Kampfsport und Notwehr

Hi Carlos!

kann es sein dass ihr Kampfsportbegeisterten etwas falsch
macht.
Ihr werdet angepöpelt, müsst euch gegen Gruppen verteidigen
und schwachen Opfer zu Hilfe eilen.

Dazu kann ich nur folgendes sagen. Ich spreche hier aus Erfahrung und kann nicht mehr tun als versuchen dies glaubhaft hier rueberzubringen. Ich wohne in Ratingen, bin also weil benachbart oft in Duesseldorf unterwegs. Die Altstadt ist nicht gerade dafuer bekannt, dass es dort immer recht friedlich zugeht. Das gilt aber nicht nur fuer Erwachsene, sondern vor allem auch fuer Jugendliche. Die meisten Halbstarken meinen sie koennten sich aufspielen und prollen und poebeln und rempeln, um ihre Kumpels oder ihre Freundinnen zu beeindrucken.

Diese Erfahrungen mache ich und die Menschen, die ich kenne,
nicht.
Entweder haltet ihr euch an den falschen Orten auf oder habt
den falschen sozialer Umgang.

Ich halte mich nicht an falschen Orten auf. Orte, die fuer mich als potentiell gefaehrlich bekannt sind, sind aber nicht Orte, die sich zwangslaeufig vermeiden lassen. Ausserdem bin ich in meiner Freiheit hier nicht eingeschraenkt und sehe es nicht ein, dass ich aufgrund von ein paar asozialen W*ch$ern in meiner Freiheit einschraenken lasse.

Sei doch gluecklich, dass Du meine Erfahrungen nicht teilst. Wie gesagt, ich bin 1,79m klein und wiege dazu auch nur 62kg. Viele Proleten sehen das als Anlass sich mal an dem Kleinen auszulassen. Das hab’ ich mir jahrelang bieten lassen, von wegen drueberstehen und ignorieren und so. Jetzt nicht mehr. JETZT IST GUT.

Schade finde ich, dass Du direkt auf meinen (unseren) Freundeskreis Rueckschluesse ziehst. Ich kann von meinem Freundeskreis sagen, dass bis auf 2 Leute momentan alle studieren und niemand vorbestraft ist, wegen irgendwas. Ich selber habe 5 Punkte in Flensburg vorzuweisen, aber auch sonst keine SCHUFA Eintraege oder sonstiges. Ich wuerde gerne mit Dir tauschen, denn ich kann mir solche Erfahrungen echt sparen. Das hab’ ich nicht noetig. Nur Rueckschluesse auf meinen Freundeskreis, Umgang oder Umgebung verbitte ich mir an dieser Stelle ausdruecklich. Wir wollen mal nicht persoenlich werden hier.

Wie Guido schon richtig zitiert hat: „Jeder vermiedener Kampf ist ein gewonnener Kampf.“

Ausserdem ist dies auch nichts, was regelmaessig passiert. Ich bin gerade mal 20 Jahre jung, aber ich bin schon mehrfach ueberfallen worden (auch bewaffnet oder in Gruppen) und in unzaehligen Schlaegereien verwickelt gewesen.

Ich such mir das ja nicht aus, aber provozieren lasse ich mich nicht. Das brauche ich mir in einem freien Rechtsstaat nicht gefallen zu lassen.

MfG

                eclipze

Hi Sören!

Kampfkünste wurden nicht unbedingt dazu entwickelt, einen
gegner zu töten!!es gibt zwar techniken, mit denen das in
null komma nix erledigt ist, aber die wenigsten würden solche
techniken wohl anwenden! davon abgesehen empfine ich kampsport
nicht als brutal. gut, sich 3 mal wöchentlicheins auf die
fresse zu hauen mag brutal klingen, ist es aber
nicht(zumindest in meinem fall), da wir nur „no-contact“
kämpfen, wenn wir pberhaupt kämpfen…

Nicht unbedingt! Deshalb sprach ich ja auch von den meisten! Ich kenne mich - wie gesagt - im Taek-Won-Do nicht aus, denke aber mal, dass es eine ähnliche Geschichte hat, wie das Karate. Karate wurde ursprünglich von Bauern, denen das Tragen einer Waffe verboten war, entwickelt (naja - eigentlich WEITERentwickelt - es kam ja ursprünglich aus China, oder noch ursprünglicher aus dem indischen Raum), damit sie sich gegen bewaffnete Angriffe (meist das Schwert) zur Wehr setzen konnten.
Später dann wurde es von den Militärs „ins Programm“ aufgenommen - um zu töten! Ich sage nicht, dass sich dieser Ursprung mittlerweile zum Glück verloren hat, aber wenn man mal in diverse Kampfkünste schnuppert, die nicht den Leistungs- oder Wettkampfsport als erste Priorität haben, dann lässt es sich schon sehr gut erkennen! Im Karate fällt mir spontan mal Goju-Ryu ein - im Gegensatz zum Shotokan ist es noch ziemlich ursprünglich.

