Kalorienverbrauch

Hallo,

ich hatte gerade eben eine Diskussion bzgl. folgender Frage:

Wann ist der Kalorienverbrauch bei Fahrradfahren oder Training mit Gewichten höher:
Bei einem Training mit hohem Widerstand und weniger Wiederholungen oder aber bei einem geringerem Widerstand und dafür einem zeitlänger länger dauerndem Training?

Ist ein geringerer Widerstand mit mehr Wiederholungen besser, um mehr Kalorien zu verbrennen und ein grösser Widerstand mit weniger Wiederholungen, um Muskeln zu trainieren?

Danke für die Antworten.

Ist ein geringerer Widerstand mit mehr Wiederholungen besser,
um mehr Kalorien zu verbrennen und ein grösser Widerstand mit
weniger Wiederholungen, um Muskeln zu trainieren?

ja…

wenn du möglichst viele kalorien verbrennen möchtest verbrennst du wahrscheinlich mehr bei längerer Belastung.

Möchtest du langfristig deinen sog. Grundumsatz erhöhen, lohnt es sich Muskeln aufzubauen, weil Muskelmasse im Gegensatz zu Fett Kalorien verbraucht.

Zu empfehlen ist eine Kombination aus beidem, je nachdem was du erreichen möchtest…

hallo!

training besteht ja nicht nur aus dem tatsächlichen training-sondern
auch aus der zeit nachher in der der körper versucht die verbrauchten
energiereserven wieder aufzufüllen, entstandene schäden repariert und
sich auf die näcste belastung vorbereitet.

würde man nur die reine trainingszeit messen-so wäre natürlich der
verbrauch bei einem training mit wenig widerstand und langer dauer
höher-das klassische ausdauertraining eben.

bei hohem widerstand und kurzer dauer (sogenanntes HIIT-high
intensity interval training) wird wenig verbraucht; da tritt der
haupteffekt erst in den 2-3 stunden nach dem training ein. der körper
hat dabei während des trainings keine zeit die muskelzellen
aufzufüllen, etc. und holt das in der zeit danach nach.
die gemessenen werte übertreffen dabei die werte des
ausdauertrainings um ein mehrfaches.

tschüss

matthias

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Danke für die rasche Antwort. Welche Zeiten empfehlen sich denn?

wenn du möglichst viele kalorien verbrennen möchtest
verbrennst du wahrscheinlich mehr bei längerer Belastung.

Möchtest du langfristig deinen sog. Grundumsatz erhöhen, lohnt
es sich Muskeln aufzubauen, weil Muskelmasse im Gegensatz zu
Fett Kalorien verbraucht.

Zu empfehlen ist eine Kombination aus beidem, je nachdem was
du erreichen möchtest…

Hallo,
ich halte eine Kombination von Kraftausdauer (egal ob jetzt durch Fahradfahren, Joggen oder Gewichtestemmen, wie z.B. beim Gravity-Fitness) + Maximalkrafttraining für am gewinnbringensten. Ersterers wg. besseren Fettstoffwechsel, Durchblutung, letzteres wg. höherer Muskelmasse (damit mehr (Grund)umsatz) und vermehrter Wachstumshormonausschüttung + generell „günstigerer“ hormoneller Basis.

Gruss
Enno

Hallo Simone,

die Kalorie ist nichts anderes als eine Energiemenge (1 kcal ist die Wärmemenge, die nötig ist, um 1 kg Wasser von 15 °C um 1 °C zu erwärmen). Die Wärmemenge von 4,2 Joule entsprechen einer Kalorie.

1 cal = 4,2 J

Energie ist aber nichts anderes als das Produkt aus Leistung und Zeit:

W = P*t

Du kannst sowohl mit wenig Gewicht und einer längeren Belastungsdauer genauso viel Energie verbrauchen wie mit einem hohen Gewicht über eine geringere Belastungsdauer.

Daher lässt sich hier nicht pauschal sagen, dass Du beim Fahrradfahren mehr Kalorien verbrennst als z.B. beim Gewichtheben. Dies müsstest Du im Einzelfall nachprüfen.

