Kinder dürfen alles?

Hi alle,

danke für die Meinungen, die Idee mit dem Stacheldraht und dem Unkrautvernichtungsmittel werde ich aufgreifen *Witz*.

Falls ich mich nicht klar genug ausgedrückt haben sollte:

Ich habe Sträucher (extra ohne Stacheln) genau an den Rand des Sandkastens gesetzt und vor die Sträucher (bei „uns“) ein paar Blumen, ca. knapp einen Meter vom Sandkasten weg. So dass auch kleine Kinder nicht sofort dran kommen, d.h. die müssen erstmal raus aus dem Sandkasten, um die Sträucher herum, auf unseren Garten drauf und dann zu den Blumen. Ich habe nicht neben dem Sandkasten ein Blumenbeet gesetzt.

Nur weil ich hier diese Frage stelle, beschäftigt es mich nicht Tag und Nacht was da letzte Woche passierte. Ich wollte nur weitere Meinungen hören von Leuten die mich nicht kennen. Sowas bespreche ich höchstens mit Bekannten, und da die mich kennen ist deren Antwort eben nicht „frisch von der Leber weg“ - wie eure (so hoffe ich). Falls es falsch ist hier solche Fragen zu stellen, dann schreibt es doch gleich auf die Startseite zu diesem Brett.

Die Kinder direkt anzusprechen hat mir leider die Mutter mit ihrem sofortigen „'Tschuldigung“-Gerufe vermasselt. Denn kaum war ich auf der Terasse hatte die Dame schon ihre Entschuldigung gerufen und die Kinder ergriffen sofort die Flucht. An ein Gespräch oder auf „die Kinder zugehen und mit denen in der Hocke reden“, war nicht zu denken. Ich denke das 1. die Mutter das schon öfter machte (zuschauen, nix machen und dann nur lahme Entschuldigungen ausstoßen), 2. die Kinder wohl schon beim ersten Mal verstanden das es nicht okay war und sie wegbleiben sollten (aber Mami schaut ja nicht wirklich her und ist nie wirklich sauer, also machen wir das doch gleich nochmal) und 3. die Kinder gewohnt sind das sie machen können was „sie wollen“, sprich ich glaube die Kinder wissen das sie mit echten Konsequenzen oder Einchränkungen nie rechnen müssen und ihnen alles verziehen wird.

Die Kinder nochmal ansprechen werde ich nicht, die Kiste ist vorbei denke ich. Allerdings werde ich die auch nicht einladen mit mir Blumen einzusetzen und über die Gefühle von Blumen zu reden. Bei aller Liebe, ich habe wenig Zeit und keine Lust mit dem pflanzen zu warten, bis ich deren Mütter erwische um solch einen „Flower Workout für Kids“ zu machen. Vorausgesetzt die würden das erlauben.

Bei all euren Vermutungen wieso und weshalb, möchte ich nur noch erklären das ich keinesfalls ein Problem mit Kindern habe, sondern wirklich eher mit deren Eltern. Ich kapiere nicht wie sich zwei Erwachsene, die schon jahrelang in diesem Haus leben und als Eigentümer auch die Grundstücksaufteilungen kennen (das sie die kennen weiss ich ziemlich genau) passiv zuschauen wenn ihre Kinder in fremden Gärten Blödsinn anstellen. Da wir „von allen Seiten“ Nachbarn mit Kindern haben, ist es nicht so dass ich hier hochempfindlich auf einen einzigen Kinder-Vorfall reagiere.

Gruß
Helena

Hi Elke,

also, im Nachhinein mit den Kindern reden - das bringt nix.

Glaub ich nicht. Wenn Helena das nächste Mal pflanzt
(falls sie sich noch traut :wink:, und die Kinder sind in
der Nähe: reden. Vielleicht funzt das sogar noch
besser, weil die Kinder einfach so zuhören, ohne dass
die Frau schimpft oder sie ein schlechtes Gewissen haben
müssen.