Zu den brutalen Techniken…
Es muss nicht immer der Tod sein! Wenn ich so an meine Shaolin Chuang Fa Zeit denke, dann fallen mir die Uralt-Techniken ein, die auf die in Filmen so populär gemachten Tierstile beruhen. Und da war es dann mal nicht ungewöhnlich, jemandem die Gesichtshaut ruterzureißen!

Aber, wie gesagt: Das bezieht sich nur auf die Ursprünge! Ich glaube nicht, dass es in einer recht neuen Kampfkunst wie z.B. Aikido schon mal einen Toten gab (ausschließen will ich aber auch das nicht).

Liebe Grüße
Guido

Hi Eclipze!

Schade, dass wir eigentlich immer nur dann aufeinander
treffen, wenn’s um Kampfkunst geht :0)

Naja - im Musikbrett hatten wir doch auch schon mal das Vergnügen…

Meins ist besser ;0) Dolyo Chagi ist aber das aequivalent zum
Mawashi-Geri, wenn ich mich recht entsinne.

Naja - dann halte ich es aber durchaus denkbar, dass es sehr effektiv sein KANN (wenn ich denn richtig treffe!)

Mit Stefan Leko hast Du Dir wahrscheinlich aber auch schon
wieder den Besten MTler hier in Deutschland ausgesucht. Aber
stimmt schon. Wenn der zutritt, dann gehe ich lieber laufen.

Mittlerweile ist er ja eine ECHTE Größe nicht nur in Deutschland! Ich habe aber sehr selten jemanden getroffen, der derart besorgt ist, seinen Gegenüber nicht zu verletzen (zumindest, wenn er keinen Kampf hat). Er hat halt mit einem Karateka, der uns mal eine Prüfung abnahm eine Fitnessartikelfirma gegründet. Und der Karateka (der wegen Trainermangel halt häufiger mal unser Training übernahm) hat ihn ein oder zwei mal mitgebracht. Damit wir mal was anderes sehen als nur Karate (das passierte in unserem Verein allerdings mehr als häufig). Was mich damals einfach nur umbrachte, war sein „Aufwärmtraining“! Als wir halbtot durch die Halle krochen, wurde Stefan erst lauwarm!

Da waechst mit Sicherheit kein Gras mehr. Mit dem Respekt sehe
ich genauso. Aber eben nur auf dem Niveau ;0)

Dieser Verein von Klaus Waschkewitz in Duisburg Homberg ist aber nicht nur duech Stefan Leko auf einem sehr hohen Niveau! Ich habe mir mal einen Titelkampf von ihm angesehen (gegen irgendeinen Engländer) - Stefan hat zwei Runden NUR Low Kicks gemacht - und durch technischen KO gewonnen! Das linke Bein von dem Engländer sah einfach nur noch grauenvoll aus!

Kann auch schmerzhaft sein, aber ich bezweifle, dass Du mein
Knie treffen wirst, denn in der Regel reagiert man ja auf
einen Fusstritt. Wenn ich mein Bein also anhebe, dann triffst
Du meinen Unterschenkel. Das tut zwar weh ist aber nicht halb
so verheerend und in der SV dann in meinen Augen sinn- und
zwecklos, ausser als Schocktechnik um den Gegner abzulenken.

Deshalb sagte ich ja auch: Wenn ich denn treffe!
Übrigens: Mein erster Verein hat auf der Homepage ein paar Videos hauptsächlich zur Selbstverteidigung (Keine Anleitung - nur mitgefilmte Prüfungen, Demos und so)
Da sind auch ein paar Kids bei, die in Zeitlupe [schnell kann ja jeder:wink:] einige traditionelle vorgeschriebene Techniken zeigen. Bei einer gibt es einen Kansetzo-Geri (Yoku Geri - Seitwärtsfußtritt mit dem Außenrist - in Kniehöhe). Das geht natürlich nur, wenn mein Gegner steht und das Bein angewinkelt hat…schau einfach mal rein http://www.budoclub-moers.de

Dein Trainer hat wahrscheinlich Recht. Aenliches habe ich
sogar schon live erlebt.

