Kinder in die Psychiatrie geben?

Unser Sohn ist seit dem letzten Jahr in der Schule und ist dort verhaltensauffällig. Er hampelt rum, kann nicht ruhig sitzen, stört den Unterricht. Nach 1 1/2 Wochen mussten wir schon zum Elterngespräch. Das zieht sich nun durch die ganze, aber kurze Schulzeit. Nun ist unser Sohn darüber hinaus immer aggressiver geworden. Schlägt andere Kinder etc. Leistungsmäßig gibt es überhaupt nichts zu bemängeln. Er liegt über dem Klassendurchschnitt. Nur sein Sozialverhalten ist nicht mehr tragbar. Wobei uns auffällt, dass das Zentrum der Aggressionen in der Schule liegt, woran das auch immer liegen mag.

Nun wurde uns seitens der Schule empfohlen, unseren Sohn in eine Kinder- und Jugendpsychiatrie zu geben.

Wer hat Erfahrungen mit solchen Institutionen? Wie war der Verlauf der Behandlung, wie verlief die Re-Integration in die Schule etc.

Nun wurde uns seitens der Schule empfohlen, unseren Sohn in
eine Kinder- und Jugendpsychiatrie zu geben.

Entschuldigung, wenn ich das in dieser Klarheit schreibe, aber für so
einen „Ratschlag“ würde ich der betreffenden Lehrkraft direkt welche
hinter die Löffel geben! Wie kann man nur so fix mit „Psychiartrie“
als Ratschlag daherkommen!? Ticken die?

Also, ich war früher (70er Jahre) ebenfalls ein bisschen
Verhaltensausffällig, und meine Lehrerin wollte mich auf eine
Sonderschule schicken. Meine Mutter kam JEDES Mal heulend vom
Elternabend, weil die blöde Kuh von Lehrerein ihr erzählte, ich sei
völlig asozial!

Meine Mutter ist dem Rat - Gott sei dank! - nicht gefolgt, sondern
ich habe Therapiestunden bekommen. Der Therapeut fand auch heraus,
dass ich überdurchschnittlich intelligent und in der Schule
unterfordert bin, weshalb ich so ein Ätzer war. Die Therapie ging 2
Jahre, hat mir gut geholfen und auch Spaß gemacht.

Und soll ich dir mal was sagen? Dein Kind hat das gleiche „Problem“,
darauf möchte ich wetten! :smile: Ich will dir jetzt nicht den Floh ins
Ohr setzen und dir einreden, dass du einen kleinen Albert Einstein
hast (was aber möglich wäre), aber es deutet vieles in deinem Posting
darauf hin: klassenbester und super agressiv. Das liest man ja auch
immer wieder, dass überbegabte Kinder sehr oft mit Agression auf die
Unterforderung reagieren.

Also: atme mal durch und dann kuck dir mal ganz genau an, was für ein
Kind du hast.

Die Pysichiartrie wäre eine meines erachtens völlig inadequate und
hysterische Lösung für dein Kind. Ich würde mal über eine
Privatschule nachdenken…

Aber bevor du IRGENDWAS machst, würde ich mal von einem
Kinderpsychologen (frage in deiner Ecke herum, ob jemand einen guten
kennt) einen Test mit deinem Kind machen lassen. Aber nicht auf der
Schule, die dein Sohn besucht, die haben nämlich keine Ahnung!!!

Gruß und viel Glück,
Marinero

Hallo,

bevor ich mein Kind in die Psychiatrie auf Anraten des Lehrers (!) geben würde, würde ich erstmal beim Arzt vorstellig werden.

Vielleicht kommen einfach die Lehrer mit ihm nicht zurecht oder es gibt einen anderen Hintergrund (von Mobbing bis ADS ist alles mögllich)
Auch bei einer Familien / Erziehungsberatungsstelle könnt ihr Hilfe finden. Adressen bekommt ihr über euer Jugendamt.

hier ist auch eine kleine Hilfe:

http://www.elternimnetz.de/cms/paracms.php?site_id=5…

grüsse
dragonkidd

Hallo,
treten die beschriebenen Verhaltensweisen erst seit der Schule auf?
Zu Hause gibt es keine Probleme?
Wurde er schon mal hinsichtlich der „üblichen Möglichkeiten“ untersucht, wie ADHS, Hochbegabung oder ähnliches?

Beatrix

Hallo Zeus,

Nun wurde uns seitens der Schule empfohlen, unseren Sohn in
eine Kinder- und Jugendpsychiatrie zu geben.

