Moin,
Da ist einfach keine Zeit, Erziehungsversäumnisse der Eltern
aufzuholen, wenn das Kind beispielsweise aufs Gymnasium gehen
soll und nicht auf die Hauptschule.
Und trotzdem gab es in der Grundschule meiner Tochter genau
das, was ich oben erwähnt habe.
Ja sicher, was sollen die Lehrer denn sonst auch mit den Kindern machen, die nach 10 Minuten Stillsitzen durchdrehen? Dann gehts eben für diese Kinder ab in die Kuschelecke, damit wenigstens die anderen eine Chance haben, was zu lernen.
Die Schule befindet sich übrigens keineswegs in einem sozialen
Brennpunkt mit besonders vielen nur schwer beschulbaren
Kindern, sondern in einem wohlhabenden badischen Dorf, das so
ziemlich das Nächste an ‚heiler Welt‘ ist, das dieses unser
Land noch zu bieten hat.
Ja, so eine Grundschule kenn ich auch. Das Schlüsselwort heißt da: „Wohlstandsverwahrlosung“. Kinder, die zwar alle Buchstaben kennen, wenn sie zur Schule kommen, aber kaum in der Lage sind, sich alleine anzuziehen. Kleine Prinzen, die nicht damit klar kommen, plötzlich nicht mehr ständig im Mittelpunkt zu stehen, sondern sich in eine Gemeinschaft eingliedern und auf andere Rücksicht nehmen sollen etc. Alles Dinge, die die Kinder eigentlich schon im Kindergarten hätten lernen sollen.
Im übrigen muss sich Toben und lernen Rücksicht zu nehmen, mal
auf seinem Hintern sitzen zu bleiben und ordentlich mit seinen
Sachen umgehen nicht ausschließen, was überige alle Eltern
wissen, die Erziehung noch ernst nehmen.
Das wären dann die, die ihre Kinder möglichst nicht zu
gesellschaftlichen Anlässen jedweder Art mitnehmen? Die ihre
Kinder lieber von jemand anderem betreuen lassen?
Zumindest Eltern, die erkennen, dass es kaum den Bedürfnissen eines 8-Jährigen entspricht, stundenlang nachts in einem Biergarten rumzuhängen, müde zu sein und sich zu langeweilen. Solche Eltern erkennen, dass sie vielleicht dem Kind zuliebe einen Babysitter engagieren, der mit dem Kind zu hause spielt und es dann ins Bett gehen kann, wenn es müde ist, und nicht erst, wenn es den Eltern beliebt den Biergarten zu verlassen. Aber das Kind mitschleppen kostet ja erstmal kein Geld. Wer wird denn schon dem Kind zuliebe Geld für einen Babysitter ausgeben?
Gruß
Marion