Jugend und Studium

Hallo Ihr,

vor einiger Zeit haben wir hier einmal diskutiert, ob ich meine 17jährige Tochter zu Demos gegen rechts gehen lassen sollte.

Sie war inzwischen auf einigen dieser Veranstaltungen, gewaltlos und doch…

Ihre ursprünglichen Pläne, nach dem Gymnasium ein betriebsgebundenes Studium bei einer großen Firma zu beginnen (wenn sies denn bekommen hätte), will sie begraben… es käme ihr vor wie Hochverrat.

Und nun? Ein normales Studium werden wir ihr kaum bezahlen können.
Das war heute Abend schon ein ziemlicher Hammer, den muss ich erstmal verdauen…

Helft Ihr mir dabei???
Oder könnt ihr mir sagen, was ich mit ihr machen soll?

Denn im Prinzip habt Ihr mir ja gesagt: Sei froh, dass sie nicht auf der anderen Seite steht (bin ich), sei froh, dass sie ihre Meinung sagt (ja, klar), dass sie ihre Meinung auch nach außen vertritt… alles schön und gut, schmeißt man dafür seine ganze Planung über den Haufen?

Ich danke euch…
Uta

Hallo,

eine Frage zuvor: habt ihr euch ein „normales“ Studium mal durchgerechnet (inkl. Bafög und Selbstbeteiligung der zukünftigen Studentin)?
Noch ein Gedanke: glaubst du die Einstellung deiner Tochter wäre eine andere, wenn du sie nicht zu den Gegen-Rechts-Demos gelassen hättest?

Ansonsten nur eine Anekdote: Junge Frau in meiner Verwandtschaft. Eltern sind gegen ein Studium, weil - o Graus! und das heute (okay, vor knapp 10 Jahren) - ein „Mädchen“ sowas doch gar nicht braucht.
Sie will aber studieren. Das betriebsgebundene Studium wird dann als Kompromis akzeptiert. Sie beginnt es und ist von der ersten Woche an unglücklich. Aber hält durch, ein ganzes Jahr (in dem sie oft krank war, IMHO psychosomatisch). Und dann - schmeißt sie alles hin. Hängt fast zwei Jahre nur rum.

Sie hat die Kurve gekriegt und was ganz, ganz anderes gemacht, mit dem sie nun okay ist. Die Frage, was wäre, wenn sie das hätte studieren können, was sie wollte, traut sich niemand mehr zu stellen (und es würde heute auch nichts mehr bringen).

Gruß
Elke

Hallo Elke,

eine Frage zuvor: habt ihr euch ein „normales“ Studium mal
durchgerechnet (inkl. Bafög und Selbstbeteiligung der
zukünftigen Studentin)?

Beim Thema Bafög bekam ich vor einigen Wochen noch zu hören, sie könne sich nicht vorstellen, ihr Studium „auf Pump“ zu finanzieren. Das gilt dann natürlich auch für einen Studienkredit…

Da wir finanziell aus verschiedenen Gründen schon immer recht knapp dran waren, hat sie natürlich keine großen Beträge auf der hohen Kante .
Bloß dass es möglich ist, neben einem Studium noch beinahe den kompletten Lebensunterhalt dazuzuverdienen, das bezweifle ich. Zumindest, wenn das Studium in normaler Studienzeit abgeschlossen werden soll.

Noch ein Gedanke: glaubst du die Einstellung deiner Tochter
wäre eine andere, wenn du sie nicht zu den Gegen-Rechts-Demos
gelassen hättest?

Wahrscheinlich nicht, und ziemlich sicher spricht aus mir die Sorge: Meinem Kind solls einmal besser gehen… Bloß, auf das betriebsgebundene Studium ist sie allein gekommen… „so könnte es gehen…“ und das gilt jetzt nicht mehr?

Ansonsten nur eine Anekdote: Junge Frau in meiner
Verwandtschaft. Eltern sind gegen ein Studium, weil - o
Graus! und das heute (okay, vor knapp 10 Jahren) - ein
„Mädchen“ sowas doch gar nicht braucht.
Sie will aber studieren. Das betriebsgebundene Studium wird
dann als Kompromis akzeptiert. Sie beginnt es und ist von der
ersten Woche an unglücklich. Aber hält durch, ein ganzes Jahr
(in dem sie oft krank war, IMHO psychosomatisch). Und dann -
schmeißt sie alles hin. Hängt fast zwei Jahre nur rum.