Ist ein geringerer Widerstand mit mehr Wiederholungen besser, um mehr Kalorien zu :verbrennen und ein grösser Widerstand mit weniger Wiederholungen, um Muskeln zu :trainieren?

Hier kommt es darauf an, was Du trainieren möchtest. Wenn Du Muskelmasse aufbauen willst, dann ist es optimaler, wenn Du mit viel Gewicht und wenigen Wiederholungen arbeitest. Du kannst dabei jedoch unter Umständen hierbei mehr Kalorien verbrauchen, als wenn Du mit weniger Gewicht und mehr Wiederholungen arbeitest.

Physik bleibt eben Physik und die sagt Dir, dass Energie das Produkt aus Arbeit und Zeit ist. Du kannst z.B. ein Gewicht von 100 kg in einer Sekunde einen Meter hoch drücken und benötigst dafür eine Energie von 100 Joule. Du benötigst aber auch 100 Joule, wenn Du 25 kg in vier Sekunden einen Meter hochdrücken würdest und es bleiben auch 100 Joule, wenn Du 25 kg vier Mal in einer Sekunde hochstemmen könntest.

Dies alles waren Übnerschlagsrechnungen, bei denen von mir sehr viele Annahmen getroffen würde. Jedoch denke ich, dass der Kern der Aussage rübergekommen sein sollte.

Gruß,

Pere

Hallo,
die Rechnung vernachlässigt (neben anderen), daß der Körper belastungsabhängige Anpassungen vornimmt (z.B. Aufbau zusätzlicher Muskelmasse, hormonelle/Stoffwechsel Veränderungen), um „beim nächsten Mal besser gewappnet zu sein“. Und die sind nicht völlig folgefrei für die nächste gleichartige Betätigung, auch bzgl. Kalorienbedarf. Ich vermute, daß sie nicht nur an einer einmaligen Abschätzung, sondern an einer Betrachtung über einen längeren Zeitraum interessiert ist.

Gruss
Enno

Hallo,

Physik bleibt eben Physik

und Biologie ist eben nicht Physik

und die sagt Dir, dass Energie das
Produkt aus Arbeit und Zeit ist.

Ist wie ich annehme ein „Druckfehler“ (Energie entspricht Arbeit bzw Leistung * Zeit oder Kraft * Weg)

Du kannst z.B. ein Gewicht
von 100 kg in einer Sekunde einen Meter hoch drücken und
benötigst dafür eine Energie von 100 Joule. Du benötigst aber
auch 100 Joule, wenn Du 25 kg in vier Sekunden einen Meter
hochdrücken würdest und es bleiben auch 100 Joule, wenn Du 25
kg vier Mal in einer Sekunde hochstemmen könntest.

und wenn du das Gewicht 5 Stunden in 1 Meter Höhe hältst, verbrauchst du gar keine Energie?
Der Unterschied zwischen der mechanischen Theorie und der biochemischen Realität besteht darin, dass ein Muskel allein für die Erzeugung der Kraft Energie verbraucht, (fast) unabhängig davon, ob diese Kraft zu einer Verschiebung führt oder nicht. Deine Überschlagsrechnung ist völlig ungeeignet, die Realität zu beschreiben.

Wie hebst du einen Sack Zement auf die Schultern? Mit einem kurzen Schwung oder schön langsam (so in 15 Sekunden)? Ist doch dasselbe oder?

Gruss, Niels

Hallo,

ist jetzt nicht direkt eine Antwort auf deine Frage,aber zumindest fürs Fahrradfahren kann ich dir sagen:

mit hohem Widerstand und wenig Wiederholungen hast du die Nachteile:

  • mehr Belastung auf den Gelenken
  • schnellere Ermüdung der Muskulatur

Umgekehrt wirst du aber wohl weniger Muskelaufbau haben.

Wenn ich meinen tägliche Weg zur Arbeit mit niedrigerer Trittfrequenz bei gleicher Geschwindigkeit absolvieren würde, hätte ich vermutlich nach 2 Wochen ruinierte Kniegelenke.
Mir geht es aber auch darum, die Strecke möglichst effizient und schnell zurückzulegen. Dir geht es vermutlich darum, in einer bestimmten Zeit einen möglichst hohen Kalorienverbrauch zu erreichen. Das sind zwei ganz unterschiedliche Ansätze.

