Hi,
das ist in meinen Augen Mißbrauch des Kindes. D
ist ein solcher Ausdruck wirklich angebracht???
er ist insofern angebracht, als dass ich ihn nicht
gutmenschlich-echauffiert gebrauche, sondern so, wie
er imho wörtlich zu verstehen ist - das Kind wird
ge-braucht, benutzt, und dass zur Befriedigung niederer
Bedürfnisse von völlig unbeteiligten Dritten. In diesem
Zusammenhang also eine von meiner Seite emotionsarme
Formulierung.
es ist doch wohl klar, dass sich kein Kleinkind gegen
seine Taufe oder Nicht-Taufe wehren kann, alle werden
vom Willen der Eltern unweigerlich „missbraucht“.
Nun, das ist grundsätzlich richtig, und ich betrachte die Kinds-
taufe auch generell durchaus kritisch. Nun ist es jedoch so,
dass Kinder aus der Natur der Sache heraus viele Dinge noch nicht
eigenständig entscheiden können, und es daher Aufgabe der Eltern
und nur der Eltern ist, im Sinne des Kindes, FÜR das Kind zu
handeln.
Wenn dazu aus Sicht der Eltern und schlüssig sowie
konsequent eine Erziehung im christlichen Sinne gehört, dann
kann man über die Kindstaufe diskutieren - zu einem großen
Teil besteht sie ja aus dem Bekenntnis der Eltern zur christlichen
Erziehung. Irgendwelche Wünsche von Dritten nach Taufe, weil sich
das „so gehört“ sind imho weder im Sinne des Kindes noch im
Sinne der Kirche noch sonderlich christlich.
Wer nun
meint, man solle warten, bis das Kind sich entscheiden kann,
…, der überschätzt das Ereignis Taufe m.E. grandios; es ist
aus meiner Sicht (also für einen Nicht-Gläubigen) eine
Trivialität.
Aus Sicht derer, die sie als Institution tragen, ist es das aber nicht.
meine Haltung, der gesellschaftlichen Institution Religion mit
Ironie zu begegnen (ein Sakrament zu empfangen, das für mich
nichts „tiefes“ bedeutet, sondern nur bloße fröhliche
Äußerlichkeit), würde ich letzterer Position zurechnen.
Ist Dir ja auch freigestellt - wenn Du einen Pfarrer findest, der
da mitspielt… Ich finde eben „ganz oder gar nicht“. Wenn man da
mitspielen will, soll man auch zumindest grundsätzlich dahinter
stehen. Man muss nicht kirchentreu sein, aber man sollte das, was
der Taufende damit verbindet schon mittragen können.
Ich versteh die schroffe („Mißbrauch des Kindes“!, wenn
auch mit Smiley) Reaktion nicht (könnte ich in dieser Form nur
nachvollziehen, wenn sie von einem religiösen Fundamentalisten
käme, der Du wohl sicher nicht bist).
Bin ich nicht, ich bin auch kein großer Freund der Kirchen. Ich bin
aber bspw. in einer christlichen Hilfsorganisation und wäre das nicht,
wenn ich ihre Grundwerte nicht mittragen würde. Nur die „Vorteile“
abgreifen und sonst nicht mitspielen wollen, kann ich irgendwie nicht
sonderlich leiden.
Zur Formulierung schrub ich oben ja schon was.
Gruß,
Malte

