Jesus,der Moralapostel

Hi,

wer sagt das denn?

Die Bibel.

Vielleicht hat das nur keiner
aufgeschrieben, oder die Berichte darüber sind noch nicht
gefunden worden, oder…

Ja, das kann sein. Allerdings bezieht sich mein Wissen über Jesus natürlich aus den Überlieferungen. Logisch, was? :wink:

Viel Stoff für nette Geschichten :wink:

Auch genannt: Neutestamentarische Apokryphen.

Meiner Meinung nach war das alles der am Besten inszenierte
Selbstmord der Geschichte.

Selbstmörder werden im Normalfall nicht vorher zum Tode verurteilt und durch die staatliche Macht umgebracht :wink:

Mal ehrlich: Wer nichts gegen seine
Tötung unternimmt, obwohl er die Mittel dazu hat, der ist ein
Selbstmörder.

Es sei denn er kann nichts machen, weil es seinen Grundsätzen und seinem Wesen widerspricht (was hätte er machen können? Gewalt anwenden? Das kann jeder, der in der Todeszelle sitzt beim „Abtransport“ genauso; keiner tut’s - alles Selbstmörder?

Und so einem rennt die ganze Christenheit
hinterher

Das liegt am Namen :wink:

(und verdammt so nebenbei die Selbsttötung, etwa
damit das keiner mehr nachmachen kann?)…

Einige haben’s trotz Verbot versucht, bisher leider ohne Erfolg…

Ansichtssache: Lauter Selbstmörder um mich rum würde mir nicht
gerade gefallen :wink:

Lauter gütige Menschen die Dich heilen, speisen und lieben aber schon, oder? :wink:

Grüße,
Typhoon

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Hallo,

Nicht? Dann haben wir wohl nicht die selbe Bibel. Bei mir
wimmelt’s nur so von Fingerschnippsen und Wunderwirken. Selbst

In den anderen Antworten wurde ja bereits auf den Charakter der meisten Wunder hingewiesen. Was vor allen Dingen zählt: der, an dem das Wunder gewirkt wird, muss selber daran glauben und von sich aus handeln.

Wie echt jetzt? Das mit den Fischbrötchen hat er nicht aus
PR-Gründen gemacht? Na komm, wir alle wissen, ein gutes

Das interessante ist doch die Geschichte dahinter. Hatten wir vor wenige Wochen erst hier. Dieses „Wunder“ kann im Prinzip jeder auslösen. Wenn hunderte Menschen sich versammeln - und erst recht in einer Zeit, wo es nicht alle paar Meter ein Geschäft gibt (und vor dem Hintergrund, dass das in der Wüste geschieht) - werden die allermeisten auch Nahrung dabei haben. Und das vor den anderen verstecken, nicht dass noch jemand was abhaben will!!! Und dann kommt da dieser kleine Junge an und gibt seinen ganzen Besitz her. Ziemlich peinlich für die Erwachsenen, denen plötztlich einfällt, dass sie ja doch was dabei haben. Wenn dieser Effekt sich fortsetzt haben am Ende dann doch alle genug zu essen und zu trinken, und es bleibt sogar noch etwas über. Würde heute nicht viel anders laufen, ganz ohne Fingerschnippen.

Mit dem Unterschied, dass Jesus WUSSTE (oder meinte zu
wissen). Und alle anderen sollen’s GLAUBEN. Schon ein
Unterschied, oder?

Nö. Sorry wenn ich nur knapp auf die FAQ verweise, aber dafür is sie ja da :smile:
FAQ:1631

Ziemlich hohes Niveau? Zu Zeiten Jesus war das Niveau, finde
ich, nicht so schreklich hoch. Und überhaupt, wer hat denn die

Das kann man natürlich sehen wie man will. Den meisten Menschen ging es 30 n. Chr. nicht so sonderlich schlecht (etwas sehr pauschalisiert, zugegeben). (NB: Ich muss gerade am Life of Brian denken „Was sonst haben uns die Römer gebracht“…)

Menschen aus dem Paradies vertrieben? Und weswegen? Wegen
Mundraubs. Na das ist ein toller Hecht.

