissenschaft auch genannt wurde, polemisch gesagt:
Dein Kind klonen, um ein Ersatzteillager für dein krebskrankes
Kind zu haben? Oder gar für dich?

Dieses wäre alles auch ohne Klonen möglich oder anders gesagt,
genau diese Zwecke sind verboten und dieses macht auch Sinn.
So könntest du auch ganz normal einen Menschen genau hierfür
zeugen.

Aber was hat diese Motivation mit dem Klonen selber zu tun?

Ich wusste nicht, dass es hier um ethisch bedenkliche Alleinstellungsmerkmale für das Klonen ging :smile:. Das macht andere Methoden ja nicht besser oder schlechter.

Die Kirchen sind z.B. auch gegen Präimplantationsdiagnostik.
Warum? z.Zt (Argument von Lehmann)heißt PID Selektion, nix
anderes.

Ach ja, die Weltbilder der Kirche sind manchmal sehr einfach.
Da braucht man nur ein Wort zu benutzen, welches mit einem
negativen Begriff verbunden ist und schon ist alles ganz
schlimm. Aber was hat Klonen (darum ging es hier) mit
Selektion zu tun? Wo wird unwertes Leben(!) ausgewählt?

Du musst nur ein paar Szenarien durchspielen…klaro werden ethisch hochstehende Menschen das niiiiiie tun. *hüstel* Aber wenn ich mir anschaue, dass heute bsw. in Indien und China weibliche Föten getötet werden, weil man lieber einen Jungen hat. Oder in Amerika Menschen sagen, sie würden ein Kind, dass zur Fettleibigkeit neigt, abtreiben…wenn ich sehe, was heute in manchen Ländern bereits praktiziert wird…ich bin da sehr skeptisch.

Btw - rein interessemäßig:
Was ist denn in deinen Augen der Nutzen des Klonens?
Oder könnte der Nutzen sein?

Ich hatte mich mal mit einem Biologen darüber unterhalten.
Sehr wahrscheinlich ist das Klonen nicht. Allerdings: Kommt
drauf an, was du darunter verstehst. Eine befruchtete Eizelle
oder von mir aus eine spezalisierte Hautzelle an der Nase:smile:.
Zweiteres scheint wirklich zur Zeit noch Science Fiction zu
sein - ethisch problematisch sind dann vor allem die
Fehlversuche bis zum ersten gelungenen Klonkind…

Und solange sollte wir einmal abwarten, denn für diese
Bereiche haben wir schon ganz normale Gesetze und dieser Punkt
hat weniger mit dem Klonen im Besonderen als mit menschlichen
Versuchtsobjekten im Allgemeinen zu tun.

Ja und? Außerdem finde ich es sehr sehr wichtig, dass sich die Ethik oder besser die ethische Diskussion den aktuellen Fragen stellt, die die Gesellschaft hat, und nicht wartet, bis das Kind in den Brunnen gefallen ist. Schließlich gibt es Bestrebungen und Wünsche Menschen zu klonen, aber auch Ängste - da muss ich mich doch mit auseinandersetzen - und mich z.B. als Kirche/Philosoph/denkender Mensch um Antworten bemühen. Denn es werden Fragende kommen.

my2cent

  • beste grüße,

barbara

*die das Thema ansich gelassen sieht, weil sie nicht glaubt, dass wir schon soweit sind*

Die buddhistische Ethik
Moin Carlos,

Die Haltung gegenüber dem Klonen aus buddhistischer Sicht ist ebenfalls ablehnend.

Ein entsprechende Begründung findest du hier:
http://www.tibet.de/tib/tibu/58standpunkt.html

Gruss
Marion, die sich dieser Erklärung vorbehaltlos anschließt

Hallo Barbara.

Wer sagt, dass ich letzteres gutheiße:smile:?

Darum ging es nicht, sondern das dann über etwas ganz anderes diskutiert werden müsste. Das Klonen wären dann nur noch der Anlass aber nicht mehr der Gegenstand.

