Hi,
ja er nimmt doch nichts hin.
doch, genau das tut er. Du kannst hier lamentieren wie Du willst, er hatte genug Möglichkeiten dem Tod zu entgehen und doch weiter seine „subversive Tätigkeit“ zu treiben. Er hat es vorgezogen einen hübschen Märtyrertod zu inszenieren.
Ich frage mich gerade, was wohl Psychologen zu diesem absoluten Todeswunsch von Jesus sagen würden.
Immerhin deiskutiert er
mitPontius Pilatus. er verteidigt seinen Standpu kt und
versucht, zu erklären. Er ändert allerdings nicht seinen
Standpu dabei - weshalb auch?
Klar, er wollte ja sterben, wozu also den eigenen Standpunkt ändern.
Und daß er dann bereit ist, uch die Konsequenzen zu tragen,
finde ich nur normal.
Aha, wenn also jemand sich einen Standpunkt aussucht, der zum eigenen Tod führt, dann ist das kein Selbstmord. Interessant.
Wäre es anders, müßte ich ja auch jeder Wuederstandskämpfer
und politischen Häftling verurteilen, der bei seiner Meinung
bleibt.
Das ist richtig. Jeder Widerstandskämpfer, der die Möglichkeit hat, durch einen Widerruf frei zu kommen, sollte diese nutzen. Schon allein deshalb, weil er auf freiem Fusse wieder Widerstand ausführen kann. Tod ist man zu nix nutze.
Und dann wären auch die Mauertoten zu Zeiter der DDr
selber Schuld - sie hätten ja nicht versuchen müssen, die
Grenze zu überwinden.
Weisst Du, ganz ehrlich gesagt finde ich ein stupides zurennen auf eine bewachte Grenze durchaus Blöde und zu nix nutze. Sie haben in ihrem Teil des Landes nichts bewegt und wer weiss schon, was sie alles hätten tun können, wenn sie nicht blindlings in ihren Tod gerannt wären. Ich will damit nicht die Unrechtmässigkeit der Schüsse in Frage stellen. Aber wenn ich auf eine Grenze zurenne und damit rechne, doch nicht erschossen zu werden obwohl genau dieser Befehl bekannt ist, dann ist das schon recht lebensmüde.
Dann wäre ja überhaupt jede Auflehnung
gegen eine Diktatur Selbstmord - es weiß schließlich jeder,
was mit Rebellen passiert. Aber auch der Wiederstand gegen
einen Agressor ist dann Selbstmord - man weiß ja, daß er
schießt. Nö - auf dieser Ebene folge ich Dir nicht.
Keine Ahnung ob Du mit Absicht nicht sehen willst, was ich meine. Ich denke lebend kann man viel mehr erreichen. Wenn schon Widerstand, dann intelligent. Klar begibt man sich damit in Gefahr, aber wenn ich die nicht minimieren will, dann bin ich Selbstmörder.
Back to topic: Jesus wollte das Risiko nicht minimieren, er hat keinerlei Massnahme ergriffen um sich selbst zu schützen, sein Leben war ihm nix Wert. Und ich sage nochmal: Was hätte der Bub alles machen können, wenn er sich rechtzeitig zurückgezogen hätte (um zum Beispiel aus dem Untergrund zu wirken)?
Wer versucht denn heute noch zu missionieren (mal abgesehen
von dern zeugen Jehovas, die ja der offiziellen Kirche nicht
zuzurechnen sind)?
Na die Kirchen zum Beispiel, die haben das immer noch als Auftrag. Oder nimm die Debatte zum Kreationismus, da werden Naturwissenschaftler argumentativ vergewaltigt, und wenn sie darauf antworten, dann kommen Kommentare wie von Dir (von wegen warum nach Beweisen fragen…).
Mir jedenfalls hat keiner den Glauben
aufzudrängen versucht.
Vielleicht verwechselst Du die Art der Missionierung, wie sie hierzulande stattfindet, mit den Vorgängen in Afrika oder Amerika, als dort das Christentum noch unbekannt war.
Hier wirst Du „subversiver“ Missioniert, durch die Erziehung im Kindesalter, das Verhalten Deiner Peers usw.
Ich habe auch nichts ungefragt übernommen und stecke auch
heute noch voller Fragen.
Nur - ich binbereit, dabei auch mal von meinen bisherigen
Gedankengängen abzuweichen und das bisher zur wahr Gehaltene
in Frage zu stellen. Denn wenn ich das nicht bin, bringt die
ganze Schache nichts, dann bekomme ich immer nur wieder eine
Bestätigung alter Vorurteile.
Aha, und dann komme ich mit meinen „Behauptungen“ und schon gehst Du in die Defensive und bist kein bisschen Bereit, Deine Vorurteile zu überdenken. Das klingt jetzt schärfer als es gemeint ist, aber irgendwie finde ich Deine Position in dieser Argumentation nicht offen, sondern sehr konservativ.
Herb