Sie hat die Kurve gekriegt und was ganz, ganz anderes gemacht,
mit dem sie nun okay ist. Die Frage, was wäre, wenn sie das
hätte studieren können, was sie wollte, traut sich niemand
mehr zu stellen (und es würde heute auch nichts mehr bringen).

Ich bin weit davon entfernt, zu sagen: du musst das machen.
Ich denke aber, auch in kleineren Firmen gibt es immer Situationen, die für sie „Hochverrat“ bedeuten.

Leider ist es auch so, dass sie die Schule im letzten halben Jahr ziemlich hat schleifen lassen (11. Klasse) und ich habe Bedenken, dass es das „normale“ Studium jetzt nur sein soll, weil die Zugangsvorraussetzungen nicht so heftig sind… wäre zumindest möglich.

Ich danke für deine schnelle Antwort.
Uta

Hallo Elke,

Leider ist es auch so, dass sie die Schule im letzten halben
Jahr ziemlich hat schleifen lassen (11. Klasse) und ich habe
Bedenken, dass es das „normale“ Studium jetzt nur sein soll,
weil die Zugangsvorraussetzungen nicht so heftig sind…
wäre zumindest möglich.

Ich danke für deine schnelle Antwort.
Uta

… kommt drauf an was sie studiert. An meiner Uni gibts nur 8 Fächer die keinen (meist sehr hohen) NC haben… Informatik, Sales Management, Bauingenieurtechnik, Mathe, Physik, Chemie und die beiden Theologien. Das eine ist Einstellungssache, das andere weil es kaum jemanden mit den Qualifikationen gibt, die es studieren könnten…

Also muss sie schon ranklotzen.

Zum Thema auf Pump:
Wie denn sonst? Kann es sein, dass sie noch etwas im Schlaraffenland lebt?
Macht ihr freundlich, aber deutlich klar, dass ihr das Studium NICHT bezahlen werdet (Studiengebühren etc. kommen ja auch noch) weil ihr es nicht könnt.
Klar kann sie neben dem Studium Arbeiten gehen, aber wäre das nicht das selbe, wie ein betriebliches Studium?
Wenn sie nicht im Betrieb sein will, muss sie selber bezahlen, frage ist, wie sie das machen will.
Studium neben dem Beruf ist recht verbreitet, aber auch langwierig.

Andererseits, wenn sie jetzt erst 11. Klasse ist kann sich da natürlich noch einiges ändern.

Aber dass sie für ihr Studium einiges tun muss, müsst ihr ihr klar machen, entweder
a) Sie arbeitet sich halbtod und bezahlt es selbst, oder
b) Sie lernt wie verrückt fürs Studium, klotzt richtig ran und kriegt Bafög.

lg
Kate

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Hallo Uta,

Du schreibst, sie ist jetzt in der 11. Darf ich da auf ein ganz ausgeleiertes und abgedroschenes Sprichwort verweisen?
Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.
Deine Tochter klingt im Moment richtig „gut“ spätpubertär (zeig ihr das bloß nicht, dass ich das geschrieben habe, sie wird tödlich beleidigt sein). So wunderbar konsequent und überzeugt, wie es die meisten Leute eben nur in diesem Alter sein können.
Wenn das ironisch klingt, dann soll es das gar nicht sein. Natürlich habe ich diese Phase der Konsequenz längst abgelegt, das Leben hat meine Kanten abgeschliffen, ich bin viele (faule?) Kompromisse eingegangen - kurz ich bin älter geworden. In meinen Worten schwingt aber auch Wehmut mit - die meisten Menschen können sich diese Kompromislosigkeit nicht ins Erwachsene leben retten. Ich bin versucht zu sagen: zum Glück!, und dennoch bewundere ich gelegentlich diese Haltung in jungen Menschen - egal, für wie gefährlich ich sie bei Erwachsenen unter gewissen Bedingungen halte.
Wenn das Studium erstmal nähergerückt ist und sie die Alternativen sieht, wird sie sich für die eine oder andere entscheiden müssen. Es gibt nur wenige Möglichkeiten: 1. ihr seid wohlhabend genug, es ganz alleine zu schaffen (dann wärt ihr aber wahrscheinlich nicht die Sorte Eltern, die sie haben möchte, weil ihr dann ja auch zu „den anderen“ gehören würdet). 2. auf „Pump“ - wobei ich Bafög nicht als solches bezeichnen würde - ein Teil ist Kredit, der zurückgezahlt werden muss, ein Teil ist Förderung des Staates. 3. über einen Betrieb, was aber ganz andere Verpflichtungen mit sich bringt/ein Stipendium. 4. Die ehrlichste Art wäre es selbstverdienen - was, wie du richtig schreibst, schwer bis unmöglich ist (mein Schwager hat das übrigens geschafft - er hat 1 Semester geschuftet (erst Knochenarbeit, richtig heftig, bei fortschreitendem Studium dann durch Auslandseinsätze in seinem Fach, allerdings auch wirklich harte Bedingungen - ich weiß auch nicht, ob sowas heute noch ginge), 2 Semester studiert. Regelstudienzeit war es am Ende natürlich auch nicht. Eine andere Möglichkeit sehe ich nicht.

