Kampf- bzw Verteidigungssportarten

Hallo zusammen!

Mir ist neulich etwas ziemlich unschönes passiert. Ich wurde von 2 Männern bedrängt. Jetzt habe ich mich entschieden, eine Verteidigungssportart zu lernen. Dann hab ich wenigstens eine Chance, mich zu verteidigen.

Leider bin ich auf diesem Gebiet aber ziemlich unerfahren. Ich kenne Karate und Judo und beides reißt mich nicht unbedingt vom Hocker. Gibt es irgendwelche Alternativen? Wenn nicht, was ist besser - Judo oder Karate?

Danke schon mal im Voraus…

Grüßle

Kim

Hi Kim,

Wenn nicht, was
ist besser - Judo oder Karate?

Das Beste ist eindeutig, die Finger davon zu lassen. Mit keiner Kampfsportart der Welt wirst Du Dich als Frau gegen zwei ausgewachsene Männer erfolgreich wehren können, ohne vielleicht sogar durch Deine Selbstüberschätzung überhaupt erst Gewalt zu provozieren. Erkundige Dich mal bei der Polizei in Deiner Nähe oder via Internet, wann und wo einschlägige Kurse angeboten werden, um das richtige Verhalten gezielt in der von Dir beschriebenen Situation zu trainieren. Such doch mal auf dieser Homepage danach. Die erscheint mir sehr hilfreich: http://www.polizei.propk.de/rathilfe/index.xhtml

Viele Grüße
Jana

Hi Jana!

Danke für Deinen Tip. Hab mir den Link mal angeschaut - wäre echt hilfreich, allerdings lebe ich in den USA. Hier sieht alles ein wenig anders aus. Aber klar, Du gehst natürlich davon aus, dass ich aus Deutschland komme, dann hätte ich echt was damit anfangen können.

Trotzdem danke…

Kim

Hi Kim!

Ich muß Jana widersprechen. Eine gute Karateka wird locker mit 2 Männern fertig, sofern diese nicht auch Kampfausbildung haben.
Karate ist meiner Meinung nach Judo vorzuziehen. In einer guten Karateschule wirst du nicht nur Schlagtechniken usw. lernen, sondern auch ein wenig von der Philosophie die dahintersteckt.

Karateka sind normalerweise nicht Aggressoren:wink:

Gruß Dusan

Hallo Kim,

ich denke eine Kampfsportart ist für dich nicht gerade das Richtige, denn ich kann mir vorstellen, daß doch einige Monate/Jahre vergehen, bis man mit zwei Angreifern fertig wird.

Was du suchst fällt unter Selbstverteidigung, nicht nur wie man auf tätliche Angriffe reagiert, sondern wie mal allgemein in solchen Situation umgeht.

Kurse werden auch hier massenweise angeboten, die beste Adresse ist die Polizei denke ich.

gerhard

hallo!!

als „opfer“ hat man eine ganz bestimmte körpersprache. wenn man die ändert dann zeigt man einem potentiellen angreifer dass er hier keine chancen hat. dazu gehört aufrechte körperhaltung, „entschlossener“ blick, …-damit kann man schon einigen problemen aus dem weg gehen.

nummer 2 ist ausdauertraining. denn weglaufen bleibt immer noch die beste alternative zu einem kampf jeglicher art.

wenn man sich effektiv verteidigen will muss man sich im klaren sein was das für auswirkungen in der realität hat. ist man wirklich bereit jemandem einen schlüssel ins auge zu rammen? die nase zu brechen? knochen brechen zu hören?, …
denn vieles andere (tritt ans schienbein, …) sind bei weitem nicht so schmerzhaft dass der/die angreifer dauerhaft kampfunfähig sind. solche schmerzen machen den angreifer eher noch wütender!

die beste „verteidigungssportart“ (an sich ist das wort schon ein widerspruch in sich) ist boxen.
schnelligkeit, schlagkraft auf kurze distanzen, ausdauer und v.a. kraft (breite schultern, …). schnell erlernbar, praxisbezogen und „ausgewogen“.

als theoretischen hintergrund dann „alles“ lesen über „psychologie der aggression“ damit man anhand der körpersprache der anderen ablesen kann ob sie evtl. aggressiv werden könnten. dazu noch „gesprächstechniken“ erlernen wie man mit einem potentiellen angreifer reden muss/soll. Literatur dazu ist z.b. bei „hostage negotiators“ zu finden.

tschüss

matthias

Hallo!