Der Kerl ist Komissar bei der Kripo! Mittlerweile ist er allerdings ganz dem Aikido zugewandt - das aber auch sehr engagiert (vorsitzender des Landesverbands, glaube ich)

Grüße
Guido

Messer und Pistolen…
Hi!

Ich muss meinen Senf aber auch überall dazugben ;o)

Moment, wenn wir von einem Messerangriff ausgehen, dann
muessen wir davon ausgehen, dass der Junge das nicht nur
zueckt um Eindruck zu schinden, sondern auch bereit ist es
einzusetzen. Messerstiche sind prinzipiell lebensgefaehrlich.
Man kann jemanden mit einem Messer eigentlich nur durch das
sog. „schneiden“ oberflaechlich verletzen. Das macht aber
niemand. Stiche sind prinzipiell lebensgefaherlich, weil
Stiche meist auf den Rumpf gezielt sind, weil er die groesste
Angriffsflaeche bietet. Alles was sich im Rumpf befindet ist
aber lebenswichtig. Es ist fast unmoeglich mit einer Klinge
bei Stichen nicht Hauptschlagader oder lebenswichtige Organe
zu treffen. Vergiss das bitte nicht. Messer sind verheerende
Waffen auch wenn sie gegenueber einer Pistole immer als sehr
„harmlos“ dargestellt werden. Aber es gibt einen Grund, warum
ich gegen Messertraeger so radikal vorgehen wuerde.

Ich halte ein Messer sogar für ungleich gefährlicher als eine Schusswaffe! Erstens: Wenn mich jemand abknallen will, dann macht er das aus einer Entfernung von 5 Metern! Kommt er in die nahe Distanz, meint er es nicht ernst (nicht unbedingt). Und es gibt nichts, was einfacher ist, als eine Schusswaffe auszuschalten! Ist ein Trommelrevolver nicht gespannt, halte ich die Trommel fest, bei einer Pistole den Schlitten! Außerdem geht die Gefahr nur nach vorne! Ein Messer kann ich ja nicht einmal anfassen!

Ähm - OB ich das tatsächlich versuchen würde steht allerdings auf einem anderen Blatt :wink:

Grüße
Guido

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Hallo Sören!
Ausmahmsweise antworte ich mal *lol*

tja, das mit dem anerzogen ist so ne sache. für
reflexhandlungen kreigt man keine strafe, für reaktionen
schon(wenn ich das richtig verstanden habe).

Wenn ich jemandem aus Reflex meine Finger in die Augen hämmer oder einen Nakidaki (einzelner Fingerknöchel) auf den Kehlkopf dresche, dann weiß ich nicht, ob das wirklich straffrei bleibt ;o)

also irgendwie mache ich den falschen kampfsport. in unserm
verein sieht das so aus: zum beispiel angriff mit fauststoß
zum plexus: ausweichen, gleichzeitig sicherungsblock, dann 2
konter(meistens bauch/rippen und kopf). also werde ich ihm
vermutlich keine serie von schlägen reindonnern, das er tot
umkippt oder so…

Umgebracht habe ich damals auch niemanden! Er war sogar noch bei Bewußtsein! Aber glimpflich war es für ihn keinesfalls - leider!

aber das kann auch daran liegen, das ich noch nicht soo lange
dabei bin.

Zum einen: Kaum jemand greift mit einem geraden Fauststoß auf den Plexus an! Das ist zwar zum Üben optimal, aber auf der Straße schlicht zu langsam (zumindest als erster Angriff). Dazu kommt, dass die meisten Schläger versuchen, nicht auf Distanz zu bleiben! Knietritte, kurze Haken, Kopfstöße, etc. sind halt sehr einfach und sehr effektiv!

aber eigentlich ist das, was du sagst, ganz logisch. wenn ich
erst nachdenken muss wenn die faust auf mich zukommt, ist es
zu spät…

