Ist Kloning ethisch vertretbar?

moin auf wiedersehen

In Deutschland ist es keineswegs erlaubt ein Kind abzutreiben,
weil es dir einfach ungelegen kommt

DAS:

natürlich ist das erlaubt. wenn eine frau ein kind nicht will
(warum auch immer, es ist ihre sache!), dann darf sie es
abtreiben ohne mit strafverfolgung bedroht zu werden.

ist schlicht und ergreifend falsch.
Falls dich die Rechtslage in D interessiet, google mal unter dem Stichwort §218. Weiter Informationen dazu erhältst du sicher im Rechtsbrett.

:die „instrumentalisierung“ von befruchteten eizellen halte ich

nicht für schlimmer als die instrumentalisierung von
menschlichen organen. im gegenteil, beim ersteren fall ist es
de facto kein mensch (weil abtreibung eben straffrei ist),
beim letzteren ist ein lebender mensch, der getötet wird und
dessen körper instrumentalisiert wird.

Die Meinung, dass nicht schlimm zu finden, darfst du natürlich gerne haben. Allerdings entspricht das zum Glück nicht dem allgemeinen Verständnis in Deutschland und anderen Ländern, die von einer humanistisch/freiheitlichen Grundeinstellung geprägt sind. Auch werden hier Menschen weder zum Zwecke der Organtransplantation getötet, noch bietet man Menschen hier Geld für Organe.

Dass dies für Leute die in Gesellschaften leben, wo ein Menschenleben allgemein nicht viel gilt, befremdlich anmuten mag, muss uns nicht weiter stören.

Gruss
M.

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polemik oder ad hominem?

Dass dies für Leute die in Gesellschaften leben, wo ein
Menschenleben allgemein nicht viel gilt,…

da wir persönlich und natürlich politisch werden, eine persönliche politische frage an dich: hättest du es lieber, wenn abtreibung bei strafe verboten wäre? ich dachte, feministinnen würden für das recht, befruchtete eizellen zu töten, auf die straße gehen.

gruß lehitraot.

??

Dass dies für Leute die in Gesellschaften leben, wo ein
Menschenleben allgemein nicht viel gilt,…

da wir persönlich und natürlich politisch werden,

Ich wüsste nicht, wo ich hier persönlich geworden wäre. Dass es Gesellschaften gibt, in denen ein Menschenleben allgemein und ein ungeborenes was auch immer nicht viel gilt, dürfte allgemein bekannt sein.

Ich weigere mich lediglich diese Tatsache als Grundlage für eine ethische Diskussion in D anzuerkennen. Schließlich ist ebenfalls allgemein bekannt, dass Ethik durch einen jeweiligen Gesellschaftskonsens definiert wird und der ist in D nun mal anders, als in anderen Gesellschaften.

eine

persönliche politische frage an dich: hättest du es lieber,
wenn abtreibung bei strafe verboten wäre?

Ein letztes Mal: Abtreibungen sind in D per Strafe verboten. Ich zitiere den Anfang des §218:
**§ 218
Schwangerschaftsabbruch

(1) Wer eine Schwangerschaft abbricht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.**

Lediglich in bestimmten Fällen kann von einer Strafverfolgung abgesehen werden, und ja, das finde ich gut so.

Und selbst wenn Abtreibungen in D generell erlaubt wären heißt das noch lange nicht, dass dies meinem persönlichen ethischen Empfinden entsprechen muss. Wie gesagt, Gesetze beruhen auf einem größtmöglichen Konsens in der Bevölkerung und wer sich ein bisschen auskennt, der weiß z.B., dass der §218 in seinem jetzigen Wortlaut auch nicht dem Ethikverständnis der Katholiken in D entspricht, dennoch ist es Gesetz.

Das Thema hier war aber nicht Abtreibung, sondern Klonen, wenn ich mich recht entsinne. Wenn ein Genforscher bei der Tötung eines Embryos, dass durch ungewollte Zeugung zustande gekommen ist, einen ähnlichen Aufwand betreiben müsste, um Embryonen zu töten, wäre das ein vergleichbarer Fall. Die Zeugung wird aber beim Klonen und der ganzen Reproduktionstechnik nicht ungewollt herbeigeführt. Insofern kann man schon von den Voraussetzungen her dies mit einer Abtreibung überhaupt nicht vergleichen, auch wenn das den Klonbefürwortern vielleicht opportun erscheinen mag.

ich dachte,

feministinnen würden für das recht, befruchtete eizellen zu
töten, auf die straße gehen.