Ich wurde
von 2 Männern bedrängt. Jetzt habe ich mich entschieden, eine
Verteidigungssportart zu lernen. Dann hab ich wenigstens eine
Chance, mich zu verteidigen.

Als Judoka denke ich nicht, daß ich mich in einem Straßenkampf gegen zwei Männer durchsetzen könnte. Dennoch denke ich, daß mir meine Judokenntnisse in einer solchen Situation helfen würden, da ich es gewöhnt bin, gegen Männer zu kämpfen und mich zu verteidigen.

kenne Karate und Judo und beides reißt mich nicht unbedingt
vom Hocker. Gibt es irgendwelche Alternativen? Wenn nicht, was
ist besser - Judo oder Karate?

Wenn Du eine Kampfsportart erlernen willst, würde ich Dir als effektive Selbstverteidung Jiu-Jitsu empfehlen. Das ist eine Mischung aus Judo, Karate und Aikido, in der auch Polizisten ausgebildet werden.

Eine Kampfsportart zu erlernen dauert meist sehr lange. Falls Du nicht so viel Zeit spendieren willst, würde ich Dir eher zu einem Selbsverteidigungskurs raten.

Grüße, Tanja

Oh HILFE!
Hi!

Zunächst mal: Finger weg von sogenannten Selbstverteidigungskursen!

Das einzige, was solche Kurse vermitteln ist eine enorme Selbstüberschätzung, bestenfalls wird Dir hier Appetit auf die ernsthafte Ausübung einer Kampfkunst vermittelt.

Vor kurzem gab es hier einen Thread zum Thema „Leicht erlernbare Selbstverteidigung“ - den solltest Du mal im Archiv suchen!

Von den bisher gegebenen Antworten konnte ich eigentlich nur etwas mit der von Jana anfangen - auch, wenn ich nicht unbedingt der Meinung bin, dass es UNMÖGLICH ist, mit zwei Erwachsenen Männern fertig zu werden. Allerdings: Wer sagt, dass diese zwei nicht auch enorm trainiert sind?

Wenn Du lernen möchtest, Dich zu verteidigen, dann richte Dich auf ein jahrelanges Studium ein. Ob Du nun Karate, Taekwondo, Jiu-Jitsu, Wu Shu, Hap-Ki-Do, Aikido oder was es alles gibt lernen möchtest hängt von Deinen Vorlieben ab! Schnupper mal in einige Vereine rein und schau es Dir an. Sobald irgendjemand erzählt, seine Kunst sei die einzig Wahre, solltest Du jedoch schnell das Weite suchen! Jemand, der sich ernsthaft mit solchen Dingen auseinandersetzt, weiß, dass es weniger auf den Stil als auf die jeweilige Klasse ankommt!

Was Judo betrifft: Es ist für meine Begriffe etwas zu sehr Wettkampforientiert und dadurch - sorry - zu wenig brutal! Du solltest Dir im Klaren darüber sein, dass Du in dem von Dir beschriebenen Fall nur drei Möglichkeiten hast:

  1. Du rennst weg
  2. Du wirst ein Opfer
  3. Du wirst zum Täter - denn es ist nicht leicht, sich gegen zwei Angreifer durchzusetzen, ohne mit einer gewissen Brutalität vorzugehen! Und Du solltest Dir im Klaren darüber sein, dass es eine enorme Überwindung kostet, jemandem wirklich einen Knochen zu brechen! Zum einen ist es ein absolut ekelhaftes Geräusch, zum anderen bist DU es, der einem anderen Menschen einen unter Umständen dauerhaften Schaden zufügt (ich halte den Knochenbruch noch für eher harmlos - wenn ich an den zitierten Schlüssel im Auge denke).