Nein, nicht wegen Mundraubs. Wegen Unersättlichkeit und absolutem Vertrauensmissbrauch. Er hat den Menschen alles zur Verfügung gestellt, und das reichte noch immer nicht. Der Mensch wollte sich unebdingt auch noch das letzte bisschen holen und hat damit das absolute Vertrauen missbraucht das Gott in ihn gesetzt hat, als er ihm den freien Willen gab.

Es bleibt doch dabei, Jesus hat die besseren Karten, wenn’s um
die Religion geht. Verlangt aber den gleichen Einsatz (nämlich
die Seele) von allen. Würdest Du mit so jemandem Karten
spielen? (Falls ja, meld Dich doch einfach, meine Mail hast Du
ja…)

Jesus verlangt doch nicht, dass alle Menschen qualvoll am Kreuz sterben. Und Jesus spielt auch nicht um Seelen, Religion ist schließlich kein Glücksspiel.

So long
Christian

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Hi Typhoon

Wo steht „Gürtet eure Schwerter“? Ich hab eben gesucht, es
aber nicht gefunden.

Weiß ich nicht auswendig. In irgendeinem der Evangelien kommt es wohl vor.

Setzt Du Jesus mit Gott gleich?

Na, das kann natürlich zu Verwicklungen führen. :wink:
Es grüßt Dich herzlich
ein Halbgott in Weiß :wink:

Wo steht „Gürtet eure Schwerter“? Ich hab eben gesucht, es
aber nicht gefunden.

Hallo, Typhoon,
Branden hat da wohl aus seinem Gedächtnis zitiert. Allerdings wohl nur seine ureigenste Version.

Vermutlich bezieht er sich auf Luk 12, 35 ff:
Laßt eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen und seid gleich den Menschen, die auf ihren Herrn warten, wann er aufbrechen wird von der Hochzeit, damit, wenn er kommt und anklopft, sie ihm sogleich auftun. Selig sind die Knechte, die der Herr, wenn er kommt, wachend findet.

Gruß
Eckard

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Hi ho,

Mal ehrlich: Wer nichts gegen seine
Tötung unternimmt, obwohl er die Mittel dazu hat, der ist ein
Selbstmörder.

Es sei denn er kann nichts machen, weil es seinen Grundsätzen
und seinem Wesen widerspricht (was hätte er machen können?
Gewalt anwenden?

Vielleicht ein Wunder wirken? Einfach so verschwinden? Der Bub war doch angeblich sonst auch recht kreativ.
Aber hast Du schon mal darüber nachgedacht, dass es bei jedem Selbstmörder so ist, dass es gegen das Wesen eines Selbstmörders ist, sich nicht selbst umzubringen?

Das kann jeder, der in der Todeszelle sitzt
beim „Abtransport“ genauso; keiner tut’s - alles
Selbstmörder?

Wenn Du mal gesehen hast, wie eine Todeszelle aussieht und wie die Leute da drin und auf dem Weg zum Hinrichtungsort behandelt werden (von Beruhigungsmitteln mal abgesehen), dann weisst Du, dass die gar nicht in der Lage sind, Gewalt auszuüben.

(und verdammt so nebenbei die Selbsttötung, etwa
damit das keiner mehr nachmachen kann?)…

Einige haben’s trotz Verbot versucht, bisher leider ohne
Erfolg…

Geschichte wiederholt sich, also nur die Hoffnung nicht aufgeben :wink:

Ansichtssache: Lauter Selbstmörder um mich rum würde mir nicht
gerade gefallen :wink:

Lauter gütige Menschen die Dich heilen, speisen und lieben
aber schon, oder? :wink:

Na sicher doch, da sag ich nicht nein *g*.

