Hallo Leute!
Ich weiß zwar, dass ihr mir keine Antwort für meine Probleme geben könnt. Ich will einfach mal nur hören, was andere dazu sagen, um mir vielleicht selbst klarer zu werden. Das ist nämlich mein Hauptproblem, meine Unklarheit über mich selbst. Und überhaupt, das ganze Wirrwarr muss einfach mal raus aus meinem Kopf, obs wer liest oder nicht. Achja, und ich poste das extra nicht ins L&L.
Also, die Situation ist die, dass ich seit Jahren jemanden liebe, wirklich von tiefstem Herzen, aber immer dachte, keine Chance bei ihr zu haben. Ich habe diese Liebe oft unterdrückt, d.h. wollte vom rationalen her nicht lieben.
[Anm: Habe das vorher schoneinmal getan und es so geschafft, eine unglückliche Liebe in mir totzukriegen - und habe mich später für diese Fähigkeit verdammt, Ich konnte nämlich bald auch andere Gefühle einfach ausschalten, und das tat ich, bis ich überhaupt keine Gefühle mehr hatte - denn wenn man nichts negatives mehr fühlen kann, kann man auch keine positiven Gefühle mehr empfinden. Zum Glück bin ich aus dieser Situation wieder herausgekommen, einigermaßen jedenfalls. Ich versuche seit geraumer Zeit nicht mehr willentlich auf diesem Wege mein Inneres zu regeln, aber es passiert immer noch manchmal - auch wenn ich auf dem Weg der Besserung bin - dass, gleich einem Wackelkontakt, ich für ein paar Tage , Stunden, oder Wochen überhaupt nichts mehr empfinde, als wäre die Welt ein Film, den ich von außen anschaue, der mich nichts angeht. Zu Beginn meiner „Gesundung“ waren es nur einzelne Augenblicke, oft überhaupt nichts bedeutendes, die mich plötzlich glücklich machten, scheinbar ohne Anlass, gegenüber tausenden Augenblicken, in denen ich dachte, glücklich sein zu müssen (von der Situation her), aber NICHTS spürte. Mich aber seltsamerweise so verhielt, als würde ich fühlen. Das schreibe ich hier nur so ausführlich, weil das wohl ziemlich zusammenhängt mit meiner jetzigen Problematik.]
Hm, weiter zur jetzigen Situation: Während ich so hoffnungslos verliebt war - diese Liebe liess sich zu meinem riesigen Glück nicht so einfach unterdrücken wie die vorherige, kam immer wieder hoch - hatte ich das dringende Bedürfnis, einfach in den Arm genommen zu werden, nach reiner Zärtlichkeit. Aus diesem Grunde fing ich eine Beziehung an mit einer, die scheinbar in derselben Situation war wie ich, wohl auch grade wo abgeblitzt. Wir passen auch von den Interessen her perfekt zusammen, von außen ist das eine Liebe fürs Leben gewesen. Für mich nicht. Es war wunderschön, aber ich hatte immer das Gefühl, meine eigendlich Geliebte zu betrügen. Gleichzeitig wurde aber auch meine Beziehung sehr, sehr wichtig. Es entwickelte sich auch hier ein starkes Anziehungsgefühl, anders, aber stark.
Tja, und nun, vor wenigen Wochen, zeigte sich, dass Träume entgegen aller Erwartungen doch manchmal wahr werden. Ich bin mit meiner ursprünglich großen Liebe zusammengekommen. Es war das erste Mal, dass ich wirklich wochenlang wieder glücklich sein konnte.
Habe meine vorherige Beziehung beendet. Es war alles andere als einfach, sie liebt mich sehr, und es war schrecklich, zu wissen, dass ich sie verletze wie ich garnicht schlimmer könnte, und nichts dagegen tun zu können. Gut, ich hätte damals nichts mit ihr anfangen sollen, aber jetzt ist es so. Trotz der Situation können wir noch sehr vernünftig miteinander reden. Sie leidet. Und ich - ich habe das Gefühl, auch in sie verliebt zu sein, auf eine ganz andere Weise. Will sie in den Arm nehmen, trösten. Aber das geht doch nicht, ich kann doch nicht plötzlich beide lieben. Garnichtmal gleichzeitig, scheinbar stündlich abwechselnd, und dazwischen garnichts. Ich würde so gerne sagen, gut, bin ich nur noch mit ihr gut befreundet, beste Freunde und schluss. Oder ich würde gerne sagen: Was hat es denn für eine Bedeutung, wie man die Beziehung zwischen zwei Menschen bezeichnet, Liebe oder Freundschaft oder was auch immer, was wichtig ist ist die Anziehung, und die fühlt sich bei jeder Beziehung anders an, man sollte doch einfach nur seine Gefühle ausdrücken können. Aber das scheint mir zu einfach, wahrscheinlich nur eine Ausrede gegenüber mir selbst, mich nicht entscheiden zu müssen.
Jetzt habe ich einen halben Roman geschrieben, und es erscheint mir alles einfach nur banal und kindisch, aber ich weiß nicht, wie ich mit mir umgehen soll. Und es ist nur ein Bruchteil von dem, was in meinem Kopf schwirrt. Meine Lehrer hatten wohl Recht damit, dass ich nicht auf den Punkt kommen kann. Danke an alle, die bis hier gelesen haben.
Liebe Grüße,
Thomas