Vermutlich gibt es solche Feministinnen. Ja und ?

Gruss
M.

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abtreibungen und irrtümer
hallo!

(1) Wer eine Schwangerschaft abbricht, wird mit
Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe
bestraft.

du hast mich wirklich erwischt! ich wußte das wirklich nicht. somit muß ich meine argumente zum klonen überarbeiten. ich ging fälschlich davon aus, daß abtreibung straffrei ist. andererseits habe ich noch nie davon gehört, daß eine frau deswegen bestraft worden wäre. vielleicht existiert der paragraph ja nur formhalber. auch prostitution ist „eigentlich“ verboten, wird aber nicht verfolgt.

Das Thema hier war aber nicht Abtreibung, sondern Klonen, wenn
ich mich recht entsinne.

ja natürlich! ich habe das ins spiel gebracht, weil ich, wie oben erwähnte, irrtümlicherweise davon ausging, daß abtreibungen erlaubt sind. da dem nicht so ist, kann ich das argument vergessen.

Vermutlich gibt es solche Feministinnen. Ja und ?

ist abtreibung nicht ein wichtiges thema feministischer politik? „mein bauch gehört mir“ usw.? na gut, wahrscheinlich irre ich mich auch da… :smile:

danke für deine aufklärungen. jetzt bin ich wieder gescheiter geworden.

grüße lehitraot.

Guten Abend

ist schlicht und ergreifend falsch.
Falls dich die Rechtslage in D interessiet, google mal unter
dem Stichwort §218. Weiter Informationen dazu erhältst du
sicher im Rechtsbrett.

Du unterschlägst hier die Unterparagraphen von §218 die dieses „Verbot“ stark relativieren…

Die Meinung, dass nicht schlimm zu finden, darfst du natürlich
gerne haben. Allerdings entspricht das zum Glück nicht dem
allgemeinen Verständnis in Deutschland und anderen Ländern,
die von einer humanistisch/freiheitlichen Grundeinstellung
geprägt sind. Auch werden hier Menschen weder zum Zwecke der
Organtransplantation getötet, noch bietet man Menschen hier
Geld für Organe.

Was ist denn so unethisch daran ein teil seines Körpers der nicht lebensnotwendig ist zu verkaufen? Ich als mündiger Mensch kann doch wohl selbst entscheiden was mit meinem Körper geschieht. Anders gefragt: Wenn ich als Einzelner über ein solches ausschliesslich mich betreffendes Problem keine Entscheidungsgewalt habe, wieso sollte dann ausgerechnet der Staat diese haben. Und dann auch noch pauschal Nein sagen ?

Dass dies für Leute die in Gesellschaften leben, wo ein
Menschenleben allgemein nicht viel gilt, befremdlich anmuten
mag, muss uns nicht weiter stören.

Ich stimme lehitraot zu, dieser Kommentar ist für diese Diskussion absolut irrelevant. Deshalb sage ich hiermitt als Deutscher: Ich sehe es ähnlich.

SAN

Abtreibung
Moin San

Du unterschlägst hier die Unterparagraphen von §218 die dieses
„Verbot“ stark relativieren…

Auch die Unterparagraphen sagen in keinster Weise aus, dass Abtreibung in D generell erlaubt ist (und darum ging es hier).

Was ist denn so unethisch daran ein teil seines Körpers der
nicht lebensnotwendig ist zu verkaufen?

Ich als mündiger

Mensch kann doch wohl selbst entscheiden was mit meinem Körper
geschieht. Anders gefragt: Wenn ich als Einzelner über ein
solches ausschliesslich mich betreffendes Problem keine
Entscheidungsgewalt habe, wieso sollte dann ausgerechnet der
Staat diese haben. Und dann auch noch pauschal Nein sagen ?

z.B. um dich davor zu schützen, dass jemand anders eine finanzielle Notlage bei dir ausnutzt. Gesetze dienem im allgemeinen dem Schutz des Schwächeren vor dem Stärkeren, um Zweifelsfall auch gegen dessen Willen :smile:

Dass dies für Leute die in Gesellschaften leben, wo ein
Menschenleben allgemein nicht viel gilt, befremdlich anmuten
mag, muss uns nicht weiter stören.