Grüsse,

Herb

Hallo,

Meiner Meinung nach war das alles der am Besten inszenierte
Selbstmord der Geschichte. Mal ehrlich: Wer nichts gegen seine
Tötung unternimmt, obwohl er die Mittel dazu hat, der ist ein
Selbstmörder. Und so einem rennt die ganze Christenheit
hinterher (und verdammt so nebenbei die Selbsttötung, etwa
damit das keiner mehr nachmachen kann?)…

Ich weiß ehrlich nicht, wie Du darauf kommst.
Es besteht ja wohl doch ein Unterschied, ob ein zum Tode Verurteilter zur Hinrichtung geht oder ob sich jemand selber tötet.
Jesus verzieh seinen Peinigern und schritt zur Hinrichtung. Und ich denkle, dazu gehört mehr Mut als dazu, sich zu wehren. Und er bewies damit seine Freidfertigkeit, weil er zeigtze, daß er nicht gewillt war, Gwalt anzuwenden - selbst um den Preis des eigenen Lebens nicht. Das mag zwar nicht unbedingt rational logisch sein aus heutiger Sicht - aber es zeigt Konsequenz bis zum Letzten. Daran änert auch nichts, daß genau diese Haltung heute nicht sonderlich hoch im Kurs steht - heute ist ja üblich, um jedes Vorteiles Willen alle Moral und alle versprechen von gestern über Bord zu werfen.
Aber der war konsequent. Er hat gepredigt „Fürchtet euch nicht“ und deshalb ging er auf diesem Weg voran, den er predigte.

Sicher finmdet man immer was, was man bemäkeln kann, wenn man sucht danach. Aber interessant finde ich eins schon: Kein Christ sucht nach beweisen, daß es so war. Nur die angeblich nicht Gläubigen suchen ständig nach Begründungen, daß es so nicht sein kann. Wozu eigentlich - ihnen könnte das doch egal sein? Oder sind sie sich ihres Unglaubens selber nicht sicher, wenn sie so krampfhaft nach Beweisen suchen?

Gernot Geyer

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Hi Dee ho :smile:,

Vielleicht ein Wunder wirken? Einfach so verschwinden?

Ja aber das wäre doch reichlich unglaubwürdig und inkonsequent gewesen, einerseits zu sagen: „Sie werden Euch verfolgen“ und „haltet die andere Backe auch hin“ und andererseits selbst zu verschwinden, wenn’s drauf ankommt…

Aber hast Du schon mal darüber nachgedacht, dass es bei jedem
Selbstmörder so ist, dass es gegen das Wesen eines
Selbstmörders ist, sich nicht selbst umzubringen?

Ehrlich gesagt nicht…- ich versteh vermutlich auch nicht ganz, was Du mir damit sagen willst (sorry :smile: )- meinst Du, dass Selbstmörder sterben wollen und es deswegen die unnatürliche Art für sie ist, zu leben?

Wenn Du mal gesehen hast, wie eine Todeszelle aussieht und wie
die Leute da drin und auf dem Weg zum Hinrichtungsort
behandelt werden (von Beruhigungsmitteln mal abgesehen), dann
weisst Du, dass die gar nicht in der Lage sind, Gewalt
auszuüben.

Naja. Jesus wurde vorher brutal ausgepeitscht und musste nach diesen Qualen ein schweres Massivholzkreuz auf einen Berg schleppen, was er nichtmal alleine geschafft hat. Danach wurden ihm Nägel durch die Hände und Füße gejagt und zu guter letzt eine Lanze in die Brust gestochen…

So gesehen, sterben heutige „Todeskandidaten“ (ein sehr blödes Wort, ich weiß…) weitaus „humaner“ als es damals der Fall war.

Geschichte wiederholt sich, also nur die Hoffnung nicht
aufgeben :wink:

Ich bin gespannt. Laut Bibel ist ja eine letzte Wiederankunft Jesu vorausgesagt :wink:

Beste Grüße,
Typhoon :smile:

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Branden hat da wohl aus seinem Gedächtnis zitiert. Allerdings
wohl nur seine ureigenste Version.