Es ging ja um Argumente, die heute schon in der Diskussion
sind. So habe ich die Frage von Carlos zumindest verstanden.

Ja, ich vergass ;-(

Die Gefahr, eine Kopie zu bekommen, die nicht lebensfähig ist,
bzw. die fehlerhaft [sprich behindert ist, vielleicht leiden
muss] ist, ist sehr groß. Was machst du dann?

Wie kannst Du das zum jetztigen Zeitpunkt wissen?

Diese Frage verstehe ich nicht.

Wir haben noch keine Wissen über das Klonen von Menschen, aber schon werden Folgen als Tatsachen in den Raum gestellt.

Weshalb sie für einige Kirchen ebenfalls ethisch sehr
bedenklich ist. Und meines Wissens in D. das problem besteht,
was man mit bereits befruchteten Zellen macht. Wegwerfen ist
bei uns nämlich nicht erlaubt! Menschliches Leben beginnt z.B.
für die katholische Kirche mit der Befruchtung. Ich weiß, dass
das im Judentum anders gesehen wird. Versuch dich einfach mal
in jemand reinzuversetzen, der diese Menschenbild hat. Ich
finde, dann wird sehr schnell deutlich, warum einige Kirchen
ein Problem mit dem Klonen von Menschen haben - und mit der
künstlichen Befruchtung.

Ich kann schon verstehen, warum sie damit ein Problem haben, aber weniger warum sie dann dieses Menschenbild einem Staat aufdrücken wollen. Es muss sich ja kein Katholik klonen lassen.

Ich wusste nicht, dass es hier um ethisch bedenkliche
Alleinstellungsmerkmale für das Klonen ging :smile:. Das macht
andere Methoden ja nicht besser oder schlechter.

Nun gut, aber ich denke es ist sehr ungünstig in einer Diskussion um das Klonen gleich noch alles andere mitzudiskutieren. Ich fände es besser und angemessener wenn man hier trennen würde.

Du musst nur ein paar Szenarien durchspielen…klaro werden
ethisch hochstehende Menschen das niiiiiie tun. *hüstel* Aber
wenn ich mir anschaue, dass heute bsw. in Indien und China
weibliche Föten getötet werden, weil man lieber einen Jungen
hat. Oder in Amerika Menschen sagen, sie würden ein Kind, dass
zur Fettleibigkeit neigt, abtreiben…wenn ich sehe, was
heute in manchen Ländern bereits praktiziert wird…ich bin
da sehr skeptisch.

Jetzt sind wir bei der Diskussion gelandet, dass jede wissenschaftliche Forschung oder Medizion auch für uns nicht gewollte Zwecke eingesetzt werden kann. Gut, aber warum spricht das ausgerechnet gegen das Klonen?

Btw - rein interessemäßig:
Was ist denn in deinen Augen der Nutzen des Klonens?
Oder könnte der Nutzen sein?

Wie gesagt ich bin nicht soweit, dass ich annehmen könnte, dass ein Mensch sich wie gewünscht klonen lässt. Bisher spricht eigentlich mehr dagegen. Somit ist die Diskussion über das Klonen für mich auch mehr eine Diskussion, ob die Forschung hier verhindert werden soll. Und da ist für mich der Nutzen Erkenntnisgewinn.

Ja und? Außerdem finde ich es sehr sehr wichtig, dass sich die
Ethik oder besser die ethische Diskussion den aktuellen Fragen
stellt, die die Gesellschaft hat, und nicht wartet, bis das
Kind in den Brunnen gefallen ist.

Aber die Frage stellt sich doch gar nicht, weil hierzulande niemand(!) einen Menschen klonen will oder könnte.

Schließlich gibt es
Bestrebungen und Wünsche Menschen zu klonen, aber auch Ängste

  • da muss ich mich doch mit auseinandersetzen - und mich z.B.
    als Kirche/Philosoph/denkender Mensch um Antworten bemühen.
    Denn es werden Fragende kommen.