Ich bin weit davon entfernt, zu sagen: du musst das machen.
Ich denke aber, auch in kleineren Firmen gibt es immer
Situationen, die für sie „Hochverrat“ bedeuten.

Das ist die fehlende Kompromisbereitschaft. Fern sei mir, ihr zu sagen, sie sollte sich verbiegen. Aber es haben schon andere vorsichtig herausfinden müssen, wieweit sie eben doch Kompromisse eingehen mussten, um ihr Ziel zu erreichen. Selten rettet jemand seine jugendlichen Ideale ins gesetzere Alter. In meiner bunten Verwandtschaft findet sich ein solcher Fall: sie lebt inzwischen (nach abgebrochener Schule und ohne Berufsausbildung) in einer Einöde mit einem Schäfer. Ich bewundere gegelegentlich ihre Stärke. Aber meistens tun mir ihre beiden Kinder leid, die sie zur Zeit gerade vor der Schulpflicht retten will.

Leider ist es auch so, dass sie die Schule im letzten halben
Jahr ziemlich hat schleifen lassen (11. Klasse) und ich habe
Bedenken, dass es das „normale“ Studium jetzt nur sein soll,
weil die Zugangsvorraussetzungen nicht so heftig sind…
wäre zumindest möglich.

Das deutet doch zumindest auf eine gewisse Realität bei ihrer Einschätzung der Gegebenheiten hin. Wie gesagt: lass ihr Zeit, noch hat sie sie.

Gruß
Elke

die gerne anderen Eltern zur Gelassenheit rät, obwohl sie bei den eigenen Kindern auch mehr davon gebrauchen könnte

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Mhmm ich bin selber noch 20ig. Und kenne die Phase ziemlich gut, es gab eine zeit da habe ich mir keine demo gegen rechts, gegen atom strom usw. durch die Lappen gehen lassen und habe zum teil dafür die schuhle geschwänzt. Nun ich bin älter geworden habe mich „normalisiert“ - angepasst - war zufeige wie sie es wohl bezeichnen würde. War einfach einer derjenigen wo man in das system gequetscht hat resp. der sich quetschen liess.

Ja und zum teil macht es mich traurig wenn ich daran denke, bin manchmal wieder der meinung scheiss drauf wenn ich nur 30 werde wenigstens habe ich versucht etwas zu ändern. (blablub ich weiss :frowning:( )
Aber mit der Zeit ist mein wissen gestiegen, der tunnel blick hat aufgehört. Und ich muss sagen um etwas zu bewirken muss man selber zum Arschloch werden, andere abzocken usw. und dann hat man irgendwann die Mittel und macht einen Wandel hervor zu ruffen. Jedoch meist wenn man soweit oben ist will man das garnicht mehr weil die seele beim versuch mit gestorben ist.

Nun zu deiner Tochter versuche nicht ihr vorzuschreiben was sie zu tun hat… sie wird genau das gegenteil tun, einfach nur weil du ihr grenzen setzen willst, aber lass auch nicht alles genau durchgehen!!!