Nee, Eckard, ich erinnere mich, es innerhalb eines evangelischen Gottesdienstes o.ä. gehört zu haben.
Es handelt sich NICHT um das von Dir zitierte Textstück.
Gruß,
Branden

Hi ho,

Es besteht ja wohl doch ein Unterschied, ob ein zum Tode
Verurteilter zur Hinrichtung geht oder ob sich jemand selber
tötet.

Wenn der Verurteilte vor und nach der Verurteilung die einfache Möglichkeit hatte, dem Tod zu entgehen und diese nicht nutzt, sondern auf seinem „Opfer“ besteht, dann ist das für mich Selbstmord. Nur dass er halt nicht selbst das Messer geschwungen hat, sondern andere dafür benutzt hat.

Aber der war konsequent. Er hat gepredigt „Fürchtet euch
nicht“ und deshalb ging er auf diesem Weg voran, den er
predigte.

Komisch, bei dem Bub hält jeder seinen Gang zum Schafott für Konsequent und ehrenhaft. Wenn ein anderer von einer Brücke springt, dann ist das plötzlich feige und verachtenswert, da sieht keiner die Konsequenz dahinter.

Sicher finmdet man immer was, was man bemäkeln kann, wenn man
sucht danach. Aber interessant finde ich eins schon: Kein
Christ sucht nach beweisen, daß es so war. Nur die angeblich
nicht Gläubigen suchen ständig nach Begründungen, daß es so
nicht sein kann. Wozu eigentlich - ihnen könnte das doch egal
sein? Oder sind sie sich ihres Unglaubens selber nicht sicher,
wenn sie so krampfhaft nach Beweisen suchen?

Du verdrehst da etwas ganz gewaltig. Die Gläubigen kommen und versuchen zu missionieren, darauf antworten die Ungläubigen mit ihren Argumenten (und der Frage nach Beweisen). Soweit ist das ein ganz normaler Vorgang, Du übernimmst doch auch nicht in allem ungefragt die Meinung/Ansicht anderer Leute, oder?

Und überhaupt: Bedeutet sich selbst einer Sache sicher sein, dass man diesen Zustand nie mehr hinterfragen soll? Das finde ich eine ziemlich traurige Ansicht.

Grüsse,

Herb

Hi ho,

Vielleicht ein Wunder wirken? Einfach so verschwinden?

Ja aber das wäre doch reichlich unglaubwürdig und inkonsequent
gewesen, einerseits zu sagen: „Sie werden Euch verfolgen“ und
„haltet die andere Backe auch hin“ und andererseits selbst zu
verschwinden, wenn’s drauf ankommt…

hm, das mit der anderen Backe hinhalten ist also sogar soweit gefordert, sich töten zu lassen wenn andere das wollen? Komplett ohne Gegenwehr? Soll man also nicht „das Böse“ bekämpfen?

Aber hast Du schon mal darüber nachgedacht, dass es bei jedem
Selbstmörder so ist, dass es gegen das Wesen eines
Selbstmörders ist, sich nicht selbst umzubringen?

Ehrlich gesagt nicht…- ich versteh vermutlich auch nicht
ganz, was Du mir damit sagen willst (sorry :smile: )- meinst Du,
dass Selbstmörder sterben wollen und es deswegen die
unnatürliche Art für sie ist, zu leben?

Genau das meinte ich. Ein Selbstmörder sagt ja nicht von heute auf morgen „Hach, heute könnte ich mich ja mal umbringen“, sondern in der Regel gehen die einen weiten Weg, um am Ende als ultima ratio den Tod zu wählen. Genau wie Jesus.

Naja. Jesus wurde vorher brutal ausgepeitscht und musste nach
diesen Qualen ein schweres Massivholzkreuz auf einen Berg
schleppen, was er nichtmal alleine geschafft hat. Danach
wurden ihm Nägel durch die Hände und Füße gejagt und zu guter
letzt eine Lanze in die Brust gestochen…

Aber er hätte vor seiner Verhaftung ganz einfach verschwinden können (er hat ja gewusst was passiert). Oder er hätte die Leute, die ihn verhaften, „verzaubern“ können. Oder er hätte Judas irgendwie „überzeugen“ können, ihn nicht zu verraten. So viele Möglichkeiten und keine genutzt, schade drum.