öhm… für die stationäre Aufnahme in eine Kinder-und Jugendpsychiatrie brauch es ein bisschen mehr als eine „Empfehlung“ der Schule (hast du das vielleicht falsch verstanden?)

Und „abgegeben“ wird schon mal gar kein Kind in eine stationäte Behandlung.
Mal ganz davon abgesehen, dass ein kleiner randalierender Erstklässler da gar nichts zu suchen hat und ich mir nicht vorstellen kann, dass er, so wie du die Situation beschreibst, überhaupt aufgenommen würde.

Ganz wichtig: Ursache suchen! Was macht Sohnemann grad in der Schule so wütend?
Hast du ihn mal gefragt? Was sagt er denn dazu?

Der nächste Weg wäre euer Kinderarzt. Gibt es vielleicht eine organische Ursache?

Findet dieser nichts, wird er weitere mögliche Schritte mit euch besprechen (Entspannungspädagogen, Erziehungsberatungstellen, niedergelassener Kinder-und Jugendtherapeut, etc.).

Also… erst die Ursache suchen und finden und dann die passende Hilfe fürs Kind.

Mit Grüßen
Simone

Hallo,

es gibt niedergelassene Kinderpsychologen. Wendet Euch an einen solchen, denn eine Abklärung kann auch ambulant stattfinden.

Die Schule lehnt sich weit aus dem Fenster, eine stationäre Unterbringung zu fordern *grmpf*.

Alles Gute,
Insel

Wurde er schon mal hinsichtlich der „üblichen Möglichkeiten“
untersucht, wie ADHS, Hochbegabung oder ähnliches?

oder mal das naheliegendste: ein scheiß lehrer?

4 „Gefällt mir“

Hallo zeus029,
wir haben die gleichen Probleme. Auffällig in der Schule und dann immer aggressiver. Jetzt ist er in der 3ten Klasse und es wird trotz Therapie immer schwieriger für uns. Die Probleme werden von der Schule ins Elternhaus getragen.

Leider hat ein stationärer Klinikaufenthalt nur temporär geholfen. Auch wir sind momentan am Verzweifeln, da es wirklich schwierig ist, eine Lösung zu finden die den Kindern hilft und die Eltern unterstützt.

Für uns stellt sich gerade eher die Frage E-Internat.

Gruß
Hiheinz

Hallo

Leider hat ein stationärer Klinikaufenthalt nur temporär
geholfen.

Hat man da nicht wenigstens den möglichen Grund für sein Verhalten herausgefunden?

Viele Grüße
Simsy

Auch guten Tag.

Nun wurde uns seitens der Schule empfohlen, unseren Sohn in
eine Kinder- und Jugendpsychiatrie zu geben.

Gibt es auf der Schule einen Psychologen? Trägt der das mit? Wenn nicht (was ich doch stark vermute), hätte die Schule, so ich an Deiner Stelle wäre, mit einem gesteigerten Bekanntheitsgrad per Presse, Funk und Fernsehen zu rechnen. Einen Erstklässler, der im Unterricht austickt, in die Psychiatrie zu stecken … da scheinen mir doch diverse Macken an ganz anderer Stelle vorzuliegen. Wenn die in der Schule Deinem Sohn mit der gleichen Attitüde begegnen (ihn also als kleinen Irren betrachten, ums mal überspitzt zu formulieren) - also, da würde ich auch ausrasten. Nur, dass der kleine Storch eben noch nicht in der Lage ist, der entsprechenden Lehrkraft den ihr gebührenden körperlichen Verweis zu erteilen. [DRUCKLUFTABLASS]

Die Verhaltensauffälligkeiten mit einem Psychologen durchzugehen, wäre allerdings nicht verkehrt. Aus zwei Gründen: Erstens, weil durchaus ein gesundheitlicher Grund dahinter stecken kann (Möglichkeiten wurden Dir schon genannt), und zweitens, weil diese hochqualifizierte Schule mit einiger Wahrscheinlichkeit schon psychisches Porzellan bei dem Jungen zerschlagen haben dürfte, siehe vor.

Mit dem Psychologen solltet ihr gerade auch die letztere Geschichte intensivst prüfen lassen - Kinder seelisch zu misshandeln, ist in diesem unseren komischen Land nämlich genauso strafbar wie dies physisch zu tun.

Und wenn der Psychologe den Rat hoffentlich gibt und ein dementsprechendes Gutachten anfertigt, lasst euren Sohn subito die Schule wechseln.

Gruß Eillicht zu Vensre

Leider nicht, es wurden zwar viele Test gemacht, es wurde auch mal gesagt wir würden nicht konsequent genug sein, aber auch dieses wurde dann wieder verworfen.