Ich würde dir empfehlen, mit ihr viel zu diskutieren/philosophieren über politik über die gesselschaft und wirtschaft oder was sie halt sonst noch für themen interessiert. Aber verbocke dich nicht und leg dich auch nicht fest auf einen standpunkt, sondern bring intputs mach etwas das ihr den blick öffnet was ihr andere ansichten zeigt. zeige ihr das die welt mehrere gesichter hat, das es verschiedene möglichkeiten gibt. Aber stell dich NIE fest auf den standpunkt wie z.b. Anarchie funktioniert nicht ( Sondern eins der 0815 argumente ist die gesselschaft ist ja so wie sie ist, menschen haben nunmal den drang sich zu etablieren, oder so wie sie es sagen würde es gibt soviele arschlöcher auf dieser Welt das es nicht funktionieren kann. Wenn sie sagt ja doch „wenn“ hörst dus dir gut an denkst darüber nach und gibst ihr entweder recht oder gibst ihr wieder eine antwort das auch das andere wenn eintreten könnte.)

entschuldigung man versteht sehrwarscheindlich kein wort von dem ich geschrieben habe -.-’ das thema kenn ich wohl einfach zu gut um darüber zu schreiben anstatt darüber zu reden.

lg sev und jedenfalls alles gute das kommt schon gut mit deiner tochter. Frag sie doch einfach was sie denn sonst machen möchte? und erklär ihr eure situation das ihr auch nicht das geld habt usw. schlussentlich lasst sie etwas machen was sie selber will.

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Hi,

das Kind ist (fast) erwachsen und da steht es ihr zu, ihre Entscheidungen selbst zu treffen oder auch zu korrigieren. Als Eltern (ich hoffe ich schaffe es bei mir selbst, wenn ich soweit bin) sollte man in dem Alter als „Guten Freund“ mit guten Ratschlägen versuchen Einfluss zu nehmen und hinter den Erfolgen und Misserfolgen seiner Kinder stehen.

Ich persönlich finde man sollte bei wichtigen Entscheidungen eine Art Bilanz machen, was spricht dafür, was dagegen und vielleicht auch einmal die Argumente zu Papier bringen und es ein paar Tage sacken lassen bzw. eventuell auch revidieren.

Wenn dann eine Entscheidung gefällt ist, sollte man diese wie gesagt mittragen. Stell dir mal vor, dein Kind macht was du möchtest und ist damit ganz unglücklich. Würde es dir dann besser gehen?

Viele Grüße
Me

Hi,

Beim Thema Bafög bekam ich vor einigen Wochen noch zu hören,
sie könne sich nicht vorstellen, ihr Studium „auf Pump“ zu
finanzieren. Das gilt dann natürlich auch für einen
Studienkredit…

eigentlich löblich…

Da wir finanziell aus verschiedenen Gründen schon immer recht
knapp dran waren, hat sie natürlich keine großen Beträge auf
der hohen Kante .
Bloß dass es möglich ist, neben einem Studium noch beinahe den
kompletten Lebensunterhalt dazuzuverdienen, das bezweifle ich.
Zumindest, wenn das Studium in normaler Studienzeit
abgeschlossen werden soll.

Das geht durchaus, kommt aber stark aufs Fach an (ob einem das genug Zeit zum arbeiten lässt). Ich habe kein Barfög bekommen (naja OK 3,84€ pro Monat HaHaHa) weil meine Eltern zu gut verdienen. Allerdings hatten sie trotzdem kein Geld um mein Studium zu finanzieren (zwei Pflegefälle + 3 Kinder + Haus). Ich bekam 200€ im Monat von meinen Eltern, den Rest hab ich über Jobs wie Nachhilfe, Kellnern, und später dann Hiwi finanziert. (Wobei Hiwi-Jobs einen auch noch im Studium weiterbringen) und habe in der Regelstudienzeit abgeschlossen.

Gut, bei mir gabs die 500€ pro Semester noch nicht, aber eigentlich sind das ja „nur“ 83€ pro Monat. Wenn sie zuhause wohnen bleiben kann oder eine günstige Bleibe findet (WG, private Zimmer,in Studentenwohnheimen gibts oft auch noch vergünstigungen, wenn man sich engagiert (Bierstubenwirt :wink: , Tutor, Heimsprecher, Festkomitee etc.)) sollte das trotzdem noch drin sein (wenn ich so bedenke was ich in München an Miete zahlen durfte)

Ich denke wenn sie wirklich „nicht auf pump“ studieren will wird sie auch den Ehrgeiz und das Durchhaltevermögen haben sich das zu erarbeiten. Das war ne Weile aus der Mode, aber zu den Zeiten als meine Eltern studiert haben war das mehr die Regel als die Ausnahme (habe sich auch beide ihr Studium erarbeitet, mit Brötchen ausfahren ,Nähkursen, Putzen, Nachhilfe und Kellnern)

Also wenns sie das wirklich will, kann sie es auch schaffen. Und ich finde wer sich sein Studium „verdient“ hat weiß es auch zu schätzen, und wird nicht x-mal das Fach wechseln und bei jeder Kleinigkeit das Handtuch werfen, und alles unnötig in die Länge ziehen, wie das die Dauerstudenten mit Papis dicker Brieftasche gerne tun.