Gruss, Niels

Hallo Niels,

und Biologie ist eben nicht Physik

Sicherlich. Jedoch reden wir hier über den Energiebegriff der Kalorie und dieser ist eben der Physik zuzuordnen.

Ist wie ich annehme ein „Druckfehler“ (Energie entspricht Arbeit :bzw Leistung * Zeit oder Kraft * Weg)

Deine Annahme kann in eine Gewissheit überführt werden. Energie bzw. Arbeit ist das Produkt aus Leistung und Zeit. Irgendwie muss mich meine hübsche Kollegin abgelenkt haben :smile:

und wenn du das Gewicht 5 Stunden in 1 Meter Höhe hältst, :verbrauchst du gar keine :Energie?
Der Unterschied zwischen der mechanischen Theorie und der biochemischen Realität besteht :darin, dass ein Muskel allein für die Erzeugung der Kraft Energie verbraucht, (fast) :unabhängig davon, ob diese Kraft zu einer Verschiebung führt oder nicht. Deine :Überschlagsrechnung ist völlig ungeeignet, die Realität zu beschreiben.

Meine Überschlagrechnung sollte lediglich verdeutlichen, dass es für den Begriff der verbrauchten Kalorien unerheblich ist, welchen Weg des Gewichtshebens Du betrachtest. Der Muskel per se erzeugt ständig Wärme (Energie). Und zwar dadurch, dass u.a. Blut durch die Adern fließt und durch Reibung ein Teil seiner kinetischen Energie in Wärme überführt wird.

Der Energieverbrauch beim Halten einer Last ergibt sich vielmehr daraus, dass der Muskel ständig kleine Bewegungen ausüben muss, um die Last auf einem konstanten Höhenniveau zu halten. Wir empfinden dies als anstrengend, weil der Muskel aufgrund des fehlenden Sauerstoffs ermüdet, und nicht, weil er ständig Energie „verbrauch“, um das Höhenniveau zu halten. Was wir makroskopisch als „Halten“ empfinden, ist bei genauerem Hinsehen kein Halten, sondern vielmehr ein stetiger Regelungsprozess.

Wie hebst du einen Sack Zement auf die Schultern? Mit einem kurzen Schwung oder schön :langsam (so in 15 Sekunden)? Ist doch dasselbe oder?

Energie technisch ist es (fast) dasselbe, da hier lediglich die Höhendifferenz, die Masse und die dafür benötigte Zeit von Interesse sind.

Du spielt jedoch bestimmt darauf an, dass der Muskel viel schneller ermüdet, wenn er z.B. einen Sack Zement über eine Zeit von 15 Sekunden lang hochheben müsste. Sicherlich ist dem so, und zwar, weil der Muskel nicht mehr genügend Sauerstoff bekommt.

Selbstverständlich ist es nicht dasselbe. Ich schrieb es ja auch nirgends. Der Muskel, der eine Last der Masse m einen Höhenunterschied h bewältigt wird in beiden Fällen die Arbeit W = m*g*h verrichten. Jedoch ist die Leistung nicht dieselbe. Die Leistung ist nämlich der Quotient aus Energie (Arbeit) und Zeit. Somit hat der Muskel, der die Last mit „einem kurzen Schwung“ nach oben befördert, mehr geleistet, als der Muskel, der sie in 15 Sekunden nach oben befördert.

Der zweite Muskel wird aber schneller ermüden, weil er den fehlenden Sauerstoff, den er während der Kotaktionsphase nicht aufnehmen kann, nicht kompensieren kann.

Gruß,

Pere

Korrektur
Korrektur:

Irgendwie scheint es mir meine Kollegin heute angetan zu haben. :smile:

Richtig heißt es natürlich:

Energie technisch ist es (fast) dasselbe, da hier lediglich die Höhendifferenz, die Masse und die Erdanziehung von Interesse sind

Ich bitte vielmals um Entschuldigung. Bin eben auch nur ein Mann.

*schmunzel

Gruß,

Pere

welche zeiten für was? owt

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