In dem neuen Buch von Ken Follett, habe ich den Ausdruck „Kommunikation machen“ gelesen.
Dieser Ausdruck war mir bisher nicht geläufig und ich habe mich gefragt, ob er stilistisch einwandtfrei ist oder eher umgangssprachlich. (Vergleichbar mit „Sinn machen“). Von meinem Sprachgebrauch hätte ich eher gesagt, dass man eine Konversation führt (und nicht macht).
Das Wort „machen“ bezeichnet eine Handlung, ist denn Kommunikation wirklich eine Handlung?
Vielen Dank schon mal im voraus
und viele Grüße
Boozer
Auch ohne Hallo!
In dem neuen Buch von Ken Follett, habe ich den Ausdruck
„Kommunikation machen“ gelesen.
Hier wurde ein englischer Ausdruck direkt ins Deutsch übernommen: To make a conversation.
Dieser Ausdruck war mir bisher nicht geläufig und ich habe
mich gefragt, ob er stilistisch einwandtfrei ist oder eher
umgangssprachlich. (Vergleichbar mit „Sinn machen“).
Das kommt auch aus dem Englischen: „that makes sense“
Im Deutschen heißt es eigentlich „das ist sinnvoll“. Aber wir haben diese Konstruktionen bereits so ins Alltagsdeutsch integriert, dass es keinem mehr auffällt.
Weiteres Beispiel: "not really" - „nicht wirklich“ heißt normalerweise „eigentlich nicht“. Sagt man inzwischen aber beides.
Von
meinem Sprachgebrauch hätte ich eher gesagt, dass man eine
Konversation führt (und nicht macht).
Im Englischen sagt man auch „to have a conversation“. Bald werden wir im Deutschen also auch Konversation haben! 
Das Wort „machen“ bezeichnet eine Handlung, ist denn
Kommunikation wirklich eine Handlung?
Nee, nee, lass mal. Logisch kannste hier nicht ansetzen
Vielen Dank schon mal im voraus
und viele Grüße
Boozer
Gruß zurück
von der
Flaschenpost
Ersteinmal muss ich mich für die fehlende Begrüßung entschuldigen^^ und will sie hiermit nachholen. -Hallo-
und mich gleich noch für die schnelle und gute Antwort bedanken
Hier wurde ein englischer Ausdruck direkt ins Deutsch
übernommen: To make a conversation.
Habe mir schon fast gedacht, dass es ein Anglozismus ist, kannte ihn allerdings noch nicht und mein Englisch ist nicht gerade das beste.
Eigentlich eine Frechheit, dass man in einem Buch für 28€ solche Schlampereien findet, aber der Verlag, bei dem das Buch erschienen ist, ist auch nicht wirklich gut.
Gruß Boozer
Hallo,
In dem neuen Buch von Ken Follett, habe ich den Ausdruck
„Kommunikation machen“ gelesen.
Hier wurde ein englischer Ausdruck direkt ins Deutsch
übernommen: To make a conversation.
Du setzt „communication“ gleich mit „conversation“?
Den Ausdruck to make a conversation kenn ich nicht, aber to make conversation (im Sinne von small talk) oder to have/conduct a conversation (Gespräch führen).
Dessen ungeachtet: Kommunikation macht man weder im Deutschen noch im Englischen - man kommuniziert.
Gruß
Kreszenz
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Hallo,
Das kommt auch aus dem Englischen: „that makes sense“
Im Deutschen heißt es eigentlich „das ist sinnvoll“. Aber wir
haben diese Konstruktionen bereits so ins Alltagsdeutsch
integriert, dass es keinem mehr auffällt.
Wie oft denn noch!
Der Ausdruck „Sinn machen“ existiert im Deutschen seit Lessing.
Und nein, ich bringe keine Belege mehr.
Dafür gibts das Archiv.
Nur weil ein Herr Sieck etwas behauptet, wird es noch nicht wahr.
Gruß
Elke
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Dieser Ausdruck war mir bisher nicht geläufig und ich habe
mich gefragt, ob er stilistisch einwandtfrei ist oder eher
umgangssprachlich. (Vergleichbar mit „Sinn machen“).