Dann sollte man über die Ängste reden und nicht über sachliche(!) Gründe gegen das Klonen. Sachlich spricht nämlich vieles von dem was du benannt hast nicht gegen das Klonen. Wenn beispielsweise es zu behinderten Kindern kommt, dann wird sich niemand klonen lassen. Wie du schon fragest, was soll dann der Nutzen sein?

Schalom,
Eli

Hallo Eli,

irgendwie scheinen wir aneinander vorbei zur reden. Es muss in der Ethik doch erlaubt sein, Dinge von allen Seiten gedanklich zu beleuchten, auch wenn sie z.Zt. nur in Szenarien durchgespielt werden (können)?

Und ich finde es sehr wohl legitim, Argumente gegen das Klonen zu sammeln, auch wenn diese Argumente bei anderen Sachverhalten ( künstl. Befruchtung) auch greifen würden. Ich sehe nicht, wo das dazu führen muss, das ich automatisch nicht mehr „sauber am Thema“ diskutiere.

Wir haben noch keine Wissen über das Klonen von Menschen, aber
schon werden Folgen als Tatsachen in den Raum gestellt.

Naja, dass es ne Menge ziemlich kranke und missglückte Fehlversuche mit Schafen gab, bevor Dolly kam, wissen wir doch schon, oder nicht? [hab ich zumindest so in Erinnerung]

Ich kann schon verstehen, warum sie damit ein Problem haben,
aber weniger warum sie dann dieses Menschenbild einem Staat
aufdrücken wollen. Es muss sich ja kein Katholik klonen
lassen.

Wir leben doch schließlich im christlichen Abendland *grins* - versteh mich nicht falsch, aber unser christlich-humanistisches [Mendelsohn und Co soll dabei nicht vergessen sein!] Weltbild ist tief in unser Grundgesetz und unser Wertesystem eingeflossen. Die Diskussion, inwieweit die Menschenrechte eine westliche Erfindung und eben nicht universell sind, kann ich da in meinem Kopf gerade nicht wegassoziieren. Wie definieren wir für uns Mensch sein? Menschenwürde? Wie kann hier ein Konsens entstehen? Was ist, wenn es keinen Konsens geben kann? Du schneidest ein großes Thema an:smile:).

Ich wusste nicht, dass es hier um ethisch bedenkliche
Alleinstellungsmerkmale für das Klonen ging :smile:. Das macht
andere Methoden ja nicht besser oder schlechter.

Nun gut, aber ich denke es ist sehr ungünstig in einer
Diskussion um das Klonen gleich noch alles andere
mitzudiskutieren. Ich fände es besser und angemessener wenn
man hier trennen würde.

Ich denke die Würde des Menschen kann ich nicht außen vor halten.

Jetzt sind wir bei der Diskussion gelandet, dass jede
wissenschaftliche Forschung oder Medizion auch für uns nicht
gewollte Zwecke eingesetzt werden kann. Gut, aber warum
spricht das ausgerechnet gegen das Klonen?

Nicht nur, aber eben auch.

Wie gesagt ich bin nicht soweit, dass ich annehmen könnte,
dass ein Mensch sich wie gewünscht klonen lässt.

Konsens.

Bisher

spricht eigentlich mehr dagegen. Somit ist die Diskussion über
das Klonen für mich auch mehr eine Diskussion, ob die
Forschung hier verhindert werden soll. Und da ist für mich der
Nutzen Erkenntnisgewinn.

Und wenn Klonforschung an Menschen Erkenntnisgewinn bringen sollte, dann muss für diesen Erkenntnisgewinn wie immer (try and error) eine Menge Error produziert werden, bevor es Erkenntnis gibt. :smile: Dieser „Error“ allein ist nunmal in einem bestimmten Menschenbild als Angriff auf die Würde und das Leben des Menschen zu verstehen (irgendeine Art von Leben wird bei diesen Versuchen mal produziert…) Wer das natürlich nur als leblose Biomasse betrachtet, hat das ethische Problem nicht.