Wenn Du Dich etwas mehr mit diesem thema beschäftigst, wirst Du am Wing Tsun (oder Ving Tsung oder Wing Chun) nicht vorbei kommen. Nun, ich weiß nicht, wie es in den Staaten ist - nur hier in Deutschland läuft alles unter dem Dach eines gewissen Herrn Kernspecht. Soll heißen: Es wird hier als das Non Plus Ultra angepriesen, den „Schülern“ wird das Geld aus der Tasche gezogen und das Gefühl vermittelt, unbesiegbar zu sein. In der Regel ist das dann so, dass diese Leute ein enorm großes Mundwerk haben - und ständig auf eben dieses fallen!
An und für sich halte ich diese Kunst trotzdem für eine sehr effektive!

Ansonsten würde ich Dir vielleicht mal dazu raten, nach einem Krav Maga Club zu suchen. Hier in Deutschland kenne ich keinen, allerdings überzeugt mich die Effektivität dieser Kunst (schau Dir mal „Enough“ mit J-Lo an - für einen Eindruck).

Sollte Dir irgendwas mit Antiterrorkampf oder ähnlichem über den Weg laufen, vergiss es! Das sind in der Regel Leute, die im Kampfsport nichts zu suchen haben und nur den schnellen Dollar suchen!

Ich weiß nicht, ob Dir dieses Posting jetzt etwas geholfen hat, oder ob ich Dich einfach nur verunsichert habe - aber meinen Kommentar musste ich einfach abgeben.

Liebe Grüße
Guido

BLABLABLA
Hi!

Ich muß Jana widersprechen. Eine gute Karateka wird locker mit
2 Männern fertig, sofern diese nicht auch Kampfausbildung
haben.

Wenn Du zu gut bist und ueberraschen kannst, es schaffst einen umzuhauen, bevor er Dich angreifen kann, dann hast Du eine reelle Chance. Leute, die sowas oefter machen und sich koordieren koennen, werden den Karateka wegpusten wie nix.
Die kommen naemlich nicht so schoen wie in den Jackie Chan / Jet Li alle nacheinander. Einer packt Dich, schmeisst Dich zu Boden, bevor Du noch an das Wort Mae-Geri denken kannst, waehrend der 2. Dir am Boden mitten in die Fresse tritt.

Soviel zum Thema Karate.

Karate ist meiner Meinung nach Judo vorzuziehen. In einer
guten Karateschule wirst du nicht nur Schlagtechniken usw.
lernen, sondern auch ein wenig von der Philosophie die
dahintersteckt.

In jeder GUTEN Schule wird die Philosophie vermittelt. Ist fuer mich persoenlich wichtig, allerdings nicht fuer die Selbstverteidigung (SV).

Pauschalaussagen a la Karate ist besser als Judo sind einfach nur daemlich.

TapouT!!!

Moin Gerhard!

ich denke eine Kampfsportart ist für dich nicht gerade das
Richtige, denn ich kann mir vorstellen, daß doch einige
Monate/Jahre vergehen, bis man mit zwei Angreifern fertig
wird.

Das ist korrekt. SV lernt nur durch konstantes, hartes und intensives Training. SV ist nichts, was man einmal erlernt und dann abgeschlossen hat und bis ans Ende der Tage beherrscht.

Was du suchst fällt unter Selbstverteidigung, nicht nur wie
man auf tätliche Angriffe reagiert, sondern wie mal allgemein
in solchen Situation umgeht.

Deswegen befassen sich GUTE SV Kurse zu 2/3 nur mit Theorie und Psyche.

Kurse werden auch hier massenweise angeboten, die beste
Adresse ist die Polizei denke ich.

Von Kursen generell kann ich abraten, sie vermitteln haeufig ein falsches Sebstvertrauen und bereiten noch lange nicht auf das vor, was auf der Strasse passieren kann.

TapouT!!!

Hi!

als „opfer“ hat man eine ganz bestimmte körpersprache. wenn
man die ändert dann zeigt man einem potentiellen angreifer
dass er hier keine chancen hat. dazu gehört aufrechte
körperhaltung, „entschlossener“ blick, …-damit kann man
schon einigen problemen aus dem weg gehen.

So die psychologische Theorie. Zu 80% Schwachsinn in meinen Augen. Die Angreifer suchen sich willkuerlich jemanden aus, der Ihnen gerade gefaellt, da sie sich sowieso ueberlegen fuehlen und es in 90% der Faelle auch sind. Selbstbewusstsein und Auftreten ist eine Sache. Solche Dinge damit von vornherein abwenden zu koennen halte ich fuer mehr als fragwuerdig.

nummer 2 ist ausdauertraining. denn weglaufen bleibt immer
noch die beste alternative zu einem kampf jeglicher art.

