Hallo nochmal,
wohltuend, daß man hier mal eine (zumindest teilweise) kontroverse Diskussion sachlich führen kann.
Ein Millionär hat IMHO die Pflicht, mehr als der Durchschnitt
für dieses Gemeinwesen zu tun, an dem er partizipiert. (Die
starken Schultern stützen das Gemeinwesen, nicht die
schwachen) Und er würde das nur solange müssen, solange er
überdurchschnittlich vermögend/einkommend ist (s.
Einkommensfeststellung)
Und jetzt Schluß mit lustig! 
Im Ernst: Ich würde mich an dieser Stelle gerne wieder von dem Millionär trennen. Es betrifft ja jeden von uns. Konstruieren wir mal einen frischen Rentner, der hatte bisher als verheirateter (zugegeben, ich mache den Kerl gleich zum Opfer) Mann ein Nettoeinkommen von € 2.400, bekommt nun 2/3 (eigentlich ist es weniger, schin erst recht in 20 Jahren, aber nur mal grob gesagt) davon als Rente: € 1.600. Diese Versorgungslücke - und lassen sie wir die mal aufgrund der ein oder anderen Entlastung nur bei € 500 liegen - muß nun irgendwie gedeckt werden, im konstruierten Fall durch Verkäufe von Wertpapieren. Nun muß aber der Verkauf in der Höhe x(=bnötigte Liquidität)+zu leistende Steuern erfolgen. D.h. das Kapital ist deutlich schneller aufgebraucht (wenn es überhaupt zustande kam, siehe unten) als ohne Steuer. Und auch hier wieder: Das wird nicht gleich jeden in Armut stürzen, aber tendenziell nimmt man den Leuten dann das Geld, wenn sie die wenigsten Möglichkeiten haben, dies auszugleichen.
Hinzu kommt der Effekt, daß die 40 Jahre lang vorher durch die Besteuerung der Erträge aus den Aktien (und auch das will man ja verschärfen), diese Erträge nicht voll, sondern nur um den durch Steuern verminderten Teil wieder angelegt werden konnten. Das macht durch den Zinseszinseffekt (*wink* @ Frank) einiges aus und kann alleine schon dazu führen, daß jemand mit seinem Geld nicht auskommt.
Aber da gibt es noch einen weiteren Gag: Durch die Besteuerung der Erträge einerseits und der Verkaufserräge andererseits, steht der Börse weniger Kapital zur Verfügung, was letztlich zu schwächer steigenden Aktienkursen führt und damit zu geringeren Einnahmen aus der Steuer. Außerdem werden weniger Leute an der Börse investieren, weil es sich inkl. des Kursrisikos und der Steuern weniger lohnt, als eine Anlage in Renten. Was wiederum zu sinkenden Steuereinnahmen führt.
Eine Drehung an Rad A führt unweigerlich zu einer Gegenbewegung an Rad B. Dumm nur, wenn man die Bewegung nicht genau vorhersagen kann oder vielleicht an Rad B (oder C oder D) gar nicht gedacht hat.
Irgendwann wird man vermutlich noch die verbrauchte Luft je Mensch messen und besteuern (wäre ja auch ein netter Umwelteffekt) und dabei vergessen, daß Menschen, die gesund leben und viel Sport treiben, mehr Luft verbrauchen, als Leute wie ich, die je zu einem Drittel sitzen, liegen und schlafen. 
Was ich hier übertrieben ausdrücke soll einfach nur heißen, daß wir nicht mehr und neue Steuern brauchen, sondern schlichtweg eine Vereinfachung, was Du ja auch schon vorgeschlagen hast (wenn ich auch im Detail dort nicht zustimme).
Gruß
Christian
(Von der tatsächlichen transparenten Überprüfung der Bedürftigkeit mal abgesehen…)