Kinder taufen

Hi,

das ist in meinen Augen Mißbrauch des Kindes. D

ist ein solcher Ausdruck wirklich angebracht???

er ist insofern angebracht, als dass ich ihn nicht
gutmenschlich-echauffiert gebrauche, sondern so, wie
er imho wörtlich zu verstehen ist - das Kind wird
ge-braucht, benutzt, und dass zur Befriedigung niederer
Bedürfnisse von völlig unbeteiligten Dritten. In diesem
Zusammenhang also eine von meiner Seite emotionsarme
Formulierung.

es ist doch wohl klar, dass sich kein Kleinkind gegen
seine Taufe oder Nicht-Taufe wehren kann, alle werden
vom Willen der Eltern unweigerlich „missbraucht“.

Nun, das ist grundsätzlich richtig, und ich betrachte die Kinds-
taufe auch generell durchaus kritisch. Nun ist es jedoch so,
dass Kinder aus der Natur der Sache heraus viele Dinge noch nicht
eigenständig entscheiden können, und es daher Aufgabe der Eltern
und nur der Eltern ist, im Sinne des Kindes, FÜR das Kind zu
handeln.

Wenn dazu aus Sicht der Eltern und schlüssig sowie
konsequent eine Erziehung im christlichen Sinne gehört, dann
kann man über die Kindstaufe diskutieren - zu einem großen
Teil besteht sie ja aus dem Bekenntnis der Eltern zur christlichen
Erziehung. Irgendwelche Wünsche von Dritten nach Taufe, weil sich
das „so gehört“ sind imho weder im Sinne des Kindes noch im
Sinne der Kirche noch sonderlich christlich.

Wer nun
meint, man solle warten, bis das Kind sich entscheiden kann,
…, der überschätzt das Ereignis Taufe m.E. grandios; es ist
aus meiner Sicht (also für einen Nicht-Gläubigen) eine
Trivialität.

Aus Sicht derer, die sie als Institution tragen, ist es das aber nicht.

meine Haltung, der gesellschaftlichen Institution Religion mit
Ironie zu begegnen (ein Sakrament zu empfangen, das für mich
nichts „tiefes“ bedeutet, sondern nur bloße fröhliche
Äußerlichkeit), würde ich letzterer Position zurechnen.

Ist Dir ja auch freigestellt - wenn Du einen Pfarrer findest, der
da mitspielt… Ich finde eben „ganz oder gar nicht“. Wenn man da
mitspielen will, soll man auch zumindest grundsätzlich dahinter
stehen. Man muss nicht kirchentreu sein, aber man sollte das, was
der Taufende damit verbindet schon mittragen können.

Ich versteh die schroffe („Mißbrauch des Kindes“!, wenn
auch mit Smiley) Reaktion nicht (könnte ich in dieser Form nur
nachvollziehen, wenn sie von einem religiösen Fundamentalisten
käme, der Du wohl sicher nicht bist).

Bin ich nicht, ich bin auch kein großer Freund der Kirchen. Ich bin
aber bspw. in einer christlichen Hilfsorganisation und wäre das nicht,
wenn ich ihre Grundwerte nicht mittragen würde. Nur die „Vorteile“
abgreifen und sonst nicht mitspielen wollen, kann ich irgendwie nicht
sonderlich leiden.

Zur Formulierung schrub ich oben ja schon was.

Gruß,

Malte

Hallo Ramona,

„nicht gläubig“ beanspruche ich (katholisch) auch für mich
hinsichtlich Inquisition, Zölibat, Empfängnisverhütung, usw.
„Gläubig“ i.S. der 10 Gebote.

der Unterscheid zwischen Kirche und Glaube ist Dir aber
bewusst, ja?

Meine Definition in diesem Zusammenhang:
Kirche = Institution und Gemeinschaft mit all ihren Stärken und Schwächen.
Glaube = meine innere Überzeugung und Haltung zu Menschen, Werten, Gott, anderen Lebewesen und vieles mehr.
Daher nicht gläubig bezüglich Inquisition,…
Gläubig habe ich ja schon genannt.

Letztlich dürften wir der gleichen Auffassung sein,
„christliche Werte im eigentlichen Sinne“ den Kindern zu
vermitteln.

Christliche Werte als christliche Werte oder christliche Werte
als ethisch-moralische Grundlage unserer Kultur? Man muss nun
nicht Christ sein um „Du sollst nicht Töten“ als ganz
sinnvolle Norm zu verstehen.

Ich habe dies nicht als exklusives Vorrecht eines Christen bezeichnet. Das gestehe ich dir als Atheisten natürlich auch zu.
Andere Religionen sind hier nicht so eindeutig, da darf der eine oder andere Kopf schon mal rollen. Und wessen Kopf das ist, entscheidet natürlich die weltliche Institution, nicht Gott.

Mir scheint die Tauferei ohne Glauben einfach als ein
verlogenes, feiges, angepasstes, unreflektiertes Fehlverhalten

  • bisher hat mir auch noch niemand begründen könne, warum das
    nicht so sein sollte.