Das kommt auch aus dem Englischen: „that makes sense“
Nein, kommt es nicht. Die Phrase „Sinn machen“ ist in der deutschen Sprache seit rund 250 Jahren verbürgt und wurde schon von Lessing verwendet. Das einzige, was sich festellen lässt, ist, daß die Häufigkeit seit etwa 30 oder 40 Jahren zunimmt.
Im Deutschen heißt es eigentlich „das ist sinnvoll“.
Nein. „Das ist sinnvoll“ iswt nur eine von einer ganzen Reihe von ähnlichen Phrasen. „Das ergibt Sinn“ - „Das macht Sinn“ - „Das ist sinnvoll.“
Ein sehr lesenswerter Text dazu:
http://www.iaas.uni-bremen.de/sprachblog/2007/10/01/…
Gruß,
Max
3 „Gefällt mir“
Hallo!
In dem neuen Buch von Ken Follett, habe ich den Ausdruck
„Kommunikation machen“ gelesen.
Das erscheint mir sowohl im deutschen als auch im englischen ehjer ungewöhnlich. Kannst Du mal den ganzen Satz zitieren?
Von
meinem Sprachgebrauch hätte ich eher gesagt, dass man eine
Konversation führt (und nicht macht).
„Konversation“ kann sowohl im englischen als auch im Deutschen gemacht werden, wobei mir der Ausdruck „Konversation machen“ eher altertümlich erscheint - ich würde das Richtung „Benimmbuch 19. Jahrhundert“ verorten.
Das Wort „machen“ bezeichnet eine Handlung, ist denn
Kommunikation wirklich eine Handlung?
Ist Spaß eine Handlung? Freude? Vergnügen? Ist ein Scherz eine Handlung? Das sind alles Worte, die im Deutschen mit „machen“ verknüpft werden.
Gruß,
Max
Hallo,
du sprichst da genau das an, was mich die letzten Wochen wirklich aufregt.
Eigentlich eine Frechheit, dass man in einem Buch für 28€ solche Schlampereien findet, aber der Verlag, bei dem das Buch erschienen ist, ist auch nicht wirklich gut.
ich habe jetzt mehrere Bücher gelesen, bei denen ich mich gefragt habe, ob überhaupt ein Lektor in das Buch geschaut hat…
Man kann wirklich genau erkennen, welcher englische Begriff / welche Satzkonstruktion im Ursprungstext benutzt wurde, wenn man die falsche deutsche Übersetzung liest.
(Das bekannteste Beispiel, das mir dazu immer einfällt ist der Film „The tank“, der „Der Tank“ heißt, obwohl im ganzen Film ein Panzer die „Hauptrolle“ spielt. 
Naja, ich schieb es darauf, dass schnell Geld gemacht werden muss und man sich deshalb nicht genügend Zeit nimmt, Texte zu korrigieren.
Gruß
ShannonS
Hallo,
(Das bekannteste Beispiel, das mir dazu immer einfällt ist der
Film „The tank“, der „Der Tank“ heißt, obwohl im ganzen Film
ein Panzer die „Hauptrolle“ spielt. 
es mag ja sein, dass es Fälle gibt, auf die deine Aussage zutrifft. Das o.a. Beispiel ist aber m.E. kein taugliches Beispiel für eine schlechte Übersetzung - oder zumindest ein schwieriges.
Das Rüstungsprojekt der Briten zur Entwicklung von gepanzerten Kampfwagen trug zur bewussten Irreführung die Tarnbezeichnung „tank“, also „Wasserbehälter“, denn die Briten wollten nicht, dass der Gegner erfährt, dass sie Panzer bauen.
Und diese Bezeichnung hat sich bis heute erhalten, zumal sich mancher Sprecher entweder der „Verniedlichung“ oder „Verharmlosung“ erfreut; mancher findet es schlicht leichter als „AFV“ (armored fighting vehicle). Gleichwohl ist und bleibt die Doppeldeutigkeit im Begriff selbst angelegt.
Und so ist es doch abhängig vom Kontext, wie es nun genau übersetzt wird. Würden wir uns beispeilsweise gerade über Benignis „La vita e bella“ unterhalten, so würde ich absolut zustimmen, dass hier die Übersetzung „Panzer“ unerlässlich und zwingend ist.
