Hallo Niels,
und Biologie ist eben nicht Physik
Sicherlich. Jedoch reden wir hier über den Energiebegriff der Kalorie und dieser ist eben der Physik zuzuordnen.
Ist wie ich annehme ein „Druckfehler“ (Energie entspricht Arbeit :bzw Leistung * Zeit oder Kraft * Weg)
Deine Annahme kann in eine Gewissheit überführt werden. Energie bzw. Arbeit ist das Produkt aus Leistung und Zeit. Irgendwie muss mich meine hübsche Kollegin abgelenkt haben 
und wenn du das Gewicht 5 Stunden in 1 Meter Höhe hältst, :verbrauchst du gar keine :Energie?
Der Unterschied zwischen der mechanischen Theorie und der biochemischen Realität besteht :darin, dass ein Muskel allein für die Erzeugung der Kraft Energie verbraucht, (fast) :unabhängig davon, ob diese Kraft zu einer Verschiebung führt oder nicht. Deine :Überschlagsrechnung ist völlig ungeeignet, die Realität zu beschreiben.
Meine Überschlagrechnung sollte lediglich verdeutlichen, dass es für den Begriff der verbrauchten Kalorien unerheblich ist, welchen Weg des Gewichtshebens Du betrachtest. Der Muskel per se erzeugt ständig Wärme (Energie). Und zwar dadurch, dass u.a. Blut durch die Adern fließt und durch Reibung ein Teil seiner kinetischen Energie in Wärme überführt wird.
Der Energieverbrauch beim Halten einer Last ergibt sich vielmehr daraus, dass der Muskel ständig kleine Bewegungen ausüben muss, um die Last auf einem konstanten Höhenniveau zu halten. Wir empfinden dies als anstrengend, weil der Muskel aufgrund des fehlenden Sauerstoffs ermüdet, und nicht, weil er ständig Energie „verbrauch“, um das Höhenniveau zu halten. Was wir makroskopisch als „Halten“ empfinden, ist bei genauerem Hinsehen kein Halten, sondern vielmehr ein stetiger Regelungsprozess.
Wie hebst du einen Sack Zement auf die Schultern? Mit einem kurzen Schwung oder schön :langsam (so in 15 Sekunden)? Ist doch dasselbe oder?
Energie technisch ist es (fast) dasselbe, da hier lediglich die Höhendifferenz, die Masse und die dafür benötigte Zeit von Interesse sind.
Du spielt jedoch bestimmt darauf an, dass der Muskel viel schneller ermüdet, wenn er z.B. einen Sack Zement über eine Zeit von 15 Sekunden lang hochheben müsste. Sicherlich ist dem so, und zwar, weil der Muskel nicht mehr genügend Sauerstoff bekommt.
Selbstverständlich ist es nicht dasselbe. Ich schrieb es ja auch nirgends. Der Muskel, der eine Last der Masse m einen Höhenunterschied h bewältigt wird in beiden Fällen die Arbeit W = m*g*h verrichten. Jedoch ist die Leistung nicht dieselbe. Die Leistung ist nämlich der Quotient aus Energie (Arbeit) und Zeit. Somit hat der Muskel, der die Last mit „einem kurzen Schwung“ nach oben befördert, mehr geleistet, als der Muskel, der sie in 15 Sekunden nach oben befördert.
Der zweite Muskel wird aber schneller ermüden, weil er den fehlenden Sauerstoff, den er während der Kotaktionsphase nicht aufnehmen kann, nicht kompensieren kann.
Gruß,
Pere