Dann will ich es mal versuchen, zu erklären:
Ich bin katholisch erzogen worden, nicht besonders streng, aber immerhin ist einiges davon hängen geblieben. Im Lauf der Jahre hat sich meine Einstellung zu diversen Punkten geändert, aber die grundsätzlichen Dinge nicht. Es war für mich selbstverständlich, meine Kinder taufen zu lassen, und es war kein Problem, daß sie evangelisch getauft wurden.
Ich habe das Ausgangsposting von Kathrin dahin verstanden, daß sie ebenfalls „christlich“, vermutlich evangelisch erzogen wurde, aufgrund „finanzieller“ Aspekte heiratet und aus der Kirche (als Institution und Steuereinnehmer) ausgetreten wird, aber soll deswegen ihre eigene innere Überzeugung auf der Strecke bleiben ?
Es ist nun mal so, daß Eltern für ihre Kinder Entscheidungen treffen müssen. Und dies sollten sie nach ihrer persönlichen Überzeugung tun.
Was also soll hier
„ein verlogenes, feiges, angepasstes, unreflektiertes Fehlverhalten“
sein ?

Atheistische Grüße
Ramona

Überzeugte Grüße
BW

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Abend Edith,

Naja, ich meinte es eher wie der Unterschied zwischen
„Notlüge“ - wie z.B. wenn eine Sekretärin ihren Chef
verleugnet, wenn der mit jemand nicht reden will - und einer
„echten“ Lüge :wink:

Aaaha eine echte und eine falsche Lüge. Ein bischen lügen ist OK,
machen wir doch alle, aber so richtig dolle dann doch lieber nicht.
Komische Moral :smile:

Wenn du einfach mal ein wenig realistsch schaust würde ich sagen
50%-80% der weißen Hochzeiten finden genau aus diesem Grund statt.
Sei es Tradition oder nur das rauschende Fest, ich finde es
nicht schlimm.

50 % ist da wohl etwas wenig geschätzt, 80 % kommen da wohl
schon eher hin. :wink:

Denke ich auch aber wollte nicht gleich alle schocken.

Ich habe kein Problem damit. Ich verstehe nur nicht so ganz,
warum man ein Kind unbedingt taufen lassen muß, wenn man so
gar nichts mit Religion am Hut hat.

Kommt gleich.

Was wird denn passieren?

Je nachdem wo du wohnst ist das schon ein entscheidener Schritt für
dein Kind.

Laß mich einfach nur ein wenig von mir erzählen.
Wir haben unsere Tochter wohl überlegt und nicht wegen des Festes
evangelisch taufen lassen und dies in einer katholischen Hochburg.
Natürlich wurden alle Gottesdienste oder Feierlichkeiten an denen
Kinder im Kindergartenalter teilnahmen in der katholischen Kirche
abgehalten. Natürlich wurde der Einschulungsgottesdienst in der
katholischen Kirche abgehalten (die Sprüche der Kinder brauche ich
hoffentlich nicht zu wiederholen). Der Spruch des kat. Pfarrers
möchte ich dann doch mal zum besten geben „Der
Einschulungsgottesdienst ist immer in der katholischen Kirche,
weil in der evangelischen nur Platz für die Abgänger ist“.

Die Probleme im Religionsuntericht mal beiseite gelassen, kam
dann die Zeit des Kommunionsunterricht. Von 25 Kindern durften auf
einmal 2 Kinder (mein Krümel war schon so froh, dass sie nicht ganz
alleine war) nicht mehr mitmachen. Sowas kann man einem 9 jährigen
Kind kaum oder nur sehr, sehr schwer vermitteln. Meine Tochter fand
das auf jeden Fall sehr ungerecht, das alle dahingehen dürfen nur sie
nicht.
Dann kam der Tag der Kommunion, oder besser die Tage danach. Fast
alle hatten ein neues Fahrrad, einen GameBoy einen WeißIchWas außer

Es brauch jetzt auch niemand mit der Kommerz ist doof zu kommen,
erklärt das mal einem Kind.
Natürlich ist es für eine 9 jährige überhaupt nicht einsichtig
warum alle was bekommen haben nur sie nicht.

Man kann sich auf den Standpunkt stellen mein Kind
wird der Märtyrer und muß da halt durch. Wie schwer das später
ist wenn das Kind weinend vor einem steht und bitterliche Vorwürfe
macht sieht man dann.

Wir haben unsere Entscheidung nicht bereut aber schwer, war und ist es
manchmal schon.

Gruß
Stefan

Hallo Sophie,

Also ich persönlich bin die Tochter von zwei katholischen und
gläubigen Eltern und wurde daher getauft. Letzte Woche bin ich
aus der Kirche ausgetreten.
meint die nun endlich frisch ausgetretene und darüber sehr
glückliche Sophie.

wäre nett, wenn du die Gründe nennen könntest.

somit also LÜGT,
also eines der 10 Gebote absichtlich verletzt…also ich sehe
da nen Widerspruch.