Ja und? Außerdem finde ich es sehr sehr wichtig, dass sich die
Ethik oder besser die ethische Diskussion den aktuellen Fragen
stellt, die die Gesellschaft hat, und nicht wartet, bis das
Kind in den Brunnen gefallen ist.

Aber die Frage stellt sich doch gar nicht, weil hierzulande
niemand(!) einen Menschen klonen will oder könnte.

Ja, und wenn in irgendeinem anderen Land Frauen ihre Geschlechtsorgane verstümmelt bekommen, will das hier vielleicht auch niemand nachmachen, aber deshalb kann ich es doch als ethisch verwerflich diskutieren? Muss für dich so eine Diskussion immer einem konkreten Handlungszwang vor Ort folgen?

Dann sollte man über die Ängste reden und nicht über
sachliche(!) Gründe gegen das Klonen. Sachlich spricht nämlich
vieles von dem was du benannt hast nicht gegen das Klonen.
Wenn beispielsweise es zu behinderten Kindern kommt, dann wird
sich niemand klonen lassen. Wie du schon fragest, was soll
dann der Nutzen sein?

Oh, ein Utilitarist!!!:smile:)) Ich kann doch meine Werte und Normen hinterfragen, ohne dabei einen Nützlichkeitsaspekt miteinzubeziehen, wenn der Sachverhalt als solcher schon gegen meine fundamentalen Werte verstößt, oder?

Btw müsste der Fall: Es kommt zu behinderten Kindern ja erstmal getestet werden, ob das der Fall sein würde. Spätfolgen? Mich gruselt es da ganz gehörig, dich nicht?

beste GRüße,

barbara

Gesetze und Ethik

Moin Eli

Weshalb sie für einige Kirchen ebenfalls ethisch sehr
bedenklich ist. Und meines Wissens in D. das problem besteht,
was man mit bereits befruchteten Zellen macht. Wegwerfen ist
bei uns nämlich nicht erlaubt! Menschliches Leben beginnt z.B.
für die katholische Kirche mit der Befruchtung. Ich weiß, dass
das im Judentum anders gesehen wird. Versuch dich einfach mal
in jemand reinzuversetzen, der diese Menschenbild hat. Ich
finde, dann wird sehr schnell deutlich, warum einige Kirchen
ein Problem mit dem Klonen von Menschen haben - und mit der
künstlichen Befruchtung.

Ich kann schon verstehen, warum sie damit ein Problem haben,
aber weniger warum sie dann dieses Menschenbild einem Staat
aufdrücken wollen. Es muss sich ja kein Katholik klonen
lassen.

Die Vertreter des Volkes, also „der Staat“ sind nunmal für das Aufstellen von Gesetzen verantwortlich, an die sich die Bevölkerung ohne Ansehen der Religion zu halten hat. Idealerweise spiegeln diese Gesetze einen größtmöglichen ethischen Konsens der Bevölkerung wider. Insofern ist es gradezu eine Pflicht aller Gruppen der Bevölkerung, die sich mit ethischen Fragen auseinandersetzen, sich zu Gesetzesvorhaben zu äußern, die ethische Fragestellungen berühren. Ein Konsens kann hier nur durch den Dialog zustande kommen.

Falls dies ausbleibt und Gruppen, die sich mit ethischen Fragestellungen beschäftigen, sich diesem Dialog verweigern, dann besteht die Gefahr, dass andere Faktoren die Gestaltung von Gesetzen maßgeblich bestimmen, z.B. wirtschaftliche Faktoren. Ich möchte jedoch nicht in einer Gesellschaft leben, dere Gesetze z.B. durch wirtschaftliche Faktoren bestimmt wird. Du vielleicht ?

Gruss
Marion

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Klonen
hallo!

interessantes thema.

doch so sensationell wie es klingt, ist es nicht.

  1. klonen passiert ständig von natur aus (eineiiger zwilling), kann also schonmal vom prinzip her nichts unethisches sein.

  2. künstliche erzeugung von neuem leben gibt es schon seit jahrzehnten, zb. in vitro fertilisation. ist das unethisch? ich denke nicht.