Derzeit gibt es zwei Thesen die aber noch nicht erhärtet sind. Es ist ziemlich frustrierend und entnervend wenn die Schule fast jede Woche einmal anruft um sich über den Sohn zu beklagen, die HPT, die er seit kurzem besucht bei uns anruft und uns fragt was sie tun soll weil er aus dem Gebäude ausgerissen ist und sich auf den Weg nach Hause gemacht hat.

Gruß
Hiheinz

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo

Wer hat Erfahrungen mit solchen Institutionen? Wie war der
Verlauf der Behandlung, wie verlief die Re-Integration in die
Schule etc.

Ich habe keine Erfahrungen damit, mir hat nur mal eine Kinderpsychologin erzählt, dass die meisten Kinder sehr gerne dort sind, und auch an den Wochenenden, an denen sie nach Hause sollen, damit der Kontakt zur Familie nicht abbricht, lieber in der Psychiatrie geblieben wären.

Trotzdem haben die anderen ja wahrscheinlich recht, und dass man wohl eher den Lehrer in die pädagogische Fortbildung schicken sollte, jedenfalls wenn es dieses Problem vor der Schule noch nicht gab. Ihr könntet auch den Schulpsychologischen Dienst einschalten. Der ist bei Lehrern meistens nicht beliebt, weil die Lehrer sich nach dessen Empfehlungen mehr oder weniger richten müssen, jedenfalls können sie das nicht ignorieren.

Vielleicht redet ihr auch mal mit dem Direktor oder anderen Lehrern / Eltern dieser Schule und lasst den Jungen die Klasse wechseln oder auch überspringen. Meiner Meinung nach kann man das in der 2. oder 3. Klasse der Grundschule ganz gut machen, auch wenn das Kind nicht direkt hochbegabt ist, sondern halt unterfordert. Allerdings wäre es wichtig, dass er dann Unterstützung durch irgendeinen Lehrer bekäme.

Viele Grüße
Simsy

Hallo Göttervater,

in NW gibt es den sog. Schulpsychologischen Dienst, der sich mit Fällen wie dem Deines Sohnes recht gut auskennt, weil das nun so gar kein Einzelfall ist.

Dieser Dienst wird den Jungen wahrscheinlich zu einer Testung und einer, teilweise mehrterminigen, Befragung schicken.
Dort schauen sich Kinderpsychologen das Kind an und geben anschließend ihre Empfehlungen.

Auf den Rat des Lehrers solltest Du Dir ein Ei pellen!

Gandalf

Hallo Zeus,
nach dem Lesen der bereits vorliegenden Antworten kann ich den Vorrednern nur beipflichten, zumal ich spontan die gleichen Ideen hatte (Kind unterfordert, gestörtes Schüler-Lehrer-Verhältnis, Mobbing des Kindes usw.).
Was sagt denn Euer Sohn dazu? Welche Erklärung hat er für sein Verhalten, das er ja anscheinend nur im schulischen Bereich zeigt?
Nach meiner laienhaften Einschätzung und der Erfahrung als zweifache Mutter würde ich sagen, dass Euer Sohn Euch einen Hilfeschrei sendet. Eltern sind dazu da, den Kindern bei Problemen zu helfen. Hinweise, das Kind in eine Kinder- und Jugendpsychatrie zu geben, halte ich - wie alle anderen - zum ggw. Zeitpunkt für völlig kontraproduktiv.
Auch wenn Lehrer eine pädagogische Ausbildung und psychologische Grundkenntnisse haben (bzw. haben sollten), finde ich einen derartige Aufforderung zumindest anmaßend, wenn nicht gar grob fahrlässig.
Vielleicht wäre der gemeinsame Gang zu einer Familienberatungsstelle eine Möglichkeit, wenn sich Euer Sohn Euch nicht anvertraut oder Euch gegenüber verschließt.

Ich drücke Euch und Eurem Sohn die Daumen, dass Euch kurzfristig Hilfe und Unterstützung zuteil wird.
MfG M.P.

