Kettenreaktion 30.sep1999?

hallo,
sorry ich versteh nur Bahnhof
-was ist passiert im japanischen Atomkraftwerk?
offiziell bzw. mutmaßlich
danke
Friedrich

Hi,

also ich versuch mal das wirre Gelabere aus den Nachrichten etwas zu sortieren. Keine Garantie, dass das alles so stimmt, dazu gibt es noch zu wenig Informationen.

1.) der Unfall ist in keinem Atomkraftwerk sondern in einer Brennelementefabrik passiert.

2.) Vermutliches Geschehen:

a) Vorbemerkungen:
Der Brennstoff fuer Atomkraftwerke ist das Uran-Isotop 235. In der Natur kommt jedoch hauptsaechlich das nicht spaltbare Isotop Uan 238 vor. In natuerlichem Uran betraet der Anteil von U-235 etwa 0.8 %. Brennelemente in Leistungsreaktoren muessen jedoch mindestens 3% U-235 enthalten, die Brenelemente fuer Forschungsreaktoren haben eine Anreicherung von etwa 20% U-235, und Hochleistungsreaktoren und Atomwaffen verwenden Uran mit einer Anreicherung von > 90% U-235.
In dieser Brenelementefabrik in Japan wird nun diese Anreicherung durchgefuehrt. Dazu wird das Natururan zunaechst in die gasfoermige Verbindung UF6 (Uranhexaflourid) umgesetzt. Dieses Gas wird dann in Hochleistungszentrifugen gefuellt um eine Trennung der verschieden schweren Isotope zu erreichen. Nach diesem Prozess wird durch Zusatz von Wasser das UF6 in UO2 umgewandelt.

b) Was ist eine Kernspaltung, was Kritikalitaet:

Bei der Kernspaltung fallen die Urankerne auseinander in zwei etwa halb so schwere Kerne, die allerdings radioaktiv sind. Dieser Kernzerfall wird durch Neutronen ausgeloest. Diese Neutronen stammen aus der natuerlichen Hoehenstrahlung und zu einem kleinen Teil auch aus dem Uran selbst. Bei der Spaltung enstehen 2 bis 3 weitere Neutronen, die ihrerseits wieder weitere Kernspaltungen ausloesen koennen.
Falls genug Urankerne vorhanden sind und diese dicht genug beieinanderliegen, so tritt eine sogenannte Kettenreaktion auf, das bedeutet es werden so viele Neutronen bei der Kernspaltung produziert wie auch bei der Kernspaltung anderer Kerne verbraucht werden.
Man spricht dann von Kritikalitaet. Die Menge Uran, die benoetigt wird, um die Kritikalitaet zu ereichen heisst die „kritische Masse“.
Falls mehr Neutronen produziert werden als bei der weiteren Kernspaltung verbraucht werden, so spricht man von einer ueberkritischen Reaktion, diese tritt bei der Explosion von Atombomden auf.

Eine Randbedingung ist noch zu beachten. Nicht alle Neutronen, die bei der Kernspaltung freiwerden sind auch in der Lage, weitere Kerne zu spalten. Sie muessen zunaechst abgebremst werden. Ein solcher Moderator, der das Abbremsen bewirkt ist zum Beispiel Wasser, welches auch fuer die chemische Umsetzung, bei der der Unfall eingetreten ist, benoetigt wird, also planmaessig dem Uran zugesetzt wurde.

c) Was ist passiert?

So wie es aussihet wurde zu viel Uran in den Behaelter gefuellt, in dem die chemische Umsetzung passieren sollte. Gesprochen wird von einer Menge zwischen 6 und 16 kg Uran. Dies ist weitaus weniger als in Atomkraftwerken eingesetzt wird. Angeblich wurde ein „blauer Blitz“ beobachtet, dies ist die sogenannte Cherenkov-Strahlung, die bei Kernzerfaellen auftritt. Dabei werden aus dem Atomkern Elektronen abgegeben, die schneller fliegen als die Lichtgeschwindigkeit im Wasser (Die Lichtgeschwindigkeit im Wasser ist kleiner als die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum, welche laut Einstein nicht ueberschritte werden kann). Diese schnellen Elektronen werden nun abgebremst und geben ihre Bewegungsenergie als blaues Leuchten ab. Das Auftreten dieser blauen Strahlung weisst auf eine Kritikalitaet hin.

d) Welche Gefahren enstehen dadurch?

Zunaechst einmal treten in unmittelbarer Naehe der Kernreaktion grosse Strahlendosen auf, die fuer das Personal in der naeheren Umebung (was genau unter „naeherer Umgebung“ zu verstehen ist haengt davon ab wieviel Uran und in welcher Anreicherungsstufe beteiligt ist) toedlich sind. Ein Grossteil dieser Srahlung wird jedoh bereits von den Gebaeudemauern bzw. der Luft abgeschirmt. Generell ist bei solchen Unfaellen Abstand der beste Schutz, die Strahlendosis sinkt mit dem Quadrat des Abstandes.
Eine weitere Gefahr geht von dem UF6 aus, welches zum einen radioaktov ist, jedoch auch ein starkes Gift darstellt (Uran ist ein Schwermetall). Es muss also auf jeden Fall verhindert werden, dass UF6 freigesetzt wird. Allerdings ist UF6 sehr instabil, so dass es bei einer Freisetzung sofort mit der Luftfeuchtigkeit reagiert und damit auch nur im Umkreis von einigen Kilometern eine Gefahr darstellt.
Bei einer Kernreaktion entstehen radioakive Spaltprodukte, die teilweise ebenfalls gasfoermig sind (das kennen wir alle noch von Tschernobyl, Iod, Caesium, Radon, Xenon etc.). Da jedoch nur geringe Mengen Uran an dem Vorfall beteiligt sind duerften nicht allzu viele Spaltprodukte freiwerden.