Ja ok, daran habe ich gar nicht gedacht. Das wäre ja auch wieder die Situation bzw. eine Situation, die sich aus der alten ergibt. Ich würde es nur nicht für sinnvoll halten sie irgendwo mal im Hausflur anzusprechen. Bei deinem Vorschlag ist der Bezug aber klar.

Wie wär’s mit: das sind meine Blumen. Mir machen
die viel Freude, wenn sie hier blühen. Wenn man sie
abrupft, verwelken sie und sind gar nicht lange hübsch.
Ich versteh nicht, warum man das auf die Blumen
übertragen muss- Helena tun die Blumen ja gar nicht leid,
sondern sie sich.

Ja, sicher:smile:. Wahrscheinlich haben *mir* auch die armen Blumen leid getan *gg*. Ich finde sowas nämlich auch nicht ok, wenn es Wildblumen sind, die niemand gehören. Aber Helena muss ja nicht die nachlässige Erziehung der Mamas sortieren, sondern nur ihre Blumen vor weiteren Malaisen schützen.

GRüßlis,

barbara

Hallo Helena,
ich hab gar nicht alles gelesen. Meine Strategie ist in derartigen Fällen, dass ich die Kinder direkt, sehr entschieden anspreche und ihnen nahelege ihre Handlungen einzustellen. An Eltern wende ich mich überhaupt nicht mehr, die stehen sofort in der Verteidigungsstellung da und man ist im schönsten Wortkrieg.

Mein letztes Erlebnis dieser Art war im Zug. Zwei Kinder suchen sich ausgerechnet die Ecke zum Klettern aus in der mein Rucksack steht. Auf dem wird fröhlich rumgetrampelt. Eltern ignorieren das vollkommen.

P

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Hi Barbara,

Ja, sicher:smile:. Wahrscheinlich haben *mir* auch die armen
Blumen leid getan *gg*.

Auch bei Wildblumen sagte meine Mutter immer so ein
Sprüchlein:
Siehst du die Blümlein am Wegesrand -
lass sie stehen, denn andere freuen sich auch daran.
(öh… irgendwie hatte ich das als Reim in Erinnerung
aber ich krieg’s nicht mehr zusammen).
Ich habe nie gelernt, dass Blumen Aua haben.
Wahrscheinlich ess ich deshalb Salat ohne Gewissensbisse.

Gruß
Elke

Richtig, aaaaaaaber: es kann doch - dies hinsichtlich der von
Dir vorgeschlagenen ‚sanften Tour‘ - nicht Helenas Aufgabe
sein, die Blagen anderer Leute zu erziehen.

hallo renee,

irgendwie doch schon:
meiner meinung nach ist kindererziehung eine gesamtgemeinschaftliche aufgabe, d.h. dass jeder - wirklich jeder , der im umfeld eines kindes ist, seinen teil dazu beitraegt, dass dieses kind ein wertvolles mitglied fuer die gesellschaft/gemeinschaft wird.

das ist ja leider allzuoft das problem heute, dass eltern allein gelassen werden. spaeter dann soll es der kindergarten, die schule sein, die die erziehung mit in die hand nehmen.

ich kann nicht ernsthaft erwarten, dass sich ein junger mensch „sozial“ verhaelt, wenn ich nicht selbst auch einen beitrag dazu geleistet habe.

diese meinige eigenleistung muss gar nicht die idealisierte verkoerperung aller softpaedagogen sein:

wenn mir nen rotzloeffel dummkommt und auf ernsthafte ermahnungen nicht reagiert, habe ich keine probleme damit, dass ganze programm der „sanktionen“ durchzuziehen… halt so, wie es im leben immer wieder passieren wird.

ziel soll einfach sein, dass dieser junge mensch spaeter mal in der gesellschaft funktioniert, denn mal ganz banal gesehen: er ist es, von dem ich erwarte, dass er mal fuer meine rente arbeiten geht.
das allein gibt mir ausreichend grund, an der erziehung mit teilzunehmen - vor allem wenn ich merke, dass die eltern allein nicht weiterkommen.