Korrekt!

wenn man sich effektiv verteidigen will muss man sich im
klaren sein was das für auswirkungen in der realität hat. ist
man wirklich bereit jemandem einen schlüssel ins auge zu
rammen? die nase zu brechen? knochen brechen zu hören?, …

Nur wer abgewichst ist ueberlebt. Der Rest hat Pech gehabt und kann getrost mal kacken gehen. Da es bei Frauen entweder ums Geld, ums nackte Ueberleben oder um eine Vergewaltigung geht, sollte man sich gut ueberlegen, ob es einem das nicht wert ist jemanden auch zeugungsunfaehig zu treten.

denn vieles andere (tritt ans schienbein, …) sind bei weitem
nicht so schmerzhaft dass der/die angreifer dauerhaft
kampfunfähig sind. solche schmerzen machen den angreifer eher
noch wütender!

Auch das ist korrekt.

die beste „verteidigungssportart“ (an sich ist das wort schon
ein widerspruch in sich) ist boxen.
schnelligkeit, schlagkraft auf kurze distanzen, ausdauer und
v.a. kraft (breite schultern, …). schnell erlernbar,
praxisbezogen und „ausgewogen“.

Frauen brauchen in der Regel zu lange um vernuenftig Atemi-Techniken jeglicher Art zu erlernen. Ich gebe zu, dass es effektiv sein kann, aber die Mechanik, die Explosivitaet und der Impuls sind bei den meisten Frauen extrem schwach und brauchen in der Regel mind. 2 Jahre bis sie mal vernuenftig zuhauen koennen. Haengt in der Regel natuerlich von Typ, Talent, Konstanz und Intensitaet des Trainings ab.

Noch was Tae-Bo ist KEINE SV.

als theoretischen hintergrund dann „alles“ lesen über
„psychologie der aggression“ damit man anhand der
körpersprache der anderen ablesen kann ob sie evtl. aggressiv
werden könnten. dazu noch „gesprächstechniken“ erlernen wie
man mit einem potentiellen angreifer reden muss/soll.
Literatur dazu ist z.b. bei „hostage negotiators“ zu finden.

Absolute Zeitverschwendung, denn Leute, die sowas machen lassen nicht mit sich reden und verstehen nur eine Sprache: Schmerz.
Wer entschlossen ist zu zweit eine Frau anzugreifen leistet sich nicht den Luxus sich in ein Gespraech verwickeln zu lassen. Das ist absoluter Hirnriss.

TapouT!!!

Hi Tanja!

Als Judoka denke ich nicht, daß ich mich in einem Straßenkampf
gegen zwei Männer durchsetzen könnte. Dennoch denke ich, daß
mir meine Judokenntnisse in einer solchen Situation helfen
würden, da ich es gewöhnt bin, gegen Männer zu kämpfen und
mich zu verteidigen.

Das Judo mag Dir helfen, aber wenn die beiden Maenner nicht absolut besoffen oder unfaehig waren, dann war es mehr Glueck als Verstand, dass Du diesen Artikel hier noch schreiben kannst, unabhaengig davon ob Du vielleicht Shihan bist oder nicht. Ich gebe Dir Chancen am Boden, da das Judo ein sehr ausgepraegtes Randori verfuegt, das zwar auf Wettkampf ausgelegt ist, aber in jedem Falle hilft. Den ersten magst Du noch werfen, der zweite haut Dir eine rein, bevor Du geradeaus gucken kannst. Punkt!

Wenn Du eine Kampfsportart erlernen willst, würde ich Dir als
effektive Selbstverteidung Jiu-Jitsu empfehlen. Das ist eine
Mischung aus Judo, Karate und Aikido, in der auch Polizisten
ausgebildet werden.

Ich selber betreibe auch Jiu-Jitsu und empfehle es Frauen eigentlich nur wegen des Bodenkampfes. Die restlichen Techniken werden von Frauen (IN DER REGEL) erst nach sehr langer Zeit erlernt und verstanden.