Fazit: Anhand der derzeit (22 Uhr) vorliegenden Informationen ist von einer erheblichen lokalen Srahlungsgefahr auszugehen, die sich jedoch auf das Btriebsgelaende und die naehere Umgebung beschraenkt, Auswirkungen in Europa sind zur Zeit nicht zu erwarten. Die groesste Gefahr bei einem solchen Kritikalitaetsunfall, eine Kernexplosion ist gluecklicherweise nicht eingetreten, dadurch ist die groesste Gefahr bereits gebannt.
Solch ein aehnlicher Unfall ist uebrigens auch in den 80er Jahren im damaligen Jugslawien aufgetreten. Damals wurden Brennelemente montiert und es standen zu viele Leute um den Brenstoff herum. Ein menschlicher Koerper ist ein hervorragender Neutronenmoderator, dadurch entstanden genug der sogenannten thrmischen Neutronen und es kam zur Kritikalitaet.

e) Moegliche Gegenmassnhamen:

  • Stoppen der Kernreaktion durch neutronenabsorbierende Materialien (Borsaeure, Cadmium).

  • Stoppen der Kernreaktion durch entfernen des Wassers. Die Neutronen werden dann nicht mehr abgebremst und koennen keine weiteren kerne mehr spalten. Dies wird wohl derzeit in Japan versucht. Gefahr hierbei: Ueberhitzung des verbleibenden Urans und dadurch Entstehen eines Brandes.

  • Verhinderung der Freisetzung von radioaktivem Material durch Verschliessen des Gebaeudes.

  • Abfuehren der bei der Kernspaltung und durch die Spaltprodukte entsehende Waerme.

Soweit meine Zusammenfassung der Lage anhand der frei zugaenglichen aktuellen Informationen aus Japan. Meine Einschaetzug ist keineswegs endgueltig und kann sich durch neue Informationen aendern. Trotzdem ist mit einer Gefaehrdung fuer Europa nicht zu rechnen, schon wegen des grossen Abstandes und der vergleichsweise kleinen Menge an spaltbarem Material.
Ich gehe jetzt jedenfalls ruhig schlafen.

Joern

Hallo, wünsche wohl geruht zu haben.

Super Antwort, dickes Lob!

Wie ich heute früh den Nachrichten entnommen habe, ist es gelungen, Borsäure unters Uran zu mischen.

Ich habe aber noch eine Frage: Das nötige Volumen zum Erreichen kritischer Massen bei bekannter Anreicherungsstufe ist bekannt und die Behälter sind so konstruiert, daß ein Überschreiten der kritischen Masse garnicht möglich ist. Eigentlich. Wie konnte das dennoch passieren ?? Soweit ich weiß, ist die gesamte Verfahrensplanung so abgestimmt, der Anlagenbau und alles andere, außerdem ist das ja auch ein Routinebetrieb, wo nicht jeden Tag neue Behälter „ausprobiert“ werden und die Leute sind entsprechend ausgebildet. Hmmm, was bedeutet das für andere Anlagen, in denen mit hochspaltbaren Stoffen gearbeitet wird ?

Noch eine Frage: Zwei (drei) Arbeiter sollen massiv verstrahlt worden sein. Sie seien inzwischen wieder bei Bewußtsein, die Überlebensaussichten sind sicher nahe Null. Warum habe sie das Bewußtsein verloren ? Ich kann mir nicht vorstellen, daß der Verlust des Bewustseins eine unmittelbare, direkte Folge der Strahlenexposition ist.

Grüße
Jochen

Moin erstmal,

da sprichst Du ein entscheidendes Problem an. Sicher hast Du recht, das wo immer moeglich durch bauliche und organisatorische Massnahmen verhindert werden muss, dass es zu einer Kritikalitaet kommt. Aber wie ueberall gilt leider auch in der Kerntechnik, dass sich, wenn man eine idiotensichere Anlage konstruiert hat, sich ganz schnell ein noch groeserer Idiot finden wird. Und gerade Japaner sind ja fuer ihren Einfallsreichtum bekannt :smile:
Nee, jetzt mal Scherz beiseite, das Problem bei dieser Reaktion ist nunmal, dass Du mit einem Gas anfaengst und mit einem Feststoff aufhoerst, sich also das Volumen waehrend der Reaktion vermindert, der Behaelter muesste also mitschrumpfen um ein Ueberfuellen zu vermeiden. Das Problem ist auch nicht so sehr das gasfoermige UF6 selber, das hat eine so geringe Dichte das es selbst bei 100% Anreicherung nicht kritisch wird, allerdings hat der sich bildende Feststoff eine weitaus hoehere Dichte, sprich mit Fortschreiten der Reaktion sammelt sich immer mehr Uran an und irgendwann hat sich die kritische Masse abgeschieden. Es hat also vermutlich nicht gleich beim Befuellen geblitzt sondern erst mittendrin irgendwann. Ob das nun ein defektes Ventil, ein unaufmerksamer Mitarbeiter oder ein Depp war der nicht kapiert hat was er da eigentlich macht, wird zur Zeit untersucht.

Dieser Fehler des zu viel Einfuellens ist jedoch eher selten, haeufiger kommt es zu Kritikalitaetsunfaellen, durch falsches stapeln von Behaeltern, sei es das beim Transport etwas verrutscht oder der Gabelstaplerfahrer noch ein bischen Platz schaffen will oder dergleichen. Behaelter mit spaltbarem Material muessen daher (zumindest in Europa) mit Abstandshaltern versehen sein, so dass man sie nicht zu nahe zusammenstellen kann. Aber auch das hilft nicht dagegen, dass irgend ein Schlauberger solche Sicherungen abmontiert. Dagegen hilft nur Schulung der Mitarbeiter, was die Japaner allem Anschein nach vernachlaessigt haben.

Warum habe sie das Bewußtsein
verloren ?