Im vorliegenden Fall - nun kenne ich den von dir benannten Film „The tank“ nicht - würde ich aber meinen, dass dann, wenn sich die Handlung des Films an der Grenze des militärisch und zivilen Lebens abspielt, durchaus beide Übersetzungen möglich wären. Vielleicht wäre sogar - dann wenn es sich gerade nicht um einen Kriegs- oder Anti-Kriegsfilm handelt - sogar die „abgerüstete“ Form notwendig, da es angesichts der Hintergründe der deutschen Geschichte ohnehin eher schwierig wäre, einen Filmtitel „Der Panzer“ auf den Markt zu werfen.
Missverständliche Konnoationen wären da durchaus möglich.
MFG Cleaner
Hallo,
wenn die Industrie anfängt, Übersetzer anständig zu zahlen, können die sich mehr Zeit lassen und bessere Leute werden übersetzen.
Fat chance!
Gruß
Elke
Hallo Max,
Das erscheint mir sowohl im deutschen als auch im englischen
ehjer ungewöhnlich.
Dito.
Spät in der Nacht habe ich hier was anderes hingeschrieben, was du vielleicht noch in Mailbox hast. Nur zur Erklärung: den Ausdruck to make communication gibt es im Englischen nicht. Er klingt so schräg, dass ich, als ich das Post verfasste, von to make conversation ausging (der späten Stunde sei der Fehler gezollt).
Gruß
Elke
Das kommt auch aus dem Englischen: „that makes sense“
Nein, kommt es nicht. Die Phrase „Sinn machen“ ist in der deutschen
Sprache seit rund 250 Jahren verbürgt und wurde schon von Lessing verwendet.
Ohne im Kern – dass jeder, der mag, ›Sinn machen‹ gebrauchen soll, wie es ihm beliebt – widersprechen zu wollen, möchte ich doch einmal fragen: Inwiefern beweist eine weit zurückreichende Beleghistorie oder der Gebrauch bei einem älteren Schriftsteller, dass es sich bei einer bestimmten Wendung nicht um einen Anglizismus handelt? Auch im 18. Jahrhundert sprach und las man Englisch, wenngleich in anderem Umfang und anderen Kontexten als heutzutage. Dein deutliches ›Nein, kommt es nicht‹ erscheint mir insofern mit Blick auf die Quellenlage ungerechtfertigt. Es wird sich kaum be- und noch viel weniger widerlegen lassen, dass ›Sinn machen‹ seinerzeit in Analogie zu einer englischen Formulierung entstand. Dies ist auch, wie ich meine, gleichgültig. Aufseiten derer, die sich für eine kontextabhängige, synchrone Bewertung von Formulierungen aussprechen, sollte man sich nicht die eigene Argumentation zerreden lassen, indem man sich auf den willkürlichen Lackmustest einlässt, ob eine Formulierung gut oder böse (das heißt: ein Anglizismus oder keiner) ist. Was sich mit einiger Sicherheit sagen lässt, ist, dass gewisse Konstruktionen keine Innovationen der letzten Jahrzehnte sind – aber dann sollte man das auch genau so schreiben.
Gruß
Christopher
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Hallo,
kann denn der „wahre Zustand“ nicht vielleicht auch dazwischen liegen?
Und zwar in der Form, dass die im deutschen Sprachgebrauch nachgewiesene Form gewissermaßen für eine geraume Weile eher brach lag und angesichts der derzeit häufigen Verwendung von Anglizismen wieder an die Oberfläche gespült wurde? Beispielswiese in der Form, dass die eher ungewöhnliche Form „… machen“ nun leichter verwendet wird, da sie sich in den nunmehr neu geschaffenen Kontext leichter einzufügen scheint?
Teilweise lassen sich derart ja sogar auch „Verselbständigungen“ beobachten, wie beispielsweise „body bag“ oder „public viewing“.
MFG Cleaner
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Hallo!
Ohne im Kern – dass jeder, der mag, ›Sinn machen‹
gebrauchen soll, wie es ihm beliebt – widersprechen zu
wollen, möchte ich doch einmal fragen: Inwiefern beweist eine
weit zurückreichende Beleghistorie oder der Gebrauch bei einem
älteren Schriftsteller, dass es sich bei einer bestimmten
Wendung nicht um einen Anglizismus handelt?