Eine Kampfsportart zu erlernen dauert meist sehr lange. Falls
Du nicht so viel Zeit spendieren willst, würde ich Dir eher zu
einem Selbsverteidigungskurs raten.

EINSPRUCH! SV-Kurse sind reiner Selbstmord. Seppuku. Nicht mehr und nicht weniger. Man erfaehrt wenig neues und beschaeftigt sich viel mit Theorie (WICHTIG!!!). Wer dann glaubt sich verteidigen zu koennen ist nicht nur schief gewickelt, sondern lebt verdammt gefaehrlich.

TapouT!!!

Danke Guido!
Lange nicht mehr gesprochen. Frohes Neues!

Endlich mal wieder einer der Ahnung hat und Klartext redet.

Zunächst mal: Finger weg von sogenannten
Selbstverteidigungskursen!

PRO!

Das einzige, was solche Kurse vermitteln ist eine enorme
Selbstüberschätzung, bestenfalls wird Dir hier Appetit auf die
ernsthafte Ausübung einer Kampfkunst vermittelt.

PRO!

Vor kurzem gab es hier einen Thread zum Thema „Leicht
erlernbare Selbstverteidigung“ - den solltest Du mal im Archiv
suchen!

Stimmt! Dazu habe ich meinen Senf natuerlich auch beigetragen ;0)

Von den bisher gegebenen Antworten konnte ich eigentlich nur
etwas mit der von Jana anfangen - auch, wenn ich nicht
unbedingt der Meinung bin, dass es UNMÖGLICH ist, mit zwei
Erwachsenen Männern fertig zu werden. Allerdings: Wer sagt,
dass diese zwei nicht auch enorm trainiert sind?

Heheheheheh!. Now, you’re talking.

Wenn Du lernen möchtest, Dich zu verteidigen, dann richte Dich
auf ein jahrelanges Studium ein. Ob Du nun Karate, Taekwondo,
Jiu-Jitsu, Wu Shu, Hap-Ki-Do, Aikido oder was es alles gibt
lernen möchtest hängt von Deinen Vorlieben ab! Schnupper mal
in einige Vereine rein und schau es Dir an. Sobald
irgendjemand erzählt, seine Kunst sei die einzig Wahre,
solltest Du jedoch schnell das Weite suchen! Jemand, der sich
ernsthaft mit solchen Dingen auseinandersetzt, weiß, dass es
weniger auf den Stil als auf die jeweilige Klasse ankommt!

Auch das ist korrekt.

Was Judo betrifft: Es ist für meine Begriffe etwas zu sehr
Wettkampforientiert und dadurch - sorry - zu wenig brutal! Du
solltest Dir im Klaren darüber sein, dass Du in dem von Dir
beschriebenen Fall nur drei Möglichkeiten hast:

  1. Du rennst weg
  2. Du wirst ein Opfer
  3. Du wirst zum Täter - denn es ist nicht leicht, sich gegen
    zwei Angreifer durchzusetzen, ohne mit einer gewissen
    Brutalität vorzugehen! Und Du solltest Dir im Klaren darüber
    sein, dass es eine enorme Überwindung kostet, jemandem
    wirklich einen Knochen zu brechen! Zum einen ist es ein
    absolut ekelhaftes Geräusch, zum anderen bist DU es, der einem
    anderen Menschen einen unter Umständen dauerhaften Schaden
    zufügt (ich halte den Knochenbruch noch für eher harmlos -
    wenn ich an den zitierten Schlüssel im Auge denke).

Ich halte die Verteidigung einer Frau auch mit bleibenden Schaeden eigentlich immer fuer absolut gerechtfertigt, nur muss man (Frau) auch bereit sein diesen Schritt zu gehen. Die Jungs werden keine Gnade mit Dir haben, also verfahre auch so mit Deinen Gegnern.

Wenn Du Dich etwas mehr mit diesem thema beschäftigst, wirst
Du am Wing Tsun (oder Ving Tsung oder Wing Chun) nicht vorbei
kommen. Nun, ich weiß nicht, wie es in den Staaten ist - nur
hier in Deutschland läuft alles unter dem Dach eines gewissen
Herrn Kernspecht. Soll heißen: Es wird hier als das Non Plus
Ultra angepriesen, den „Schülern“ wird das Geld aus der Tasche
gezogen und das Gefühl vermittelt, unbesiegbar zu sein. In der
Regel ist das dann so, dass diese Leute ein enorm großes
Mundwerk haben - und ständig auf eben dieses fallen!
An und für sich halte ich diese Kunst trotzdem für eine sehr
effektive!