Vielleicht hilft dir meine Antwort auf Ramona von heute. Die Behauptung, daß Kathrin lügt, ist wohl etwas daneben angesichts der „bekannten“ oder besser gesagt „nicht bekannten“ Hintergründe, weshalb Kathrin ihre Kinder taufen lassen möchte.
Grüße
BW

Hi,

das ist in meinen Augen Mißbrauch des Kindes. D

ist ein solcher Ausdruck wirklich angebracht???

er ist insofern angebracht, als dass ich ihn nicht
gutmenschlich-echauffiert gebrauche, sondern so, wie
er imho wörtlich zu verstehen ist - das Kind wird
ge-braucht, benutzt, und dass zur Befriedigung niederer
Bedürfnisse von völlig unbeteiligten Dritten. In diesem
Zusammenhang also eine von meiner Seite emotionsarme
Formulierung.

ich kann mir denken, wie Du es meinst, will auch nicht ganz widersprechen, aber empfinde die Begrifflichkeit (Missbrauch, niedrige Bedürfnisse) als viel zu hoch gesetzt und daher vollkommen unangebracht.

Wenn dazu aus Sicht der Eltern und schlüssig sowie
konsequent eine Erziehung im christlichen Sinne gehört, dann
kann man über die Kindstaufe diskutieren - zu einem großen
Teil besteht sie ja aus dem Bekenntnis der Eltern zur
christlichen
Erziehung. Irgendwelche Wünsche von Dritten nach Taufe, weil
sich
das „so gehört“ sind imho weder im Sinne des Kindes noch im
Sinne der Kirche noch sonderlich christlich.

Ob es im Sinne der Kirche ist, oder ob es christlich ist, ist mir schnurzegal, darum gehts mir überhaupt nicht; das „gehört sich so“ habe ich gewiss nicht geschrieben.

Inwiefern es nicht im Sinne des Kindes ist, müsstest Du mir erläutern, das verstehe ich nicht; aber sag nicht, dass es irgendwie „zum Objekt der Befriedigung niedriger Bedürfnisse anderer missbraucht wird“, sondern konkret oder gar nicht.

Wer nun
meint, man solle warten, bis das Kind sich entscheiden kann,
…, der überschätzt das Ereignis Taufe m.E. grandios; es ist
aus meiner Sicht (also für einen Nicht-Gläubigen) eine
Trivialität.

Aus Sicht derer, die sie als Institution tragen, ist es das
aber nicht.

Gerade diese Sicht ist ja aber nicht die meine;
ich verstehe auch nicht, warum alle möglichen Poster (auch Du selbst ja zum Teil) hier in diesem Thread, sich zugleich dazu bekennen, die kirchliche Sicht nicht zu haben, gleichzeitig aber doch immer wieder diese Sicht anführen.

meine Haltung, der gesellschaftlichen Institution Religion mit
Ironie zu begegnen (ein Sakrament zu empfangen, das für mich
nichts „tiefes“ bedeutet, sondern nur bloße fröhliche
Äußerlichkeit), würde ich letzterer Position zurechnen.

Ist Dir ja auch freigestellt - wenn Du einen Pfarrer findest,
der
da mitspielt… Ich finde eben „ganz oder gar nicht“. Wenn
man da
mitspielen will, soll man auch zumindest grundsätzlich
dahinter
stehen. Man muss nicht kirchentreu sein, aber man sollte das,
was
der Taufende damit verbindet schon mittragen können.

Deine Meinung bleibt Dir freigestellt, aber ich finde sie -ganz genau wie ich in der Schlussfrage im meinem obigen Ursprungsposting geschrieben habe - religiös geprägt, und genau das lehne ich ja ab;
eine solche Haltung passt m.E. nicht zu jemandem, der Kirche und Religion kritisch gegenübersteht (gut, dass machst Du ja nicht wirklich, Ramona, der ich oben antwortete, angeblich aber schon).

Bin ich nicht, ich bin auch kein großer Freund der Kirchen.
Ich bin
aber bspw. in einer christlichen Hilfsorganisation und wäre
das nicht,
wenn ich ihre Grundwerte nicht mittragen würde. Nur die
„Vorteile“
abgreifen und sonst nicht mitspielen wollen, kann ich
irgendwie nicht
sonderlich leiden.

ok, kann ich nachvollziehen;
Du bist jedenfalls „dogmatischer“ als der Diakon, der die Taufe vollzogen hat; ist überhaupt nicht meine Position; dieses Entweder-Oder ist mir ein sehr großes Gräuel.

Viele Grüße
Franz

Hallo Iris,

Ich bin früher mit meinen Eltern immer in den
Weihnachtsgottesdienst gegangen und ich fand das unheimlich
schön.

Dafür ist eine Kirchenmitgliedschaft / eine Taufe nicht nötig.

Ich war auch in den Ferien bei den Bibelwochen und so
und das eine wirklich klasse Zeit.

Auch dafür nicht!

Mich hat das früher immer
wahnsinnig interessiert. Das alles möchte ich meinen Kindern
halt auch ermöglichen …

Am Religionsunterricht und an kirchlichen Veranstaltungen kann
Dein Kind auch ungetauft teilnehmen.
Die Kirche bekommt sogar massenhaft Kohle vom Staat, weil sie
Aufgaben erfüllt, die im staatlichen Interesse sind,
durchführt.

Wenn du jetzt noch begründest, weshalb Kathrin ihre (zukünftigen) Kinder nicht taufen soll/darf ?