gruss
kuddel

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Wie sollen denn Deiner Meinung nach die Mütter reagieren???
Hausverbot bzw . Gartenverbot würde dir dann wohl am ehesten passen.
Finde einfach, da sollte man drüber stehen.
Klar ist es sch*** und nich okay, dass die Mütter es den Kindern nicht erklärt haben, aber was kümmert dich andern Leute Erziehung.
Wenn es nochmal passieren sollte, red mit den Kindern, die Mütter kann man eh nicht mehr umerziehen :wink:

LG Ilka

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Nur Salat? Ich esse sogar Hähnchenbrust ohne Gewissensbisse. *gg*

Das hat nix mit „Aua“ oder gar „Aura“:smile:zu tun, sondern mit Freude an der Natur und im weitesten Sinne Naturschutz (wenn’s um die Wildblumen geht) - aber ich bin halt hoffnungslos grün erzogen worden:smile:! So ist doch jeder Produkt seiner Erziehung, ob bewusst oder unbewusst.

grüßlis,

barbara

off topic
Hallo,

Das hat nix mit „Aua“ oder gar „Aura“:smile:zu tun, sondern mit
Freude an der Natur und im weitesten Sinne Naturschutz (wenn’s
um die Wildblumen geht) - aber ich bin halt hoffnungslos grün
erzogen worden:smile:! So ist doch jeder Produkt seiner Erziehung,
ob bewusst oder unbewusst.

Es geht eigentlich nicht ums Grüne.
Mir geht es irgendwie darum, dass ich es albern finde,
Kindern zu sagen: Das tut den Blümchen (hihi) aber weh!

Irgendwie sträubt sich in mir alles gegen solche vermenschlichten
Gefühle, wenn sie auf Pflanzen übertragen werden.

Gruß
Elke

Hi,

Im Wiederholungsfall hätte sie mich vermutlich dazu
verdonnert, mich bei Helena zu entschuldigen und die
rausgeruppten Blumen vom Taschengeld zu ersetzen (inclusive
der eigenhändigen Einpflanzung).

Du hast mitgekriegt, dass es sich hier um etwa Vierjährige
handelt.
Die kriegen wohl weder Taschengeld, noch können sie
eigenhändig (ohne Anleitung, die aufwändig ist) etwas
pflanzen.

Gruß
Elke

Es geht eigentlich nicht ums Grüne.
Mir geht es irgendwie darum, dass ich es albern finde,
Kindern zu sagen: Das tut den Blümchen (hihi) aber weh!

Irgendwie sträubt sich in mir alles gegen solche
vermenschlichten
Gefühle, wenn sie auf Pflanzen übertragen werden.

Naja, aber das ist ja durchaus eine (nicht nur) kindliche Herangehensweise. Ich lese seit ich lesen kann (auch) Comics, in denen Enten Schulden haben und arbeitslos sind und in denen Mäuse Gangster jagen. Und sogar Blumen und Bäume manchmal „Aua“ sagen - oder gemein sind:smile:. (und wenn ich an Biene Maja denke…die ich als Kind liebte…)Ich finde das nicht albern - ich lese das noch heute (gerne) *gg*! Insofern habe ich da keine Berühungsängste und das wären für mich ganz "natürliche "Erklärungen. Bin halt anders sozialisiert:smile:.

Hängt aber auch von Fall zu Fall ab. Wenn Charlotte eine Pflanze ihrer Großmutter absichtlich kaputt machen würde, würde ich mit den Gefühlen der Großmutter argumentieren. Die wäre nämlich als große Blumenfreundin wirklich sehr traurig - und Charlotte mag sie sehr.

peace,

barbara

Hallo

meiner meinung nach ist kindererziehung eine
gesamtgemeinschaftliche aufgabe, d.h. dass jeder - wirklich
jeder , der im umfeld eines kindes ist, seinen teil dazu
beitraegt, dass dieses kind ein wertvolles mitglied fuer die
gesellschaft/gemeinschaft wird.

Das finde ich in gewisser Hinsicht auch, aber trotzdem wäre es wohl sinnvoll, wenn die Eltern hier Grenzen setzen würden, auch für das Kind. Denn das Kind soll ja auch nicht jedem Fremden vertrauen, oder? Es soll doch nicht alles machen, was fremde Leute sagen, finde ich jedenfalls.