*lol* Mich wollte mal jemand angreifen! Dem habe ich gesagt: Stop! Kannst Du mal einen Schritt zurückgehen und langsam angreifen? Dann kann ich besser kontern! Außerdem wäre es nett, wenn Du Dich auf den Boden legen würdest - dann kann ich Dich besser mit dem Fuß am Kopf treffen!
Der Kerl war so verblüfft, dass er motzend abgedackelt ist! Zugegeben - ich war damals etwas blau und hätte NULL Chance gehabt…

Grüße
Guido

‚Erfahrungen‘
Hi Carlos!

kann es sein dass ihr Kampfsportbegeisterten etwas falsch
macht.
Ihr werdet angepöpelt, müsst euch gegen Gruppen verteidigen
und schwachen Opfer zu Hilfe eilen.

Nun ja - man setzt sich halt mit den Möglichkeiten auseinander. Es könnte mal was passieren, und da möchte man als „Bewaffneter“ schon wissen, wie man reagieren soll oder kann!

Diese Erfahrungen mache ich und die Menschen, die ich kenne,
nicht.
Entweder haltet ihr euch an den falschen Orten auf oder habt
den falschen sozialer Umgang.

Zu meiner Person: Ich bin in den letzten 13 Jahren vielleicht 5 oder 6 mal in verschiedene Situationen gekommen, die zu einer Eskalation hätten führen können (in einem Fall ist es eskaliert!). Dazu gehörte dann, dass meine Frau auf der Kirmes unsittlich begrabscht wurde (meine Frau hat ihm dann eine geknallt, dass ihm Hören und Sehen verging…), ich ein oder zwei mal im besoffenen Zustand dumm angemacht wurde (mit blöden Sprüchen endete das allerdings immer in ziemlichem Gelächter aller Anwesenden - keine Schlägerei, sondern ein Bier zusammen), einmal wurde ich vor dem Wedaustadion an der Würstchenbude „überfallen“ - da war ich froh über die Hooligans!

Aber es kam auch einmal in der S-Bahn zwischen Duisburg und Düsseldorf zu einer massiven Belästigung einer Mitreisenden. Da musste ich massiv zwischen gehen! Durch beherztes Eingreifen einiger anderer Fahrgäste ist aber auch das nicht nennenswert böse ausgegangen.

Das Problem ist halt nur, dass zwar viele Trainer sehr gut über die Techniken Bescheid wissen, aber sehr wenig Ahnung haben, was die Rechtsprechung betrifft. Da bietet sich doch WWW an ;o)

Grüße
Guido

hallo ludwig, hallo guido!!
hu,massiver widerspruch…:smile:
naja, das mit den ursprüngen etc. mag stimmen(hab selber nicht allzu viel ahnung davon), aber die kampfkünste sind nicht auf dem stand von vor was weiß ich wieviel jahren stehen geblieben. früher (oder heutzutage auch noch in der armee)mag es das ziel sein, einen gegner möglichst schnell und effektiv zu töten. ich glaube aber nicht, das das heute auch noch so gehandhabt wird.
klar, kampfkünste sind brutaler als badminton oder so.das stimmt. aber ich finde sie nicht übermäßig brutal.(und vor allem: aggressiv sind sie nicht!!)
davon abgesehen betreibe ich TKD nicht zur SV. gut, das ist selbstverständlich ein positiver „nebeneffekt“(für mich, andere mögen das komplett anders sehen). ich betreibe TKD aus anderen gründen(körperliche fitness, Do, aber auch auslastung)

so, langsam hat die diskussion nicht mehr allzuviel mit notwehr zu tun, aber da bin ich gar nicht böse drum!!:smile:

ciao
bis zum näcshten mal
sören

Hi Soeren!

Das Problem, was sich hierbei stellt und ich schon erwaehnt
habe ist, dass Du unter normalen Umstaenden mein Knie(Gelenk)
nicht treffen wirst. Man zeigt, wenn’s auch nur ein Reflex
ist, eine Reaktion indem man meistens sein Bein anhebt. Gefahr
gebannt. Du triffst meinen Unterschenkel. U.U. gibt das einen
schoenen Pferdekuss und ist schmerzhaft, aber nicht halb so
verheerend wie ein direkter Treffer zum Knie.
MTler lernen z.B. solche tiefen Tritte mit ihren Schienbeinen
zu „blocken“. Da sie meist (aufgrund speziellen Trainings)
ueber abgehaertete Schienbeine verfuegen ist alles was Du dann
mit einem Dolyo Chagi provozieren wirst ein mildes Grinsen auf
dem Gesicht des MTlers.

tja, ist mir alles bekannt. nur: ich rede von „kämpfen“ gegen nicht-kampfkünstler!! werde mich hüten, mich mit nem Muay thai kämpfer anzulegen!!

