Ja nun wenn ihr meint das ich im unrecht bin

Hallo Michael,

Danke für deine ausführliche Antwort.

Ich werd natürlich ein bisschen recherchieren müssen um Eure Aussagen zu vergleichen und mir eine eigene Meinung dazu bilden zu können.

Aber eins wollt ich hier noch mal verdeutlich haben:

Ich weiss nicht obs mir so geht oder einigen anderen auch…Es gibt nunmal Leute die sich in einigen Dingen nicht detailliert auskennen…das soltte man bei den Beiträgen die man schriebt immer mitbedenken…

Da bringen dann kritische Äusserungen die nicht auf den Inhalt des Beitrags eingehen für einen Dritten der von der Sache nicht soviel versteht gar nichts. Und schließlich heißt das Forum „wer weiss was“ und nicht wer kritisiert wen.

Also danke für das vorbildliche Vorgehen…

MfG

Jein. Was Religiös richtig ist, kann wissenschaftlich nicht
falsch sein.

da hat er recht!

Wenn meine Religion sagt, dass Schweine fliegen können, können
dann Schweine fliegen?

nein! und damit hast du auch recht!

und so kommen wir aber nicht weiter. wie immer hakt es bei diesen debatten am begriff „wahrheit“.

wenn eine religion in ihrem inhalt hat, daß schweine fliegen können, dann gilt dies innerhalb dieser als wahr - es ist gültig. als unwahr gälte beispielsweise, daß kamele fliegen können. du hast noch nie ein schwein fliegen können? es wird aber in zukunft passieren, da dies geweissagt wurde!

welche naturwissenschaft sollte das als falsch beweisen?

umgekehrt sagt die naturwissenschaft, daß schweine aufgrund physikalischer gesetze des fluges nicht mächtig sind.

in einem heiligen buch stehe, daß dies geschehen wird, UND, daß dies nach worten des propheten X geschehen ist.

wie sollte dieses aussage die naturwissenschaft widerlegen?

gruß
dataf0x

Hallo datafox,

umgekehrt sagt die naturwissenschaft, daß schweine aufgrund
physikalischer gesetze des fluges nicht mächtig sind.

das hat man lange Zeit auch von Flugzeugen behauptet :wink:

in einem heiligen buch stehe, daß dies geschehen wird, UND,
daß dies nach worten des propheten X geschehen ist.

Und irgendwann entdeckt man den kleinen Übersetzungsfehler:
Nicht „Schw ei ne“ sondern „Schw ae ne“ soll es heissen!
Und schon stimmt wieder alles zusammen *g*

Gruss Harald

Hallo Ralf,

praktische Dehnung des Beweisbegriffs

Das kann man dann natürlich so kommentieren: wenn man etwas
nicht beweisen kann, dann dehne man eben den Begriff ‚Beweis‘
so lange, bis er passt - et voilà!

So einfach ist weder der dargestellte Sachverhalt noch die Möglichkeit einer Kritik dessen, worauf er sich bezieht. Die Definition des Begriffs „Beweis“ selbst ist ein geisteswissenschaftlicher Streitgegenstand, und zwar nicht erst mit der Frage nach den „Gottesbeweisen“. Eine Ahnung von der Problematik erhält man bereits bei kritischer Betrachtung eben des Begriffs „Gottesbeweis“, eines sprachlich fragwürdigen Kompositums.

Das ist eigentlich das Dilemma wohl fast der gesamten Philosophie und eines großen Teils der Geisteswissenschaften, die von Natur aus nicht hauptsächlich mit empirischen Befunden arbeiten und auf solche hinauslaufen. So sind diese zu ausschweifenden reinen Begriffspuzzlen gezwungen und somit auch zur Herumreiterei auf mal konventionelle, mal exotische Begriffsdefinitionen. Philosophie, die nicht zu einer solchen Herumreiterei gezwungen ist, nennen wir Mathematik, und auch ihre Grundlagen gehören zum Reich der Begriffspuzzles, weshalb bis heute umstritten ist, worauf sich die Mathematik gründet bzw. zu gründen hat. Ein gewisser Cantor soll an solchen Fragen in einer Psychiatrie sein Ende gefunden haben.