Wirklich Gesetz kann nur das sein, was die Eltern sagen, und deswegen sollten sie das den Kindern klarmachen, dass sie nicht einfach Blumen ausrupfen dürfen.

Gerade als junge Mutter verliert man aber oft die Maßstäbe. Was die sich alles von ihren Kleinkindern kaputtmachen lassen, ohne mit der Wimper zu zucken, das steht ja in keinem Verhältnis zu ein paar Blumen. Daran könnte es vielleicht liegen, dass die nicht reagiert haben? Vielleicht würde es sie selbst nicht stören, wenn die Kinder ihre Blumen ausreißen, und vielleicht haben sie von sich auf Helena geschlossen?

Oder es war ein Missverständnis: Sie dachten vielleicht, Helena ist ja eine Nachbarin und kennt die Kinder, und sie sagt es den Kindern selbst, wenn es ihr nicht passt? Und weil beim ersten Mal nichts gesagt worden ist, ist es ein Zeichen dafür, dass es sie nicht stört?

Es wäre wohl am besten, wenn Helena diese Blumen innerlich abschreibt und dann bei nächster Gelegenheit den Müttern erzählt, dass sie doch in Zukunft gerne ihre Blumen behalten möchte, und dass die Kinder nicht in ihrem Garten spielen sollen.

Das können sich junge Mütter nämlich auch oft nicht vorstellen: Das es Menschen geben kann, die es nicht als großes Glück empfinden, wenn ihre wunderbaren Kinder in deren Garten kommen.

Viele Grüße
Thea

Hallo helena,

es gibt auch Zwischenschritte!

Allerdings werde ich die auch nicht einladen mit mir Blumen
einzusetzen und über die Gefühle von Blumen zu reden.

Aber wenn die Kids interessiert zugucken, wenn du mal giesst oder Unkraut jätest, kannste. Ist kein Aufwand und ist eine Chance, an die Kids ranzukommen.

Ciao maxet.

also, zu meiner ehrenrettung eine präzesierung: ich lese bis heute gerne donald duck-geschichten und andere comix, vor allem belgische, aber auch alte marvell, aber nicht die biene maja *gg*…

Hallo Helena,

hier gab es wohl Fehler auf beiden Seiten. Einerseit ist es unklug, einen Sandkasten so nahe an der Grenze zu Individualeigentum aufzustellen, andererseits pflanze ich auch nicht in unmittelbarer Nähe zu einem Sandkasten Sträucher und Blumen. Ein niedriger Zaun wäre das günstiger gewesen - nicht ausrupfbar und als Abgrenzung auch deutlicher verständlich. Sträucher werden von Kindern nicht unbedingt als Grenze empfunden.
Es ist nicht richtig gewesen von den Müttern, den Kindern die Grenzen nicht deutlich zu erklären und auf deren Beachtung zu achten, allerdings hättest du nach der „lahmen Entschuldigung“ durchaus zu den Kindern gehen und ihnen ein ernstes Wort sagen können. Eine freundliche, aber bestimmte Ansage verstehen schon Zweijährige. Die jüngsten Kinder waren wohl 4 Jahre alt, da kommst du mit Zynismus noch nicht recht weit (wie hier auch schon von jemandem gesagt wurde), den Rest verstehen sie aber schon (meine Große wird 4, mit ihr kann man vernünftig reden).
Nun hast du ja schon deutlich geschrieben, dass du dich eigentlich nicht mit den Kindern recht beschäftigen willst. Die Eltern sollen dafür sorgen, dass du sie zwar noch siehst, aber sie eben deinen „Machtbereich“ nicht mehr betreten. Das ist schade, denn so bist du eben nicht „die nette Frau mit den Blumen“, sondern „die Frau, die immer nur von weitem meckert“. Die Blumen von ersterer werden beschützt, die von letzterer heimlich ausgerupft oder bestenfalls ignoriert. Warum? Es ist einfach eine Frage des persönlichen Bezuges, der Sympathie.
Was kannst du nun tun? Entweder mit den Kindern reden oder dir das Okay für einen Zaun bei der Eigentümerversammlung holen.
Ach so, damit du meine Antwort besser einordnen kannst: Meine 2 Kinder werden ordentlich erzogen, kennen ihre Grenzen und haben Respekt vor fremdem Eigentum. Allerdings müssen sie nicht jeden mögen, Grenzen respektieren reicht völlig. Wenn andere Kinder bei mir unerwünschte Handlungen vornehmen und deren Erziehungsberechtigte nicht reagieren, zeige ich den Kindern freundlich, aber bestimmt, die Grenzen auf. Das klappt gut, die Kinder mögen mich und benehmen sich gut.