Dazu sollte sich vielleicht ein Mediziner aeussern, aber das Nervensystem wird auch durch Strahlung angegriffen. Eine andere denkbare Ursache ist sicher Schock, so einen blauen Blitz erlebt man ja nicht jeden Tag und vermutlich ging die Sache auch nicht ganz geraeuschlos von sich. Hohe Strahlendosen fuehren auch zu Verbrennungen mit Fluessigkeitsverlust, Schmerzen …

Also es gibt sicher genug moegliche Erklaerungen warum ein Arbeiter, der sich grad ins Jenseits gebeamt hat in Ohnmacht faellt, ohne jedoch die genauen Umstaende und aufgetretenen Strahlendosen zu kennen, laesst sich das abschliessend nicht beantworten.

Schoenes Wochenende

Joern

Ich bin begeistert …
Toll erklärt, ausführlich geantwortet …

Also wenn es hier mal so einen Award zu gewinnen gibt wie im Fernsehen, dann schlage ich dich vor !!!

Thanx für die Weiterbildung

Greetinx Latze

Also wenn es hier mal so einen Award zu
gewinnen gibt wie im Fernsehen, dann
schlage ich dich vor !!!

Und ich geb’ Dir sofort meine Stimme.

Kann Latze nur zustimmen, tolle Antwort.
Klar nachvollziehbar, detailiert und trotzdem, denke ich, noch für jeden verständlich.

Woher hast Du diese Detailkenntnisse? Warum tauchst Du nicht im Fernsehen auf? Die Typen, die dort als sogenannte Experten inverviewt werden haben doch offensichtlich viel weniger Ahnung als Du.

Gruß
Werner

Kann Latze nur zustimmen, tolle Antwort.
Klar nachvollziehbar, detailiert und
trotzdem, denke ich, noch für jeden
verständlich.

Besten Dank fuer die Blumen, aber das ist nun mal mein Job. Bei uns gibt es jedes Jahr einen Wettbewerb mit dem Titel „Verstaendliche Wissenschaft“ ubnd danher werden wir drauf getrimmt Sachen so zu erklaeren, dass sie auch Klein-Fritzchen versteht.

Woher hast Du diese Detailkenntnisse?

Studium, Taetigkeit als Strahlenschutzbeauftragter, Arbeit an nem Forschungsreaktor, Interesse am Thema usw.

Warum tauchst Du nicht im Fernsehen auf?

Um im Fernmsehen zu erscheinen braucht man vor allem einen Namen und man muss natuerlich das sagen was die jeweillige Sendung hoeren will. Zum zweiten besteht bei Interviews mit den Medien die grosse Gefahr, dass man falsch verstanden oder zitiert wird und die wirklichen Expert wollen halt nicht riskieren, sich vor ihren Kollegen laecherlich zu machen. Und ein „echter“ Wissenschaftler ueberprueft lieber alles zehnmal, bevor er oeffentlich ein Statement abgibt, nur meist interessiert sich dann keiner mehr dafuer, weil das Thema schon erledigt ist.

Die Typen, die dort als sogenannte
Experten inverviewt werden haben doch
offensichtlich viel weniger Ahnung als
Du.

Naja so pauschal wuerde ich das nicht sagen.

Joern

danke Jörn,
super Antwort!!!
Friedrich

Dieser Fehler des zu viel Einfuellens ist
jedoch eher selten, haeufiger kommt es zu
Kritikalitaetsunfaellen, durch falsches
stapeln von Behaeltern, sei es das beim
Transport etwas verrutscht oder der
Gabelstaplerfahrer noch ein bischen Platz
schaffen will oder dergleichen. Behaelter
mit spaltbarem Material muessen daher
(zumindest in Europa) mit Abstandshaltern
versehen sein, so dass man sie nicht zu
nahe zusammenstellen kann. Aber auch das
hilft nicht dagegen, dass irgend ein
Schlauberger solche Sicherungen
abmontiert. Dagegen hilft nur Schulung
der Mitarbeiter, was die Japaner allem
Anschein nach vernachlaessigt haben.

Wo du mir dieses Thema nun soooo schmackhaft gemacht hast kannst du jetzt nicht einfach ins Wochenende, es sei denn du rufst diese Site von zu Hause aus ab !!! :wink:
Wieso ist ein Stapeln dieser Behälter mit mangelhaftem Sicherheitsabstand kritisch ???
Spielen Berührungen eine Rolle (Kapazitäten) ???
Oder kann ich daraus schließen, daß dieser Behälter eben nicht ganz soooo dicht ist wie er nach meinem Verständnis (100%) sein sollte ???

Versteh´ mich nicht falsch … ich bin kein Grüner oder dergleichen, der deine Antwort gleich morgen in der Zeitung veröffentlicht, ich habe nur mittlerweile einen ziemlichen Wissensdurst !!! :wink:

Das ist dann leider der Nachteil, wenn man mit Erfolg auf „Wissenschaft verständlich“ getrimmt wurde … man wird gelöchert !!!

Greetinx Latze … und schönes Wochenende !!!

P.S.: Aber sei dir sicher, daß ich Samstag Zeit finden werde hier nach der Antwort zu gucken !!! :wink:

Wieso ist ein Stapeln dieser Behälter mit
mangelhaftem Sicherheitsabstand kritisch
???