Ich stimme lehitraot zu, dieser Kommentar ist für diese
Diskussion absolut irrelevant.

Für mich nicht. Ich bin auch nicht bereit hier die Steinigung von Ehebrecherinen zu diskutieren, nur weil es in anderen Ländern als ethisch unbedenklich praktiziert wird, selbst wenn es Deutsche gibt, die diese Meinung teilen. Und diese Freiheit nehm ich mir nunmal :smile:

Gruss
Marion

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Moin Marion,

Dass dies für Leute die in Gesellschaften leben, wo ein
Menschenleben allgemein nicht viel gilt, befremdlich anmuten
mag, muss uns nicht weiter stören.

in welcher Gesellschaft lebst denn Du?

Ich denke, dass gerade in unserer Gesellschaft ein Menschenleben nicht viel gilt. Das belegen die ungeheueren Zahlen von Abtreibungen.

Zugegeben bin ich kein Jurist und habe die entsprechenden Paragraphen nicht im Kopf. Aber wenn eine Abtreibung grundsätzlich verboten aber straffrei ist, kann sie genausogut erlaubt werden. Hier fehlt mir der Sinn des Verbotes.

Ein Verbot des Klonens kann also nicht mit dem Verweis auf den Schutz des Lebens geschehen.

Gruss Harald

Hallo Harald,

Zugegeben bin ich kein Jurist und habe die entsprechenden
Paragraphen nicht im Kopf. Aber wenn eine Abtreibung
grundsätzlich verboten aber straffrei ist, kann sie genausogut
erlaubt werden. Hier fehlt mir der Sinn des Verbotes.

*seufz*. Was soll denn das sein, „grundsätzlich verboten aber straffrei“ ? Ich hab keine Ahnung, ob die Gesetze in Österreich SO sind, in Deutschland sind sie es jedenfalls nicht.

Ein Verbot des Klonens kann also nicht mit dem Verweis auf den
Schutz des Lebens geschehen.

Wie du auf diese Schlussfolgerung kommst ist mir ebenfalls schleierhaft. Und jetzt ist für mich diese Diskussion beendet.

Wenn Klonen für dich oder andere aus welchen Gründen auch immer ok ist, dann bitte, das ist eure Meinung. Diese Meinung muss ich aber nicht teilen, nur weil ihr auch generelle Abtreibungen befürwortet.

Gruss
Marion

Schwangerschaften und Reagenzgläser
Moin

du hast mich wirklich erwischt! ich wußte das wirklich nicht.
somit muß ich meine argumente zum klonen überarbeiten. ich
ging fälschlich davon aus, daß abtreibung straffrei ist.
andererseits habe ich noch nie davon gehört, daß eine frau
deswegen bestraft worden wäre. vielleicht existiert der
paragraph ja nur formhalber. auch prostitution ist
„eigentlich“ verboten, wird aber nicht verfolgt.

Also ich versteh ehrlich gesagt überhaupt nicht, warum man das eine vom anderen abhängig macht. Ich finde Klonen und Abtreibung sind überhaupt nicht vergleichbar (wie oben von mir ausgeführt), aber ok, wenn das für dich eine Art ethische Richtschnur darstellt…

ja natürlich! ich habe das ins spiel gebracht, weil ich, wie
oben erwähnte, irrtümlicherweise davon ausging, daß
abtreibungen erlaubt sind. da dem nicht so ist, kann ich das
argument vergessen.

Warum kannst du das Argument vergessen ? Du kannst doch aus persönlichen ethischen Gründen der Meinung sein, dass Klonen (und oder auch Abtreibungen) nicht zu befürworten ist, selbst wenn Abtreibungen in dem Land, in dem du lebst, generell erlaubt sind.