Viele Grüße, Heike

Wirklich Gesetz kann nur das sein, was die Eltern sagen, und
deswegen sollten sie das den Kindern klarmachen, dass sie
nicht einfach Blumen ausrupfen dürfen.

hallo thea,

und das sehe ich anders:

was ist mit kindern, deren eltern bereits „neben“ der gesellschaft leben und eigene wertmasstaebe haben, die die ansprueche der gemeinschaft ignoriert?

was ist mit kindern, deren eltern die sozialgemeinschft sektiererisch ablehnen?

was ist mit kindern, deren eltern einfach zu faul oder unfaehig sind, eine erziehung zu bieten?

und was ist mit kindern, denen ein elternteil fehlt, oder die ueberhaupt keine eltern haben?

gruss
kuddel

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Hallo Heike,

„Zäune“ oder andere „Absperrungen“ sind bei uns verboten im Garten und das wollte ich nun auch nicht haben. Vor meiner Bepflanzung war das pure Wiese und eine wunderbare Einladung ständig auf unserer Terasse herumzutapsen. Daher die Sträucher und Blumen. Ich wollte ja nun auch keine Grenze bauen, einfach ein kleines Hinderniss das im Sommer blüht, duftet und nett aussieht.

Wie ich schon sagte - das rede war mir unmöglich gemacht, weil die Kids nach dem ersten „Tschuldigung“ zu ihren Müttern rannten.

Falls ich die Kinder mal direkt ansprechen kann, werde ich das auch tun. Was auch immer du und andere immer mit Zynismus habt, auch wenn ich keine eigenen Kinder habe, weiss ich das 4jährige das nicht verstehen und würde weder ironisch noch zynisch mit denen sprechen. Auch wie ihr eure eigenen Kinder anleitet interessiert mich eher begrenzt. Bei dir klang das sofort wie ne Rechtfertigung (den Eindruck hatte ich).

Gruß
Helena

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Hallo Karl-Heinz

Wirklich Gesetz kann nur das sein, was die Eltern sagen, und
deswegen sollten sie das den Kindern klarmachen, dass sie
nicht einfach Blumen ausrupfen dürfen.

und das sehe ich anders:

was ist mit kindern, deren eltern bereits „neben“ der
gesellschaft leben und eigene wertmasstaebe haben, die die
ansprueche der gemeinschaft ignoriert?

was ist mit kindern, deren eltern die sozialgemeinschft
sektiererisch ablehnen?

was ist mit kindern, deren eltern einfach zu faul oder
unfaehig sind, eine erziehung zu bieten?

und was ist mit kindern, denen ein elternteil fehlt, oder die
ueberhaupt keine eltern haben?

Ja sicher gibt es das, aber es kann doch trotzdem nicht sein, dass die Kinder dann auf jeden Erwachsenen hören sollen, der gerade daher kommt. Das kann doch nicht klappen, einfach schon deswegen, weil nicht alle Leute die gleichen Werte vermitteln. Für eine Erziehung durch die Gesellschaft müsste Einigkeit in der Gesellschaft über das herrschen, was richtig und was falsch ist.

In den ersten beiden von dir erwähnten Fällen werden ja Werte vermittelt. Deren Kinder werden bestimmt noch weniger als andere Kinder auf Fremde hören, die versuchen, ihnen andere Werte zu vermitteln.