Viele Grüsse,

Herb

Ergänzung:Lukas 22,36
Immerhin habe ich inzwischen in Lukas 22,36 eine Aufforderung von Jesus an seine Jünger gefunden, wo er ihnen empfielt, ein Schwert zu kaufen.

Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug.
Branden,
du hast die Aussage „…und wer’s nicht hat, verkaufe seinen Mantel und kaufe ein Schwert“ wohl ebenso mißverstanden wie die Jünger, die ihm stolz mitteilten, man habe ja zwei Schwerter.

Aber wer bin ich, hier Exegese zu betreiben. Das soll mal lieber einer der christlichen Experten übernehmen

Eckard
(keiner christlichen Kirche oder anderen Religionsgemeinschaft angehörig.)

Hallo,

ja er nimmt doch nichts hin. Immerhin deiskutiert er mitPontius Pilatus. er verteidigt seinen Standpu kt und versucht, zu erklären. Er ändert allerdings nicht seinen Standpu dabei - weshalb auch?
Und daß er dann bereit ist, uch die Konsequenzen zu tragen, finde ich nur normal.
Wäre es anders, müßte ich ja auch jeder Wuederstandskämpfer und politischen Häftling verurteilen, der bei seiner Meinung bleibt. Und dann wären auch die Mauertoten zu Zeiter der DDr selber Schuld - sie hätten ja nicht versuchen müssen, die Grenze zu überwinden. Dann wäre ja überhaupt jede Auflehnung gegen eine Diktatur Selbstmord - es weiß schließlich jeder, was mit Rebellen passiert. Aber auch der Wiederstand gegen einen Agressor ist dann Selbstmord - man weiß ja, daß er schießt. Nö - auf dieser Ebene folge ich Dir nicht.

Für mich ist Jesus jemand, der für seinen Glauben stirbt und nichts weiter. Und was Deine Wunderthese betrifft: Wunder vollbringt Jesus als mensch gewordener Gottessohn ja nur mit Hilfe Gottes. Also stand es eventuell wirklich nicht in seiner Macht, einfach zu gehen. Oder aber die Wunder hekfen nicht bei ihm selkber - nur bei anderen. Wäre ja auch ne Auslegung und nicht mal unwahrscheinlich angesichts der Fordung, seinen Nächsten mehr zu lieben als sich selbst. Daß es generell nur klappt, wenn es zur Hilfe für andere passiert.

Du verdrehst da etwas ganz gewaltig. Die Gläubigen kommen und
versuchen zu missionieren, darauf antworten die Ungläubigen
mit ihren Argumenten (und der Frage nach Beweisen). Soweit ist
das ein ganz normaler Vorgang, Du übernimmst doch auch nicht
in allem ungefragt die Meinung/Ansicht anderer Leute, oder?

Wer versucht denn heute noch zu missionieren (mal abgesehen von dern zeugen Jehovas, die ja der offiziellen Kirche nicht zuzurechnen sind)? Mir jedenfalls hat keiner den Glauben aufzudrängen versucht.
Ich habe auch nichts ungefragt übernommen und stecke auch heute noch voller Fragen.
Nur - ich binbereit, dabei auch mal von meinen bisherigen Gedankengängen abzuweichen und das bisher zur wahr Gehaltene in Frage zu stellen. Denn wenn ich das nicht bin, bringt die ganze Schache nichts, dann bekomme ich immer nur wieder eine Bestätigung alter Vorurteile.

Gernot Geyer

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Lieber Eckard,
Es ist mir nicht entgangen, dass Jesus schliueßlich sagt „Es ist genug“. Aber darin kann ja auch wiederum seine Ambivalenz dem Sich-Wehren gegenüber einmal mehr zum Ausdruck gekommen sein.
Und diese Amibilanz könnte entweder
a) Ausdruck seiner Persönlichkeit sein oder
b) Geschichtsklitterung der Schreiber
Gruß,
Branden

Hallo Branden,

ob es nun so geschehen ist,
oder ob es der Schreiber nur so im Gedächtnis hatte (oder auch nur so interpretiert), ist eigentlich für die Bedeutung der Textstelle nicht so wichtig.