Viele Grüße
Iris

Grüße auch
BW

Hi,

ohne im Einzelnen auf Deine Aussagen einzugehen habe
ich den Eindruck, als schieden sich die Geister im
Wesentlichen an der Frage, ob die Taufe nun ein
religiöses oder ein gesellschaftliches Ereignis ist.

Ich sehe sie klar als religiöses Happening und komme
generell mit der Vergesellschaftierung (cooles Wort :wink:)
von Glaubensdingen überhaupt nicht klar, das gilt sowohl
für die einmal-im-Jahr-zu-Weihnachten-Kirchgänger wie
für die die-Oma-hat-mich-gebeten-in-der-Kirche-zu-bleiben-
Nummer, die ich-will-kirchlich-getraut-werden-weil-das-
Glockengeläut-so-romantisch-ist-Paare und die ich-lass-mich-
konfirmieren-weil-ich-Kohle-krieg-und-das-erste-mal-auf-
ne-Fummel-Freizeit-fahre-Teenager.

Diese Unterschiedlichkeit dürfte einen Großteil der
unterschiedlichen Ansichten hier erklären.

Gruß,

Malte

PS: Mein Diakon weiß um meine Haltungen zu Religion, Glaube
und Kirche, und würde es strikt ablehnen, mich zu trauen,
wenn es mir nur um das Setting ginge. Ich finde das gar nicht
dogmatisch, sondern konsequent. Wäre er dogmatisch, würde er
mich gerade dieses seines Wissens um mich nicht trauen :wink:

1 „Gefällt mir“

Hai!

Das wiederum finde ich nicht besonders verwegen, auch wenn du
nicht daran glaubst kann es Vorteile haben.

klar kann es das. Ich finde es bloß ziemlich armselig - rein
charakterlich - sich dem derart hinzugeben.

Du hast noch nie in deinem Leben etwas getan was vieleicht
nicht 100% deiner Überzeugung entspricht nur um des lieben Frieden
willen.

Selten, und nie (AFAIR) etwas, was (etwas platt formuliert) weniger
als 50% meiner Überzeugung entsprach.

Du machst in deiner Partnerschaft was du möchtest ohne jemals
Rücksicht zu nehmen und zurückzustecken.

Ich mache in meinem Leben stets nach Möglichkeit das, was mir
gut tut. WAS mir in welcher Weise „gut tut“ ist nicht immer auf
den ersten Blick ersichtlich - manchmal wirkt es sich erst
indirekt aus. Überzeugungen und Werte spielen dabei eine große
Rolle. Das Wohlbefinden meiner Partnerin spielt auch eine große
Rolle.

Warum soll mein/dein/ihr Kind den Märtyrer spielen für eine
Überzeugung die es noch gar nicht hat und nur deine Denkweise
wiederspiegelt.

Das Kind spielt etwas für eine fremde Auffassung, die es gar
nicht hat, WENN man es taufen lässt. Und wenn das dann auch
noch aus quasi-materiellen Motivationen herausgeschieht, tut
es das auch noch für eine verlogene Auffassung - super Erbe,
was es da auf dem Weg mitbekommt.

Die Kindstaufe ist in vielen Gebieten mehr eine Tradition denn ein
Glaubensbekenntnis.

Siehe meine Antwort an Franz, das scheint mir einer der Knackpunkte
zu sein.

Das Versprechen mein Kind in christlichem Glaube zu erziehen
(was heißt das eigentlich, weißt du es?)

Ich habe eine Vorstellung davon. „Wissen“ ist in Glaubenssachen
ein Begriff, der fast immer fehl am Platze ist :wink:

bedeutet doch nichts weiter als ihm die Werte beizubringen die
auch für 99% unseres Zusammenleben wichtig sind.

Wenn Du das so siehst, ist das schön, wenn ich mir Kindererziehung
so anschaue, wie sie so abläuft, scheint es da bei verdammt vielen
doch erhebliche Diskrepanzen zu geben.

Fragen wie „Das ist mein Leib“ oder „Das sei mein Leib“ haben
mit christlicher Erziehung doch nichts zu tun.

Da stimme ich Dir voll zu.

Die Großeltern sollen sich bitte um ihren eigenen Glauben kümmern.
Da gibt es sicher genug zu tun. Ich wüsste jedenfalls nicht, was
ausgerechnet die in den Sachen des Kindes zu suchen haben sollten.

Vieleicht solltest du einfach mal realisieren, dass du nicht
alleine auf der Welt bist. Wenn dir die Meinung deiner Eltern
schnurtz pieps egal ist, dann mag das so sein, ich hingegen
respekiere die Meinung meiner Eltern und setze mich damit
auseinander.

Für die Erziehung MEINES Kindes bin ALLEIN ich zusammen mit der
hypothetischen Mutter verantwortlich. Ich respektiere meine Eltern
sehr wohl und habe zudem ein ausgesprochen gutes Verhältnis zu
ihnen, aber auf Einmischungsversuche würde ich wohl sehr allergisch
reagieren. Man kann über alles diskutieren, aber Bitten, Wünsche
oder gar Forderungen stehen ihnen in diesem Punkt nicht zu.