Vermutlich gibt es solche Feministinnen. Ja und ?

ist abtreibung nicht ein wichtiges thema feministischer
politik? „mein bauch gehört mir“ usw.? na gut, wahrscheinlich
irre ich mich auch da… :smile:

Nein, du irrst nicht, aber ich versteh das Argument immer noch nicht so ganz. Ist das jetzt für dich ein Argument für Abtreibungen, weil es Feministinnen gibt, die dieser Meinung sind ?

Oder willst du das jetzt auf Forscher übertragen im Sinne von „Mein Reagenzglas gehört mir“ ? *g*

Gruss
Marion

Hallo Marion,

ich wollte mich nicht gegen jegliche ethische Diskussion über das Klonen aussprechen oder gar abwarten, bis die erste geklonten Kinder rumlaufen, sondern nur etwas Sachlichkeit anmahnen.

So gibt es einfach zum jetztigen Zeitpunkt aus meiner Sicht noch zu wenig wissen, um hier sich ethisch für ein Verbot auszusprechen. Sicherlich, wir müssen vorsichtig sein, wie bei jeder andere Grosstechnologie auch. Wir können erwarteten Problemen oder Riskien vorbauen. Aber dem Bild wir würden mit der Technolige zu Frankensteins Erben werden, kann ich nicht folgen. Entweder sind wir es schon lange oder die Leute haben wenig Ahnung von der aktuellen Forschung.

Schalom,
Eli

Hallo Lehitraot.

pen hat ja schon einiges klar gestellt. Wobei mich grundsätlich stört, dass du da so positivistisch argumentierst. Die Menschenrechte sind auch nicht überall auf der Welt durchgesetzt und werden nicht überall als „allgemein“ anerkannt. Trotzdem kann ich sie doch wohl als gut und wichtig diskutieren.

die „instrumentalisierung“ von befruchteten eizellen halte ich
nicht für schlimmer als die instrumentalisierung von
menschlichen organen. im gegenteil, beim ersteren fall ist es
de facto kein mensch (weil abtreibung eben straffrei ist),
beim letzteren ist ein lebender mensch, der getötet wird und
dessen körper instrumentalisiert wird.

und letztere (Organspende) ist auch erlaubt [natürlich nicht das Töten von Menschen, aber die Organspende selbst - und die hälst du ja auch für Teufelswerk], was in deiner Argumentation dazu führen müsste, das es ok ist, ist es für dich aber aus deiner Warte nicht, you see?:smile:)

Ich halte also dein Argument - mal davon abgesehen, dass es sich als nicht stichhaltig erwiesen hat -, in einer Grundsatzdiskussion über Ethik für nicht zulässig.

In diesem Fall gutes Beispiel: Wenn in Nazideutschland die Nürnberger Gesetze Gesetz waren, waren sie doch ethisch gesehen falsch!!
Aus deiner positivistischen Warte müssten sie aber ok sein. Das ist der Grund, warum es mich bei deiner Argumentation hier so gruselte.

grüße,
barbara

moin moin (darf man das nachts überhaupt sagen? :wink:

Warum kannst du das Argument vergessen ? Du kannst doch aus
persönlichen ethischen Gründen der Meinung sein, dass Klonen
(und oder auch Abtreibungen) nicht zu befürworten ist, selbst
wenn Abtreibungen in dem Land, in dem du lebst, generell
erlaubt sind.

persönliche meinungen finde ich irgendwie fad. jeder hat seine persönlichen meinungen, über die man irgendwie nicht diskutieren kann. man kann sie nur verlautbaren und die anderen hören zu. es wert zu diskutieren sind nur argumente und keine meinungen. ich versuche bei diesem thread die argumente gegen das klonen selbst anzugucken, unabhängig von meinem glauben und dafürhalten. was ich persönlich von klonen halte habe ich ja schon gesagt. jetzt ging es mir darum, die argumente gegen das klonen anzusehen. dabei nahm ich die gesetzeslage zur abtreibung als gegenargument: wenn abtreibung ethisch erlaubt wird, dann MUSS auch klonen erlaubt sein. das war mein argument. anscheinend ist es aber eben badengegangen, da du mich über meinen irrtum aufgeklärt hast.