Ehrlich gesagt bin ich mir über meine eigene Position zum Umgang mit Definitionen nicht völlig im Klaren, aber ich neige hier zum Pragmatismus, insofern dass man z.B. die Definition nimmt, die allgemein anerkannt ist. Das trifft auf den „Beweis“ im „moralischen Gottesbeweis“ natürlich nicht zu, aber mittlerweile ist zumindest der Gesamtausdruck recht gut in akademischen Kreisen und Nachschlagewerken etabliert, weshalb ich die Kritik an seiner Verwendung für überzogen halte. Fragt sich nur, was mit den Begriffen zu geschehen hat, deren Definition nicht allgemein anerkannt ist, wie z.B. Zeit, Liebe, Geist usw., Begriffe, die also vielfältig besetzt sind und jeder seine Lieblingsdefinition hat oder gar absichtlich keine bewusst setzen möchte, um das Gefühl der Geheimnisumwobenheit des Begriffs zu wahren. Jedenfalls ist der Ausdruck „moralischer Gottesbeweis“ keineswegs fehl am Platz, wenn man alles, womit die Vernunft einen zur aufrichtigen Anerkennung einer bestimmten Tatsache drängt, einen Beweis nennen möchte.

Diesen Drang sehe ich beim moralischen Gottesbeweis vielfach gegeben.

Aber wie gesagt, darum ging es mir gar nicht. Mir ging es um
die ungerechtfertigte Inanspruchnahme der Autorität Kants

„Inanspruchnahme der Autorität Kants“. Er ist nun mal zufällig der Vater der Moralphilosophie, und bei ihm und der zu ihm existierenden Sekundärliteratur ist die Formulierung der Moralphilosophie am ehesten zu finden - was kümmert’s mich, dass sein Name zufällig eine Autoritätswirkung besitzt? Zweitens war der Verweis (dieser Begriff ist wertfreier als „Inanspruchnahme der Autorität“…) auf Kant aus meiner Sicht nicht ungerechtfertigt. Aber noch einmal: Ohnehin nicht Kant ist Deine sittliche Autorität anstelle Deines eigenen, objektiven Gewissens.

für
einen solchen „praktisch gedehnten“ moralischen Gottesbeweis.

der moralische Gottesbeweis von Kant

  • den hat es schlicht und einfach nie gegeben, auch nicht
    ansatzweise formuliert

Nun, du hast ihn selbst ansatzweise formuliert :wink:

Wenn man Kants Postulat der praktischen Vernunft flugs zu
einem - wie weit auch immer gedehnten - ‚Beweis‘ umdeklariert,
dann stellt man sich damit eindeutig in offenen Widerspruch zu
Kant eigenen Aussagen

Ich würde lieber sagen, zu Kants Definitionen, da er sich nur auf Beweise im engeren Sinn bezog, die in Versuchen auf das logisch-apriorische und das empirische Erkenntnisvermögen zurückgeführt werden.

und sollte ihn dann zumindest nicht als
angeblichen Gewährsmann missbrauchen. Kant jedenfalls hielt
jeden Gottesbeweis

Ergänzung: jeden Gottesbeweis des logisch-apriorischen und des empirischen Erkenntnisvermögens

für ein unmögliches Unterfangen und
hat viel Mühe darauf verwendet, die Gründe für diese
Unmöglichkeit darzulegen.

Siehe oben.

Diese Tatsache hattest Du in Deinem
Posting unterschlagen

Ich habe Dir zu nichts vorgeworfen, es „unterschlagen“ zu haben.

Freundliche Grüße,

Mohamed.