Beim Dritten würde ich sagen: Keine Erziehung gibt es nicht. Diese Kinder werden wohl zur Faulheit - oder auch im Gegenteil zur Arbeitssucht (es wurde ja nicht gesagt, dass die Eltern zum Arbeiten zu faul sind, sondern nur zum Erziehen) - und Beziehungslosigkeit erzogen und sind eine leichte Beute für Werbesprüche. Ich habe das Gefühl, dass sind die Wunschkinder mancher Wirtschaftszweige. -

Kinder, um die sich keiner kümmert, sind allerdings wohl leicht geneigt, jedem Fremden zu vertrauen. Aber das ist doch einfach ein Missstand. Kinder brauchen doch nicht dauernd wechselnde Bezugspersonen, sondern einen Fels in der Brandung.

Beim Vierten: Wenn ein Elternteil fehlt, das ist schade, aber es geht doch auch. Du kannst doch nicht Kinder Alleinerziehender mit Vollwaisen gleichsetzen. Ganz ohne Eltern geht’s natürlich nicht, dann müssen da wohl Pflegeeltern her, und die finden sich ja auch meistens.

Viele Grüße
Thea

Hallo Helena,

„Zäune“ oder andere „Absperrungen“ sind bei uns verboten im
Garten und das wollte ich nun auch nicht haben. Vor meiner
Bepflanzung war das pure Wiese und eine wunderbare Einladung
ständig auf unserer Terasse herumzutapsen. Daher die Sträucher
und Blumen. Ich wollte ja nun auch keine Grenze bauen, einfach
ein kleines Hinderniss das im Sommer blüht, duftet und nett
aussieht.

Da den Kindern offenbar nicht aufgefallen ist, dass die Bepflanzung als Abgrenzung gemeint war, wird ihnen das wohl einer erklären müssen.

Wie ich schon sagte - das rede war mir unmöglich gemacht, weil
die Kids nach dem ersten „Tschuldigung“ zu ihren Müttern
rannten.

Ach, beißen die? Ansonsten könnte man ja einfach hingehen und mit den Kindern (im Beisein der Mütter) sprechen. Ich verstehe hier ganz ehrlich nicht, warum das nicht möglich sein soll.

Was auch immer du und andere immer mit Zynismus
habt, auch wenn ich keine eigenen Kinder habe, weiss ich das
4jährige das nicht verstehen und würde weder ironisch noch
zynisch mit denen sprechen.

Ich wollte lediglich die Grenzen des Verständnisses aufzeigen, da du gezweifelt hattest, ob Vierjährige den Sachverhalt überhaupt verstehen.

Auch wie ihr eure eigenen Kinder
anleitet interessiert mich eher begrenzt.

Dachte ich mir fast. Ich wollte dir nur mitteilen, dass meine Kinder garantiert nicht auf dein Gelände gehen würden, ich die Kinder generell aber verstehen kann.

Bei dir klang das
sofort wie ne Rechtfertigung (den Eindruck hatte ich).

Dann trügt der Eindruck. Ich muss mich nicht rechtfertigen, meine Kinder waren das nicht. Ich wollte dir nur eine anderen Blickwinkel aufzeigen, hat wohl nicht geklappt. Schade.

Trotzdem viele Grüße, Heike

Hi Kuddel,

bei aller Achtung vor deiner Ansicht, die ich auch teile, ABER: Die Eltern dieser Kinder (das waren zwei 4jährige Mädchen von 2 unterschiedlichen Elternpaaren im Haus) sehen das ganz sicher nicht so. Nicht das ich mit denen schon nächtelange Erziehungsgespräche führte, aber ich habe in den 3 Jahren schon gemerkt das die keinerlei „Einmischung“ wünschen.

Wenn man versucht mit den Kindern zu sprechen und sie einfach mal fragt wieso sie „das“ so machen und nicht anders, mischen sich entweder die Eltern ein und legen den Kids die Antworten in den Mund („Ja Susi, weil du das gerne machst, gell? Sag das mal.“) oder auch zur dagegenhaltenden Meinung aufgefordert werden („Jetzt zeig mal wie mutig du bist. Du bist eben ein Kind, da ist das so, gell Susi.“). Oft hab ichs auch erlebt das diese Eltern die Kids und meinen Versuch einfach schlicht ignorieren und nur milde lächeln a la „so sind halt Kinder“ und die Kids bleiben stumm.