Im übrigen sagt die Zusammenfassung der Taufe als „Ein paar
Tropfen Wasser und ein paar Amen“ schon genug aus. Auf solche
Schäflein sollte die Kirche verzichten…

Fängst du jetzt auch noch an zu entscheiden wen die Kirche
aufnehmen sollte und wen nicht.

Ich entscheide gar nichts, ich äußere meine Meinung.

Ich finde das ziemlich gruselig. Echt Horrorkabinett.

Was genau bitte? Das es noch Gegenden gibt in denen ein wenig
Tradition noch an der Tagesordnung ist. Das man Tradition oder
christliche Gemeinschaft einfach mal mitmacht ohne jedesmal zu
hinterfragen ob dies meine zu tiefst innere Überzeugung ist.

Dass es Gegenden gibt, in denen Tradition das Leben so sehr
bestimmt, ja, das finde ich gruselig. Da würde ich nicht leben
können. Dabei stört mich noch nicht einmal die Tradition - die
soll bitte hochhalten, wer will. Was mich stört, ist die
Diskriminierung jener, die da nicht mitmachen wollen.

Wenn Oma am Sonntag in die Kirche gehen will, weil sich das so
gehört, ist mir das relativ latte - ich versteh’s nicht, aber
es betrifft mich nicht. Wenn gelästert wird oder gar Druck
ausgeübt wird, weil ich das nicht tue, dann halte ich solche
Leute schon für kognitiv benachteiligt.

Das sind meines Empfindens nach dieselben Dörfer, in denen das
lesbische Pärchen betuschelt wird, „der Neger“ immer noch
irgendwie der Wilde aus dem Busch ist und es auch sonst mit
Toleranz und Nächstenliebe nicht sonderlich weit her ist. Aber
das ist ein Vorurteil, ist auch etwas platt von mir formuliert.

Ich fühl mich jedenfalls in Köln wohler als in South Central Zornheim.

Weißt du was mich am meisten wundert, diejenigen hier im w-w-w
die sagen sie glauben nicht wettern am meisten gegen die OP.
Woran mag das wohl liegen?

Hab ich irgendwo geschrieben, dass ich nicht glaube? Nö.
Bei den anderen könnte es daran liegen, dass sie die Motivation
der OP für inkonsequent und geheuchelt halten. Aber wie gesagt,
das mag an der unterschiedlichen Bewertung des Ereignisses der
Taufe liegen.

Gruß,

Malte

Hi,

abschließend:

ohne im Einzelnen auf Deine Aussagen einzugehen habe
ich den Eindruck, als schieden sich die Geister im
Wesentlichen an der Frage, ob die Taufe nun ein
religiöses oder ein gesellschaftliches Ereignis
ist.

ja und nein;
in gewisser Weise korrekt, auf der anderen greifen die Bereiche wohl durchaus ineinander;
wenn ich z.B. betone, dass wir mit der Taufe auch einigen aus der Verwandtschaft eine Freude machen wollten, dann berührt das natürlich durchaus deren Religiosität, zum anderen ist eine „Ironisierung“ des Taufsakraments bei aller ironischen Distanz eben durchaus auch ein Bezug zum Religiösen;
aber das alles ist in diesem Brett wohl längst ot.

PS: Mein Diakon weiß um meine Haltungen zu Religion, Glaube
und Kirche, und würde es strikt ablehnen, mich zu trauen,
wenn es mir nur um das Setting ginge. Ich finde das gar nicht
dogmatisch, sondern konsequent. Wäre er dogmatisch, würde er
mich gerade dieses seines Wissens um mich nicht trauen :wink:

Ok, „dogmatisch“ war ein unglücklicher Begriff, „konsequent“ ist treffender.

Mir persönlich geht es übrigens auch durchaus um mehr als nur das Setting; ich dachte, das wäre von vorneherein klar.

Wenn ich als Nicht-Gläubiger durch die Bereitschaft, eine Tauffeier inklusive Taufe durchzuführen, von mir aus die religiösen Gefühle von Teilen der Verwandtschaft respektiere, dann ist das durchaus ein Bezug auf die Religion selbst und weder bloße Toleranz, und schon gar nicht bloße Anpassung an eine gesellschaftliche Konvention, sondern eben ein ironischer, spielerischer Bezug, einer, der bewusst Konsequenz vermeidet, weil ich Konsequenz und Aufrichtigkeit (in diesem Kontext), egal in welche Richtung, für „religiöses“ Denken halte.

Wären wir im richtigen Brett würde ich ausführen, dass wahre Nicht-Gläubigkeit für mich nicht heißt, den Glauben konsequent abzulehnen (weil ich gerade dadurch von ihm bestimmt bin), sondern mit ihm zu spielen, ihm gegenüber inkonsequent zu sein.