Moment, wenn wir von einem Messerangriff ausgehen, dann
muessen wir davon ausgehen, dass der Junge das nicht nur
zueckt um Eindruck zu schinden, sondern auch bereit ist es
einzusetzen. Messerstiche sind prinzipiell lebensgefaehrlich.
Man kann jemanden mit einem Messer eigentlich nur durch das
sog. „schneiden“ oberflaechlich verletzen. Das macht aber
niemand. Stiche sind prinzipiell lebensgefaherlich, weil
Stiche meist auf den Rumpf gezielt sind, weil er die groesste
Angriffsflaeche bietet. Alles was sich im Rumpf befindet ist
aber lebenswichtig. Es ist fast unmoeglich mit einer Klinge
bei Stichen nicht Hauptschlagader oder lebenswichtige Organe
zu treffen. Vergiss das bitte nicht. Messer sind verheerende
Waffen auch wenn sie gegenueber einer Pistole immer als sehr
„harmlos“ dargestellt werden. Aber es gibt einen Grund, warum
ich gegen Messertraeger so radikal vorgehen wuerde.

hmm, ich meine, ich hätte von verteidigung gegen einen unbewaffneten gesprochen…gegen messer bleibts bei: am besten laufen, sonst jeden knochen den ich irgendwie erreichen kann brechen…

MfG

sören

Wenn ich jemandem aus Reflex meine Finger in die Augen hämmer
oder einen Nakidaki (einzelner Fingerknöchel) auf den Kehlkopf
dresche, dann weiß ich nicht, ob das wirklich straffrei bleibt
;o)

ist halt die sache, wieweit der richter reflex anerkennt…

Zum einen: Kaum jemand greift mit einem geraden Fauststoß auf
den Plexus an! Das ist zwar zum Üben optimal, aber auf der
Straße schlicht zu langsam (zumindest als erster Angriff).
Dazu kommt, dass die meisten Schläger versuchen, nicht auf
Distanz zu bleiben! Knietritte, kurze Haken, Kopfstöße, etc.
sind halt sehr einfach und sehr effektiv!

hmm… ich habe so meine erfahrung gemacht, das es fast immer mit einem schwinger losgeht. und der ist noch langsamer…glücklicherweise. denn gegen diesen ausgesprochenen nahkampf habe ich wohl keine chance.8außer mit den ellenbogen, sehr effektive waffe) auf fußdistanz können mir die wenigsten was anhaben, ist nur die sache, sie auf der distanz zu halten…

*lol* Mich wollte mal jemand angreifen! Dem habe ich gesagt:
Stop! Kannst Du mal einen Schritt zurückgehen und langsam
angreifen? Dann kann ich besser kontern! Außerdem wäre es
nett, wenn Du Dich auf den Boden legen würdest - dann kann ich
Dich besser mit dem Fuß am Kopf treffen!
Der Kerl war so verblüfft, dass er motzend abgedackelt ist!
Zugegeben - ich war damals etwas blau und hätte NULL Chance
gehabt…
tja, glück gehabt oder wie?? muss ich mir merken!!!

ciaoi
sören

Hallo Gemeinde!
Wie sehen die Richter das wohl bei Frauen, die Kampfsport betreiben? Ich bin eigentlich immer davon ausgegangen, dass ich als vermeintlich „schwache“ Frau da immer gut wegkomme, wenn mich einer angreift und ich mich mehr oder weniger kampfsportlich wehre…
Liege ich da falsch??
Gruss Quirli
PS: Ist mir noch nie passiert und ich bin froh darüber …

Ihr habt wohl wirklich bessere Karten…
Hi!

Meine Cousine wurde vor mehr als 20 Jahren mal fast vergawaltigt! Sie hat den Typen für ein halbes Jahr ins Krankenhaus geschickt und bekam vor Gericht Recht! Das ist allerdings auch der einzige Fall, den ich kenne!