Beispiel: Bei einer Begegnung patsche die eine Kleine ihr Eis auf die Treppe und ließ es liegen (dabei fällt mir ein dass die Mutter nix sagte und nur griente a la „so isse eben meine Kleine“). Ich habe dann mit der Kleinen geredet und versuchte ihr klar zu machen das man seinen eigenen Dreck auch selbst wegmachen sollte denn die Treppe sei für alle da und jede will ja über eine saubere Treppe. Die Kleine antwortete ziemlich gelassen „das macht doch die Putzfrau weg“. Und die Mutter starrte mich ziemlich irritiert/sauer an, weil ich mit ihrer Tochter wegen dem Eis auf der Treppe redete und zog sie weg.

Ich kann nur davon ausgehen das diese Eltern keine Einmischung verstehen und wünschen. Und mag sein das ich einen anderen „Störungshorizont“ habe, als normale Menschen mit Kindern.

Gruß
Helena

Hallo Heike,

Da den Kindern offenbar nicht aufgefallen ist, dass die
Bepflanzung als Abgrenzung gemeint war, wird ihnen das wohl
einer erklären müssen.

wir zogen da vor 3 Jahren ein. Seitdem stehen diese Pflanzen. In dieser Zeit war schon eine Menge Kinderzirkus am Sandkasten und bisher ist das nie passiert. Gut, ich arbeite den ganzen Tag, kann also nicht alles sehen.

Auch wenn die Kinder diese „Grenze“ nicht sehen und verstehen (das vermutete ich ja auch, daher sprach ich die Mütter an, nicht die Kinder), ging ich davon aus (was ein Fehler war) dass zumindest die Mütter die Grenzen kennen und die Kinds zurückrufen. Die können ja gerne wenn niemand zuhause ist bei uns mal fangen spielen, aber sollen sich eben nicht an Dingen vergreifen und, nur weil sie da sind, davon ausgehen das diese Dinge „für sie da sind“. Von einem der Mädels habe ich schon sehr oft Hinweise auf „das gehört zu uns“ zu hören bekommen. Inwieweit sie das nur den Eltern nachplappert, weiss ich nicht. Aber den Unterschied zwischen mein und dein kennt sie sicher.

Ach, beißen die? Ansonsten könnte man ja einfach hingehen und
mit den Kindern (im Beisein der Mütter) sprechen. Ich verstehe
hier ganz ehrlich nicht, warum das nicht möglich sein soll.

Ganz schlicht und ergreifend die Körpersprache der Damen in diesem Moment. Die hat mich abgehalten. Und das die Kinder zu den Mütter gerannt sind und sich hinter ihnen versteckten. Beide Mütter standen da mit beiden Armen verschränkt vor der Brust, von einem Bein aufs andere staksend, mit halb abgewandt. Die andere Mutter tat so als ob die am liebsten unsichtbar wäre und schaute demonstrativ in den Nachbargarten. Ich habe dabei keine Bereitschaft gesehen das ein „hinterhergehen und ein Gespräch suchen“ Sinn oder Erfolg gehabt hätte. Klar weiss man das jetzt nie. Aber mehr als meinen Entschluß und das Bild das sich mir bot zu beschreiben, kann ich jetzt nicht.

Ich wollte lediglich die Grenzen des Verständnisses aufzeigen,
da du gezweifelt hattest, ob Vierjährige den Sachverhalt
überhaupt verstehen.

Ja gut. Aber ich kenne ja auch noch andere Kinder, also DAS weiss ich!!

Dachte ich mir fast. Ich wollte dir nur mitteilen, dass meine
Kinder garantiert nicht auf dein Gelände gehen würden, ich die
Kinder generell aber verstehen kann.

Verstehen oder nachvollziehen?

Gruß
Helena