  3. problematisch kann die mit dem klonen einhergehende zerstörung von embryonen sein. da aber abtreibung legal ist, kann auch das nicht verboten werden. es wäre widersinnig. die diskussion müßte sich also auf die abtreibung verlagern.

  4. ethische probleme ergeben sich dann beim status des kindes. hat ein klonbaby dann seine zwillingsschwester als mutter und keinen vater? oder seinen zwillingsbruder als vater und keine leibliche mutter? was ist mit der leihmutter? wer ist der legale vater? diese probleme betreffen aber nicht speziell das klonen. auch bei samenspende usw. treten sie auf.

gruß lehitraot.

*einmisch*

Menschliches Leben beginnt z.B.
für die katholische Kirche mit der Befruchtung. … dann wird
sehr schnell deutlich, warum einige Kirchen
ein Problem mit dem Klonen von Menschen haben - und mit der
künstlichen Befruchtung.

das ist sonnenklar und konsequent. wenn der mensch mit der befruchtung beginnt, dann ist natürlich sowohl künstliche befruchtung als auch klonen einfach „mord“. die haltung der kirche zum klonen ist, wenn man dem system folgt, folgerichtig.

an dieser stelle brauchen wir aber nicht mehr weiter zu diskutieren.

de facto ist es nämlich so, daß der staat dieser meinung nicht zustimmt, denn sonst müßte auf abtreibung lebenslänglich stehen.

damit wären wir beim thema angelangt: ab wann ist ein mensch ein mensch? und hier kommen unterm strich wieder nur glaubenssätze heraus. denn für jedes argument *für* den lebensbeginn ab der befruchtung gibt es ein genauso gutes *dagegen*. also finde ich, es sollte jedem selbst überlassen sein. ein religiöser katholik wird also niemals weder abtreiben, noch künstlich befruchten noch klonen.

Aber
wenn ich mir anschaue, dass heute bsw. in Indien und China
weibliche Föten getötet werden, weil man lieber einen Jungen
hat. Oder in Amerika Menschen sagen, sie würden ein Kind, dass
zur Fettleibigkeit neigt, abtreiben…

und das ist schlimmer als ein kind abzutreiben, weil es ungelegen kommt? warum sollte es erlaubt sein, ohne grund abzutreiben und aus einem bestimmten grund aber nicht? klingt unlogisch.

Was ist denn in deinen Augen der Nutzen des Klonens?
Oder könnte der Nutzen sein?

ersatzorgane zu züchten, die bei der einpflanzung keine aids-ähnlichen krankheiten wegen immununterdrückung notwendig machen, medikamente unbekannten typs, erbkrankheiten im mutterleib zu „heilen“…

grüße lehitraot.

Hallo liebe Forumsteilnehmer,

auch ich möchte mal wieder eine ethische Diskussion entfachen.
Das Thema ist Kloning, d.h. die künstliche Erzeugung eines
Zwillings.

In den letzten Wochen konnte man nach der angeblichen Geburt
eines Klons von verschiedenen Seiten, z.B. Kirchen und
Politikern, hören, dass sowas ethisch nicht vertretbar ist und
keinesfalls erlaubt werden darf.

Hallo Carlos,
Natürlich ist Klonen ethisch vertretbar! Was unser Gehirn hervorbringt, ist ja ein Auftrag der Natur. Eine Frage: Ist es ethisch vertretbar, dass ein Elefant mit seinem Rüssel Bäume ausreisst ? Sein Überlebens-Organ ist eben der Rüssel und bei uns Menschen ist es das Gehirn. Die Giraffe mit dem langen Hals kann hochgelegene Blätter vom Baum pflücken etc…
Also tun wir doch nicht so heuchlerisch. Ich hoffe, Du hast das mit Deinem Gehirn kapiert !
Mit gruss : hardy

Natürlich ist Klonen ethisch vertretbar! Was unser Gehirn
hervorbringt, ist ja ein Auftrag der Natur.