Viele Grüße
Franz

Hi Stefan

Aaaha eine echte und eine falsche Lüge. Ein bischen lügen ist
OK,
machen wir doch alle, aber so richtig dolle dann doch lieber
nicht.
Komische Moral :smile:

Ist zumindestens ehrlich *bg*

Oder hast Du denn noch nie eine Notlüge gebraucht ohne danach ein schlechtes Gewissen zu haben? :wink:

Lt. wiki gibt es sogar drei Arten der Lüge:

http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%BCge

und ich wage zu behaupten, daß die ersten beiden tagtäglich von jedem Menschen gebraucht werden, ohne weiter darüber nachzudenken oder ein schlechtes Gewissen zu haben.
Ich stelle mir grad vor was los wäre, wenn jeder Mensch gnadenlos ehrlich wäre.

Was wird denn passieren?

Je nachdem wo du wohnst ist das schon ein entscheidener
Schritt für
dein Kind.
Laß mich einfach nur ein wenig von mir erzählen.
Wir haben unsere Tochter wohl überlegt und nicht wegen des
Festes

Eben und man sollte eine Taufe nicht nur machen, weil man eine Party haben will. Man sollte sich zumindestens bewußt sein, daß man damit für das Kind bestimmte Weichen stellt - so wie es bei Euch der Fall ist.

Mir wäre diese Diskussion schlicht egal gewesen, wenn nicht die Aussage gekommen wäre

wir unsere zwei Mädels taufen lassen, einfach weil es
erstens nachher ne schöne Party war, und weil
zweitens sich ganz einfach ein Paar Leute aus der
Verwandtschaft, die halt nun mal gläubig sind
(dagegen können wir beide wenig tun!), darüber
gefreut haben, dass die Party mit Taufe stattfindet und nicht
ohne sie.

Da ging es nicht ums Kind. Da ging es um eigene Wohlbefinden und es mag ein bißchen hart sein, aber sowas finde ich tatsächlich als eine Art Mißbrauch.
Die Taufe ist nunmal kein Gesellschaftsspiel, das keine weiteren Auswirkungen hat.
Das kann man jetzt gut finden oder nicht, aber es so.

Gruß
Edith

Hallo BW,

Wenn du jetzt noch begründest, weshalb Kathrin ihre
(zukünftigen) Kinder nicht taufen soll/darf ?

Warum sollte ich? Ihre Anfrage klang für mich so, als ob sie selber nicht hinter der Taufe steht, aber meint ihrem Kind Zugang zu bestimmten Erfahrungen / Erlebnissen nur dann bieten zu können, wenn das Kind getauft ist.

Deshalb habe ich darauf verwiesen, daß wenn es darum geht, ob das Kind am christlichen Religionsunterricht, an Ferienfahrten und anderen von der Kirche veranstalteten Unternehmenungen teilnehmen kann oder nicht, eine Taufe nicht erforderlich ist.

Wenn sie also ihr Kind nur aus diesem Grund taufen wollte, dann kann sie es bleiben lassen, weil die Denkvoraussetzung nicht stimmt.

Ob sie es trotzdem tut oder läßt, ist ihre Sache.

Grüsse zurück

Iris

Mahlzeit!

Deshalb habe ich darauf verwiesen, daß wenn es darum geht, ob
das Kind am christlichen Religionsunterricht, an Ferienfahrten
und anderen von der Kirche veranstalteten Unternehmenungen
teilnehmen kann oder nicht, eine Taufe nicht
erforderlich ist.

So die Theorie, die Praxis sieht allerdings so aus, das nicht
getaufte oder religionsfremde als letztes berücksichtigt werden,
falls noch Plätze über sind.
Hast du jemals versucht dein nicht getauftes Kind an Ferienfahrten
der kat. Kirche teilnehmen zu lassen.
Mir scheint Realität und Wunsch sind da sehr weit auseinander.

Wenn sie also ihr Kind nur aus diesem Grund taufen wollte,
dann kann sie es bleiben lassen, weil die Denkvoraussetzung
nicht stimmt.

Sie stimmt schon, auch wenn uns einige Leute anderes glauben lassen
wollen.

Gruß
Stefan

Hallo Stefan,

Deshalb habe ich darauf verwiesen, daß wenn es darum geht, ob
das Kind am christlichen Religionsunterricht, an Ferienfahrten
und anderen von der Kirche veranstalteten Unternehmenungen
teilnehmen kann oder nicht, eine Taufe nicht
erforderlich ist.

So die Theorie, die Praxis sieht allerdings so aus, das nicht
getaufte oder religionsfremde als letztes berücksichtigt
werden,
falls noch Plätze über sind.
Hast du jemals versucht dein nicht getauftes Kind an
Ferienfahrten
der kat. Kirche teilnehmen zu lassen.

Nö, ist bei meinem Hintergrund auch nicht so sonderlich naheliegend.
Ich kenne eine Reihe kirchlicher Mitarbeiter, die immer wieder von den Ferienfahrten ihrer Kirchengemeinden oder kirchlichen Institutionen erzählen. Aus diesen Erzählungen war zu entnehmen, daß die Kinder / Jugendlichen nach Eingang der Anmeldung berücksichtigt werden. Ich habe vorausgesetzt, dass das gängige Praxis ist.

Mir scheint Realität und Wunsch sind da sehr weit auseinander.

Das kann ich nicht einschätzen. Jede/r wird da vom eigenen Erfahrungshintergrund ausgehen.