Es kommt letztendlich nicht auf die Masse
an Uran an, sondern wichtig fuer das Eintreten der Kritikalitaet ist, dass sich
(zahlenmaessig) genug Urankerne in einem
bestimmten Volumen befinden, so dass von den
bis zu 3 Neutronen die bei einer Kernspaltung entstehen mindestens eines wieder einen Urankern trifft und eine Spaltungsreaktion ausloest (wir erinnern uns, Neutonen muessen eine bestimmte Geschwindigkeit haben, um eine Kernspaltung ausloesen zu koennen und nicht jeder Kern wird auch wirklich von einem eintreffenden Neutron gespalten, die Wahrscheinlichkeit fuer eine Reaktion zwischen Neutron und Atomkern bezeichnet man uebrigens als den Einfangquerschnitt des Kernes).
Also wenn jedenfalls genug Urankerne umeinander angeordnet sind, dann kann eine Kritikalitaet entstehen, vorausgesetzt die Neutronen koennen ungehindert von einem Kern zum naechsten kommen. Zum Verhindern einer Kritikalitaet kann man also entweder den Abstand zwischen den Urankernen erhoehen (damit sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Neutron einen Urankern trifft) oder man absorbiert die Neutronen.
Das Problem dabei ist jedoch, dass sich Neutronen zwar gut abbremsen lassen (das Problem loesst sich dann von selbst, da Neutronen ausserhalb des Atomkerns nur eine Halbwertzeit von 15 Minuten haben) man sie jedoch schlecht absorbieren kann. Vor allem entsteht bei der Absorption von Neutronen radioaktive Strahlung, die ihrerseits wieder absorbiert werden muesste. Dies wuerde also bedeuten, dass man jedes Broeckchen Uran in einen riesigen Behaelter packen muesste und selbst dann gaebe es noch immer keine 100%ige Abschirmung. Uran selbst erzeugt nur eine schwache radioaktive Strahlung, die sogenannte Alpha-Strahlung, welche nicht mal durch ein Blatt Papier dringt, jedoch aeusserts gefaehrlich ist, falls Uran in den Koerper gelangt, da diese Strahlung auf ihrem kurzen Weg sehr viel Energie abgibt.
Jedenfalls geht man aus diesen Gruenden in der Praxis den zweiten Weg, dass man einfach den Abstand zwischen den Urankernen erhoeht. Dazu wird die Menge Uran die in einem Behaelter sein draf begrenzt und aussen an dem Behaelter befinden sich Abstandshalter, meistens ein Drahtkorb oder Noppen, so dass zwischen zwei Behaeltern ein Mindestabstand eingehalten werden muss. Auf Transportfahrzeugen befinden sich oft Mulden in die die Behaleter gestellt werden oder Bohrungen im Boden, an denen sie festgeschraubt werden. Das alles nuetzt aber nichts, wenn die Behaleter nicht richtig befestigt werden und dann waehrend der Fahrt verrutschen oder jemand die Menge, die auf einem Fahrzeug transportiert werden darf, einfach ueberschreitet und vielleicht sogar Behaelter uebereinanderstapelt.

Versteh´ mich nicht falsch … ich bin
kein Grüner oder dergleichen, der deine
Antwort gleich morgen in der Zeitung
veröffentlicht, ich habe nur mittlerweile
einen ziemlichen Wissensdurst !!! :wink:

Das ist ja auch gut so, weil Verstaendnis beseitigt Angst. Wenn man verstanden hat, was da passiert, dan weiss man auch wie man sich schuetzen kann, bzw. verhindert, dass so etwas noch einmal passiert.
Information ist Schutz, und aufgeschlossene Fragen zu dem Thema werde ich auch weiterhin gerne beantworten.

Uebrigens, wer den Weg nach Hamburg nicht scheut und Interesse hat, kann sich gerne mal einen Atomreaktor aus der Naehe ansehen. Einfach Mail an mich schicken oder an
[email protected]

Joern

Hello Joern,

auch von meiner Seite grossen Dank fuer das Verstaendlichmachen komplexer Vorgaenge.

Dieses Wissen erklaet sicher auch jenen schweren Stoerfall in MINJU , Japan, 1995, den die Ingenieure der Betreiber fuer voellig unmoeglich hielten !!!

Und das ist eigentlich was mir angst macht:
mit voll ueberzeugendem Ing.Wissen wird glaubhaft gemacht, das alles im Griff sei und dann dieses menschliche Versagen ?

Und genau das glaube ich einfach nicht !

Wenn der Konzern und Nuclearproducer Hitachi gerade jetzt in Japan 10 TAUSENDE Worker Zuhause laesst - das muss man sich mal vorstellen, das ist ein ganz gravierender Vorgang - dann haben die Fachleute diese Technik nicht im Griff,
Stoerfaelle gibts auch im HIGH TECHLAND JAPAN, D , US etc.

Das muss man sich mal so richtig vor Augen fuehren, es ist eigentlich UNGLAUBLICH, ueber 50 Menschen sind in Japan schon vertrahlt , sorry, alles im Griff, menschliches Versagen ?

No Sir, die unendlichen Mengen Stoerfaelle bei AKW’s , wo Menschen „draufgehen“ belegen nicht nur Restrisiken wie ueblich auch bei HIGHTECH , sondern konkret unbeherrschbare Techniken, die Menschen - auch Fachleute -ueberfordern.

Und daher gehoert die Kerntechnik immer wieder auf den knallharten Pruefstand, und muss sich sehr wohl fragen lassen, warum, weshalb, wieso noch weiterhin.

Tschau, schoenes Wochenende
Onkel Tom

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

autofahren ist gefährlicher!

Und das ist eigentlich was mir angst
macht:
mit voll ueberzeugendem Ing.Wissen wird
glaubhaft gemacht, das alles im Griff sei
und dann dieses menschliche Versagen ?

Hi Tom,
nur mal am Rande bemerkt, wenn Dir die Pannen aus menschlichem Versagem Angst machen, …
fährst Du nicht Auto,
gehst nicht zu Fuss,
fliegst nicht mit dem Flugzeug,
fährst nicht mit der Bahn???
… oder hast Du einfach nur Angst (oder ein ungutes Gefühl), wenn es um Radioaktivität geht???
übrigens bereitet die EG gerade eine neue Richtlinie vor, um die Bevölkerung vor NATÜRLICHER Radioaktivität zu schützen…
Gruß
Ayla

hallo Joern!
Gewaltig gute Antwort!
Klar und verständlich.
Gruß Peter

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hello Ayla,

danke ,habe davon gehoert,aber das Problem ist nicht das menschlische Versagen, was mir angst macht - sorry, eher langsam rasend - ist die Unfaehigkeit der Ing.-Kunst, die z.B. die fast 36 STOERFAELLE von Jan.1999 bis heute , also in 9 Monaten, ALLEIN an DEUTSCNEN AKW’s zulaesst /nicht verhindert,also nicht beherrscht und dann wie in Japan alles "schoen’redet.