Tranquilla

PS: was will die gute denn studieren??

Hallo Uta,

man kann sein komplettes Studium selbst finanzieren, das habe ich geschafft und andere Studenten auch, allerdings hängt die Möglichkeit des Jobbens stark vom Studium ab (die Chemiker sind z.B. so eingebunden, dass die gar keine Zeit hätten am Abend noch jobben zu gehen) und natürlich vom Studienort. Ich hatte das Glück mit meinem BWL-Studium immer ordentliche reguläre Jobs auf TZ zu bekommen, so dass ich damals im Studium so zwischen 1200 und 1600 DM in der Tasche hatte. Damit konnte man leben - auch wenn viele andere Studenten besser gelebt haben, weil die mit dem Geld den Urlaub finanziert haben. Urlaub war bei mir so gut wie nicht drin, da ja die Wohnung etc. weiter finanziert werden mussten. Für das Studium habe ich in Summe 4 Semester länger gebraucht, was eben auf Grund der parallel erworbenen Berufserfahrung kein Abbruch war, allerdings würde das Spiel heute sehr teuer werden, da die Studiengebühren zum Teil sehr hoch sind.

Ansonsten habe ich in der 11ten Klasse auch am Tag 10 Mal meine Meinung geändert und irgendwann holt einen dann die Realität ein und man gibt sich „geschlagen“. ;o)

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Hallo Uta,

also mir klingt das alles ganz schrecklich normal :wink: Elke hat schon ziemlich viel von dem geschrieben, was ich eigentlich auch hätte sagen wollen, darum von mir nur ergänzend.

Das Mädel ist jetzt grad mal in der 11.ten Klasse - bis sie ihr Abi hat, fliesst noch einiges Wasser Euren lokal zuständigen Fluss runter. Und im Laufe der Zeit kann sich auch die eine oder andere Einstellung noch ändern. Darum würde ich als Eltern nur gucken, dass sie das mit dem Abi auch durchzieht, alles andere könnt Ihr dann klären, wenn’s soweit ist. Wer weiss - vielleicht gibt ja bis dahin Eure reiche Erbtante von der Ihr bisher noch nix ahnt - den Löffel ab und Ihr lebt bis in 2 Jahren in Saus und Braus :wink: Trotzdem würde ich als Eltern vielleicht schonmal ein bisschen das Bewusstsein dafür wecken, dass so ein Studium nicht „mal so nebenbei“ finanziert ist. Für mich ganz persönlich waren da diverse Neben- und Ferienjobs eine äusserst heilsame Erfahrung *fg* Und sie könnte sich dabei nebenbei sozusagen noch ein nettes finanzielles Polster für teure Wünsche (Führerschein, Auto, Wohnung - spätestens zum Studium) schaffen.

Ihre ursprünglichen Pläne, nach dem Gymnasium ein
betriebsgebundenes Studium bei einer großen Firma zu beginnen
(wenn sies denn bekommen hätte), will sie begraben… ¨

Also ich hatte ja in der 11. Klasse noch überhaupt keine so konkreten beruflichen Pläne :wink: Darum finde ich das nicht weiter schlimm, wenn sie ihre Pläne noch ein paarmal wechselt vorm Abi - danach sollte man mit solchen Kursänderungen eher sparsam umgehen.

Oder könnt ihr mir sagen, was ich mit ihr machen soll?

