Hallöchen,
wieso hört sich Dein Veto irgendwie genauso an wie dieser
Reporter gestern aus der FAKT-Sendung, der einen ziemlich
milch-mädchen-rechnungs-getragenen Beitrag über die „Kieler
Giftliste“ über den Sender geleiert hat?
kann ich nicht sagen. Wenn Du andeuten wolltest, daß ich hier Inhalte dieser Sendung wiedergebe, kann ich nur sagen, daß ich diese Sendung noch nie gesehen habe und noch nicht einmal weiß, bei welchem sender die läuft.
der Staat fördert z.B. Mitarbeiterbeteiligungen, nun will er
die Gewinne daraus besteuern --> Hirnrissig.
Eigentlich eher clever (aber für meine Begriffe
nichtsdestoweniger illegal und hinterlistig). Mit dieser
Besteuerung forciert er das Auslaufen dieser
Betriebsrentensysteme und macht den Geprellten gleichzeitig
mit Vergünstigungsanrechnung die Riester-Rente schmackhaft.
Mitarbeiterbeteiligungen sind keine Betriebsrentensysteme, sondern ein staatlich gefördertes Instrument, um Mitarbeiter langfristig an sich zu binden und sie am Unternehmenserfolg zu beteiligen. Sehr verbreitet bei börsennotierten Aktiengesellschaften, weniger verbreitet im Mittelstand. Die verbilligte Abgabe (d.h. unter Marktwert) von Mitarbeiterbeteiligungen ist mit rd. 160 Euro im Jahr steuerbefreit. Frag mal bei Thyssen, Bayer, Siemens und ähnlichen Traditionsunternehmen nach, was die Mitarbeiter da zusammengespart haben. Bei uns haben einige Mitarbeiter Aktien im Wert von über 100.000 Euro im Depot, angesammelt über teilweise 35 Jahre. Da spielt es schon eine Rolle, wenn Kursgewinne daraus auf einmal besteuert werden sollen.
Aktienpakete für den „kleinen Mann“ habe ich schon immer für
Augenwischerei gehalten. Bestes Beispiel ist die „Volksaktie
Telekom“. Alles Unsinn: Wer in Aktien investiert, der muss
wissen, worauf er sich da einlässt. Völlig ungeeignet
jedenfalls für eine Altersabsicherung.
Quark. Wenn über 10, 20 oder mehr Jahre Aktien angesammelt hat, freut sich in den allermeisten Fällen über eine ordentliche Rendite. Von VolksaktieT rede ich gar nicht, sondern davon, daß man sich über die Jahre was zusammenspart.
Du weißt, in welcher Höhe und auf Grundlage hier Förderungen
vergeben werden? Denjenigen zeige mir, der aufgrund dessen
sich zu einem Kauf einer Immobilie bewegen lässt. Wir reden
hier in der Tat von Peanuts.
Tja, das sehen einige anders. Da ich es nicht nachrechnen kann und will, weil mich das Thema nicht interessiert, verzichte ich darauf, aus den entsprechenden Artikeln und Studien zu zitieren.
Und
in Deutschland ist der Anteil der Mieter höher als in jedem
anderen Land Europas, mal abgesehen von der Schweiz.
Gegenfrage: Was ist daran schlimm?
Für mich persönlich ist daran nichts schlimm, weil ich derzeit keinen Wert auf eigene Immobilien lege. Andererseits finde ich es schon nicht schlecht, wenn man im Alter eine eigene Hütte hat und zumindest aus der Richtung Miete keine Kostensteigerungen erwarten muß und auch nicht zu befürchten hat, daß einem dann irgendwann mal gekündigt wird.
Und bevor Du ansetzt: Die finanziellen Belastungen, die aus Eigentum entstehen können, sind mir bekannt.
Denn offensichtlich scheint es a) keinen
zu interessieren, wenn er (noch) nicht betroffen ist (auf den
Gedanken, daß er später selber mal sparen will, kommt hier
wohl keiner) und b) ist die Regierung anscheinend nicht
allein, wenn sie auf Kosten der Zukunft heute Löcher stopft.
Daß die heute 20-40jährigen hier an der Sache vorbeilabern
deutet darauf hin, daß sie selber auch nicht an die Zukunft
denken.
Du möchtest amerikanische Verhältnisse? Ich glaube, das wird
sich nicht so einfach machen lassen.
Was hat das mit amerikanischen Verhältnissen zu tun, wenn die Regierung aktuelle Probleme durch Verschiebung in die Zukunft löst (siehe auch Erhöhung Beitragsbemessungsgrenze bei der Rente, aus der sich dann später erhöhte Zahlungsverpflichtungen ergeben) und die Bevölkerung das nicht wahrnimmt, weil sie da anscheinend ein PAL sieht (Problem anderer Leute).
Dummerweise durchschreitet man üblicherweise mehrere Stadien im Leben. Und das, was einem heute gleichgültig ist oder man sogar befürwortet, schlägt u.U dann 10 oder 20 Jahre erbarmungslos auch bei einem selber zu. Das ist kurzsichtig.
Ich finde es ja nicht so schlimm, für diejenigen mit
aufzukommen, die es aus irgendwelchen Gründen eben nicht oder
nur teilweise „geschafft“ haben.
Da habe ich auch kein Problem mit, nur muß man in die Kirche im Dorf lassen. Wenn das Rentensystem kollabiert, und das tut es unaufhaltsam, ist es fatal, wenn man der privaten Altersvorsorge Felsbrocken von der Größe des Himalaya in den weg legt.
Ich habe nur etwas gegen noch
mehr und noch mehr und noch mehr steuern, weil ich glaube,
dass in der momentanen Lage DAS genau der falsche Weg ist, um
ökonomisch etwas für die Zukunft Deutschlands zu bewirken.
Da sind wir uns ja einig.
Dann paßt es ja wieder: Jedes Volk bekommt die Regierung, die
es verdient.
Das war zynisch!
Zynismus , eine verächtliche, destruktiv-skeptische Grundhaltung gegenüber der Welt
Wenn „Welt“=Deutschland in den Jahren 2002-2006, dann hast Du recht.
Gruß
Christian