Grüße
Guido

Es gibt grob gesprochen drei gruende Kampfsport oder Kampfkunst zu lernen.
Der erste ist die begeisterung fuer einen Sport, der den ganzen Koerper fordert. Du baust muskeln auf, verbesserst deine gelenkigkeit, erhoehst ausdauer und natuerlich deine Koordination. In vielen Kampfkuensten haertest du deinen koerper automatisch ab. (Das kommt aber nicht daher das wir uns gegenseitig mit ziegelsteinen auf den schaedel hauen!)

Der zweite grund ist die geistige haltung die dahinter steht. Frag mal einen Aikidoka was er von „Ki“ haellt. Ich selbst lerne TKD, und ich lerne noch mehr als nur die Kunst zu Kaempfen. Glaubst du an eine „magische“ Kraft (->Ki) in dir? Wenn nein: Geh mal in eine behandlung bei jemanden der Shiatsu beherrscht. (Ist ne Massage-art, probiere es einfach mal aus) Wenn ja: Dieses Ki wird in vielen Kampfkuensten mit gelehrt. Aber du kannst das Ki nicht fuehlen, wenn dein Koerper nicht dazu bereit ist.
Weisst du wie sich das Shaolin-Kung Fu entwickelt hat? mach dich da mal schlau. Das sind die wohl besten Kaempfer der welt, aber du wirst niemals einen ShaolinMoench erleben, der randalierend durch irgendwelche kneipen zieht. Er macht diese „Turnuebungen“ um seinen Koerper fuer die Meditation bereit zu machen.

Punkt 1 und 2 sind nette „hobbys“, und vor gericht wirst du nie probleme bekommen.

Punkt 3: Du lernst dich zu verteidigen. Dabei gehen Kampfsportler immer aus, das es nicht moeglich ist wegzurennen oder den streit zu schlichten. „Aber man kann doch immer rennen“ zieht hier nicht. Nehmen wir mal einen Moeglichen Fall an: Deine Freundin ist schwanger. Willst du etwa wirklich wegrennen und zusehen, was Person X mit ihr macht? Keiner hofft darauf, das er in eine sochle situation kommt, aber hoffen alleine ist keine Garantie. Wenn es doch mal soweit ist, dass zu zurueckschlagen musst, dann solltest du dir auch schon gedanken gemacht haben, was du alles mit deinen techniken anrichten kannst. Die meisten Kampfkuenstler haben techniken gelernt, mit denen sie den gegner ernst verletzen oder gar toeten koennen. Selbst wenn der Gegner nicht wirklich verletzt wird, musst du vielleicht den kampf vor Gericht vorsetzen. Auch daran solltest du denken.

Nebenbei erwaehnt: Ich lerne Vollkontakt Tae Kwon Do. Ziel bei einem Wettkampf ist es seinen Gegner durch verschiedene Aktionen mit ordentlich wucht zu treffen. Um einen Kampf zu gewinnen muss man also wirklich kraeftig zutreten. Ja, das macht mir spaß! Und obwohl das jetzt brutal klingt, bin ich eigentlich Pazifist. Ich versuche die techniken so kontrolliert einzusetzen, das ich zwar kraft einsetze, aber die Kraft so kontrolliert ist, das ich mein gegenueber nicht verletze. Kraft kontrollieren hoert sich einfach an? Um es wirklich zu beherschen musst du leiderleider jahrelang ueben.

Klar, es gibt auch schwarze schaafe. Die lernen jahrelang eine Kampfkunst und nach einigen Jahren knallt denen ne sicherung raus. Die haben dann nichts bessere zu tun, als sich von einer schlaegerei in die naechste zu pruegeln. Aber in den meisten (leider nicht allen) Vereinen werden Leute mit Vorstrafen nicht aufgenommen.

Das du den eindruck hast, das alle Kampfsportler schlechten Sozialen umgang haben, kann ich einfach nicht verstehen. Bei Kampfkuenstler stellt sich einfach mal die frage nach dem was-waere-wenn. Ein Schachspieler wird nie eine solche frage stellen. Was soll er machen? Den boesen Buben mich Dame und Springer steinigen?!? Ein Fussballer kann dann ja rechst antaeuschen und zur manndeckung uebergehen, aber wirklich helfen wird ihm das nicht. Und wenn du auf selbstverteidigungsseminaren von Polizisten gesagt bekommt: „Hau ihn um, um das gerichtliche kuemmerst du dich spaeter“ bin ich mir nicht sicher, ob das der richtige Weg ist.