Hallo
schade das in der heuteigen Zeit Kinder immer gleich gestört sind egal in welcher weise nur weil sie mal nicht in die Schublade mit allen anderen passen. ich halte nichts von der aussage Psychatrie und mit was sie auch schnell sind ist Ritalin.
Zum Schulpsychologen würde ich auf keinen Fall gehen kenne inzwischen drei Elternpaare die damit nicht gut gefahren sind, hingegen mit einem aussenstehenden Jugend und Kinderspychologen gute erfahrungen gemacht haben.Wobei es da natürlich auch wieder ausnahmen gibt.Mein Kind war selbst auch so ein Kanditat komischerweise hörte ich aber immer nur von der Lehrerin vorwürfe und immer nur das schlechte. Er war auch hilfsbereit und hat sogar weinende Kinder getröstet und geholfen, aber davon hörte ich nie was von Ihr auch in den leistungen nur das schlechte nie das gute obwohl ich ja die proben sah.Jedesmal wenn ich zum Elternsprechtag ging bekam ich schweisausbrüche und mußte mich zusammen nehmen das ich ihr nicht meine Meinung richtig sagte weil geschadet hätte es nur dem Kind.
Ich habe dann mit meinem Kind immer wieder über die Situationen gesprochen und ihm gesagt das es sich mit dem verhalten nur selber schade und weil ich von mir aus wußte das mein Kind mit sicherheit nicht psychisch krank war.
Ich habs aber auch mal mit Homeopathie probiert und weis auch das er viel raus und sich bewegen muß auch bevor er Hausaufgaben machte.
Es wurde wesentlich besser und ich bin mir sicher wenn er einen anderen Lehrer hat siehts noch besser aus.Aber eins weis ich jetzt das ewige gerede von wegen Lehrer/Schule zusammenarbeit mit den Eltern kannst vergessen.
Ntürlich ist nicht jedes Kind gleich es kann auch an zuviel zucker oder auch an einer höheren Begabung liegen . Das kannst du aber auch testen lassen.
MfG

Leider nicht, es wurden zwar viele Test gemacht, es
wurde auch
mal gesagt wir würden nicht konsequent genug sein,
aber auch
dieses wurde dann wieder verworfen.

wieso wurde das wieder verworfen?

Hallo Heinz

das klingt ja wirklich sehr nervend.
Er ist aber kein Autist? Irgendwie erinnert mich das an einen kleinen Autisten, den ich mal kennengelernt habe.

Es ist ziemlich frustrierend und entnervend wenn die Schule
fast jede Woche einmal anruft um sich über den Sohn zu
beklagen, …

Das glaube ich!

die HPT, die er seit kurzem besucht bei uns anruft
und uns fragt was sie tun soll weil er aus dem Gebäude
ausgerissen ist und sich auf den Weg nach Hause gemacht hat.

Kann es denn sein, dass er es in der HPT so schlimm findet? Oder dass er sich von euch abgeschoben fühlt?

Na ja, selbst wenn, die wenigsten Kinder würden wohl einfach abhauen.
Hoffentlich wird da bald eine Lösung für euch gefunden!

Viele Grüße
Simsy

Hallo

Zum Schulpsychologen würde ich auf keinen Fall gehen kenne
inzwischen drei Elternpaare die damit nicht gut gefahren sind, …

Das kommt doch auf den Schulpsychologen an. Die wohnen doch wahrscheinlich nicht in der gleichen Stadt wie ihr.
Man kann aber wahrscheinlich davon ausgehen, dass ein Schulpsychologe viel zu viele Fälle betreuen muss, als dass er wirklich kompetent beraten kann, das kommt aber wirklich auf die spezielle Stadt an.

Viele Grüße
Simsy

Hallo,

An einen Schulpsychologen zu wenden würde ich eher lassen, weil ich und viele andere die ich kenne festgestellt haben, das SchulPsychos sehr häufig Schubladendenken haben.(war als Kind selber „Opfer“ und wurde nur abgestempelt, das ich Schulangst hätte. Geholfen wurde mir aber nicht)

Würde ich mich eher an ein SPZ wenden. Die haben sehr viel erfahrungen auf diesem Gebiet. (mein Sohn ist auch bei einem SPZ in Bahandlung und wir machen grosse Fortschritte)
schaue mal hier: http://www.kinderzentrum-oldenburg.de/frame.htm

gruss
Carsten

Hallo.
Wenn dein Sohn trotz des Verhaltens über dem Klassendurchschnitt liegt, solltest du einen Intelligenztest für deinen Filius in Betracht ziehen. Vielleicht ist er Hochbegabt.
Solche Kinder sind schnell aggressiv, da das Gehirn nicht genug zu tun hat und die Arbeit auf anderem Weg kanalisiert.
Sollte er einen hohen IQ haben, dann schau dich nach einem Hochbegabtenförderungsprojekt um und lass ihn ein Instrument lernen. Aber keine Blockflöte oder so was. Es sollte möglichst komplex sein.
Violine, Gitarre, Klavier, etc.
Bei mir hat es damals gewirkt.
Ich war genauso, wie dein Sohn.
Gruß Anja