Zumindest fuer Frauen sehr gut.

Ansonsten würde ich Dir vielleicht mal dazu raten, nach einem
Krav Maga Club zu suchen. Hier in Deutschland kenne ich
keinen, allerdings überzeugt mich die Effektivität dieser
Kunst (schau Dir mal „Enough“ mit J-Lo an - für einen
Eindruck).

Der Film vermittelt nicht wirklich viel. Jemand, der sich nicht mit Kampfkunst beschaeftigt wird keine Unterschiede zum Kickboxen erkennen. Zum anderen liegt das Geheimnis des Krav Maga in der Didaktik und der Prinzipien und nicht in der Technik an sich.

Sollte Dir irgendwas mit Antiterrorkampf oder ähnlichem über
den Weg laufen, vergiss es! Das sind in der Regel Leute, die
im Kampfsport nichts zu suchen haben und nur den schnellen
Dollar suchen!

Auch hier kann ich mich nur anschliessen. Das Rad wird neu erfunden und alles was dahinter steckt ist gequirlte Scheisse.

Ich weiß nicht, ob Dir dieses Posting jetzt etwas geholfen
hat, oder ob ich Dich einfach nur verunsichert habe - aber
meinen Kommentar musste ich einfach abgeben.

Ich wuerde es Dir nie verzeihen, wenn Du nicht antworten wuerdest, Guido. Denn ausser Dir und Kubi fallen mir hier nicht viele Leute ein, die ueberhaupt einen Plan haben von dem, was sie erzaehlen. Und ich bin kaum noch hier ;0)

Greetz,

TapouT!!!

Hi Kim!

Ich weiss nicht, ob Du Dich daran erinnerst, aber ich hab’ Dich damals in punkto Sandsack beraten. Egal, ich muss hier auch nochmal meinen Senf abgeben, denn mir stehen die Haare zu Berge.

Mir ist neulich etwas ziemlich unschönes passiert. Ich wurde
von 2 Männern bedrängt. Jetzt habe ich mich entschieden, eine
Verteidigungssportart zu lernen. Dann hab ich wenigstens eine
Chance, mich zu verteidigen.

Das klingt so, als ob man sich anmeldet und dann kann man sich verteidigen. Dem ist leider nicht so. Selbstverteidigung (SV) ist ein langwieriger Prozess, wo man mit der Ausbildung niemals abschliesst. Man erlernt es nicht und hat dann ausgesorgt, geschweige denn ist man Superman.

Leider bin ich auf diesem Gebiet aber ziemlich unerfahren. Ich
kenne Karate und Judo und beides reißt mich nicht unbedingt
vom Hocker. Gibt es irgendwelche Alternativen? Wenn nicht, was
ist besser - Judo oder Karate?

Pauschalaussagen wie: was ist besser? lassen sich in der Regel nicht beantworten. Diskussionen dieser Art gab es viele und nie hat es gebracht.

TapouT!!!

Archivartikel:
Hi nochmal!

Hier ist ein Artikel von mir, den ich vor geraumer Zeit mal geschrieben habe, waehrend sich jemand anders an w-w-w gewandt hat bei aehnlicher Ausgangssituation:

Hi Britta!

nach dem abendlichen Lauf im dunklen Park und obligatem
Angesprochenwerden kam mir wieder der Gedanke, dass
Selbstverteidigungskenntnisse nicht das Schlechteste in
solchen Momenten wäre…

Sicher nicht verkehrt, ABER SelbstverteidigungsKENNTNISSE reichen mit Sicherheit nicht aus.

Ich habe vor einiger Zeit probeweise einen Abend beim Aikido
und einige Male beim Karate teilgenommen. Beides war nun nicht
das Optimale für mich.

