Hallo,
wenn ich hier so deine Beiträge lese, kommt bei mir der Eindruck auf, dass du deine Tochter doch recht verwöhnst. Völlig unabhängig davon, wie viel Haushaltseinkommen vorliegt: Ich finde das Taschengeld schon hoch. Wenn sie das zur freien Verfügung hat und es nur für Handy und Extras gebraucht wird, dann ist es viel.
Wenn du dich jetzt auch noch um einen Job für sie kümmerst, dann lernt sie nie, was es heißt mit knappen Ressourcen zu haushalten. Ist die Handyrechnung zu hoch, dann muss sie halt abwägen: Entweder SMS 200-500 im Monat schreiben oder lieber doch auf das schicke T-Shirt sparen. Mach es ihr doch nicht so leicht!
Reicht ihr das Taschengeld nicht? Dann soll SIE sich um einen Job kümmern. SIE soll sich das Köpfchen zerbrechen, wie sie an mehr Kohle kommt. Wenn Mami da jetzt was mit den Nachbarn arrangiert, dann hat sie Silbertablett. Mal abgesehen davon, dass ich einen Babysitterjob bei Zwillingen sehr anspruchsvoll finde! So etwas müsste man langsam angehen. (Das mag Vorurteil sein, aber diese Verantwortung geht für mich nicht unbedingt einher mit dem Anspruchsdenken, was deine Tochter zu haben scheint)
Mein Nachwuchs bekam (und bekommt) deutlich weniger. Allerdings gab es schon frühzeitig die Möglichkeit, sich etwas dazu zu verdienen. Sei es Gartenarbeit bei den Großeltern oder ähnliches. Zum Glück war da auch immer die Wellenlänge zwischen Eltern und Großeltern: Gearbeitet werden musste. Also laue Nummer von wegen Rechen 1 Stunde von A nach B schieben war nicht. (Was jetzt nicht heißt, dass ausgebeutet wurde. Aber es musste eben altersgerecht spürbar eine Leistung sein).
Wenn ich mir den inzwischen volljährigen Nachwuchs angucke, dann kann ich nur sagen, dass das die absolut richtige Entscheidung war! Natürlich sitzt bei Herzensdingen auch mal der Euro lockerer. Aber im großen und ganzen wird vorher schon nachgedacht, bevor das Geld ausgegeben wird. Anspruchsgequängel? Haben wir nie gehabt! Das kenne ich gar nicht. WENN sich dann ein Wunsch erfüllt wird, dann hält er auch vor. Das ist dann nicht so, wie ich das bei Klassenkameraden erlebt habe: Hier mal was und da mal was, die Bedürfnisbefriedigung war nach wenigen Tagen verpufft und es musste was neues her. Drei Mal darfst du raten, wer unterm Strich zufriedener gewirkt hat…
Ich glaube, dass dieser Bereich, neben dem Bereich respektvoller zwischenmenschlicher Umgang, das wichtigste ist, was wir unseren Kindern mitgeben können. Du als Mutter hast den Gestaltungsspielraum. Nutze ihn!
LG Petra