Es geht hier darum, einen Bezug zu einer Prophetie herzustellen.

Luk.22
"35 Und er sprach zu ihnen: Als ich euch ausgesandt habe ohne Geldbeutel, ohne Tasche und ohne Schuhe, habt ihr da je Mangel gehabt? Sie sprachen: Niemals.
36 Da sprach er zu ihnen: Aber nun, wer einen Geldbeutel hat, der nehme ihn, desgleichen auch die Tasche, und wer’s nicht hat, verkaufe seinen Mantel und kaufe ein Schwert.
37 Denn ich sage euch: Es muß das an mir vollendet werden, was geschrieben steht (Jesaja 53,12): «Er ist zu den Übeltätern gerechnet worden.» Denn was von mir geschrieben ist, das wird vollendet.
38 Sie sprachen aber: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug.
" Zwei Schwerter reichen, um die Prophetie erfüllt zu sehen.

Gruss Harald

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Hi Herb,

Wenn der Verurteilte vor und nach der Verurteilung die
einfache Möglichkeit hatte, dem Tod zu entgehen und diese
nicht nutzt, sondern auf seinem „Opfer“ besteht, dann ist das
für mich Selbstmord.

das ist eben die Fehleinschätzung der Lage.

Jesus hat schon vor dem Prozess seinen Vater gebeten: „_ wenn es möglich ist , dass dieser Kelch an mir vorübergehe, ohne dass ich ihn trinke,_.“ (Luk.22,42)

Aber es war unausweichlich:
Da sprach Jesus zu Petrus: Steck dein Schwert in die Scheide! Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat?“ (Joh.18,11)

Er hätte zwei Möglichkeiten gehabt:

  1. Den Willen Gottes zu tun, und zu sterben.
  2. Das eigene Leben zu retten, und auf ewig von seinem Vater getrennt zu bleiben.

Welchen Weg hätte er wählen sollen?

Gruss Harald

Hi,

ja er nimmt doch nichts hin.

doch, genau das tut er. Du kannst hier lamentieren wie Du willst, er hatte genug Möglichkeiten dem Tod zu entgehen und doch weiter seine „subversive Tätigkeit“ zu treiben. Er hat es vorgezogen einen hübschen Märtyrertod zu inszenieren.
Ich frage mich gerade, was wohl Psychologen zu diesem absoluten Todeswunsch von Jesus sagen würden.

Immerhin deiskutiert er
mitPontius Pilatus. er verteidigt seinen Standpu kt und
versucht, zu erklären. Er ändert allerdings nicht seinen
Standpu dabei - weshalb auch?

Klar, er wollte ja sterben, wozu also den eigenen Standpunkt ändern.

Und daß er dann bereit ist, uch die Konsequenzen zu tragen,
finde ich nur normal.

Aha, wenn also jemand sich einen Standpunkt aussucht, der zum eigenen Tod führt, dann ist das kein Selbstmord. Interessant.

Wäre es anders, müßte ich ja auch jeder Wuederstandskämpfer
und politischen Häftling verurteilen, der bei seiner Meinung
bleibt.

Das ist richtig. Jeder Widerstandskämpfer, der die Möglichkeit hat, durch einen Widerruf frei zu kommen, sollte diese nutzen. Schon allein deshalb, weil er auf freiem Fusse wieder Widerstand ausführen kann. Tod ist man zu nix nutze.

Und dann wären auch die Mauertoten zu Zeiter der DDr
selber Schuld - sie hätten ja nicht versuchen müssen, die
Grenze zu überwinden.

