Hi Herb,
Das Gute ist also, dass man sich töten lassen soll und das
Böse somit ungehindert herrschen kann?
Da geb ich grad mal ein Zitat von Dir wider:
Wenn Du das so interpretierst, dann ist das reine Spekulation
Deinerseits.
Steht ja schließlich da. Ob man sich nun töten lassen soll, weiß ich nicht aus dem Stehgreif. Ich würde es wohl nicht tun, aber nur, weil ich feige wäre und nicht genügend Gottvertrauen besäße. Schon das ist ja ein Riesenunterschied zwischen heute und früher. Frage: Würdest Du für Deine Überzeugung sterben? Wenn nein, ist es nicht Deine Überzeugung.
Genau das meinte ich. Ein Selbstmörder sagt ja nicht von heute
auf morgen „Hach, heute könnte ich mich ja mal umbringen“,
sondern in der Regel gehen die einen weiten Weg, um am Ende
als ultima ratio den Tod zu wählen. Genau wie Jesus.
Naja. Der Vergleich hinkt doch ein wenig… 
Nein, tut er nicht.
Doch, das tut er.
Öhm, es gibt genug Menschen, die sich einer Verhaftung
entziehen, schliesslich hängt ein geistig gesunder Mensch ja
doch einigermassen am Leben, oder?
Das ist richtig. Es gibt jedoch auch genügend Menschen (ich würde sogar sagen die meisten), die sich ihrer Verhaftung nicht entziehen.
So wie es passiver Sterbehilfe gibt, so gibt es auch passiven
Selbstmord.
Gegen passive Sterbehilfe ist doch nichts einzuwänden? Und der einzige Weg um „passiven Selbstmord“ zu umgehen ist (abgesehen vom aktiven Selbstmord), gar nicht geboren worden zu sein. Denn wer lebt, stirbt auch früher oder später und begeht nach Deiner Definition somit passiven Selbstmord.
Wenn jemand wie Jesus weiss, dass er an diesem
Abend verhaftet werden soll, und er weiss, dass er
hingerichtet werden soll (sein Vater hats ihm ja angeblich
geflüstert), und trotzdem nichts dagegen tut, dann ist das
immer noch Selbstmord.
Siehe oben. Du sagst dazu Selbstmord ich sage dazu Vertrauen, Prinzipien, Ideale, Glaubwürdigkeit und Überzeugung.
Oder wie nennst Du es, wenn jemand eine Handlung unterlässt,
die sein Leben rettet?
Das kommt ganz auf den Fall an. Wenn zum Beispiel jemand mit dem Arm in einer Felsspalte steckt und nicht in der Lage ist, sich den Arm abzutrennen, wäre das für mich kein passiver Selbstmord.
Natürlich konnte er sich ausmahlen, dass es ohne Verhaftung
keine Verurteilung gibt, das kann sich jeder denken.
Nochmal Dein Zitat:
Wenn Du das so interpretierst, dann ist das reine Spekulation
Deinerseits.
Dass er
es nicht getan hat ist meiner Meinung nach ein eindeutiger
Beweis dafür, dass er sterben wollte.
Wohlwissend der Gefahr, dass ich mich wiederhole: Er wollte nicht sterben, sondern hat in Gott vertraut und ist sich, seiner Lehre und seinen Prinzipien treu geblieben.
Exakt. Meiner Meinung nach war er auch nicht mehr. Dass sein
Freitod solche Konsequenzen hatte ist wohl unter Ironie des
Lebens zu verbuchen 
Wäre es beim "Frei"tod geblieben, hätte er sicherlich keinerlei Konsequenzen nach sich gezogen. Es war ja die wundersame Auferstehung und Himmelfahrt, die letztenendes den Jesus zum Christus gemacht haben.
Ich denke, wenn man durch die Brille eines gläubigen Christen
blickt, dann kann oder will man nicht erkennen was ich meine.
Man geht ganz einfach von unterschiedlichen Nennern aus. So kann man eben schlecht rechnen 
Im Endeffekt kann man sagen, dass der Gegenstand dieser Diskussion grundsätzlich nur eine Begrifflichkeit ist, die eben so oder so definiert werden kann.
Beste Grüße,
Typhoon 