Siehe oben: Entspannen, abwarten und gucken, dass das Mädel ein Abi mit sinnvollem Schnitt macht. Und diskutiert ruhig weiter über diese Themen, sowas ist nie schlecht :wink:

*wink*

Petzi

Hallo Uta
Ergänzend zu den Anderen hier will ich mal „generationsmäßig“ auch noch meinen Senf dazu geben.
Mene Generation hat ja damals -bis auf wenige unrühmliche Ausnahmen :wink: - sowas wie Betriebswirtschaft schonmal garnicht angefangen, zu studieren. Das war 68ermäßig verpönt und hat auch keinen wirklich interessiert damals außer ein paar verpickelten Junge-Union-Twens, die heute wie Westerwelle, Hinze oder Pofalla aussehen.
Na gut, zugegeben, dass ist auch nicht gerade ein rationales Kriterium, aber manchmal wundere ich mich schon, wie die jetzige Abiturs-Riege sich massenhaft für BWL, „international management“ usw. usf. begeistert bzw. nicht mal begeistert, sondcern es müde bis resigniert anfängt, zu studieren. Da kann ich mich nur schwer bis arnicht einfühlen. Da bleib ich generationsmäßig einigermaßen zurück. Aber vielleicht bleib ich auch garnicht zurück, sondern bin einfach woanders. Immerhin ab ich ja auch vier Kinder, die sich dazu nujn stellen müssen und ich muss mich also zwangsläufig auch damit neu auseinander setzen. Ich mach das eigentlich auch gene, aber kann zu bestimmten Fächern oder Studiengängen nix groß beitragen. Die gehen „einfach nicht an mich“ wie der alte Hans-Dieter Hüsch weiland zu sagen pflegte.
Gruß,
Branden

Mene Generation hat ja damals -bis auf wenige unrühmliche
Ausnahmen :wink: - sowas wie Betriebswirtschaft schonmal garnicht
angefangen, zu studieren.

War bei mir persönlich damals auch nicht wesentlich anders (d.h. angefangen haben schon einige, die wenigsten sind aber länger als ein Semester dabeigeblieben)…
Ich hätte mir damals jedenfalls nie vorstellen können, „Wirtschaft“ zu studieren.

Mittlerweile musste ich aber mit Erschrecken feststellen, daß meine Lehrer damals am Gymnasium in wohl kaum einem Gebiet derart unbeleckt waren wie bei wirtschaftlichen Themen - sicherlich auch ein Folge des von Dir beschriebenen Umstands. In weiterer Folge ist die Allgemeinbildung in diesen Gebieten auf einem erschreckend niedrigen Niveau, was es Populisten aller Couleur besonders leicht macht, ihre „Opfer“ zu finden.

Wenn ich in Zukunft einmal auf die „wahnwitzige“ Idee kommen sollte, noch ein Studium zu beginnen, würde es wohl Volkswirtschaft werden…

LG
Stuffi

Ein normales Studium werden wir ihr kaum bezahlen
können.

ich habe das gefühl, DU willst studieren.

wenn du nicht gut verdienst, bekommt sie bafög. will sie studieren, hat sie das zu nehmen. es gibt kein „geldleihen ist doof“. das sind ansichten von vor 50 jahren.
klingt eher nach einer ausrede, die sie braucht, um dich zu überzeugen…oder sich selbst.

Hallo!

ich habe das gefühl, DU willst studieren.

So klang mir das auch…

Ich habe „damals“ (vor fünf, sechs Jahren) auch so eine BA-Studium machen wollen, weil ich Bedenken davor hatte, meinen Eltern auf der Tasche zu liegen. Aber als ich mir das dann mal genauer angeschaut habe, habe ich es mir ganz schnell anders überlegt.

Ein Studium finanziert sich schon „irgendwie“. Entweder es gibt Bafög oder eben nicht, dann zahlen die Eltern. Und man verdient sich ein bißchen was nebenher (ich gebe zu, ich hätte mir nie alles verdienen können, aber so ein kleines Zubrot ist schon drin) und im Notfall würde ich auch einen Kredit aufnehmen. Ein BA-Studium (Darum geht es doch, oder?!) nur des Geldes wegen zu machen, halte ich für vollkommen falsch.

Wenn sie in der 11. Klasse ist und ohnehin jeden Tag was anderes will, ist es vielleicht sinnvoll, sie nicht so sehr unter Druck zu setzen und ihr die Möglichkeit eines freien Jahres aufzuzeigen. Ich habe nach der Schule direkt an der Uni angefangen und nie verstanden, warum meine Kommilitonen alle zwei Jahre älter waren als ich (ein Jahr länger Schule + ein freiwilliges soziales/ökologisches/kulturelles Jahr/ Au Pair/ Work and Travel o.ä.). Heute würde ich es genauso machen. Man bekommt eine andere Perspektive, man sieht, was es für Möglichkeiten in der Welt gibt. Ich beneide jeden darum, der diese Erfahrung machen konnte (und habe sie mittlerweile während meines Studiums nachgeholt).

