Also, die wechselhafte Geschichte zwischen Juden- und Christentum. Ein ganz kleines Resümee und ich fange ganz am Ende an, weil da so ein paar Details mich wirklich freuen. Wie das Schuldbekenntnis der Protestanten 1998? in dem auch eine klare Absage an die Thesen über Juden von Martin Luther vorhanden ist.
Nun ja, die katholische Kirche tut sich da in Worten offenbar schwerer. Nicht so in Taten. So ist mir das Bild des betenden Papstes vor der Klagemauer gut im Gedächtnis. Das sagt mehr als 3728 Worte.
Ich möchte jetzt nicht auf die leidvolle Geschichte des Juden- und Christentums eingehen, aber meine Frage hat damit zu tun. Bevor ich sie jedoch stelle, möchte ich einen Freund zitieren. Er sagte ‚Nimm ein gleichseitiges Dreieck, nimm an, eine Seite symbolisiert das Judentum, eine das Christentum und die dritte Unwissenheit und Zweiflertum… mein Glaubensstandpunkt wird irgendwo in der Mitte liegen.’ Hmmm… ich weiß zwar noch immer nicht wo sein Glaubensstandpunkt ist, aber meiner ist sicher gleich daneben.
Ein Detail, das meinen Punkt ein wenig in Richtung Zweiflertum zieht* ist die Geschichte über Pilatus. (Die Passion Christi ist ein Film, den ich mir sicher nicht ansehen werde, aber er wirft diese Frage erneut auf). Reagiert so ein Statthalter Roms? Ich kann es einfach nicht glauben. Kann es nicht sein, dass diejenigen die das Christentum nach Rom brachten, seine Rolle in ihren Schriften beschönigten um nicht allzu sehr anzuecken? Hätte das Christentum im alten Rom eine Chance gehabt, wenn man den Statthalter in Israel zu negativ gezeichnet hätte?
Und noch eine Frage an die Wissenden: Ich denke, dass sich die Urchristen der ersten Generation sozusagen selber als Juden und Anhänger Jesus gesehen haben. Wann ist der große Bruch entstanden? Ab wann hat man im Christentum Jesus mit Gott gleichgesetzt? Ab wann hat man die Juden als Jesusmörder und Jesus nicht mehr als Juden angesehen?
Servus
Herbert
*Ein liebes Geschenk welches man mir aus Israel mitgebracht hat, zieht den Punkt wieder den einen oder anderen mm in eine andere Richtung.