Und die deutsche Atom -Industrie spricht HEUTE noch im Netz von abnehmenden Atomgegenern.

Das ist ja wirklich zum HEULEN.

Ich bin im Prinzip NICHT gegen AKW’s, aber es muss doch bei diesen MillardenProjekten in HIGHTECH-Laendern wie JAPAN, D, USA MOEGLICH sein sichere AKW’ zu bauen !

Und das klappt nicht,denn die gravierenden und Mengen an Stoerfaellen mit Verstrahlten, Toten beweisen das Gegenteil !

Wenn ich DIR diese Stoerfaelle allein aus 99 poste, trifft dich der Schlag !

Tschau
Onkel Tom

P.S. ich bin bisher rund 2 Millionen KM gefahren, das macht weniger angst als unbeherrbare Technik.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

fast 36 STOERFAELLE von Jan.1999 bis
heute

Wo haste denn die Zahl her? Hast Du da auch mitgezaehlt, wenn sich der Reaktoroperateur beim popeln den Finger verstaucht hat?
(kein Witz, auch sowas ist ein meldepflichtiges Ereignis, wenn es im Reaktorkontrollraum passiert).

Ich bin im Prinzip NICHT gegen AKW’s,
aber es muss doch bei diesen
MillardenProjekten in HIGHTECH-Laendern
wie JAPAN, D, USA MOEGLICH sein sichere
AKW’ zu bauen !

Noe, leider nicht. Nix ist 100%ig sicher. Wobei, siehe Japan, ja nicht nur die AKW’s das Problem sind.

Wenn ich DIR diese Stoerfaelle allein aus
99 poste, trifft dich der Schlag !

Mach mal bitte, wuerde ich gerne mal mit der Liste der wirklich gemeldeten Ereignisse vergleichen.

P.S. ich bin bisher rund 2 Millionen KM
gefahren, das macht weniger angst als
unbeherrbare Technik.

Naja das Auto steuerst Du selber und kannst es also beeinflussen. Wenn Du eine Reaktor steuern wuerdest, dann haettest Du wahrscheinlich auch mehr Vertrauen dazu.

Nix gegen Deine Meinung, aber solch unsachliches Getoese hilft nimandem, das steiger hoechstens die Angst, und fuer Panikmache ist schon die Bild zustaendig.

Joern

Hello Joern,

dacht ich mir’s doch, Atomlobby gegen Antiatom.

Aufgehts !

fast 36 STOERFAELLE von Jan.1999 bis
heute

Wo haste denn die Zahl her? Hast Du da
auch mitgezaehlt, wenn sich der
Reaktoroperateur beim popeln den Finger
verstaucht hat?
(kein Witz, auch sowas ist ein
meldepflichtiges Ereignis, wenn es im
Reaktorkontrollraum passiert).

Sorry, Du wirst unsachlich, kein einziger von hunderten Spoerfaellen weist darauf hin.

Alles unbeherrschte Fakten !?

Ich bin im Prinzip NICHT gegen AKW’s,
aber es muss doch bei diesen
MillardenProjekten in HIGHTECH-Laendern
wie JAPAN, D, USA MOEGLICH sein sichere
AKW’ zu bauen !

Noe, leider nicht. Nix ist 100%ig sicher.

EBEN , Nix ist sicher, weiss ich,kenne ich, war lange genug bei der Industrie, Tester in Fachzeitschriften: wie gesagt,es gibt keine 100% Sicherheit; aber AKW-Betreiber haben totale Verantwortung dem Menschen gegenueber zu leisten, da kann es nicht sein, dass auch DU mit keiner Silbe auf die 50 vertrahlten Japaner eingehst, die ihr Leben lang beschaedigt sind wg.unbeherrschbarem Stoerfall,genauer gesagt; fuer voellig unmoeglich gehaltenen Vorgang, siehe auch MANJU 1995.

Wobei, siehe Japan, ja nicht nur die

AKW’s das Problem sind.

Richtig ! Und nicht nur dort, siehe Juli 99 TSURUGA, Das Innere des Reaktorgehaeuses ist seit dem Stoerfall stark verstrahlt !

Wenn ich DIR diese Stoerfaelle allein aus
99 poste, trifft dich der Schlag !

Mach mal bitte, wuerde ich gerne mal mit
der Liste der wirklich gemeldeten
Ereignisse vergleichen.

Aber gerne, die schau Dir alle hier:

http://www.anti-atom.de

Fakten gegen Lobby ?

P.S. ich bin bisher rund 2 Millionen KM
gefahren, das macht weniger angst als
unbeherrbare Technik.

Naja das Auto steuerst Du selber und
kannst es also beeinflussen. Wenn Du eine
Reaktor steuern wuerdest, dann haettest
Du wahrscheinlich auch mehr Vertrauen
dazu.

No Sir, das Auto kann man zumindest weitgehend beherrschen, die AKW NIE !

Nix gegen Deine Meinung, aber solch
unsachliches Getoese hilft nimandem, das
steiger hoechstens die Angst, und fuer
Panikmache ist schon die Bild zustaendig.

Joern

Nix gegen Deine hohe Fachmeinung, aber solch unsachliches Getoese verbreitest auch Du, wenn du die Sache ueber den Menschen stellst ,verniedlichst und die Menschen die ihr Leben lang massive Probleme haben, mit keinem Wort erwaehnst.

Und fuer Aufklaerung von AKW-Stoerfaellen brauchts keine Bildzeitung, die Atomlobby liefert ja selbst das beste Negativbeispiel ab.

Tschau
Tom

und in den anderen Staaten?
Hallo alle,

die Störfall-Liste der BRD ist ja schon ganz schön beeindrucken für mich als Laie.

Was ich aber in dem Zusammenhang gar nicht so genau wissen möchte…

Wieviele Störfälle gibt es dann eigentlich in nicht so hochentwickelten Staaten. Rußland oder so?

Und das ist ja wirklich nicht so weit weg.
Naja, warten wir mal auf den Jahreswechsel.
Im Sommer war in der CT ein Artikel über das Jahrtausendproblem in rußischen Kraftwerken.
Besonder wohl fühle ich mich seither nicht mehr.