Sie ist 18, wenn sie aus der Schule kommt, und mit einem Bachelor wäre sie mit 21 fertig. Da bleibt eigentlich zwischendrin genug Zeit, sich mal selbst zu finden.

LG
die Lidscha

völlig ot

(Bierstubenwirt :wink:

bungalow oder appartement? :wink:

tja, die gute alte zeit…

nostalgische grüße
tabaiba

Bungalow aber nur kurz, dann WG, war billiger, größer und mit richtigem Klo :smile:

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Eltern und Erwartungen…
Hey!

Ich bin selbst erst 19, habe dieses Jahr mein Abi gemacht und wusste bis vor ein paar Wochen auch noch nicht so ganz, was ich nun machen möchte. Inzwischen ist es raus: Ergotherapeutin, eindeutig!

Von der ca. 10. bis zur 13. Klasse hatte ich immer wieder andere Vorstellungen von meiner Zukunft: Web-Designerin, Veranstaltungskauffrau, Psychologin, Werbekauffrau,…

Meine Mutter hatte aber nen ganz anderen Plan für mich…

Da war ich ehrlich gesagt, etwas geschockt, denn sie kam eines Tages zu mir und meinte, ich wäre doch in Fremdsprachen so gut und es wäre doch klasse, etwas in der Richtung zu studieren und Dolmetcherin zu werden und dann nach Spanien zu gehen.

DAS wollte ich aber auf keinen Fall! Was mir in der 9./10. Klasse Spaß gemacht hat, bleibt doch nicht unbedingt auch so.

Abi hab ich nur gemacht, weil meine Eltern es erwartet haben und weil ich keine Ausbildungsstelle bekommen habe. Im Nachhinein bin ich meinen Eltern aber dankbar dafür, dass sie mich so sehr dazu angetrieben haben.

Ich rate dir also: Dräng deine Tochter nicht in eine Richtung, die sie gar nicht einschlagen will.

Frag sie, was genau ihre Vorstellungen sind und setzt euch evtl zusammen und sucht interessante Gebiete für sie raus und organisiert Praktika…vielleicht möchte sie ja auch lieber erst was handwerkliches machen? Studieren geht dann immer noch :o)

Liebe Grüße

Hi Uta,

erstmal möchte ich mich den anderen anschliesen - bis deine Tochter studiert fließt noch viel Wasser den Bach runter.

Alternative zum Studium - Berufsausbildung!
Wenn sie kein Bafög möchte und ihr das Studium nicht finanzieren könnt schlage ich vor, dass sie sich einen Ausbildungsplatz sucht.
Der Zusammenprall mit dem wahren Leben, eigenes Geld verdienen, neue Perspektiven usw hat noch nie geschadet. Und eine Ausbildung versperrt ja nicht den Weg zum Studium - ganz im Gegenteil - meine Erfahrung ist dass Studenten die schon eine Ausbildung haben wesentlich besser organisiert sind. Hinzu kommt dass sie mit einer Berufsausbildung evtl in ihrem erlernten Beruf arbeiten kann und besser bezahlt wird als die normalen „Studentenjobber“.

viele Grüße

Susanne

Ich danke euch sehr…
Hallo, ihr alle,

ich danke euch wirklich sehr.

Zumindest habe ich jetzt eine Menge, worüber ich nachdenken kann bzw. muss.

Erstmal noch zur Erklärung: Meine Tochter möchte, und das schon einige Jahre, Informatik/ Wirtschaftsinformatik oder etwas in der Art studieren. In diese Richtung habe ich sie nie gedrängt, es kam von ihr und ich käme nie auf die Idee, ihr da reinzureden. Das sie den größten Teil eines Tages vor dem PC hockt, Programme schreibt usw. gehört wohl dazu.