Nein, du irrst nicht, aber ich versteh das Argument immer noch
nicht so ganz. Ist das jetzt für dich ein Argument für
Abtreibungen, weil es Feministinnen gibt, die dieser Meinung
sind ?

das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. meine persönliche „meinung“ zu dem thema abtreibung ist indifferent. ich weiß einfach nicht, wie ich handeln würde, wenn ich ein ungewolltes kind hätte. solange ich nicht in dieser lage bin, enthalte ich mich einer aussage, ob abtreibung nun gut oder schlecht ist. herumtheoretisieren ist überheblichkeit. ein dogmatisches verbot leuchtet mir nicht ein. das heißt aber nicht, daß es deswegen geboten wäre.

Oder willst du das jetzt auf Forscher übertragen im Sinne von
„Mein Reagenzglas gehört mir“ ? *g*

das scheint mir doch ein folgerichtiger schluß zu sein: entweder der besitzer der samen- und eizellen darf über deren schicksal bestimmen oder eben nicht. beim klonen werden einfach die körperzellen noch hinzugezählt…

grüße lehitraot.

moin moin (darf man das nachts überhaupt sagen? :wink:

jo, moin geht immer :smile:

dabei nahm ich die

gesetzeslage zur abtreibung als gegenargument: wenn abtreibung
ethisch erlaubt wird, dann MUSS auch klonen erlaubt sein. das
war mein argument. anscheinend ist es aber eben badengegangen,
da du mich über meinen irrtum aufgeklärt hast.

ok, mal davon abgesehen, ich denke das ist dann eher eine juristische Frage, also ob ein Gesetz, dass etwas bestimmtes erlaubt, nicht im Sinne einer Vergleichbarkeit etwas anderes nicht ebenfalls erlauben müsste. Diese Denkweise ist mir insbesondere aus dem Anglo-Amerikanischen Case-Law bekannt, wo also Präzedenzfällge geschaffen werden, anhand derer sich die Richter bei ihrer Urteilsfindung orientieren können. Dafür müsste man aber erstmal diskutieren, ob Klonen und Abtreibung tatsächlich vergleichbare „Fälle“ sind. Dazu weiter unten mehr.

Hier hatte ich hingegen die Fragestellung so verstanden, dass Carlos anhand einer bestimmten (persönlichen) Ethik, z.B. Anhand der katholischen, buddhistischen, jüdischen, humanistischen oder was auch immer Lehre, auf die diese persönliche Ethik sich stützt, herausfinden wollte, welche Argumente jeweils dieser Ethik entprechend gegen das Klonen vorgebracht werden. Dies hat nun mit der gegenwärtigen Gesetzeslage IMHO gar nichts mehr zutun. Wenn Gesetze im Idealfall einen ethischen Konsens in der Gesellschaft widerspiegeln, so können sie dennoch dem persönliche ethischen Empfinden eines Einzelnen, das er z.B. aufgrund seiner Religionszugehörigkeit hat, stark widerstreben.

das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. meine persönliche
„meinung“ zu dem thema abtreibung ist indifferent. ich weiß
einfach nicht, wie ich handeln würde, wenn ich ein ungewolltes
kind hätte. solange ich nicht in dieser lage bin, enthalte ich
mich einer aussage, ob abtreibung nun gut oder schlecht ist.
herumtheoretisieren ist überheblichkeit. ein dogmatisches
verbot leuchtet mir nicht ein. das heißt aber nicht, daß es
deswegen geboten wäre.