Bye

Perseus

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Traditionen…
Hallo Sören!

Ich sprach ja nur von den Ursprüngen! Was ich persönlich sehr schade finde, ist, dass in vielen Vereinen die Tradition und Geschichte zu kurz kommen. Ich musste beim Chuang Fa ab einer gewissen Graduierung bei jeder Prüfung auch einen theoretischen Teil bestehen.
Aber das ist im Sport wohl so - mir fallen auch nicht viele Fußballer ein, die über Ursprung und Geschichte ihres Sports Bescheid wissen!

klar, kampfkünste sind brutaler als badminton oder so.das
stimmt. aber ich finde sie nicht übermäßig brutal.(und vor
allem: aggressiv sind sie nicht!!)

Es ging mir nicht um das, was man daraus macht! Ich bin auch Sportschütze - würde aber nie auf ein lebendes Wesen oder auch nur auf eine Pappscheibe in Menschengestalt schießen! Es gibt unter Schützen diesen Spruch: Nicht die Waffe tötet! Das lässt sich auch ganz gut auf Kampfkünste übertragen!
Nur: Die Möglichkeit der extremen Brutalität existiert! Dass die meisten Kampfkünste de facto heute nicht brutal sind, streite ich nicht ab!
Die schlimmsten Verletzungen, die mir in zusammengerechnet ca. 12 Jahren beim Training (bei Meisterschaften gab es schon mal durch Unbeherrschtheit einen Kieferbruch) begegnet sind, waren ein gebrochener Zeh (jemand ist bei einem Tritt am Ärmel hängen geblieben) und eine Handgelenksfraktur (das ist mir nach dem eigentlichen Training bei einem blöden Lauf- und Fangspiel passiert, als ich mein Gleichgewicht verlor und gegen die Wand rannte).
Wenn ich da an Handball und Jo Deckarm denke…

davon abgesehen betreibe ich TKD nicht zur SV. gut, das ist
selbstverständlich ein positiver „nebeneffekt“(für mich,
andere mögen das komplett anders sehen). ich betreibe TKD aus
anderen gründen(körperliche fitness, Do, aber auch auslastung)

Ich habe Karate zuletzt betrieben wegen des herrlichen Zitats: Der Weg ist das Ziel!
Wenn ich von 80 Oi-Tzuki (Fauststoss mit Schritt nach vorne) mal einen hinbekam, der blitzsauber war, habe ich mich gefreut wie ein Schneekönig! Wenn ich merke, dass meine Techniken besser werden, dann bemerke ich den Grund, warum ich das Ganze betreibe (abgesehen davon, dass es einen Heidenspaß macht, sich zu bewegen). Leider verlängert sich meine Pause noch um mindestens ein Jahr, da ich mal wieder neben meinem Job die Schulbank drücke…

CU
Guido

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mich jetzt erst einmal. Denn ich hätte nun wirklich keine Lust, mich beim Abwehren noch damit beschäftigen zu müssen, ob ich dem jetzt „nur“ den Arm brechen darf oder noch den Kiefer dazu …
Gruss
Quirli

Huhu!

ist halt die sache, wieweit der richter reflex anerkennt…

Vor Gericht und auf hoher See…

hmm… ich habe so meine erfahrung gemacht, das es fast immer
mit einem schwinger losgeht. und der ist noch
langsamer…glücklicherweise. denn gegen diesen
ausgesprochenen nahkampf habe ich wohl keine chance.8außer mit
den ellenbogen, sehr effektive waffe) auf fußdistanz können
mir die wenigsten was anhaben, ist nur die sache, sie auf der
distanz zu halten…

Ist ein Schwinger langsamer als ein Fauststoß mit Schritt nach vorne (davon bin ich ausgegangen)? Na ja - ist auch eigentlich egal! Allerdings ist das Problem wirklich, dass die typischen Straßenschläger eigentlich immer versuchen, die Distanz kurz zu halten - vor allem, wenn sie merken, dass der Gegner geübt ist!

tja, glück gehabt oder wie?? muss ich mir merken!!!