Grüßle schon mal
Tanja

Hallo alle,

die Störfall-Liste der BRD ist ja schon
ganz schön beeindrucken für mich als
Laie.

Hello Tanja,

eben, mich hat fast der Schlag getroffen als diese durchschaute und dann kommt die Atomlobby daher und schreibt niedliche Geschichten, knallt uns voll mit toller Technik und vergisst den Menschen.

Schoene Gesellschaft das !

Was ich aber in dem Zusammenhang gar
nicht so genau wissen möchte…

Wieviele Störfälle gibt es dann
eigentlich in nicht so hochentwickelten
Staaten. Rußland oder so?

Frag lieber nicht, denn Tschernobyl ist hochgradig kritisch und tut wohl bald wieder
darueber werde ich demnaechst mehr wissen.

Und das ist ja wirklich nicht so weit
weg.

Eben, siehe das Leztemal, schon vergessen ?
Keine Erbeeren, keine Schaafleisch, Zuhause bleiben, Verstrahlungen allueberall, Krankenhaeuser voll, unglaublich !

Naja, warten wir mal auf den
Jahreswechsel.
Im Sommer war in der CT ein Artikel über
das Jahrtausendproblem in rußischen
Kraftwerken.
Besonder wohl fühle ich mich seither
nicht mehr.

Kann kein Mensch,Tanja, keiner und was wuerde es auch nuetzen wenn die AKW’s in D fast OK waehren, was sie ja auch nicht sind, sonst wurden diese ja nicht die Unmengen Stoerfaelle produzieren; schau mal genauer nach Frankreichs ATOMHOCH -Ruestung, da gehen Dir aber die Augen ueber.

Grüßle schon mal
Tanja

Tschau
Onkel Tom

fast 36 STOERFAELLE von Jan.1999 bis
heute

Naja schaun wir mal in Deine Liste. Zunaechst auch hier ein paar Vorbemerkungen.
Die Pflicht zur Meldung von Unfaelle, Stoerfaellen und fuer die kerntechnische Sicherheit bedutsamer Ereignisse ist in der Verordnung ueber den kerntechnischen Sicherheitsbeauftragten, kurz AtSMV, fesgeschrieben.

Hier werden nach ihrer Schwere 4 Kategorien von meldepflichtigen Ereignissen unterschieden, die im Anhang der Verordnung naeher aufgeschluesselt sind. Dies sind die Kategorien:

  • S (Stoerfall)
  • E (eilt)
  • N (nicht kritisch)
  • V (vor der ersten Beladung des Reaktors)

Beispiele fuer die Kategorie S sind Freisetzung von radioaktiven Stoffen in die Umwelt unter Ueberschreitung der Grenzwerte, Freisetzungen von Radioaktivitaet innerhalb der Anlage aber ausserhalb des Kontrollbereiches, Ausfall von Sicherheitseinrichtungen, so dass die Anzahl der mehrfach vorhandenen Sicherheitseinrichtungen unterhalb der in der Genehmigung festgelegten Zahl liegt, Fehlfunktion von Entlastungsventilen, Leckagen die zu einer Reaktion des Reaktorschutzsystems fuehren, Kritikalitaet innerhalb der Sicherheitseserve (also fahren des Reaktors mit mehr als der genehmigten Leistung), Absturz von Lasten im Reaktorraum, Braende, Flugzeugabstuerze etc.

Beispiele fuer die Kategorie E, und somit keine Stoerfaelle mehr, sind Freisetzung von Radioaktivitaet oberhalb von 10% der genehmigten Grenzwerte, Kontaminationen innerhalb des Kontrollbereiches, Ausfall von Sicherheitseinrichtungen, so dass nur noch die in der Genemigung festgesetzte Mindestanzahl an mehrfach vorhandenen Sicherheitseinrichtungen vorhanden ist, Nichtschliessen von Entlastungsventilen nach Gebrauch, Leckagen, deren Behebung ein Ausschalten des Reaktors erfordern, Ausschalten des Reaktors durch Einwirkung von Aussen etc.

Zur Kategorie N gehoeren Schaeden am nicht radioaktiven System, also Turbinen, Generatoren und dergleichen, Beeintraechtigung von Sicherheitssystemen, Nicherreichen von Sollwerten bei wiederkehrenden Pruefungen, Ausfall der Stromversorgung, unberechtigtes Ansprechen des Reaktorschutzsystems, Braende im nichtradioaktiven Anlagenteil.

In Deiner Liste befinden sich also fuer 1999 „nur“ meldepflichtige Ereignisse aber keine Stoerfaelle, und schon gar keine Ereignisse, die eine Gefaehrdung fuer Personen ausserhalb des Betriebsgelaendes bewirkt haetten. Die meisten der aufgelisteten Ereignisse sind Beanstandungen, die bei wiederkehrenden Pruefungen (welche zwischen alle 6 Wochen und einmal pro Jahr stattfinden) aufgetreten sind, also vergleichbar, wenn bei der ASU Dein Auto die Grenzwerte auf Anhieb nicht erreicht, oder bei der Hauptuntersuchung etwas bemangelt wird. Aber beim Auto kaeme niemand auf die Idee deswegen gleich zu fordern, das Fahrzeug aus dem Verkehr zu ziehen.

wg.unbeherrschbarem Stoerfall,genauer
gesagt; fuer voellig unmoeglich
gehaltenen Vorgang, siehe auch MANJU
1995.

Also wer einen Kritikalitaetsunfall fuer unmoeglih halt hat einfach keine Ahnung von der Materie. Und sowohl dieser also auch der Stoerfall 1995 waren beherrschbar. Nicht beherrschbar waren zum Beispiel Harrisburgh oder Tschernobyl.

Richtig ! Und nicht nur dort, siehe Juli
99 TSURUGA, Das Innere des
Reaktorgehaeuses ist seit dem Stoerfall
stark verstrahlt !