Weisst Du, ganz ehrlich gesagt finde ich ein stupides zurennen auf eine bewachte Grenze durchaus Blöde und zu nix nutze. Sie haben in ihrem Teil des Landes nichts bewegt und wer weiss schon, was sie alles hätten tun können, wenn sie nicht blindlings in ihren Tod gerannt wären. Ich will damit nicht die Unrechtmässigkeit der Schüsse in Frage stellen. Aber wenn ich auf eine Grenze zurenne und damit rechne, doch nicht erschossen zu werden obwohl genau dieser Befehl bekannt ist, dann ist das schon recht lebensmüde.

Dann wäre ja überhaupt jede Auflehnung
gegen eine Diktatur Selbstmord - es weiß schließlich jeder,
was mit Rebellen passiert. Aber auch der Wiederstand gegen
einen Agressor ist dann Selbstmord - man weiß ja, daß er
schießt. Nö - auf dieser Ebene folge ich Dir nicht.

Keine Ahnung ob Du mit Absicht nicht sehen willst, was ich meine. Ich denke lebend kann man viel mehr erreichen. Wenn schon Widerstand, dann intelligent. Klar begibt man sich damit in Gefahr, aber wenn ich die nicht minimieren will, dann bin ich Selbstmörder.

Back to topic: Jesus wollte das Risiko nicht minimieren, er hat keinerlei Massnahme ergriffen um sich selbst zu schützen, sein Leben war ihm nix Wert. Und ich sage nochmal: Was hätte der Bub alles machen können, wenn er sich rechtzeitig zurückgezogen hätte (um zum Beispiel aus dem Untergrund zu wirken)?

Wer versucht denn heute noch zu missionieren (mal abgesehen
von dern zeugen Jehovas, die ja der offiziellen Kirche nicht
zuzurechnen sind)?

Na die Kirchen zum Beispiel, die haben das immer noch als Auftrag. Oder nimm die Debatte zum Kreationismus, da werden Naturwissenschaftler argumentativ vergewaltigt, und wenn sie darauf antworten, dann kommen Kommentare wie von Dir (von wegen warum nach Beweisen fragen…).

Mir jedenfalls hat keiner den Glauben
aufzudrängen versucht.

Vielleicht verwechselst Du die Art der Missionierung, wie sie hierzulande stattfindet, mit den Vorgängen in Afrika oder Amerika, als dort das Christentum noch unbekannt war.
Hier wirst Du „subversiver“ Missioniert, durch die Erziehung im Kindesalter, das Verhalten Deiner Peers usw.

Ich habe auch nichts ungefragt übernommen und stecke auch
heute noch voller Fragen.
Nur - ich binbereit, dabei auch mal von meinen bisherigen
Gedankengängen abzuweichen und das bisher zur wahr Gehaltene
in Frage zu stellen. Denn wenn ich das nicht bin, bringt die
ganze Schache nichts, dann bekomme ich immer nur wieder eine
Bestätigung alter Vorurteile.

Aha, und dann komme ich mit meinen „Behauptungen“ und schon gehst Du in die Defensive und bist kein bisschen Bereit, Deine Vorurteile zu überdenken. Das klingt jetzt schärfer als es gemeint ist, aber irgendwie finde ich Deine Position in dieser Argumentation nicht offen, sondern sehr konservativ.

Herb

Hi Harald,

Welchen Weg hätte er wählen sollen?

ganz klar: Am Leben bleiben und weiter Gutes tun. Auch Väter können irren.

Gruss,

Herb

Hi

hm, das mit der anderen Backe hinhalten ist also sogar soweit
gefordert, sich töten zu lassen wenn andere das wollen?

Lukas 6:27-35
Aber ich sage euch, die ihr zuhört: Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen; segnet, die euch verfluchen; bittet für die, die euch beleidigen. Und wer dich auf die eine Backe schlägt, dem biete die andere auch dar; und wer dir den Mantel nimmt, dem verweigere auch den Rock nicht. Wer dich bittet, dem gib; und wer dir das Deine nimmt, von dem fordere es nicht zurück. Und wie ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, so tut ihnen auch! Und wenn ihr die liebt, die euch lieben, welchen Dank habt ihr davon? Denn auch die Sünder lieben ihre Freunde. Und wenn ihr euren Wohltätern wohltut, welchen Dank habt ihr davon? Denn die Sünder tun dasselbe auch. Und wenn ihr denen leiht, von denen ihr etwas zu bekommen hofft, welchen Dank habt ihr davon? Auch die Sünder leihen den Sündern, damit sie das Gleiche bekommen. Vielmehr liebt eure Feinde; tut Gutes und leiht, wo ihr nichts dafür zu bekommen hofft. So wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Kinder des Allerhöchsten sein; denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.