Bisher bin ich davon ausgegangen, das wir das über ein betriebsgebundenes Studium auch finanziell einigermaßen hin bekommen. Die Bewerbung hierfür hätte, mit dem Zeugnis der 11. Klasse, Anfang der 12. weg gekonnt. Nunja, das fällt wohl aus, weil eben auch die Leistungen im letzten halben Jahr nicht ganz dem entsprachen, was sie eigentlich kann.
Eine Möglichkeit wäre jetzt auch, die 11 zu wiederholen, wäre ohne große Probleme möglich, aber das möchte sie nicht, und damit ist dies für mich erledigt.

Was alternativ in Richtung Bafög, Stipentium oder Kredit noch möglich wäre, damit muss ich mich wohl mal beschäftigen. Ich meinte bis gestern, wir brauchen das nicht…

Mich stört hierbei nur, das sie nicht sagt: das Zeugnis ist nicht so, das ich mich damit bei denen bewerben kann, nein… es wäre Hochverrat, in einer international tätigen, großen Firma… Und da stört mich schon, denn auch in kleineren, regional tätigen Firmen gibt es Entlassungen, einen schlimmen Chef oder sowas…

Alles in allem habt ihr mir trotzdem sehr geholfen, es jetzt erstmal laufen zu lassen.
Allerdings werde ich sie schon Anfang der 12 genau beobachten und dann könnte es schon sein, das es Samtags zur Demo keinen Taxidienst gibt, wenn die Schule unwichtig nebenbei läuft.

Euch allen noch einen schönen Sommer, wenn er denn noch kommt…
LG Uta

Hallo Sev,

was du mir schreibst, hätte wohl auch in meinem letzten Thread landen können, als ich ziemliche Probleme mit hatte, meine Tochter zu solchen Veranstaltungen gehen zu lassen. Fällt mir immer noch nicht ganz leicht, aber ich kanns nicht ändern… das Kind ist fast erwachsen…

Ich versuche nicht, ihr klarzumachen, das das alles eh nix bringt… diese Erfahrung (oder eine andere) muss sie schon selbst machen.

Nun zu deiner Tochter versuche nicht ihr vorzuschreiben was
sie zu tun hat… sie wird genau das gegenteil tun, einfach
nur weil du ihr grenzen setzen willst, aber lass auch nicht
alles genau durchgehen!!!

siehe oben

Ich würde dir empfehlen, mit ihr viel zu
diskutieren/philosophieren über politik über die gesselschaft
und wirtschaft oder was sie halt sonst noch für themen
interessiert.

mache ich. Wir schauen Nachrichten zusammen, neuerdings liest sie Zeitung, auch ihre Wochenendaktivitäten werden intensiv besprochen und ich sage ich auch deutlich, wenn ich etwas… übertrieben, sinnlos oder auch dämlich finde.

Aber verbocke dich nicht und leg dich auch nicht
fest auf einen standpunkt, sondern bring intputs mach etwas
das ihr den blick öffnet was ihr andere ansichten zeigt. zeige
ihr das die welt mehrere gesichter hat, das es verschiedene
möglichkeiten gibt. Aber stell dich NIE fest auf den
standpunkt wie z.b. Anarchie funktioniert nicht ( Sondern eins
der 0815 argumente ist die gesselschaft ist ja so wie sie ist,
menschen haben nunmal den drang sich zu etablieren, oder so
wie sie es sagen würde es gibt soviele arschlöcher auf dieser
Welt das es nicht funktionieren kann. Wenn sie sagt ja doch
„wenn“ hörst dus dir gut an denkst darüber nach und gibst ihr
entweder recht oder gibst ihr wieder eine antwort das auch das
andere wenn eintreten könnte.)

Zumindest bin ich ziemlich froh, dass sie es genau wie ich ziemlich daneben findet, Autos anzuzünden, Leute mit Steinen zu beschmeißen… Weil man damit nämlich auch nichts erreicht, nur Ärger bekommt. Und das ist meine Meinung genau wie ihre.

lg sev und jedenfalls alles gute das kommt schon gut mit
deiner tochter. Frag sie doch einfach was sie denn sonst
machen möchte? und erklär ihr eure situation das ihr auch
nicht das geld habt usw. schlussentlich lasst sie etwas machen
was sie selber will.

Das es schon immer ziemlich knapp ist, weiß sie, sie musste schon auf einiges verzichten. Find ich aber auch nicht schlimm, man muss nicht allen Sch… haben…
Ich lasse das alles jetzt erstmal etwas sacken und danach werden wir überlegen müssen, wie es weiter geht.

Auch dir alles Gute!
LG Uta