Viele Grüße

Iris

So die Theorie, die Praxis sieht allerdings so aus, das nicht
getaufte oder religionsfremde als letztes berücksichtigt
werden,
falls noch Plätze über sind.
Hast du jemals versucht dein nicht getauftes Kind an
Ferienfahrten
der kat. Kirche teilnehmen zu lassen.

Hallo,

wo auch immer du das versucht hast, „die Praxis“ sieht ganz bestimmt nicht so aus. Als ich noch nicht getauft war, habe ich an Ferienfahrten sowohl der katholischen als auch der evangelischen Kirche teilgenommen, ohne dass irgendjemand mich gefragt hat, ob ich dazugehöre.
Ich leite katholische Ferienfreizeiten und arbeite ehrenamtlich im BDKJ, das heißt, ich weiß auch, wie das in einigen andern Verbänden abläuft und ich habe noch NIE gehört, dass es eine Rangliste gibt, bei der zuerst die getauften drankommen. Bei uns kann man Nümmerchen ziehen, und wer als erster da ist, hat sein Kind in der Freizeit drin, da kann er auch gerne Satanist sein (falls es den dann wiederum nicht stört, dass sein Kind von christlichen Betreuern betreut wird).
Wir haben sogar eine entsprechende Klausel in der Satzung (nicht für Satanisten, aber für Nicht-Kirchenmitglieder im Allgemeinen.)
Das einzige was du für dein Kind nicht in Anspruch nehmen kannst, ist finanzielle Beihilfe durch die tragende Pfarre. Aber wenn du das nicht beantragst - interessiert das schlicht nicht.

Wie gesagt, ich war zwei oder drei Jahre mit der katholischen Kirche im Ferienlager und hab auch sonst jede Menge Veranstaltungen mitgemacht. Als ich dann zur Taufe eingeladen habe, fielen die Leute da aus allen Wolken. Jetzt bin ich immer noch nicht katholisch und habe trotzdem bestimmte Funktionen, bin in Ämter gewählt, vertrete kathlolische Organisationen - und immer noch keine Diskriminierung (und das wäre auch nicht anders, wenn ich gar nicht getauft wäre). Ob das Sinn macht, ist eine andere Frage. Solche Kritik wäre noch eher nachzuvollziehen.

Wenn es in deiner Pfarre irgendeinen Klüngel gibt, der kirchentreuen Nachwuchs bevorzugt, dann ist das genau das, nämlich Klüngel, und hat nichts mit „gängiger Praxis“ zu tun.

*wiederausdderBreschespring*
Grüße
Sonja

Hallo

Wichtig ist nur, dass sie irgendeinen Religionsunterricht (am
besten wohl den evangelischen) mitmacht, und vielleicht hie
und da mal zur Kirche geht, damit sie irgendwas damit anfangen

da hast Du aber was falsch verstanden.

Die eigene Taufe soll gerade den Schwachsinn Kirche abschaffen. Ich möchte und habe meine Kinder zu guten Menschen erzogen und deshalb muss die Kirche zwingend draussen bleiben.

Gruss

Also ich war als Kind in ner katholischen (Schönstadt-)Gruppe. Eine Freundin von mir, nicht getauft war auch dabei. Die konnte alles ganz normal mitmachen, auch wenn die Gruppe mal ne Woche weggefahren ist oder so war sie dabei.
Was ich total doof fand, die Gruppenleiterin, eine Nonne, wollte sie zur Taufe überreden (und das war noch im Grundschulalter).
Dann später bei ner Jugendfreizeit, der katholischen Kirche,(für viele ehr ne Sauffreizeit, da würd ich meine Kinder mal schon allein deshalb ganz bestimmt nich hinschicken), hat auch niemand gefragt ob mensch getauft ist.
Und es gibt ja auch wirklich schöne Alternativen. Also mir haben als Kind die Freizeiten von BUND und BDP immer besser gefallen. Viel Spass, draußen spielen, basteln… ohne immer das Kirchenzeugs zwischendrin.

Gruss, Sophie

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Hallo Sophie,

Also ich persönlich bin die Tochter von zwei katholischen und
gläubigen Eltern und wurde daher getauft. Letzte Woche bin ich
aus der Kirche ausgetreten.
meint die nun endlich frisch ausgetretene und darüber sehr
glückliche Sophie.

wäre nett, wenn du die Gründe nennen könntest.