oh uff… das ist aber ein seeeehr schlechtes argument.

atombomben und nervengas haben nämlich auch unser gehirn hervorgebracht…

gruß lehitraot.

ps: wie beauftragt die natur eigentlich?

oh uff… das ist aber ein seeeehr schlechtes argument.

atombomben und nervengas haben nämlich auch unser gehirn
hervorgebracht…

Natürlich haben sie das. Das ist Natur. Und selbst Naturzerstörung, Umweltverschmutzung, Verbrechen, Quälereien sind Natur. Und selbst, wenn wir uns selbst in dieser Form dadurch ausrotten, tja, dann ist auch das Natur. Die Natur wertet einen Planeten wie die Erde nicht anders als einen Wüstenplaneten. Keiner von beiden ist besser oder schlechter, richtiger oder falscher als der andere.

Soweit es Ethik jedoch betrifft… Ethik ist menschengemacht.
Da denke ich ähnlich wie Du, daß das Argument „Wenn mein krankes Hirn sich das ausdenken kann, muß es auch in Ordnung sein“ so nicht zieht. Um das letztendlich ethisch bewerten zu können, müsste man jedoch die Konsequenzen auf längere Zeit kennen, und die weiß man bekanntlich immer erst hinterher. Also eine schwierige Sache. Ich persönlich finde Kloning nicht in Ordnung - wozu soll’s auch gut sein?

Gruß,

Doc.

Danke für alle Antworten.
Hallo liebe Forumsteilnehmer,

nachdem ich eure Antworten studiert habe, konnte ich mir eine Meinung bilden.

1.) Vom Grundprinzip her ist es erst einmal nichts Schlimmes, das es die biologische Kopie eines anderen Menschen gibt. Es ist ja kein grausames Schicksal ein Zwilling zu sein.

2.) Alle Gründen einen Klon erzeugen zu wollen sind mehr oder weniger zweifelhaft. Bei den Eltern, die eine Kopie ihrer verstorbenen Tochter herstellen wollen, kann man dies noch als etwas fehlgeleitete Trauerarbeit nachvollziehen. Bei der Kopie eines rausragenden Menschen wird der Lebenslauf des Klons durch die Erwartungen seiner Erzeuger eingezwängt. Die Erstellung eines Klons als Ersatzteillager ist schließlich grauenhaft. (Man könnte heute einen Zwilling auch zum Ersatzteillagers seiners Bruders machen.)
Die Herstellung eines Klons bedeutet mehr oder weniger die Instrumentalisierung eines Menschen.

3.) Der Weg zum menschlichen Klon ist mit „Leichen“ gepflastert. Aus den Erfahrungen mit Säugetierklonen weiss man, dass die Prozedur sehr schwierig und eine geringe Erfolgsquote hat. Dabei wird viel Ausschuß, d.h. tote Embryonen, erzeugt wird. Für jemand, der einen Embryo als menschliches Leben betrachtet, verringert dies die Akkzeptabilität.

4.) Aus den Erfahrungen mit Säugetierklonen weiss man weiterhin, dass die Klone zu vermehrten Krankheiten und einer höheren Sterblichkeit neigen. Solange die Ursachen nicht verstanden werden, macht dies die Herstellung von Klonen unattraktiver.

Zusammengefasst ist die Klonierung nichts was die Menschheit wirklich braucht und ethisch zweifelhaft. Auf der anderen Seite sind die Argumente nicht so erdrückend, dass es nicht irgendwann Länder geben wird, die die Klonierung erlauben.

Gruß
Carlos

Moin Carlos,

Die Herstellung eines Klons bedeutet mehr oder weniger die
Instrumentalisierung eines Menschen.

Ich denke dies trifft genau das Kernproblem.

Die wenigstens Leute, die sich für das Klonen aussprechen, würden zustimmen, wenn der von ihnen auf natürlichem Weg gezeugte Embryo entnommen, für medizinische Forschungsszwecke verwendet und letztendlich getötet wird. (Mal abgesehen von dem Eingriff für die werdende Mutter).