Vielleicht hilft hier ein kurzer Rückblich auf die Geschichte des §218 in D weiter, die ich am Rande immer so mitverfolgt hab. Ursprünglich war es so, dass Abtreibung in D schlichtweg verboten war (um eben das ungeborene Leben zu schützen). Das führte allerdings dazu, dass viele Frauen illegal abtreiben ließen oder sich z.B. umbrachten. Irgendwann hat sich dann also die Erkenntnis durchgesetzt, dass der Zwang, eine Schwangerschaft auszutragen, ebenfalls tiefe Einschnitte in das Persönlichkeitsrecht der Frau hat (z.B. nach einer Vergewaltigung oder wenn Gefahr für ihr eigenes Leben besteht). Es wurde also quasi das „Recht des Ungeborenen Lebens“ dem „Recht der Frau“ gegenübergestellt und befunden, dass es duchaus Fälle geben kann, in denen eine Schwangerschaft für eine Frau nicht zumutbar ist. So hat man dann die Indikationsregelung erfunden, die eine Abtreibung unter ganz bestimmten Bedingungen ermöglichte. Wie du siehst, hats sich hier eine andere Ethische Haltung wiedergefunden, mit der die katholischen Kirchen in D z.B. überhaupt nicht einverstanden waren. Später wurden diese Bedingungen dann erneut ausgeweitet und spiegelten somit eine Werteverschiebung von „Recht des Ungeborenen“ weiter hin zum „Recht der Frau“ wider.

In Gesellschaften, in denen Abtreibung generell erlaubt ist, ist dann diese Werteverschiebung wohl komplett, dass heisst, das „Ungeborene Leben“ hat keinen (nicht mal einen theoretischen) Rechtsanspruch auf Schutz mehr. Dies ist aber z.B. in D nicht der Fall.

Oder willst du das jetzt auf Forscher übertragen im Sinne von
„Mein Reagenzglas gehört mir“ ? *g*

das scheint mir doch ein folgerichtiger schluß zu sein:
entweder der besitzer der samen- und eizellen darf über deren
schicksal bestimmen oder eben nicht. beim klonen werden
einfach die körperzellen noch hinzugezählt…

Naja, ich denke halt, dass der Fall beim Klonen eben doch anders ist. Bei einer Abreibung geht man im allgemeinen von einer ungewollten Schwangerschaft aus, d.h., der Embryo wurde nicht absichtlich gezeugt, sondern allenfalls fahrlässig. Der Forscher hingegen erzeugt absichtlich Embryonen, um mit ihnen zu experimentieren und sie anschließend zu töten.

Des weiteren ist bei einer Schwangerschaft das Persönlichkeitsrecht eines anderen Menschen betroffen, nämlich das der Frau. Eine Schwangerschaft ist nunmal eine für eine Frau u.U. sehr belastende Angelegenheit (z.B. wenn diese von einer Vergewaltigung her rührt). Hier muss man schon abwägen, ob man nicht das Recht der Frau verletzt, um dass eines ungeborenen Kindes zu schützen, und ob das ethisch dann so in Ordnung ist.

Beim Klonen werden aber von niemandem die Persönlichkeitsrechte verletzt. Kein Forscher kommt in eine persönliche körperliche oder psychische Notlange, wenn man ihm untersagt, Embryonen zu töten. Er kann dann lediglich ein paar Experimente nicht durchführen.

Ich denke also nicht, dass KLonen und Abtreibung vergleichbar sind, selbst wenn es in beiden Fällen um Embryonen geht.

Gruss
Marion

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Guten Abend

Du unterschlägst hier die Unterparagraphen von §218 die dieses
„Verbot“ stark relativieren…

Auch die Unterparagraphen sagen in keinster Weise aus, dass
Abtreibung in D generell erlaubt ist (und darum ging es hier).

Aber er sagt aus dass in vielen Fällen möglich und keineswegs generell verboten ist, wie es bei dir imo rüberkam. Ausserdem würde ich ein ärztliches „Aufklärungsgespräch“ nicht wirklich als grosse Hürde betrachten.

Was ist denn so unethisch daran ein teil seines Körpers der
nicht lebensnotwendig ist zu verkaufen?
Ich als mündiger
Mensch kann doch wohl selbst entscheiden was mit meinem Körper
geschieht. Anders gefragt: Wenn ich als Einzelner über ein
solches ausschliesslich mich betreffendes Problem keine
Entscheidungsgewalt habe, wieso sollte dann ausgerechnet der
Staat diese haben. Und dann auch noch pauschal Nein sagen ?

z.B. um dich davor zu schützen, dass jemand anders eine
finanzielle Notlage bei dir ausnutzt. Gesetze dienem im
allgemeinen dem Schutz des Schwächeren vor dem Stärkeren, um
Zweifelsfall auch gegen dessen Willen :smile:

