Hallo Timsy,
Zur Klarstellung: ich bin nicht die Mutter, sondern seit nem
Jahr deren Lebensgefährte. Und in gewisser Hinsicht erinnert
mich die harte Linie des Jungen an meine eigene Jugend 
Kannst du aus diesem Umstand irgendetwas nützliches für die Situation ziehen? Nicht, dass du jetzt den Superpädagogenretter machst. Das ist Job der Eltern (oder Externer)… Aber - bist du vielleicht extern und akzeptiert genug, dass du mal ein Gespräch unter Männern führen kannst? Gerade vor dem Hintergrund, dass du selber auch kein Unschuldslamm warst? Um mal zu hören, was in dem Jungen eigentlich tickt und wie er sich das so vorstellt… Hilfreich finde ich bei solchen Gespräche eigentlich immer, wenn man die bei einem Spaziergang macht. Dann kann man auch mal ne Weile nebeneinander hergehen, ohne das etwas gesagt werden muss. Irgendwo weit weg im Wald, wo man auch mal aus der Haut fahren darf 
Funktioniert das nicht, dann musst du vor die
Tür gehen.
Dann ist die Mutter mehrmals täglich vor der Tür. Er wird
nicht gehen, er ist schwerer, größer und stärker als seine
Mutter.
Was dann?
Heyho! Interpretiere ich da jetzt rein? Was hat denn die Größe damit zu tun? Oder ist doch körperliche Aggression im Spiel?
Ansonsten war meiner auch schon mit 15 ein Kleiderschrank (zumindest mir körperlich überlegen). Das hat doch nix mit der eigenen Souveränität zu tun. (sollte es zumindest)
Das Spiel ist einfach: Findet die Diskussion in seinem Zimmer statt, dann geht sie. Findet sie in Gemeinschaftsräumen statt, notfalls auch - findet sie in ihrem Zimmer statt, muss klar sein, dass die eigenen Räume respektiert werden. (Das gilt natürlich auch für das Zimmer des Sohnemanns! Auch der muss da Hoheitsrecht haben - und notfalls Muttern rausschmeißen dürfen.)
Und ja. Ich würde im Zweifel lieber ein Dutzend Mal am Tag um den Block rennen, als ewig Krampfdiskussionen zu führen, die rein gar nix bringen! Übrigens ist um den Block laufen ein gutes Stichwort: unsere haben sich inzwischen auch angewöhnt, schon freiwillig mal ne Runde rauszugehen, wenn sie richtig aufgewühlt sind. Hinterher kann man wesentlich besser reden…
Nicht kochen und nicht waschen ist ne gute Idee. Allerdings
wird dann ein abschliessbarer Kühlschrank nötig sein, sonst
„verhungert“ die Mutter.
Dann lässt Muttern eben den Kühlschrank leer! Hier geht es darum, dass man eine gerade, konsequente Linie reinbringt. Muttern kann sich auch mal ein Brötchen ums Eck kaufen - und mal eine zeitlang nur einkaufen, was richtig gekocht werden muss. (Also nicht x Joghurtbecher und Bockwürste parat haben). Wenn Sohnemann dann gezwungen ist, selber richtig zum Kochtopf zu greifen, hätte das auch einen pädagogischen Wert 
Beispiel:
Er kommt viel zu spät heim, hat seine kleinen Jobs NICHT
erledigt und beginnt das Gespräch ohne „Hallo“ lautstark mit
„Wann gibts denn endlich Essen!“
Dann beendet sie sofort das Gespräch, Essen gibts dann auch
keins mehr. Ihm gehts schlecht dabei, aber das ändert sein
Verhalten nicht im Geringsten.
Das liegt m.E. aber eher an der allgemeinen Krampfkampfsituation. Deshalb hatte ich ja auch gesagt, das muss eingebettet sein.
Beispiel zurück: Was heißt „zu spät kommen“. Woher stammt die Uhrzeit? Hatte das festsetzen dieser Uhrzeit einen wirklich nötigen Grund (siehe mein anderer Beitrag - Punkte 1-4). Wenn ja, dann muss das im gemeinsamen Gespräch klar gemacht werden - und dann soll er sagen, wie er sich die Lösung vorstellt. Wenn nein, dann künftig solche Uhrzeiten nicht mehr festsetzen. Immer eingebettet in eine Gesamtlinie. Es hilft nix, nur an einzelnen Rädchen zu drehen. Bei so einem Krampf muss ein deutlicher Schnitt her.
Wichtig ist aber, dass das GEMEINSAM kommen muss. Der Junge ist zu alt, als dass man ihm DIE Lösung vorgibt. Außerdem soll er ja in die Verantwortung kommen. Dazu gehört, ihm klarzumachen, dass er auch Verantwortung für die Gesamtsituation trägt. - Allerdings sollte man ihm auch deutlich machen, dass man auch selbst Verantwortung trägt und muss sich dann auch als Mutter mal bewegen.
LG Petra