Ich kann weder das Aikido noch das Karate wirklich zur Selbstverteidigung empfehlen. In das Aikido (oder Ableger Aiki-Jitsu) muss man sehr, sehr, sehr viel Zeit investieren. Die Bewegungsablaeufe sind insbesondere am Anfang nicht wirklich klar und diese erlangten Kenntnisse auf die Strasse zu transferieren bedarf einer sehr, sehr langen Zeit.
Karata verhaelt sich aehnlich, wobei dieses geradliniger ist. Karate beschraenkt sich aber zu sehr auf zwei der vier Distanzen. Die Kick- und die Halbdistanz, was nicht unbedingt vorteilhaft ist.

Kann mir jemand einen Rat geben, welche
Sportart/Verteidigungsart sich da mehr eignen würde? Ich muss
dazu sagen, dass ich weder „Kampfsport“ betreiben möchte, noch
mich mit trivialen Psycho-Tricks anfreunden möchte.

Dein Titel war Selbstverteidigung (SV) und nicht „Kampfsport“, also behalten wir doch einfach die saubere Trennung bei. Die beiden o.g. Begriffe sind zwei voellig unterschiedliche Paar Schuhe. Psycho-Tricks werden immer wieder von Psychologen genannt. Da diese Jungs im allgemeinen allerdings sowieso ein wenig weltfremd sind und von der knallharten Realitaet oftmals keinen blassen Schimmer haben, lassen wir auch diese aussen vor.

Es sollte
eine gute Mischung sein und wenn diese von einer fernöstlichen
Philosophie gestützt sind…umso besser.

An guten Schulen gibt es immer einen grossen Zusammenhang zwischen Philosophie und SV (ausser bei neueren Zwittergattungen, die einfach zu neu sind um Tradition zu haben, wie z.B. All-Style-Jitsu, Combat-irgendwas etc.).

Körperliches Hindernis ist bei mir eine Bandscheibe, die bei
der Fallschule regelmässig Probleme macht. Dafür kann ich aber
ganz schön lange laufen.

Damit faellt Jiu-Jitsu schonmal raus, wo der Bodenkampf fuer Frauen sicherlich attraktiv ist, weil in Vergewaltigungssituationen mit einem potentiellen Angreifer kurzer Prozess gemacht werden kann.

Hat jemand Erfahrungen mit Kursen im Polizeiverein?
Sind diese überhaupt für jede/n zugänglich?

Ja sind sie in der Regel, aber sie sind nicht immer besser, als „normale“ Vereine, auch wenn der Name so vermuten laesst. Denn nur weil von der Polizei gesponsored werden heisst das nicht, dass die Qualitaet auch immer stimmt.

Wie sind die Erfahrungen mit den Wochenende-Workshops? Langt
so etwas überhaupt aus?

Ebenso klare wie einfache Antwort: NEIN!
Absoluter Schwachsinn. Man nimmt zwar ein paar gute Ideen mit, aber hierbei werden weder Selbstbewusstsein gestaerkt, noch findet eine vernuenftige Schulung statt. Man bekommt ein paar Denkanstoesse vermittelt, die sich allerdings auch allesamt auf einem Blatt Papier zusammenfassen lassen wuerden. Die meisten Methoden sind entweder bekannt (Kniestoss in die Weichteile), nicht immer anwendbar (Schlussel aus der Handtasche ziehen und zustechen) oder einfach nur praxisfremd (wir nehmen an, dass jemand an unserer Handtasche zieht und wir natuerlich dagegenhalten und ihm dabei eine verpassen und gleichzeitig Beinchen stellen). Beim ersten Mal vielleicht noch interessant fuer Leute, die echt absolut keinen blassen Schimmer haben, aber bringt es wirklich was fuer die SV??? Nein.

Kommen wir zurueck zum Punkt.

Meine Empfehlung an alle Frauen im Prinzip ist irgendein Ableger des *ing *un (Wing-Tsun, Ving-Chun, Wing-Tschun, Ving-Tsun etc.), aber auch nur, weil man hier an Krav-Maga sehr schlecht rankommt. Alle *ing *un Ableger entstanden aus der gleichen Basis. Feinheiten sind nur im Detail zu erkennen, wobei einige Ableger sicherlich effektiver sind und deren Namensgebung nicht nur im Verband begruendet liegt. Es sei dazu gesagt, dass Wing-Tsun (WT) am weitesten verbreitet ist, sich hierunter aber auch die groessten Abzocker, die die Kampfkunstwelt je gesehen hat, verbergen.