Da fielen mir aber noch ein paar andere Gesetze ein die , wäre es so, dringendst verabschiedet werden müssten:
Zum Beispiel ein Verbot der Prostitution, es sei denn die gute Frau/der gute Mann kann nachweisen dass sie/er nymphoman ist und somit Spass an der Sache hat. Zum Beispiel durch ein psychologisches Gutachten, denn man kann ja nicht zulassen dass ein paar Lüstlinge/Lüstlinginnen die finanzielle Notsituation junger Frauen/Männer ausnutzen. Oder noch besser bevor man einen Job antritt muss man erstmal nachweisen dass man daran auch Spass hat, schliesslich ist es doch unerhört wenn die deutsche Wirtschaft die Leute auf Grund von finanzieller Zwänge unterjochen kann.
Du siehst so ganz lässt sich diese aussage nicht mit dem Begriff Marktwirtschaft in eine Reihe bringen. Es ist doch eigentlich ganz einfach ich besitze eine Ware und kann dafür einen Preis verlangen. Niemand zwingt mich dazu zu verkaufen. Anderenfalls müsste man die ausnutzung materieller Zwänge generell unterbinden, was wohl nur in Utopia oder Tyrannia funktioniert.

Dass dies für Leute die in Gesellschaften leben, wo ein
Menschenleben allgemein nicht viel gilt, befremdlich anmuten
mag, muss uns nicht weiter stören.

Ich stimme lehitraot zu, dieser Kommentar ist für diese
Diskussion absolut irrelevant.

Für mich nicht. Ich bin auch nicht bereit hier die Steinigung
von Ehebrecherinen zu diskutieren, nur weil es in anderen
Ländern als ethisch unbedenklich praktiziert wird, selbst wenn
es Deutsche gibt, die diese Meinung teilen. Und diese Freiheit
nehm ich mir nunmal :smile:

Der Punkt ist aber vielmehr dass ihre Meinung in ihrer Herkunft begründet siehst und im Rahmen dieser selbige abwertest, das ist finde ich indiskutabel.

SAN

Moin Eli,

ich wollte mich nicht gegen jegliche ethische Diskussion über
das Klonen aussprechen oder gar abwarten, bis die erste
geklonten Kinder rumlaufen, sondern nur etwas Sachlichkeit
anmahnen.

Uh…hier machst du aber ein heikles Fass auf :smile:
Ich denke der Kern der Ethik ist ja garde, dass dieser keine sachlichen Gegebenheiten zugrunde liegen, sondern dass diese sachlichen Gegebenheiten nach einen bestimmten Wertesystem (nämlich der Ethik) beurteilt werden.

So gibt es einfach zum jetztigen Zeitpunkt aus meiner Sicht
noch zu wenig wissen, um hier sich ethisch für ein Verbot
auszusprechen.

Ok, das entspricht dann deinem ethischen Empfinden und Wertesystem. Bei einer Ethik, die prinzipiell jedes Leben als schützenswert erachtet, ist jedoch bereits in dem Moment, wo Leben absichtlich erzeugt und wieder vernichtet wird, der Zeitpunkt gekommen, Einspruch zu erheben.

Gruss
Marion

Moin San

Da fielen mir aber noch ein paar andere Gesetze ein die , wäre
es so, dringendst verabschiedet werden müssten:

Schön, kannst ja einen neuen Thread hier eröffnen. Vielleicht möchte ja jemand diese Gesetzte unter ethischen Gesichtspunkten mit dir diskutieren.

Der Punkt ist aber vielmehr dass ihre Meinung in ihrer
Herkunft begründet siehst und im Rahmen dieser selbige
abwertest, das ist finde ich indiskutabel.

Ich glaube nicht an genetisch/etischen Determinismus.

Gruss
Marion

Guten Abend

Da fielen mir aber noch ein paar andere Gesetze ein die , wäre
es so, dringendst verabschiedet werden müssten:

Schön, kannst ja einen neuen Thread hier eröffnen. Vielleicht
möchte ja jemand diese Gesetzte unter ethischen
Gesichtspunkten mit dir diskutieren.