Eben, nur das Innere, also war der Stoerfall doch beherrschbar.

No Sir, das Auto kann man zumindest
weitgehend beherrschen, die AKW NIE !

Hmm, das seh ich etwas anders. Allerdings recht hast Du damit, falls das mit dem Beherrschen nicht klappt erwischt Du mit dem Auto maximal ein paar hundert Menschen, mit nem AKW ein paar Millionen.

Nix gegen Deine hohe Fachmeinung, aber
solch unsachliches Getoese verbreitest
auch Du, wenn du die Sache ueber den
Menschen stellst ,verniedlichst und die
Menschen die ihr Leben lang massive
Probleme haben, mit keinem Wort
erwaehnst.

Was soll ich dazu sage? Dass jeden Tag Tausende verhungern, dass Tausende jeden Tag an Krankheiten sterben, die eigentlich zu behandeln sind?
Solche Betrachtungen fuehren doch zu nix. Sicher, jedes Menschnleben zaehlt, egal ob vom Auto ueberfahren oder von der boesen Atomlobby verstrahlt. Und solange sich die zu Schaden gekommenen Menschen noch auf das Betriebsgelaende und damit auf die Mitarbeiter beschraenkt, sehe ich noch nicht so ganz das Problem. Die haben dann immerhin gewusst, welchen Gefahren sie sich aussetzen.

Auch wenn es etwas makaber klingt, aber eine Industrieanlage (ob nun Atom oder nicht) zaehlt gemaess internationaler Norm als sicher, wenn nicht mit mehr als 3 Toten pro Jahr und 1000 Beschaeftigten zu rechnen ist.
100%ige Sicheheit gibt es nun mal nicht, nigends, ob nun beim Flugzeug, Auto, Eisenbahn oder bei einer kerntechnischen oder chemischen Anlage.

fast 36 STOERFAELLE von Jan.1999 bis
heute

Naja schaun wir mal in Deine Liste.
Zunaechst auch hier ein paar
Vorbemerkungen.
Die Pflicht zur Meldung von Unfaelle,
Stoerfaellen und fuer die kerntechnische
Sicherheit bedutsamer Ereignisse ist in
der Verordnung ueber den kerntechnischen
Sicherheitsbeauftragten, kurz AtSMV,
fesgeschrieben.

Hier werden nach ihrer Schwere 4
Kategorien von meldepflichtigen
Ereignissen unterschieden, die im Anhang
der Verordnung naeher aufgeschluesselt
sind. Dies sind die Kategorien:

  • S (Stoerfall)
  • E (eilt)
  • N (nicht kritisch)
  • V (vor der ersten Beladung des
    Reaktors)

Beispiele fuer die Kategorie S sind
Freisetzung von radioaktiven Stoffen in
die Umwelt unter Ueberschreitung der
Grenzwerte, Freisetzungen von
Radioaktivitaet innerhalb der Anlage aber
ausserhalb des Kontrollbereiches, Ausfall
von Sicherheitseinrichtungen, so dass die
Anzahl der mehrfach vorhandenen
Sicherheitseinrichtungen unterhalb der in
der Genehmigung festgelegten Zahl liegt,
Fehlfunktion von Entlastungsventilen,
Leckagen die zu einer Reaktion des
Reaktorschutzsystems fuehren,
Kritikalitaet innerhalb der
Sicherheitseserve (also fahren des
Reaktors mit mehr als der genehmigten
Leistung), Absturz von Lasten im
Reaktorraum, Braende, Flugzeugabstuerze
etc.

Beispiele fuer die Kategorie E, und somit
keine Stoerfaelle mehr, sind Freisetzung
von Radioaktivitaet oberhalb von 10% der
genehmigten Grenzwerte, Kontaminationen
innerhalb des Kontrollbereiches, Ausfall
von Sicherheitseinrichtungen, so dass nur
noch die in der Genemigung festgesetzte
Mindestanzahl an mehrfach vorhandenen
Sicherheitseinrichtungen vorhanden ist,
Nichtschliessen von Entlastungsventilen
nach Gebrauch, Leckagen, deren Behebung
ein Ausschalten des Reaktors erfordern,
Ausschalten des Reaktors durch Einwirkung
von Aussen etc.

Zur Kategorie N gehoeren Schaeden am
nicht radioaktiven System, also Turbinen,
Generatoren und dergleichen,
Beeintraechtigung von
Sicherheitssystemen, Nicherreichen von
Sollwerten bei wiederkehrenden
Pruefungen, Ausfall der Stromversorgung,
unberechtigtes Ansprechen des
Reaktorschutzsystems, Braende im
nichtradioaktiven Anlagenteil.

In Deiner Liste befinden sich also fuer
1999 „nur“ meldepflichtige Ereignisse
aber keine Stoerfaelle, und schon gar
keine Ereignisse, die eine Gefaehrdung
fuer Personen ausserhalb des
Betriebsgelaendes bewirkt haetten. Die
meisten der aufgelisteten Ereignisse sind
Beanstandungen, die bei wiederkehrenden
Pruefungen (welche zwischen alle 6 Wochen
und einmal pro Jahr stattfinden)
aufgetreten sind, also vergleichbar, wenn
bei der ASU Dein Auto die Grenzwerte auf
Anhieb nicht erreicht, oder bei der
Hauptuntersuchung etwas bemangelt wird.
Aber beim Auto kaeme niemand auf die Idee
deswegen gleich zu fordern, das Fahrzeug
aus dem Verkehr zu ziehen.


Hello Joern,

grossen Dank auch hier wieder fuer Deine sachkundige Lehrstunde.

Stelle jedoch wiederum fest , dass die inzw. 52 verstrahlten Japaner beim UNKONTROLIERTEN Stoerfall in Tokaimura -so das franzoesische Institut fuer Nuklearsicherheit - keine bedauern und mehr der ATOMLOBBY - Dich zaehle ich dazu -hergibt.

Ein Trauerpiel ohnegleichen.

unbeherrschbarem Stoerfall,genauer

gesagt; fuer voellig unmoeglich
gehaltenen Vorgang, siehe auch MANJU
1995.

