Hallo.
Mir liegt ein sehr ernstes Thema am Herzen, aber ich traue mich ganz ehrlich nicht, persönlich mit jemandem darüber zu reden. Deswegen möchte ich die Anonymität des Internets ein wenig ausnutzen.
Außerdem eine Bitte an alle Nutzer: Ich würde mich sehr über objektive Beiträge freuen, da ich sehr empfindlich auf dieses Thema reagiere und es mir wirklich sehr sehr ernst ist. Es kostet mir auch ein wenig Überwindung.
Also los.
Meine Familie ist schon immer relativ kinderreich gewesen. Meine Großmutter bekam ihr erstes Kind mit 17 Jahren (ich weiß jetzt nicht genau, wieviele insgesamt, aber mehrere definitiv). Meine Mutter hat 6 Kinder, angefangen mit 20. Ich habe 3 Neffen und eine Nichte, auf 2 von den Neffen hab ich auch schon mehrere Monate aufgepasst.
Und ich wollte schon immer Mutti werden. Nun habe ich den Partner gefunden, mit dem ich mir das auch vorstellen kann.
Ich weiß, mit 18 bzw. fast 19 eigentlich absurd. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es da draußen noch jemanden gibt, der so ist wie er. Die Garantie, dass es für immer hält, kann mir keiner geben. Weder bei ihm noch bei irgendwem sonst.
Ich mache mir seit MONATEN eine Platte und theorisiere darüber, was ich dem Kind zu essen gebe, wie ich es erziehe. Stelle Kostenpläne auf etc. pp. Beziehe natürlich meinen Verlobten mit ein und meine Mutter (Sie sagt, wenn wir beide es wollen, ist es okay. Sie meint auch, dass es aufgrund meiner Laufbahn nicht einfach wird, aber wenn wir es wollen, schaffen wir es).
Nun ist er dabei, sich zu bewerben für eine Arbeit (Er macht eigentlich noch Fachabi, aber er hat feststellen müssen, dass es ihm nicht liegt). Er hat auch eine abgeschlossene Berufsausbildung.
Nun zur Schattenseite. Mir ist durchaus bewusst, dass man ein Kind von Luft und Liebe nicht ernähren kann.
Ich hatte Probleme in der Schule, wurde gemobbt und meine schulischen Leistungen sackten vom Gymnasiums-Niveau in den Hauptschulkeller (3,5). Das ging in meinen beiden Ausbildungen so weiter. Ich wurde richtig rausgeekelt (Mobbing tw. mit Gewaltandrohungen). Nun arbeite ich bei einer Zeitarbeitsfirma auf 400-€-Basis.
Gesetzt dem Fall, dass ich mit 20 Mutter werde (was nun nicht mehr unumkehrbar ist), ist mein Kind 50 und ich 70. Das ist mir fast schon zu alt (Ich weiß dass dieser Gedanke extrem ist).
Frage: Könnte ich mit Kind trotzdem den Einstieg in die Berufswelt noch schaffen? Gibt es Hilfen für Leute wie mich?
Ein Kind ist mein sehnlichster Traum. Es gibt nur 3 Lebensträume, die ich mir erfüllen möchte: Führerschein, Kind, Hochzeit. Habe ich diese Träume erfüllt, dann stelle ich keine Ansprüche mehr…
Nochmals, ich weiß dass das alles ziemlich utopisch ist. Aber immer, wenn ich an mein zukünftiges Kind denke, kullern mir die Tränen, weil ich weiß: Es ist noch nicht soweit.
Mit dankbaren Grüßen
Zartblut