Fettnäpfchen vermeiden
Hi Tom,
ok, es ist jetzt offensichtlich, daß du nicht wissen konntest, in welches Fettnäpfchen du getreten bist. Aber wenn du alle Antworten, auch die von dir nicht erwähnten, sorgfältig gelesen hättest, hättest du eigentlich drauf kommen können: Du hast einfach vorausgesetzt, daß die spezielle christliche Auffassung von der Gottessohnschaft (die nicht einmal von allen christlichen Strömungen geteilt wird) das unfraglich Selbstverständliche ist. Das ist aber nicht der Fall, hier werden alle religiösen Auffassungen gleichrangig gesehen, und die christliche ist NICHT der Standard.
Nur, um es einmal klar und deutlich zu formulieren:
Ich fordere nicht einen Beweis für die Behauptungen, die
Andersgläubige aufstellen, sondern habe lediglich die Frage
gestellt, was hinter ihren Behauptungen steckt…welche
Theorien, welche theologischen Unterschiede.
Das ist der Punkt, daß du die Auffassungen, die mit Jesus und mit Christus und mit „Gottessohn“ nicht das Geringste am Hut haben, als „Behauptung“ bezeichnest, und deren Anhänger als „Andersgläubige“. Die „Andersgläubigen“ glauben aber in dem Sinne gar nichts „anderes“, sondern sie haben das jeweils Ihrige als Glaubensinhalt. Und darin kommt ein Jesus überhaupt nicht vor - oder zumindest nicht als „Gottessohn“. Und daher ist es keine „Behauptung“ und erst recht keine „Theorie“.
Das ist ungefähr so, wie wenn jemand mit Nasenring durch die Gegend läuft, das für selbstverständlich hält, und dann fragt, was steckt dahinter, daß die anderen behaupten , es sei nicht notwendig, einen Nasenring zu tragen. Wenn der Nasenringträger derartig wenig umsichtig ist (zumal er hier deutlich darauf hingewiesen wurde), dann darf er sich auch gefallen lassen, als Nasenring-Missionar bezeichnet zu werden.
Mit anderen Worten und in Bezug auf deine Frage: Erklärungsbedarf besteht bezüglich der Gottestsohnschaft Jesu nicht auf Seiten der anderen Religionen, sondern - bestenfalls - auf Seiten derer, die es „behaupten“. Also eine theologische „Theorie“ haben vielmehr die Christen, sie stellen eine „Behauptung“ auf, nicht aber die anderen, die haben nämlich damit gar nichts zu tun und es interessiert sie im Übrigen auch normalerweise gar nicht.
… auch Hinweise auf
das jüdische Glaubensgut und andere Ursprünge dieses Denkens.
Es gibt keine Ursprünge dieses Denkens! Es gibt nur Ursprünge des Denkens, daß Jesus als Gottes Sohn bezeichnet wird.
Ist es jetzt klarer? Also stell bitte gerne auch in diesem Brett weiter deine Fragen, aber setze bitte nicht voraus, daß alle Menschen „eigentlich“ Christen sein müßten. Denn genau diese Voraussetzung ist es, die man als Missionieren bezeichnet.
Gruß
Metapher