Also wer einen Kritikalitaetsunfall fuer
unmoeglih halt hat einfach keine Ahnung
von der Materie.

Oh Joern, da begibst du Dich aber auf ein besserwissendes, sogar - sorry dafuer - ggf. arrogantes Feld:

Die Betreiber -Ingenieure des jap.Monju-Brueters sagten dies woertlich, siehe Spiegel-Report VOR ORT, ausserdem sind dort - das muss man sich mal vorstellen - 2-3 Tonnen Natrium entwichen aus dem Sekundaerkreislauf !

Und sowohl dieser also

auch der Stoerfall 1995 waren
beherrschbar. Nicht beherrschbar waren
zum Beispiel Harrisburgh oder
Tschernobyl.

Eben Joern: was nuetzt die sicherere AKW D-Technik, wenn VOR der Haustuer die Stoerfolgen LEBENSGEFAEHLICH werden - das unglaubliche Tschernobyl-Trauma kann man nicht vergessen.

Richtig ! Und nicht nur dort, siehe Juli
99 TSURUGA, Das Innere des
Reaktorgehaeuses ist seit dem Stoerfall
stark verstrahlt !

Eben, nur das Innere, also war der
Stoerfall doch beherrschbar.

Kann ich nicht beurteilen , daher die Frage, was passiert denn, wenn es so ist und wenn rund 51 Tonnen Kuehlwasser auslaufen ?

No Sir, das Auto kann man zumindest
weitgehend beherrschen, die AKW NIE !

Hmm, das seh ich etwas anders. Allerdings
recht hast Du damit, falls das mit dem
Beherrschen nicht klappt erwischt Du mit
dem Auto maximal ein paar hundert
Menschen,

Wo hast Du denn diese Zahl her, stimmt doch so nicht, hunderte mit dem Auto ?

mit nem AKW ein paar Millionen.

EBEN !

Deshalb ist ATOM-Technik gerade jetzt auf dem erhoehten Pruefstand:Wie lange noch diese Unsicherheit , Risiken -vor allem die Tschernobyl-Typen die ja nicht nur dort
in der Ukraine stehen, sondern in Bulgarien, Rumaenien , Tschechien, Polen, Russland und sonstwo ,alle nichts gutes verheissen, gar nichts gutes, siehe Report ueber Tschernobyl, denn wenn nochmals ein derartiger GAU passiert, ist Atomtechnik RUM, am Ende, aber garantiert.

Das berichten ja auch deutsche Atomexperten, dass wiederum ein Supergau nicht auszuschliessen sei.

Schule DU besser in Alternativen:

Der Solarexperte Hermann Scheer erhaelt den alternativen Nobelpreis fuer seine unermuedlichen weltweiten Einsatz fuer Solartechnik gegen alle Euere ATOMLOBBY.

HEW und SHELL AG gruendeten 'NEWPOWER": Solarzellenfabriken,Windraeder , Tankstellen mit Sonnensegeln- toll.

Nix gegen Deine hohe Fachmeinung, aber
solch unsachliches Getoese verbreitest
auch Du, wenn du die Sache ueber den
Menschen stellst ,verniedlichst und die
Menschen die ihr Leben lang massive
Probleme haben, mit keinem Wort
erwaehnst.

Was soll ich dazu sage? Dass jeden Tag
Tausende verhungern, dass Tausende jeden
Tag an Krankheiten sterben, die
eigentlich zu behandeln sind?
Solche Betrachtungen fuehren doch zu nix.

Doch ! Die schaerfen das Verantwortungsbewusstsein fuer andere Menschen, den Mitmenschen. Bei Atom zwingend, da toedlich oder lebenslang ein Krueppel, siehe Japan besonders und sonstwo.

Sicher, jedes Menschnleben zaehlt, egal
ob vom Auto ueberfahren oder von der
boesen Atomlobby verstrahlt. Und solange
sich die zu Schaden gekommenen Menschen
noch auf das Betriebsgelaende und damit
auf die Mitarbeiter beschraenkt, sehe ich
noch nicht so ganz das Problem. Die haben
dann immerhin gewusst, welchen Gefahren
sie sich aussetzen.

Nee Joern, das ist doch eine makabre
Feststellung !? Sorry, so gehts doch nicht !
Du kannst doch nicht den verstrahlten Arbeiter sagen: selber schuld !

Ausserdem: Die Schaeden von Harriburg , vor allem Tschernobyl auf 10tausende KM’s belegen die extreme Belastung weithin.

Von Millionen Menschen !

Auch wenn es etwas makaber klingt, aber
eine Industrieanlage (ob nun Atom oder
nicht) zaehlt gemaess internationaler
Norm als sicher, wenn nicht mit mehr als
3 Toten pro Jahr und 1000 Beschaeftigten
zu rechnen ist.

OK

100%ige Sicheheit gibt es nun mal nicht,
nigends, ob nun beim Flugzeug, Auto,
Eisenbahn oder bei einer kerntechnischen
oder chemischen Anlage.

Alter Hut, dennoch bleibt zu fragen, wieso haben dann so viele Menschen ein Hoellenangst gerade vor AKW’s ? ALPTRAEUME haben viele.

Wenn ich mir die neue Aufstellung fuer grosse Atomunfaelle des franz. Instituts fuer Nuklearsicherheit anschaue wird mir bang, denn es hat weltweit seit 1945

60 , SECHZIG grosse Atomunfaelle gegeben, von Windscale / Sellafield ( 57 )
bis jetzt, Tokaimura.

Alle haben gestrahlt, verstrahlt.

Und wenn man sieht , dass in Japan sogar der Nuklearproduzent Hitachi 10tausende ZUHAUSE laesst, dann ist richtig 'dicke Luft".

Schaltet lieber bald ab, legt zielgerichtet still; baut Alternativenergien, dann hoert das endlose Entsorgungsproblem auch auf, das wird ja gar nie geloest.

Tschau
Onkel Tom