Warum empfehle ich jetzt fuer eine Frau fuer die SV ausgerechnet WT, obwohl ich selber sehr zufriedener Jiu-Jitsuka bin? (Mal abgesehen davon, dass Du Bandscheibenprobleme bei der Fallschule (Ukemi-Waza) hast)

*ing *un ist limitiert auf relativ wenige Techniken. Frauen tun sich im allgemeinen schwer mit den Bewegungsablaeufen etc. und erlernen eine Kampfkunst in der Regel schlechter und langsamer als ein Mann. Eine Fuelle an Techniken (die auch schon so manchen Mann zur Verzweiflung getrieben hat) verwirrt die Frau nur noch mehr, so dass sie in einer Stresssituationen gar nicht weiss wie sie reagieren soll. Bruce Lee hat damals schon gesagt, dass es besser ist EINE Technik richtig zu koennen als hundert verschiedene nur so halb. Alle Techniken sind RELATIV leicht zu erlernen und erfordern keinerlei Koerperakrobatik, wie z.B. im Tae-Kwon-Do.

*ing *un ist absolut kompromisslos. Im Zweifelsfall zuerst zuschlagen. Ein Mann, der eine Frau angreift, hat entweder NULL Manieren oder geht nicht gerade zimperlich ran. Eine Frau kann sich nur dann effektiv gegen einen koerperlich ueberlegenen Gegner verteidigen, wenn sie absolut kompromisslos ist. Erst zuschlagen, dann Fragen stellen. Frauen haben bei sowas eher mal gute Chancen vor Gericht wegzukommen als Maenner.

Es gibt noch weitere Vorteile, die ich nicht naeher ausfuehren moechte, weil das doch zu sehr ins Detail gehen wuerde, aber die wesentlichen Punkte sind genannt.

Warum wuerde ich *ing *un normalerweise nicht als Kampfkunst empfehlen?
WEIL *ing *un kompromisslos ist. Eine Verhaeltnismaessigkeit ist in meinen Augen nicht gegeben und als Mann hat man sehr schlechte Karten vor Gericht, wenn der Angreifer, der einen zwar geschlagen hat, einen gebrochenen Kiefer, Haematome und Prellungen noch und noecher hat und moeglicherweise zeugungsunfaehig wird.
Liebe WT-ler, ich weiss, dass Ihr mir widersprechen werdet, aber lasst es. Ich habe mich lange genug damit auseinandergesetzt und WT auf der Strasse gesehen. Das Ergebnis war zwar ueberzeugend, aber NICHT verhaeltnismaessig, also verschont mich mit Bekehrungen.

Frauen muessen durchgreifen, wenn sie sich verteidigen wollen. Andernfalls sind sie Freiwild.

Ach und nochwas. SV ist nichts, was man mal so eben erlernt. Alles was man lernt effektiv auf der Strasse anzuwenden und wirklich umsetzen zu koennen unter Stress ist nochmal was ganz anderes. Je nach Talent, Trainingseinheiten und Konstanz wuerde behaupten, dass es MINDESTENS 2, wenn nicht sogar eher 3 Jahre dauert bis man sich halbwegs vernuenftig verteidigt auf der Strasse. Man darf sich hierbei nichts vormachen. Eine unregelmaessige Teilnahme an den Einheiten verlaengert den Prozess natuerlich ungemein. Am Talent kann man nichts aendern.

In diesem Sinne, peace!!!

Carpe noctem,

eclipze

Hallo!

Warum so aggressiv? Scheinbar in keiner guten Karateschule?

Ich habe gesagt: Karate ist meiner Meinung, verstehst?, meiner Meinung nach Judo vorzuziehen.

Dämlich ist, nicht lesen zu können.

Dusan

Moin!

Ich bin in gar keiner Karateschule, aber ich hab’ genug Schulen, die Schrott waren gesehen. Egal.

Ich habe gesagt: Karate ist meiner Meinung, verstehst?, meiner
Meinung nach Judo vorzuziehen.

Das ist trotzdem eine Pauschalaussage oder seh’ ich das falsch?

Dämlich ist, nicht lesen zu können.

Daemlich ist es von Dingen zu sprechen, von denen man keine Ahnung hat.

Carpe noctem,

TapouT!!!