am Anfang war es Horror!
Ich weiss nicht, ob es Dir hilft, aber ich kann mich noch gut an diese Zeit erinnern.
Mit 11 aufwärts hatte ich eine unausstehliche Phase, ich belegte meinen Vater mit Schimpfwörtern, die ich heute nicht mal ansatzweise verwenden würde, bei meiner Mutter (eher der dominate Part in der Erziehung) riss ich mich eher zusammen, um nicht ein paar auf die Löffel zu kriegen.
Ich selber fand die (Anfangs)zeit sehr wechselhaft, schrecklich, fühlte mich innerlich und äusserlich total unausgeglichen.
Man wollte nur noch bei Freunden abhängen, sich von den ‚Oldies‘ nichts mehr sagen lassen. Da ich wusste, bei meinen Vater konnte ich es machen, liess ich meist meinen Frust verbal lautstark an ihm aus. Selbst wenn ich es kurz danach bereute, ich konnte nicht anders…Diese Phase lies mit 14 nach, und ich wurde ruhiger, auch gefühlsmäßig.
Einmal, als ich in Gegenwart meiner Mutter wieder aus vollem Rohr schoss, konnte ich mir aber was anhören, ob sie das verdient hätten, Eltern ehren usw. Mit tat es ja auch leid, aber dieser Sturm der in einem herrschte ist voll schrecklich!
Erinnert ihr euch denn nicht an die Anfangszeit eurer Jugend?
Wenn man mitkriegt, dass man selber denken kann, entscheiden kann, und vor allen Dingen, dass die Eltern NICHT perfekt sind??
(mag zwar etwas lächerlich klingen, aber wenn die Autoritätswelt einen Knacks kriegt, tritt Kind doch gern dagegen, nach dem Motto: ‚Was soll ich noch da? Predigen Wasser und trinken Wein! Ich brauch neue Vorbilder!‘)
Was machen denn die Eltern von der Tochter, hat sich etwas in ihren sozialen Umfeld verändert, ist wer gestorben, ein Elternteil arbeitslos geworden, Umzug, 'Zwangs’urlaub…Mutter kauft noch Sachen für das Mädchen (was sie nicht mehr will), wird das Mädchen schon in die Mitbestimmung miteinbezogen (eben bei solch simplen Sachen wie Kleidung)?
Viele Faktoren können dem Mädchen auf den seidenen Faden stechen, der sie von brav-sein (=Vernunft) zum aufmüpfig sein trennt. Für die Erwachsenen-Welt meist gar nicht sichtbar.
Ich würde versuchen, ihre Schimpfattacken zu überhören (hat mein Vater ebenfalls gemacht, er drehte sich weg, ‚überhörte‘ es, blieb dennoch meist freundlich; irgendwann hatte ich ein hundsmiserables schlechtes Gewissen, dass noch heute an mir nagt, ‚Wie konnte ich nur?!‘), sachlich zu bleiben; die Kerbi hatte doch mal hier einen schönen Artikel, wie sie sich versuchte mit ihrer Tochter neutral auseinander zu setzen, Meinungen zu akzeptieren…(Archiv?)
Und wenn die Tochter noch nicht zuhören will, oder besser gesagt, zuhören kann, dann gebt ihr Zeit. (wie leicht gesagt)
Sie müsste zur Vernuft kommen, spätestens so ab 16, wenn der ‚Verstand‘ wieder einsetzt.
Klar, vorausgesetzt, sie ‚entgleist‘ ihren Eltern nicht. (harte Drogen, schwanger etc.) Deshalb müssen auch feste Regeln herrschen, und wenn sie noch so rumspuckt, solang sie noch keine 16 (oder strenger 18) Jahe ist, obliegt sie der Obhut der Eltern.
Oh je, was soll man da noch sagen…der Tochter alles gute wünschen, dass sie diese Zeit gut und schnell übersteht.
Ich würde um nichts in der Welt da nochmal anfangen (wie gesagt, ich empfand das ‚Anfangsfeuer‘ ziemlich schlimm), wem geht das nicht so?
Grüsse,
Nicole