Das finde ich irgendwie als Antwort etwas unzureichend. Du willst dem Menschen nicht die volle Verfügungsgewalt über seinen Körper zustehen und ich frage mich nun wo du dabei logisch begründet die Grenzen, am denen er wieder die Entscheidungsgewalt hat, setzen willst und was du jetzt präzise dagegen einzuwenden hast selbige wegzulassen und dem Menschen die universelle Selbstbestimmung in eigenen Belangen zu lassen.

SAN

Hallo Marion,

Zugegeben bin ich kein Jurist und habe die entsprechenden
Paragraphen nicht im Kopf. Aber wenn eine Abtreibung
grundsätzlich verboten aber straffrei ist, kann sie genausogut
erlaubt werden. Hier fehlt mir der Sinn des Verbotes.

*seufz*. Was soll denn das sein, „grundsätzlich verboten aber
straffrei“ ? Ich hab keine Ahnung, ob die Gesetze in
Österreich SO sind, in Deutschland sind sie es jedenfalls
nicht.

sorry, da gibt es also einen Unterschied zwischen Ö und D, den ich nicht kenne.
Bei uns heißt es (glaube ich): Die Abtreibung bis zur 16. Woche ist straffrei.

Wahrscheinlich ist Lehitraot auch davon ausgegangen.

Wenn Klonen für dich oder andere aus welchen Gründen auch
immer ok ist, dann bitte, das ist eure Meinung. Diese Meinung
muss ich aber nicht teilen, nur weil ihr auch generelle
Abtreibungen befürwortet.

Ich habe nie Abtreibungen befürwortet. Es ist aber gesellschaftlicher Konsens.

Gruss Harald

Sittenwidrigkeit
Moin SAN,

Vielleicht solltest du dich mal mit dem §138 BGB vertraut machen, der die Sittenwidrigkeit eines Geschäfts zum Inhalt hat.

http://ruessmann.jura.uni-sb.de/bvr99/Vorlesung/sitt…

Dieser Paragraph setzt quasi einen Mindeststandard bezüglich was in unserer Gesellschaft als den „guten Sitten“ entsprechend angesehen wird. Dass dies im Laufe der Zeit einem Wandel unterliegt, sollte klar sein. So verstößt Prostitution seit neuestem beispielsweise nicht mehr gegen die guten Sitten, Zuhälterei hingegen schon noch.

Zur Zeit gibt es wohl noch einen allgemeinen Konsens in unserer Gesellschaft, dass das Verhökern von menschlichen Körperteilen und Organen gegen die Guten Sitten verstößt, insbesondere dann, wenn es sich um Teile eines noch lebenden Menschen handelt. Aber vielleicht ändert sich das ja auch irgendwann.

Im übrigen muss dich das aber nicht groß ärgern. Die Preise auf dem Weltmarkt für menschliche Organe sind so niedrig, dass sich der Verkauf eines Auges oder eines Stück Leber für einem Mitteleuropäer aus finanziellen Gründen kaum lohnt.

Gruss
Marion

Bei einer Ethik, die prinzipiell jedes Leben als
schützenswert erachtet, ist jedoch bereits in dem Moment, wo
Leben absichtlich erzeugt und wieder vernichtet wird, der
Zeitpunkt gekommen, Einspruch zu erheben.

moin moin

hier liegen aber die probleme dieser argumentation: „jedes leben als schützenswert erachten“ hast du sicher nicht gemeint. denn mastschweine werden auch absichtlich erzeugt nur zu dem zweck, daß sie dann später aufgegessen werden. also hast du sicher „jedes menschliche leben ist schützenswert“ gemeint. und jetzt sind wir wieder bei dem punkt: was ist menschliches leben? was definieren wir als mensch? (die diskussion mündet jetzt wieder in unseren anderen thread zur abtreibung.) nochmal: das ist keine frage persönlicher (glaubens-)meinungen mehr, sondern reines argumentieren und definieren. ich lade jeden ein, eine antwort auf diese frage zu geben, OHNE direkt auf reigiöse dogmen zurückzugreifen (diese sind nämlich für persönliche entscheidungen wichtig, aber in der ethischen *diskussion* irrelevant.) und wenn es in der theorie schon hapert, wie kann man dann aussagen über praktisches handeln davon ableiten?

grüße lehitraot.