Der eine Embryo ist eben „das werdende Kind, das wir uns immer schon gewünscht haben“. Der andere Embryo hingegen die zu Versuchszwecken freigegebene „Biomasse“. In der „Sache“ sind hingegen beide Embryonen gleich.

Durch die ganze künstliche Reproduktionstechnik hat sich der Mensch also tatsächlich instrumentalisiert.

Die Frage, ab wann ein Embryo „menschliches Leben“ darstellt, stellt sich für jemanden auch gar nicht, der das Leben an sich als schützenswert erachtet. Zumal diese Frage auch wohl kaum jemand in letzter Konsequenz beantworten kann.

Im übrigen…Abtreibungen sind zumindest in D keinesfalls generell erlaubt. Es ist soweit ich weiss lediglich so, dass in bestimmten Fällen von einer Strafverfolgung abgesehen wird.

Gruss
Marion

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ich sehe das wie pen, es ist ein Unterschied, ob ich in einer Notlage ein Kind abtreibe oder ein Kind künstlich produziere, um was auch immer damit anzustellen und es dann - da künstlich produziert - als Biomasse als wertlos erachte und wegschmeisse. Die Instrumentalisierung ist ein sehr wichtiger Punkt, der gegen das Klonen spricht.

Aber
wenn ich mir anschaue, dass heute bsw. in Indien und China
weibliche Föten getötet werden, weil man lieber einen Jungen
hat. Oder in Amerika Menschen sagen, sie würden ein Kind, dass
zur Fettleibigkeit neigt, abtreiben…

und das ist schlimmer als ein kind abzutreiben, weil es
ungelegen kommt? warum sollte es erlaubt sein, ohne grund
abzutreiben und aus einem bestimmten grund aber nicht? klingt
unlogisch.

In Deutschland ist es keineswegs erlaubt ein Kind abzutreiben, weil es dir einfach ungelegen kommt und du gerade lieber in den Skiurlaub fährst. (wir sind hier ja nicht bei Singer). Das, was du hier für akzeptabel ansiehst, ist definitiv Selektion. Wenn du das gutheißt, haben wir allerdings nichts mehr zu diskutieren.

beste grüße,

barbara

hallo!

In Deutschland ist es keineswegs erlaubt ein Kind abzutreiben,
weil es dir einfach ungelegen kommt

natürlich ist das erlaubt. wenn eine frau ein kind nicht will (warum auch immer, es ist ihre sache!), dann darf sie es abtreiben ohne mit strafverfolgung bedroht zu werden. niemand wird zur geburt gezwungen. aus dem gegenwärtigen strafrecht läßt sich ableiten, daß eine befruchtete eizelle in den meisten westlichen staaten NICHT den status einer person hat. denn wer eine person tötet, begeht einen mord.

die „instrumentalisierung“ von befruchteten eizellen halte ich nicht für schlimmer als die instrumentalisierung von menschlichen organen. im gegenteil, beim ersteren fall ist es de facto kein mensch (weil abtreibung eben straffrei ist), beim letzteren ist ein lebender mensch, der getötet wird und dessen körper instrumentalisiert wird.

komischerweise sind es immer dieselben leute, die organspende als höchsten akt der nächstenliebe hinstellen, aber gegen das klonen wettern. das klonen könnte organspenden und immunzerstörende medikamente überflüssig machen.

summa summarum: jede art von instrumentalisierung menschlicher zellen stößt mir sauer auf. es ist mit einem unguten gefühl begleitet. nur das allein reicht als argument nicht aus. und beim begründen wirds dann eisesglatt. was ist ein mensch? ab wann ist eine zelle ein mensch? ist eine samenzelle ein mensch?
die antwort ist meist „nein, weil sie nur 50% der erbinformation enthält, eine befruchtete eizelle aber 100%.“ aber auch ein abgeschnittener fingernagel enthält 100% der erbinformation. ist ein fingernagel ein mensch?

grüße lehitraot.