Allerdings Glück gehabt! Intelligenter wäre es gewesen, deeskalierend zu wirken, statt blöde Sprüche zu klopfen, die auf einen anderen hätten provozierend wirken können! Aber in der Gruppe und unter Alkohol…

Grüße
Guido

Zur Sicherheit…
Hi Quirli!

mich jetzt erst einmal. Denn ich hätte nun wirklich keine
Lust, mich beim Abwehren noch damit beschäftigen zu müssen, ob
ich dem jetzt „nur“ den Arm brechen darf oder noch den Kiefer
dazu …

Wenn es geht, belasse es beim Arm! Oder noch besser: Brich ihm gar nichts! Wie gesagt, es war nur EIN Fall! Und wenn Du an eine RichterIN geräts, hast Du vielleicht weniger gute Karten (ist natürlich reine Spekulation)…

Liebe Grüße
Guido

Hallo Guido,

wie schon geschrieben, bin ich nicht scharf drauf jemals in so eine Situation zu kommen. Allerdings hatte ich leider einmal im urlaub eine Situation, wo sie nachts unser Haus überfallen haben und die Stimmung war dermassen aufgeladen, dass ich mich nicht um irgendwelche Gerichte nachher gekümmert hätte. Aber wir konnten uns alle vier in ein Zimmer flüchten und die Türe zuhalten…
Aber haben muss ich das wirklich nicht.
Gruss
Quirli

Off topic: Ki…
Hallo alle,

Der zweite grund ist die geistige haltung die dahinter steht.
Frag mal einen Aikidoka was er von „Ki“ haellt.

Wenn er es ernsthaft betreibt, wird er entweder sagen „Komm mit und erfahre es“, oder mindestens eine Stunde reden und schließen mit „Soviel zu den Grundlagen.“
Soll eigentlich heißen: das Problem am Ki ist, daß man es nicht erklären kann. Man kann natürlich viel über Ki reden, aber wenn mir jemand sagt, daß er es erklären oder definieren kann, nehme ich ihn nicht ernst. Dazu steckt einfach zu viel in dem Begriff drin. Das gilt auch für die meisten anderen „philosophischen“ Begriffe. Um beim Aikido zu bleiben (bei den anderen sind die Worte vielleicht anders, das Prinzip ist das selbe): Auch „Ai“ ist schwer faßbar. „Do“ geht so. Und z.B. „Ma’ai“, also der „richtige Abstand“, ist wieder so ein „Gummiwort“.

Langer Rede kurzer Sinn: Die Philosophie hinter Budo-Künsten muß man leben. Drüber reden ist nicht.

Gruß Kubi

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Hi Quirli!

Ich hab’ auch noch nichts von konkreten Faellen gehoert. Zumindest nicht aus meinem Umfeld. Ich kenne allerdings auch nur sehr wenige Frauen, die sich wirklich verteidigen koennten.

Ich wuerde aber auch dazu tendieren, dass Frauen eher Recht bekommen. Bei Frauen ist das Agressions- und Gewaltpotential einfach de facto niedriger. Ausnahmen bestaetigen zwar immer die Regel, aber ich wuerde einfach mal behaupten, dass Frauen vor Gericht eher Recht bekommen wuerden.

MfG

� � � � � � � � eclipze

Hi nochmal!

wie schon geschrieben, bin ich nicht scharf drauf jemals in so
eine Situation zu kommen. Allerdings hatte ich leider einmal
im urlaub eine Situation, wo sie nachts unser Haus überfallen
haben und die Stimmung war dermassen aufgeladen, dass ich mich
nicht um irgendwelche Gerichte nachher gekümmert hätte. Aber
wir konnten uns alle vier in ein Zimmer flüchten und die Türe
zuhalten…
Aber haben muss ich das wirklich nicht.
Gruss
Quirli

Das ist eine von den Situationen, wo ich einfach nur noch ausklinken wuerde. Bei uns haben sie letztes Jahr zu Hause eingebrochen. Schaden fuer uns: ca 20.000DM
Gewinn fuer den Dieb liegt vielleicht bei knapp 10.000DM schliesslich muss er das geklaute Zeug ja auch noch verdruecken.

Aber sowas macht mich rasend. Da geht einer ehrlich arbeiten und verdient und spart. Und dann kommt da so ein Penner und raeumt innerhalb von 30 Minuten die Bude leer.

Wenn ich zu Hause gewesen waere, dann kann ich nur sagen waere das nicht gut ausgegangen. Da interessieren mich die Gerichte einen Scheiss. DANN laufe ich echt Amok.

MfG

                eclipze