Komplett ohne Gegenwehr?

Römer 12:17-20 Wenn euch jemand Unrecht tut, dann zahlt es niemals mit gleicher Münze heim. Seid auf Gutes bedacht gegenüber jedermann. 18 Soweit es möglich ist und auf euch ankommt, lebt mit allen in Frieden. 19 Nehmt keine Rache, holt euch nicht selbst euer Recht, sondern überlasst das Gericht Gott. Er sagt ja in den Heiligen Schriften: Ich bin der Rächer, ich habe mir das Gericht vorbehalten, ich selbst werde vergelten." 20 Handelt vielmehr nach dem Wort: Wenn dein Feind hungrig ist, dann gib ihm zu essen, und wenn er Durst hat, gib ihm zu trinken. Dann wird es ihm bald leid tun, dein Feind zu sein."

Soll man also nicht „das Böse“ bekämpfen?

Römer 12:21 Laß dich nicht vom Bösen besiegen, sondern überwinde es durch das Gute.

Genau das meinte ich. Ein Selbstmörder sagt ja nicht von heute
auf morgen „Hach, heute könnte ich mich ja mal umbringen“,
sondern in der Regel gehen die einen weiten Weg, um am Ende
als ultima ratio den Tod zu wählen. Genau wie Jesus.

Naja. Der Vergleich hinkt doch ein wenig… :wink:
Wie gesagt, Jesus wurde verurteilt und hat gewaltfrei und widerstandsfrei reagiert, was
1.) seinen Grundsätzen entsprach und
2.) nicht so unnormal ist- ist bei Verurteilten ja heute noch der Fall.

Dass Depressionen eine Krankheit darstellen ist heutzutage wohl klar. Die negativen Gefühle übermannen einen auf Dauer einfach. Der eine greift dann zum Strick, der andere zur Flasche (Stichwort: Selbstmord auf Raten).

Wenn Jesus sich jetzt ein Kreuz hätte bauen lassen, das er freiwillig auf den Berg getragen hätte und sich selbstständig die Nägel reingehauen hätte, würde ich Deine Suizidvermutung sofort unterschreiben, aber so nicht… :smile:

Aber er hätte vor seiner Verhaftung ganz einfach verschwinden
können (er hat ja gewusst was passiert).

Aber dann hätte er ja auch gewusst, dass er verschwinden würde und es gar nicht zur Verurteilung kommen würde, oder?

Oder er hätte die
Leute, die ihn verhaften, „verzaubern“ können. Oder er hätte
Judas irgendwie „überzeugen“ können, ihn nicht zu verraten. So
viele Möglichkeiten und keine genutzt, schade drum.

Klar, aber wie gesagt, hätte dies ja seinen eigenen Grundsätzen widersprochen, außerdem hätte er dann am dritten Tage nicht vom Tode auferstehen können und wäre somit nicht mehr der Christus/ Messias gewesen, sondern ein unbedeutender Jesus von Nazareth, Beruf: Schreiner…

Liebe Grüße,
Typhoon :smile:

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Geht also noch nicht als Gewaltjesus durch…
Hi Branden,

ich schreib mal hier weiter, weil Harald die von Dir erwähnte Stelle oben soeben erörtert hat.

Vielleicht findest Du ja eine Stelle, die die These unterstreicht, dass Jesus gewaltbereit war. Würd mich jedenfalls interessieren. Ich hab ja selbst auch schon gesucht, aber nichts gefunden. Somit gilt in dubio pro reo…- Jesus ist von Gewaltbereitschaft freizusprechen…

Viele Grüße,
Typhoon :smile: