Kein Abnehmen trotz Sport und wenig Essen

Hallo, liebe Forumsteilnehmer,

Vielleicht könnte mir jemand helfen und einmal eine Auskunft geben zu einer Besonderheit, die meine Frau zum Verzweifeln bringt. Ich schreibe dieses noch ohne Ihr Wissen.

Meine Frau 52, 1,70, mittlerweile so etwa 70kg , vom Typ und der Einstellung her immer gut drauf, war bis vor einigen Jahren mit Ihrer Figur und auch dem Gewicht zufrieden. Doch seit etwa 5 Jahren geht das Gewicht nach oben, etwa 6 kg in etwa 4-5 Jahren. Ich weiß, viele wären damit zufrieden, jedoch geht das ganze um die Tendenz, um das Abdriften.

Das eigenartige ist dabei.

Auch nach einem gemeinsamen 3-4 wöchigen Urlaub vor Jahren in Thailand auf eigene Faust mit Rucksack und so ( also kein Hotelaufenthalt mit pool) mit viel Reis und Früchten hat sie nur 500 gr. abgenommen.

Nach einer 1- wöchigen Nulldiät, Heilfasten vor etwa 2 Jahren hat sie tatsächlich 0 Gramm! abgenommen.

Seit etwa 1 Jahr geht sie in ein Fitness- Center, trainiert dort 35 min. am Crosstrainer und dann noch 1,5 Stunden an den Geräten. Das ganze nicht einmal auf einer geringen Belastung, sondern , verglichen mit Gleichaltrigen, meist auf höherer Belastung und längerer Dauer. Und das etwa 3 mal pro Woche. Gewichtsabnahme war Null, man dachte, dass ist die Gewichtszunahme durch Bildung von Muskelmasse.
Doch weit gefehlt. Heute erzählte Sie mir, dass trotz dem 1 Jahr Aufenthalt im Fitness-Club der „Fettgehalt“ um 1,5 % nach oben ging. Als ich ihr entgegnete, die Messungen seien nicht so genau und auch nicht reproduzierbar, stellte sie klar, dass auch Anproben beim Kleidungskauf die Tendenz nach „oben“ bestätigten. Nicht an den Muskeln, sondern vor allem am Po und Ringsrum.

Frühstück nimmt sie seit einigen Wochen gar nicht mehr, Zucker seit Jahren nicht, sonst Joghurt und manchmal normales Essen. Ich kann bestätigen, dass sie seit etwa einem Jahr die Essgewohnheit stark geändert (reduziert) hat, obwohl sie vorher auch nicht unbedingt „gevöllert“ hat.

Zur Ergänzung sei noch erwähnt, dass sie 50 mü Gramm/ Tag Schilddrüsentabletten einnimmt. Die Blutwerte wurden vor etwa 3 Monaten für i.O. befunden.

Ich betrachte sie ironisch als medizinisches Wunder, wohlwissend , dass so was nicht existiert.

Weiß jemand einen Ansatz, evtl. ein spezielles Forum, wo man so was diskutieren kann.

Vielen Dank für die Hilfe

Gerd

Guten Abend Seebaer01,

jeder Mensch hat einen persönlichen Energiebedarf, welcher sie aus Grundumsatz (Temperaturerhalt, Atmung, Blutkreislauf, Verdauung usw.) und Leistungsumsatz (physiologische Aktivitäten) zusammensetzt.

In der heutigen Diätik wird dieser nicht mehr in Kilokalorien sonden in Kilojoule angegeben (1Kcal = 4,19kJ)

Mit den statistischen Daten und den genannten sportlichen Aktivitäten hat deine Frau wahrscheinlich einen Gesamtumsatz von:

(ohne Aufzeichnung einzelner Berechnungen)
Grundumsatz: 5974J/Tag
Leistungsumsatz: 2916kJ/Tag

Gesamtenergiebedarf: 8890kJ/Tag

Der errechnete BodyMassIndex beträgt: 24,2 (praktisch vorbildlich)

Deine Frau ist also definitiv nicht übergewichtig.

Durch den (für Frauen) sehr hohen Grundumsatz dürfte sie theoretisch keine Probleme haben, weniger Energie aufzunehmen, als zu verbrauchen.
Dies nennt die Diäteik: negative Energiebilanz

U.U. kann die Schilddrüsenunterfunktion zu einem verringerten Grundumsatz führen, jedoch ist es äußerst unwahrscheinlich, dass dies allein Ursache der Abnahmeprobleme ist.
Auch starke Hormonschwankungen können zu einem veränderten Stoffwechsel führen. Z.B. durch Hormonpräparate Verursachte, wie die Antibabypille.

Fest steht: Eine negative Energiebilanz (mehr Verbrauch als Zufuhr) führ zwangsläuflig zur Rückbildung von Fettzellen.

Eventuell wäre die Führung eines Essenstagebuch empfehlenswert. So können auch Nährstoffdefizite entdeckt werden.

Radikale Diäten wie Nulldiät, kohlenhydratfreie Diäten usw. gelten in der Diätik ohne ärztliche Anordnung als grundlegend gesundheitsgefährdent. Zudem sind sie im Resultat nur sehr selten befriedigend.
Lediglich in der Pseudowissenschaft werden diese Diäten immer wieder neu erfunden. Doch auch gestandene Professoren treten häufig in den Medien mit ,neuen, alles verändernden Erkenntnissen" auf. Dies deshalb, weil die Ernährungswissenschaft zwar immer wieder neue Erkenntnisse bringt, jedoch selten für Laien interessante.

Zum erwähnten gemessenen Fettanteil ist zu sagen, dass normale Fettwagen nur äußerst verschwommene Ergebnisse anzeigen. Durch sportliche Aktivität entstehen Muskelzellen, welche schwerer als Fettzellen sind. Dadurch kann das Gewicht teilweise stark zunehmen.
Dementsprechend erweitert sich dadurch auch der Körperumfang an Stellen, welche besonders trainiert werden.

Ich wünsche deiner Frau und dir auch ohne Abnahmeerfolge ein gutes Lebensgefühl!

Grüße,

Jacob

Stimme dem voll und Ganz zu…bis auf den BodyMass Index. Denn dieser ist definitv kein Gradmesser für ein optimales Gewicht, da er nicht den Fettanteil berücksichtigt.

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Hallo, Seebaer,
hat sie denn eine Schilddrüsenüber- oder unterfunktion? Ich selbst hatte wohle jahrelang (jahrzehntelang?) eine Überfunktion, die nicht festgestellt wurde. Ich konnte essen wie ein Mann, habe null Sport gemacht und nicht zugenommen (Freunde meinten immer scherzhaft, ich hätte wohl einen Bandwurm). Vor einigen Jahren hatte ich tierisch Stress, aß noch mehr und nahm heftig ab (51 kg bei 1,67m), dass mein Umfeld dachte ich hätte Bulimie. Nun nehme ich Tabletten, esse wie zuvor viel, mache kein Sport und nehme leicht zu. Zudem kommt sicherlich eine Umstellung des Stoffwechsels (angeblich ja alle 7 Jahre) hinzu (bin jetzt knapp 42 da verändert sich der Körper).
Vielleicht normalisieren die Tabletten ja ihren Stoffwechsel so sehr, dass sie nun „normal“ zunimmt und sich der Körper einfach verändert. Ich hoffe, ich konnte dir einen Ansatz geben.
sandstrand

Hallo,

meiner Mutter ging es ähnlich. Jetzt hat sie mal ein Stoffwechselscreening machen lassen (vom Heilpraktiker) und hält sich nun an eine bestimmte Diät. Sie darf zum Beispiel kein Weizenmehl und kein Schweinefleisch essen, weil sie das nicht richtig verdaut/verstoffwechselt. Seit sie sich an ihre Ernährungstabelle hält (viel basische Lebensmittel und nebenbei etwas Sport), hat sie schon richtig viel abgenommen und ein echt gute Figur gekriegt. Sie ist seit ca. 20 Jahren das erste Mal wieder zufrieden mit ihrem Körper. Vielleicht wäre das auch eine Alternative für Deine Liebeste?

LG von Suse

hallo seebär,

und warum muss sich dann deine frau quälen? sie hat normalgewicht, legt im normalen rahmen wegen ihres fortschreitenden alters zu, erfreut sich gesundheit und aktivität usw.
warum dann der ganze quatsch?
essen und trinken bestimmen eben nicht ausschließlich über die energiebilanz die figur, sondern hunderte andere faktoren.
in der mehrzahl der fälle ist dies genetisch bedingt, den rest teilen sich unterschiedlichste faktoren.
millionen andere frauen würden sich wünschen, in der situation deiner frau zu sein.
waage wegwerfen und das leben genießen!

strubbel
#:open_mouth:)

Hi Strubbel!

Sternchen - du hast so verdammt Recht!

Beate