Kaiserzählung

Hallo,

in Anlehnung an meine Frage zu den röm.-dt. Kaisernamen unten kam mir mit Blick auf 1888 in den Sinn: warum zählte sich Friedrich als der III.? Das war er als preußische König, aber als Kaiser nur dann, wenn er die Staufer in Betracht zog. Korrekt wäre er Friedrich I. von Deutschland gewesen.

Weiß jemand, wie er das gesehen hat?

Gruß,
Andreas

Hallo

in Anlehnung an meine Frage zu den röm.-dt. Kaisernamen unten
kam mir mit Blick auf 1888 in den Sinn: warum zählte sich
Friedrich als der III.? Das war er als preußische König, aber
als Kaiser nur dann, wenn er die Staufer in Betracht zog.
Korrekt wäre er Friedrich I. von Deutschland gewesen.

Friedrich war überhaupt kein Kaiser des heiligen römischen Reiches deutscher Nation. Hätte er auf diese Namensgebung zurückgegriffen wäre er Friedrich IV gewesen. Die III war in Anlehnung an die Preußischen Könige willkürlich von ihm selbst gewählt.

Historisch korrekt wäre selbstversändlich Friedrich I des deutschen Reiches gewesen, aber er war wohl auf Ttraditionen bedacht.

Horst

Hallo Andreas,
soweit ich weiß gab es schon drei Friedrichs vor ihm(Heilg.Röm.Reich), er hätte und wollte sich darum auch Friedrich der IV. nennen.
Allein Bismarck soll es gewesen sein, der ihm riet die preuss. Num.Folge beizubehalten.

grüsse borthi

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Hallo,

man muß das historisch sehen.
Der eigentliche Vater des Kaiserreiches, Bismarck, war ja streng rational. Für ihn war das ubrer Preußens Führung geeinte Deutschland eoinfach eine Notwendigkeit - Äußerlichkeiten wie die Kaiserzählung waren dem herzlich egal.

Aber er war raffiniert, der Mann war echt unglaublich. Und so denke ich, daß Folgendes dahintersteckt:
Mit dieser Nummerierung nämlich lies er des Verhältnis des neuen deutschen Kaiserreiches zum alten Kaiserreich offen. Es war kein totaler Bruch (dann hätte es Friedrich I. heißen müssen) aber auch kein Anspruch auf Kontinuität (dann ware es Friedrich IV. gewesen).
Das war genial.
Ein offener Anspruch auf die NAchfolge der alten Kaiser hätte zu Unstimmigkeiten mit Wien geführt. Dort lag ja die alte Kaiserkrone und der österreichische Kaiser sah sich sehr wohl in der Nachfolge der alten Vorgänger. Daraus nahm er seine Legitimation als Kaiser - die historische Tatsache, daß Franz damals 1805 einfach sein erzherzogtum Österreich zum Kaiserreich aufgewertet hatte, konnte ja wohl im Volk kaum als Legitimation einer gottgewollten Kaiserära dienen. DA wäre ein 2. Kaiser, der sich auf die gleiche Nachfoöge des alten deutschen Kaiserreiches berief, mehr als lästig gewesen.
Aber für das deutsche Volk im deutschen Reich WAR der Preußenkaiser ganz natürlich der NAchfoöger der alten Reichskaiser. Deutschland war damit wieder das alte Kaiserreich - und man hat diesen Mythos auch ausgiebig genutzt. Wer dran zweifelt, muß sich nur dasKyffhäuserdenkmal ansehen. Da sitzt Wilhelm - und dahinter der olle Barbarossa. Da wird eine Kontinuitär zu den alten Staufern regelrecht aufgebaut.
Das Volk kannte sich mit der Nummerierung ja nicht so aus. ES gab bei den Staufern freidrich I. und Friedrich II. - das wußte man aus dden Sagen und aus der Geschichte und es gab Friedrich II. den Großen bei den Praußenkönigen - da schien die Nummer 3 erst mal aus jeder Hinsicht logisch. Denn den 3. Friedrichölas deutschen Kaiser… den kennt ja nun echt keine Sau.

Gernot Geyer