Wenn Du gleichermaßen „Mauer“ und „Fenster“ als Latinizismen gelten lässt, dann gerne. Ich denke jedoch, daß es in der synchronen Betrachtung keinen Sinn macht, ein Wort oder eine Phrase, die sich derart ins Deutsche assimiliert hat, als Anglizismus zu klassifizieren. Natürlich ist es (diachron betrachtet) interessant, welche Geschichte eine Fügung hinter sich hat - aus dieser Geschichte aber noch Jahrunderte später Forderungen abzuleiten, wie sie in der popolären Sprachkritik mit dem Wort „Anglizismus“ verbunden ist, ist an den Haaren herbeigezogen. Wenn „Sinn machen“ mal aus dem englischen gekommen sollte, dann ist das heute nur noch von rein sprachhistorischem Interesse. Vermutlich dürften beide Phrasen aber auf die gemeinsamen Wurzeln von Englisch und Deutsch zurückgehen.
Anders zum Beispiel das Wort „Konversation“: Es ist mit Sicherheit auch ein alter Import, hat sich aber nie derart assimiliert; deswegen weißt es heute noch einige grammatikalische Besonderheiten auf. Hier ist es nicht nur von sprachhistorischer Bedeutung, daß das Wort mal importiert wurde.
Gruß,
Max
3 „Gefällt mir“
Hallo!
(Das bekannteste Beispiel, das mir dazu immer einfällt ist der
Film „The tank“, der „Der Tank“ heißt, obwohl im ganzen Film
ein Panzer die „Hauptrolle“ spielt. 
Wohl mit Absicht, weil die Konnotationen, die im Deutschen mit dem Wort „Panzer“ einhergehen, anders sind als diejenigen, die im Englischen das Wort „Tank“ begleiten. Bis in die 30er Jahre hinein gab es übrigens das Wort Panzer im Deutschen gar nicht, der allgemein gebräuchliche Ausdruck dafür war „Tank“.
Ich denke, durch die Übersetzung wollte der Autor klarmachen, daß es sich eben nicht um einen „deutschen“ Panzer ahndelt, sondern um einen „amerikanischen“ Tank. Eine „Datscha“ in einem russischen Roman kann man auch nicht zwangsläufig mit Ferienhaus übersetzen.
In skandinavischen Sprachen heißt der Panzer übrigens „stridsvagn“, also Streitwagen. Würde der Film dort spielen, müsste man vermutlich prüfen, ob die übersetzung „Der Streitwagen“ nicht eher der Intention des Autors gerecht würde.
Übrigens: Es gibt in Deutschland eigentlich keine „Wilden Erdbeeren“ - sie heißen nämlich Walderdbeeren. Das Wort „Walderdbeeren“ wäre dem Bergman-Film „Smultronstället“ aber kaum gerecht geworden, deswegen wählten die Übersetzer das eher ungebräuchliche „Wilde Erdbeeren“.
Übersetzen ist halt etwas mehr als nur ins Wörterbuch gucken. 
Gruß,
Max
3 „Gefällt mir“
Tach, Denker
stimme dir in der Sache zu und vergebe überdies einen Stern für kreative Ochtografie.
LG
stimme dir in der Sache zu und vergebe überdies einen Stern
für kreative Ochtografie.
Seufz. Eigentlich sollte ich gerade meine Steuererklärung machen. Schlimm genug, daß ich stattdessen Postings schreibe. Dem schlechten Gewissen geschuldet ist eine gewisse Hetze beim Tippen und Durchlesen. :-/
Mea culpa.
Gruß,
Max
Hallo!
Nur zur Erklärung:
den Ausdruck to make communication gibt es im
Englischen nicht. Er klingt so schräg
Möglicherweise haben wir es also nicht mit einem schlechten Übersetzer zu tun, sondern mit einem guten, der versucht hat, diese „Schrägheit“ zu bewahren. 
Ach, das Leben ist so schön, wenn man den Dingen auf den Grund geht. 
Gruß,
Max
Oje, Max
—jetzt sag bitte nicht „popolär“ sei keine Absicht gewesen!
viel Spaß beim Steuer erklären !
—jetzt sag bitte nicht „popolär“ sei keine Absicht gewesen!
Doch.
Ich tippe mit zwei Fingern etwa 150 Anschläge pro Minute. Da passiert so etwas.
viel Spaß beim Steuer erklären !
Naja … 
M.