Hm? Die Gründe wofür, für den Austritt, oder fürdie Freude darüber?
Also austreten wolt ich schon sehr lange, weil ich nicht an Gott glaube. Und das gerade weil meine Eltern mich in die Kirche mitgenommen hatten, ich Religionsunterricht hatte etc., also weil ich das was der Pfarrer da so erzählt hatte, sobald ich anfing darüber nachzudenken doch sehr unlogisch fand.
Und die Freude, nun, weil ich schon so lange austreten wollte. Als Jugendliche, wusste ich nicht wie das gehtund ob ich das schon darf. Als ich dann 18 war, hätte ich schon rausfinden können,wie ich austreten kann, meine Eltern hatten es mir aber wegen Rücksicht auf die Großeltern ausgeredet. Da ich aber schon lange nicht mehr in meiner Heimatstadt lebe und inzwischen auch weiß, dass dies nicht an die Kirche der Heimatstadt, sondern an die hießige Kirche gemeldet wird, außerdem im Internet Infos gefunden hatte, wie ich austreten kann, konnte ich nun endlich austreten. Ich bin nicht gläubig, mich hat es schon während der Schulzeit gestört, dass ich keine wirkliche Alternative zum Religionsunterricht hatte etc… Na klar freut mensch sich dann darüber, endlich draußen zu sein, zumal ich mitlerweile weiß, was die Kirche sonst noch so für Privilegien hat und dass die wohltätige Arbeit der Kirche zu großen Teilen Fake ist, da der Staat kirchliche Kindergärten, Krankenhäuser etc. bezahlt, nur minimale Zuschüsse kommen von der Kirche, die dafür aber ne super PR und Einflusschancen hat. Ähm etwas vom Thema abgekommen…naja, weil mich sowas halt stört und weil die hohen Mitgliedszahlen der Kirche ne Bedeutung verleihen, die sie eigentlich gar nicht mehr haben sollte, da soviele nur aus Traditionsgründen in der Kirche sind, die wirklich gläubigen Christen aber eben nicht mehr ne Mehrheit der Gesellschaft sind (und wenns danach geht ob die wirklich so glauben, wie die Kirche es predigt, noch viel weniger), deshalb bin ich wirklich froh ausgetreten zu sein.

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Letzmalig Hallo,

Im Lauf der
Jahre hat sich meine Einstellung zu diversen Punkten geändert,
aber die grundsätzlichen Dinge nicht.

Okay, ich halte also fest, Du bist nach wie vor „gläubig“. Um jetzt nicht in Haarspaltereien zu verfallen, definieren wir mal: Du glaubst an den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels etc, etc.

Es war für mich
selbstverständlich, meine Kinder taufen zu lassen,

Okay. Ich würde es auch als gläubiger Mensch wahrscheinlich vorziehen, die Kinder christlich zu erziehen und den Schritt der Taufe selbst/ bewusst gehen zu lassen, aber meinetwegen auch so.

Ich habe das Ausgangsposting von Kathrin dahin verstanden,

Ich darf mal zitieren: Ich meine wir sind jetzt beide nicht gläubig…. Das lässt doch wenig Spielraum für Interpretationen, oder?

Wir halten also fest, dass es darum geht, zu versprechen, ein Kind in einem Glauben zu erziehen, den weder Vater noch Mutter teilen. Als Gründe kommen also, da der Glaube ja ausfällt, in Frage: die nette Party, was sollen die Leute sonst denken, Tante Angela findet das doch so wichtig, das machen doch alle, das Kleidchen ist doch so hübsch.

Was also soll hier
„ein verlogenes, feiges, angepasstes, unreflektiertes
Fehlverhalten“
sein ?

Genau das.

Niemand zwingt Dich, meine Meinung zu teilen.
Da ich ebendiese nun wiederholt und erschöpfend dargelegt habe, ist dies mein letztes Posting hier.

Gruß
Ramona

Hallo Franz,

Na für dich ists nur ein schönes Fest und der Verwandschaft ist es auch recht.
Dein Kind ist dan aber mit allen Folgen (Kirchensteuer uns so wens mal älter ist) Mitglied einer Organisation.
Außerdem sind die viele Ungläubige, die ihre Kinder taufen lassen im Prinzip Co-Produzenten des gesellschaftlichen Zwangs in der Kirche zu sein.
Sowas finden die meisten Leute, die siche ernsthaft mit solchen Themen beschäftigen eben nicht gut.
Also gläubige Christen stört es zum Teil, dass es soviele Schein-Christen gibt genauso wie Atheisten. Da reproduziert keiner die Sicht des anderen, jeder hat halt eigene Beweggründe. Die Christen, weil sie Glauben und Kirche ernst nehmen. Die Atheisten, weil sie die Role der Ungläubigen in der Geselschaft gestärkt wissen wollen, also eben kein gesellschaftlicher Druck, zur Kirchenmitgliedschaft, keinen Religionsunterricht als Norm und Ethik oft nicht angeboten, oder wenn dann als Ausnahme etc.

Grüsse, Sophie

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Vielen Dank für die ganzen Antworten und Diskusionen die es zu diesem Thema gegeben hat.

Bin leider erst heute dazu gekommen allmälich alle Antworten abzuklappern.

Auch wenn es spät ist, wollte ich doch noch kurz was sagen.
Ich glaube an sich schon (auch wenn ich das im Ursprungs-Post anders geschrieben hab). Ich bin mir nur nicht so sicher an wen. Ich kann defenitiv sagen, dass ich nicht an die Kirche glaube, schon mal gar nicht an die katholische (ist nur meine persönliche Meinung).

Ich werde mich mit dem Thema noch mal in aller Ruhe auseinander setzen und entscheide dann was für mich am besten ist. Meinem Freund sage ich, dass er bedenklos aus der Kirche austreten kann.

Kinder sind jedenfalls erst mal nicht geplant, von daher haben wir noch genügend Zeit.

Also vielen Dank noch mal!

Viele Grüße
Trine